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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzml-Correspondenz.

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dir. 242 Dienstag den

Amtliches.

Bekanntmachung.

Mit Bezug auf unsere Bekanntmachung vom 10. September l. Js. wird in Folge eines Erlasses des Herrn Finanzministers hiermit weiter zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die in Gemäßheit des Reichsgesetzes vom 1. Juli d. Js. (Ges. S. S. 185) bis zum 29. De­zember d. Js. vorzunehmende Stempelung der bei unserer Hinterlegungs­stelle deponirten ausländischen Werthpapiere nicht von der vorherigen Einzahlung der entsprechenden Stempelbeträge Seitens der Interessenten abhängig ist, da unsere Hauptkasse angewiesen ist, die Abgabebeträge zu­nächst vorschußweise zu zahlen und sodann von den Interessenten wieder einzuziehen.

Kassel, den 7. Oktober 1881.

Königliche Regierung.

v. Brauch itsch._________________

Heinrich Bauscher VI. von Niederdorfelden wurde als Ortspo­lizeidiener für die Gemeinde Niederdorfelden eidlich in Pflichten genom­men.

Hanau am 15. Oktober 1881.

Bürgermeister Caspar Schäfer zu Oberissigheim ist auf weitere acht Jahre gewählt und in diesem Amt bestätigt worden.

Hanau am 15. Oktober 1881.

Entlaufen: Ende voriger Woche auf dem Wege von Baiers- röderhof bis Hanau ein Hammel, welcher auf dem Rücken mit einem 8. gezeichnet ist; dem Wiederbringer eine Belohnung.

Gefunden: Ein Portemonnaie mit einigen Pfennigen. Ein Paar neue Kinderknöpsstiefel. Ein Lesebuch mit der Inschrift: Otto Schmidt. Ein Regenschirm. Ein kleines weißes Taschentuch mit einigen Pfennigen. Eine Knabenmütze.

Hanau am 18. Oktober 1881.

Aus Kömgl. Landrathsamt.

Das Gebnrtsfest unseres Kronprinzen.

— Mit herzlicher Theilnahme begeht heute, am 18. Oktober, mit dem engeren preußischen Vaterlande ganz Deutschland den Tag, an wel­chem Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz von Preußen und des Deutschen Reichs das fünfzigste Lebenjahr vollendet. Der 18. Oktober ist ein großer, ruhmvoller Erinnerungstag der vaterländischen Geschichte. Der Entscheidungskampf auf Leipzigs Ebenen lebt im Ge­dächtniß des deutschen Volkes, wenn auch nicht mehr die Oktoberfeuer in jedem Jahre von den Bergen ins Land hinaus flammen, um ein leuchtendes Zeugniß abzulegen von der Begeisterung, welche Deutschland dem Andenken an den großen Tag, an w.lchem das Joch fremdländi­scher Herrschaft gebrochen wurde, weihte. . Der achtzehnte Jahrestag der großen Völkerschlacht war der Geburtstag unseres Kronprinzen, dem es dereinst beschieden war, Deutschlands Söhne gegen den Feind zu führen, gegen welchen sein Königlicher Vater schon als Jüngling im Befreiungs­kämpfe gestanden hatte. In der Fülle der Kraft, geliebt und verehrt von allen Klassen der Bevölkerung, in allen Theilen des Reichs, dem er dereinst in Zukunft ein Führer und Lenker, ein Vorbild in den Tugen­den und großen Eigenschaften seiner Vorfahren sein soll, welche 'den preußischen Staat gegründet und Deutschland geeinigt haben, vollendet der Kronprinz fein fünfzigstes Lebensjahr. Auf'ihn blickend sieht Deutschland der Zukunft, welche Stürme sie auch bringen möge, mit Muth und Hoffnung entgegen. In ernsten Tagen hat der Hohe Herr seine Kraft, zu allen Zeiten seinen menschenfreundlichen, wohlwollenden Sinn, seine warme Theilnahme für das Große und Edle auf allen Ge­bieten des Lebens bewährt. Die ehrfurchtsvollen Glückwünsche, welche wir ihm heute darbringen, sie sind zugleich der Ausdruck der Liebe und Verehrung und des festesten Vertrauens. Möge Gottes Gnade auch ferneichin schützend und segnend über unserm Kaiserlichen Herrn, über dem Kronprinzen und dem ganzen Königlichen Hause wallen!

18. Oktober 1881.

Rundschau.

R. F. (Deutsches Reich.) Die Wahlbewegung hat in den letzten Tagen einen Höhepunkt erreicht, welcher erkennen läßt, daß uns nur noch eine ganz kurze Spanne Zeit von dem Wahltage trennt, sowie, daß man auf allen Seiten die Bedeutung der diesmaligen Wahlen leb­haft empfindet. Besonders rührig zeigte sich der Liberalismus im Nor­den, wo D. Bennigsen, Mommsen, v. Forckenbeck, Lasker, Richter große Wahlreden gehalten haben. Dagegen zeigen sich die Parteien im Süden lässiger, was wieder einmal für die alte Behauptung spricht, daß im Allgemeinen das politische Leben im Norden Deutschlands stärker pulsirt, als im Süden. Der Wahlbewegung gegenüber treten natürlich die sonstigen Tagesereignisse in unserer inneren Politik zurück, welche übri­gens ziemlich spärlich find; von größerer Bedeutung ist nur die Ernen­nung des Ministers des Innern, Herrn v. Puttkamer, zum Bicepräsi- denten des Staatsministeriums, welche Wahl bei der Energie und dem Einflüsse Herrn v. Puttkamers nicht ohne Einwirkung auf die preußische und deutsche Politik nach Innen sein wird.

Unserem Kaiser bekommt der Herbstaufenthalt in Badm-Baden vortrefflich, von dem Unwohlsein, welches jüngst den hohen Herrn be­fallen hatte, ist nichts übrig geblieben. Aeußerem Vernehmen nach ge­denkt der Kaiser Ende dieser Woche nach Berlin zurückzukehren, wobei er vermuthlich von der Großherzogin von Baden begleitet werden wird, doch liegen definitive Nachrichten hierüber noch nicht vor. Vergangenen Samstag empfingen Se. Majestät der Kaiser in Baden-Baden den Statt­halter Elsaß-Lothringens, Freiherrn v. Manteuffel, in längerer Audienz.

Der Sturm in der Nacht vom 14. auf 15. Oktober hat kolossalen Schaden angerichtet. Eine große Anzahl oberirdischen Telegraphenlei­tungen sind ernstlich beschädigt worden, aus den Forsten meldet man zahlreiche Windbrüche und in der Nordsee und dem Canal strandeten zahlreiche Schiffe, unter denen bis jetzt vier deutsche konstatirt wurden.

Die vielfach gewünschte und regierungsseitig auch zugesagte Vor­lage über gesetzliche Regelung der Verhältnisse der Hinterbliebenen der Staatsbeamten wird bestimmt den nächsten Landtag beschäftigen. Die Vorbereitungen dazu sind dem Abschluß nahe und der Entwurf wird alsbald an das StaatsmiAisterium gelangen. Es heißt, in demsel­ben sei allen billigen Anforderungen Rechnung getragen und bisheeigen Uebelständen wirksam entgegengetreten.

Die Forschungen über die Reiseroute des französischen Kammer­präsidenten in Deutschland dauern in der Presse eifrig fort. Herr Gam- betta soll sogar in Stettin und Danzig gewesen fein, angeblich, um die historischen Merkwürdigkeiten beider Städte in Augenschein zu nehmen. Der Hauptpunkt der Diskussion über dieses hochinteressante Thema, nämlich der angebliche Besuch Gambetta's in Varzin, ist jedoch trotz aller Combinationen nach wie vor in ein geheimnißvolles Dunkel gehüllt und es muß offenbar noch manches Beweismaterial herbeigeschafft wer­den, bevor der Historiker sich entschließen kann, die Begegnung Gam­betta's mit dem Fürsten Bismarck in seine Chronik als feststehende Thatsache aufzunehmen.

Die Wahlen zum badischen Landtage sind nunmehr in allen Wahl­bezirken beendet, so daß sich die Zusammensetzung der neuen Kammer jetzt überblicken läßt. Dieselbe wird aus 31 nationalliberalen, 25 ultra- montanen, 4 demokratischen und 3 conservativen Abgeordneten bestehen, so daß die nationalliberale Partei im badischen Landtage nicht mehr über die absolute Majorität verfügt.

(Oesterreich.) Das österreichische Staatsgebäude ist durch den Tod Barons v. Haymerle insofern erschüttert worden, als man in Wien nunmehr an die baldige Demission des Cabinets Taaffe glaubt und Graf Taaffe soll in der That beim Kaiser bereits um seine Entlassung eingekommen sein. Die zunächst liegende Frage ist natürlich die nach dem Nackfolger Barons v. Haymerle und es kreuzen sich in dieser Be­ziehung eine solche Menge Combinationen, daß es räthlich erscheint, sich denselben gegenüber abwartend zu verhalten. Einstweilen ist durch kai­serliches Handschreiben der Reichefinanzminister v. Szlavy bis auf Wei­teres mit der verfassungsmäßigen Vertretung des Ministeriums des Aus­wärtigen betraut und der Sektionschef d. Kallay mit der Fortführung der unmittelbaren Leitung der Geschäfte beauftragt worden. — Am