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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Nr. 239. Freitag den

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Amtliches.

Die Herrn Ortsvorstände der Landgemeinden und selbstständigen Gutsbezirke haben nachstehenden Erlaß, das Viehseuchengesetz betr., als­bald in Ausführung zu bringen:

Zur Bestreitung der in Gemäßheit des Reichsgesetzes vom 23. Juni 1880 entstehenden Ausgaben ist nach Verfügung des Herrn Lan- desdirektors vom 22. v. Mts. für das Jahr 1882 die Erhebung einer einfachen Abgabe von

20 Pfennig für jedes Pferd,

10 Esel, Maulesel und Maulthiere,

5 jedes Stück Rindvieh erforderlich.

Die Herrn Ortsvorstände haben deshalb nach meiner Verfügung vom 31. Oktober 1876 die Zahlung des Viehbestandes und Aufstellung der Verzeichnisse des abgabenpflichtigen Viehes mit der Specifikation der zu enti ichtenden Abgabenbeträge am 2. November c. vorzunehmen und die oben vorgeschrievenen Einheitssätze im Januar 1882 zur Erhe­bung zu bringen.

Auf Erledigung des gesammten Geschäfts ist derart Bedacht zu nehmen, daß die Verzeichnisse von den Landgemeinden und GutSbezirken spätestens zum 15. Januar k. I. nach Ausfüllung der auf der Rückseite vorgeschriebenen Bescheinigungen zur Feststellung anher eingelikfert wer­den, wogegen die Vorstände der Städte ihre Verzeichnisse an die Kö­nigliche Regierung einsenden.

Die entsprechende Anzahl Formulare, nämlich:

1) Titel- und Einlagebogen des von den Gemeinden- (Guts-) Vor­ständen in einfacher Ausfertigung Unzureichenden Verzeichnisses des Pferde- und Rindviehbestandes,

2) die zu jenen Verzeichnissen gehörigen Ablieferungsscheine ebenfalls in einfacher Ausfertigung

werden den Herrn Ortsvorständen der Landgemeinden rc. unter Couvert k. H. zugestellt werden.

Die auf den Titelbogen der Verzeichnisse enthaltenen Anmerkungen sind bei Ausstellung der Listen zu beachten.

Hanau am 4. Oktober 1881.

___________________________Der Landrath.__________________________

Das Bureau der unterzeichneten Behörve befindet sich nunmehr Bebraer-Bahnhofstr. Nr. 3.

Hanau, den 12. Oktober 1881.

Königliche Spezialkommission.

Wesener, Regierungs-Assessor.

Die Besichtigung der Stuten im Kreise Hanau, welche im nächsten Jahre zur Zucht verwendet werden sollen, werde ich an den nachgenann­ten Orten und Terminen vornehmen, und ersuche ich die Herrn Bürger­meister die Stutenbesitzer hiervon gefälligst in Kenntniß setzen zu wollen.

Am 1 5. Oktober, Vormittags 9 Uhr in Berkersheim, um 100- Uhr in Preungesheim, um 110- Uhr in Eckenheim, um 1 Uhr Nach­mittags in Ginnheim, um 2 Uhr in Eschersheim und um 30s Uhr in Praunheim.

Am 19. Oktober, Vormittags 8 Uhr in Roßdorf mit Butter­städter Höfen, um O1^ Uhr in Windecken, um 11 Uhr in Ostheim, um 1 Uhr Nachmittags in Eichen und um 20- Uhr in Erbstadt.

Am 22. O ktober, Vormittags 8 Uhr in Mittelblechen, um 10 Uhr in Kilianstädten, um 11 Uhr in Oberdorfelden, um 12 Uhr Mit- tags in Niederdorfelden, um 1 Uhr Nachmittags in Gronau, wo auch die betr. Stuten vom Gronauer und Dottenfelder Hof vorzuführen sind, und um 3 Uhr in Wachenbuchen.

Am 26. Oktober, Vormittags 8 Uhr in Bruchköbel mit Kin- zigheimer Hof, um 9 Uhr in Niederissigheim, um 10 Uhr in Oberissig- Heim, um 11 Uhr in Rüdigheim, um 1 Uhr Nachmittags in Marköbel, wo auch die betr. Stuten von den Hirzbacher Höfen und dem Baiers- röder Hof vorzuführen sind, und um 30- Uhr in Ravolzhausen.

Am 2 9. Oktober, Vormittags 8 Uhr in Hochstadt, um 9 Uhr in Bischofsheim, um 11 Uhr in Bergen mit Enkheim, um 1 Uhr Nach­mittags in Seckbach und um 3 Uhr in Fechenheim mit Mainkur.

Am 2. November, Vormittags 8 Uhr in Langendiebach, um

14. Oktober 1881.

10 Uhr in Langenselbold mit Bruderdiebacher Hof, um 12 Uhr Mittags in Hüttengesäß mit Neuwiedermuß und Baumlmeser Hof und um 30- Uhr Nachmittags in Rückingen.

Am 5. November, Vormittags 9 Uhr in Niederrodenbach, um 10 Uhr in Oberrodenbach, um 3 Uhr Nachmittags in Großauheim und um 4 Uhr in Großkrotzenburg.

Am 9. November, Vormittags 8 Uhr in Kesselstadt, um 9 Uhr in Dörnigheim, um 11 Uhr in Wilhelmsbad und Nachmittags s3 Uhr in Hanau vor meiner Wohnung, Vorstadt Nr. 36; in den Orten an den von den Herrn Bürgermeistern zu bestimmenden Plätzen.

Außerdem werde ich auch in vorbezeichneten Terminen diejenigen Hunde, welche zum Ziehen benutzt werden sollen und für die ich noch keine Bescheinigung über ihre Zugfähigkeit ausgestellt habe, besichtigen, und sind hiervon die betr. Hundebesitzer gefälligst in Kenntniß zu setzen.

Hanau am 10. Oktober 1881.

__________________Collmann, Kreisthierarzt.

Bekanntmachung.

Postkarten mit Antwort im Verkehr mit Uruguay.

Denjenigen Ländern des Weltpostvereins, nach welchen Post­karten mit Antwort abgesandt werden können, ist nunmehr auch Uruguay beigetreten. Das Porto für derarte Postkarten beträgt 20 Pfennig.

Berlin W., 9. Oktober 1881.

Der Staatssekretair des Reichs-Postamts. Stephan.

Rundschau.

R. F. (Deutsches Reich.) Unser Kaiser war in den ersten Tagen dieser Woche von einer leichten Unpäßlichkeit befallen worden, welche ihn nöthigte, das Zimmer zu hüten; indessen ist der Monarch von seinem Unwohlsein zur Zeit wieder völlig hergestellt.

Das Bild unserer inneren politischen Lage hat in dieser Woche insofern eine schärfere Umgrenzung erfahren, als die Nationalliberalen auf ihrem am 9. Oktober zu Magdeburg abgehaltenen Parteitage für die Provinz Sachsen und die Herzogthümer Anhalt und Braunschweig entschieden Stellung gegenüber den wichtigeren schwebenden Tagesfragen unserer inneren Politik genommen haben. Rudolf v. Bennigsen hielt bei dieser Gelegenheit wiederum eine Rede, in welcher er sich unum­wunden gegen das Tabaksmonopol und den Staatssocialismus aus'prach. In Bezug auf die kirchenpolitische Lage wies der Redner die Beschuldi­gung, daß die Liberalen den Kampf mit Rom wsllten, energisch zurück, indem er daran erinnerte, daß allein der Liberalismus jederzeit für die Freiheit der Konfessionen eingetreten sei. Schließlich sprach Herr v. Bennigsen die Hoffnung aus, daß die nationalliberale Partei alle ferneren gegen sie heraufbeschworenen Stürme überdauern werde. Da die Ausfüh­rungen des Redners bei 81 zahlreich besuchten Versammlung lebhaften Beifall fanden, so kann man annehmen, daß auch das Gros der liberalen Partei mit denselben einverstanden ist.

Der Bundesrath, welcher laut kaiserlicher Verordnung am 20. d. Mts. wieder zusammentritt, wird sich zunächst mit dem Reichshaushalts- ctat beschäftigen und sind die Vorarbeiten für die betreffende Vorlage bereits beendigt. Welchen Angelegenheiten sich dir Bundesrath dann zuwenden wird, hängt von den Umständen ab; wahrscheinlich ist es, daß sich derselbe nach Erledigung des Etats mit dem Zollanschlussc Bremens beschäftigen wird.

Der deutsche Kronprinz und der Reichskanzler Fürst Bismarck haben die an sie ergangene Einladung, der Jubiläumsfestlichkell des Pommerschen Jäger-Bataillons Nr. 2 in Greifswald beizuwohnen, aus Gesundheitsrücksichten abgelehnt, doch haben der Kaiser sowie der Kron­prinz ihre Portraits als Ehrengabe gespendet.

In dem Hochoerrathsprozeffe vor dem Reichsgericht zu Leipzig wurde am Dienstag die Vernehmung der Angeklagten der sogenannten Frankfurter Gruppe zu Ende geführt. Die meisten der Angeklagten leugneten die ihnen beigemessenen hochverrätherischen Unternehmungen und gaben nur den Bezug und Vertrieb derFreiheit" und anderer