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Die »spaltig-HM»

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Donnerstag den 22. September

dir. 220

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Amtliches.

Die Herrn Ortsvorstände wollen die Liquidationen bezw. Quit­tungen über während des diesjährigen Herbstmanövers und bei Truppen- durchmärscheu gestellte Marschfourage, Quartiere und den gestellten Vor­spann innerhalb 8 Tagen hierher einreichen.

Hanau am 20. September 1881.

Der Landrath.

Gesund en: Ein schwarzer Damenpaletot. Eine zerrissene Spann­kette. Ein alter Geschirrriemen. Ein Tragband von Gurt.

Zugelaufen: Ein großer grauer Hofhund, m. Geschlechts. Hanau am 22. September 1881.

____________________Aus Königl. Landrathsamt.____________________

TagesschKA.

Präsident Garfield gestorben.

(A d Schw. Merk.)

Präsident Garfield ist Montag den 19. Sept. seinen Wunden erlegen. Nachdem die Nachrichten über sein Befinden längere Zeit ganz günstig gelautet hatten, trat in den letzten Tagen eine Wendung ein, welche das Schlimmste befürchten ließ. Schon am 17. hatte Garfield unter starken Fieberanfällen zu leiden. Zu der großen Körperperschwäche war nach einer Meldung eine Abnahme der Geisteskräfte getreten. Auch die Uebersiedelung des Präsidenten nach Longbranch, von der man sich Anfangs gute Dinge versprochen hatte, konnte den tödtlichen Verlauf nicht aufhalten. Ueber 11 Wochen hatte der Präsident an seinen Wun­den zu leiden. Am 2. Juli Morgens 9 Uhr befand sich Garfield auf dem Potomacbahuhofe in Washington. Er beabsichtigte, nach Longbranch zu seiner Frau zu reisen. Von dort aus wollte Garfield einige persön­liche Freunde, welche am Hudson und in Williamslown in Massachusetts wohnen, besuchen. Der Präsident befand sich in Gesellschaft Blaine's und anderer Kabinetsmitglieder auf dem Bahnhof, als aus einem Hinter­halt der Mörder Guiteau die verhängnißvollen Schüsse abfeuerte. Zwei­mal hat der Mörder geschossen; beide Schüsse trafen; der eine den rech­ten Arm, der andere über der rechten Hüfte in der Nähe der Nieren. Der Mörder hatte heimtückisch aus dem Hinterhalte, etwas rechts stehend, geschossen und zwar aus einem Large-Sized-9teüolöer (Revolver von großem Kaliber). Gleich bei seiner Verhaftung hat er gerufen: Ich bin ein Stalwart und Arthur ist jetzt Präsident. In einem in seiner Tasche gefundenen Briefe erklärte Guiteau, des Präsidenten Tod sei eine poli­tische Nothwendigkeit. Er werde die republikanische Partei vereinigen. Die sofort nach der That, wie ja nach jedem Attentat, verbreiteten Ge­rüchte, der Mörder sei geisteskrank, sind verstummt. In seinem Bewer­ben um eine Konsulatsstelle in Marseille zurückgewiesen, hat der Mörder an dem Oberhaupt des Staats Rache genommen, das die Aemter zu vergeben hatte, aber sie nicht mehr als Beute der Aemterjäger vertheilen wollte. Wie beim Tode Abraham Lincolns haben die Ver. Staaten wiederum der Welt gezeigt, daß auch in Republiken das Oberhaupt nicht geschützt ist vor einer meuchelmörderischen Kugel, die auch hier nicht der Person, sondern dem Staatsoberhaupt, dem System gegolten hat. Als Garfield am 4. März d. J. das oberste Staatsamt der Ver. Staaten übernahm, hatte er sich die Bekämpfung der politischen Korruption, des Aemterschachers, des Unterschleifs in der Staatswirthschaft zur Aufgabe gestellt. In seinem Kampfe gegen die Aemter- und Beutesüchtigen ist er nun erlegen. Nun werden die Vereinigten Staaten in einen Parteikampf zurückgeworfen, der eben erst durch die Wahl des zu den besten Hoff­nungen berechtigenden Garfield vorläufig abgeschlossen war. Und mit welcher Erregung, mit welchem Haß dieser Kampf geführt werden wird, das zeigt jetzt schon die Kugel, die der Sergeant Mason auf Guiteau abgefeuert hat, nachdem er mit der Wachmannschaft hierum geloost hatte, das zeigt jener Verein, der angeblich sich als Ziel gesteckt hat, Gurteau zu lynchen, wenn ihn nicht die gerechte Strafe ereile. Es übernimmt nun bis zum Ablauf der gegenwärtigen Präsidentenperiode, bis zum 4. März 1885, der gegenwärtige Vicepräsident Arthur die Präsidenten­würde, dem aber nicht dasselbe Vertrauen entgegengebracht wird, wie es Garfield genoß. — James Abraham Garfield wurde 19. Nov. 1831 in dem kleinen Dorf Orange in der Grafschaft Cuyahoga geboren und er­hielt infolge der dürftigen Verhältnisse, in denen seine Mutter nach dem frühen Tod ihres Mannes (1833) lebte, nur eine beschränkte Erziehung. Nachdem er einige Zeit als Tagelöhner sich ein mühsames Brod er-

1881.

Sia^£$jäESES£B£si&ää£S3&E^SgfflEäEgffl^B-a3tf!Kgr^S5^^

worden, ward er Kutscher und hierauf Bootsmann auf dem Pennsyl­vania- und Ohiokanal. 1849 trat er in eine öffentliche Lehranstalt ein und studirte mit solchem Eifer und Erfolg, daß er 1850 als Lehrer an einer Bezirks schule wirken konnte. 1854—56 besuchte er das William's College. 1857 ward er Sprachlehrer an dem Institut zu Hiram (Ohio) und 1858 Präsident desselben; gleichzeitig ließ er sich als Advokat nieder und wurde zum Mitglied des Senats von Ohio erwählt. Bei Beginn des Bürgerkriegs 1861 warb er als begeisterter Anhänger der Union das 42. Regiment der Ohio-Freiwilligen an, zu dessen Oberst er er­nannt wurde, und kämpfte mit Glück in Ostkentucky. Am Tag des Sieges von Prestonburgh, 11. Jan. 1862, ward er zum Brigadegeneral und nach der Schlacht bei Shiloh (16. April), in welcher er die 20. Brigade befehligt hatte, zum Stabschef des Generals Rosenkranz beför­dert. Wegen tapferer und wichtiger Dienste in der Schlacht von Chicka- mauga (19. Sept. 1863) erhielt er den Titel und Rang eines General­majors. Im Oktober 1862 wurde er im 19. Bezirk Ohio's zum Mit­glied des Kongresses ernannt. Hier gehörte er zu den angesehensten Mitgliedern der republikanischen Partei und wurde 1877 Führer der­selben. 1880 stand er an der Spitze der Delegation von Ohio und vertrat auf dem Kongreß in Chicago im Juni die Kandidatur seines Landsmanns, des Finanzministers Sherman. Als weder Grant noch ein anderer Kandidat trotz zahlreicher Wahlgänge die Majorität erringen konnte, ward im 35. Gange G. zur Wahl gestellt und, da ihm alle bisher gegen Grant abgegebenen Stimmen im 36. Wahlgang zufielen, 8. Juni einstimmig als der republikanische Kandidat für die bevorstehende Präsidentenwahl proklamirt. Daß er von deutschen Eltern aus Hessen- Darmstadt abstamme, hat Garfield selbst widerlegt. Er schrieb hierüber: „Ich bin der 9. Nachkomme Edward Garfields, der sich im Jahre 1836 in Massachusetts niederließ. Diese ersten Vorfahren kamen, wie wir glauben, von der Grenze von Wales. Ob der Name ein ur­sprünglich deutscher war, der nach England verpflanzt wurde, ist nicht bekannt." --------------------------

— Karlsruhe, 20. Septbr. (R. u. St.-A.) Die bürgerliche Eheschließung zwischen der Prinzessin Victoria und dem Kronprinzen von Schweden fand heute Nachmittag 4! 2 Uhr in dem Musiksaale des Schlosses durch den Bürgermeister Dr. Günther, welcher als Standes­beamter sungirte, statt. Bei diesem Akte, welcher durch den Staatsmi­nister Turban eingeleitet wurde, waren anwesend: Ihre Majestäten der König und die Königin von Schweden, Ihre Kaiserlichen und König­lichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin, die Prinzen Os­kar, Karl und Eugen von Schweden, der Erbgroßherzog, sowie die Prin­zen Ludwig und Wilhelm und die Prinzessin Wilhelm von Baden. Zu der kirchlichen Feier, welche um 5^2 Uhr in der Schloßkirche stattfand, waren auch die Minister, die Generalität, die Spitzen der Civil- und Militärbehörden, die Standesherren, die Excellenzen, der Oberbürger­meister, die Räthe erster und zweiter Klasse, die höheren Richter und Vertreter der Offiz'ercorps geladen. Bei dem Festzuge vom Marmor­saal zur Schloßkirche wurde die Prinzessin Braut von Sr. Majestät dem Kaiser und Sr. Majestät dem König von Schweden geleitet, der Kron­prinz von Schweden von Ihrer Majestät der Königin und von der Herzogin von Coburg; dann folgten Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin, der Kronprinz von Dänemark mit Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit der Kronprinzessin, Se. Kai­serliche und Königliche Hoheit der Kronprinz mit der Großfürstin Michael, der Großfürst Michael mit der Prinzessin Wilhelm und der Großherzog von Hessen mit der Erbgroßherzogin von Mecklenburgs Schwerin. Ihnen schlössen sich die übrigen Fürstlichkeiten an. Bei dem Eintritt des Zu­ges, dem die Hofchargen voranschritten, in die Kirche ertönten die Klänge der Orgel, während die Herrschaften zur Rechten und zur Linken im Schiff der Kirche ihre Plätze einnahmen. Dem Altar gegenüber nahm das Brautpaar Ausstellung. Prälat Doll vollzog die Trauung. Als Text für die Trauung war 1. Buch Moses Kapitel 12, Vers 2 ge­wählt, welcher auch bei der Trauung des Großherzogs zu Grunde gele­gen hatte. Beim Wechseln der Ringe wurden 36 Kanonenschüsse gelöst. Nach Beendigung der Trauung erfolgte die Einsegnung Ihrer König­lichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin; der Großherzog trug einen Silberzweig, die Großherzogin einen Silberkranz. Ihre Ma jestät die Kaiserin wohnte der feierlichen Handlung in einer von Blu­men verdeckten Loge bei, an welche Se. Majestät der Kaiser mit Ihrer