Monnem««tS» PrciS:
Pibrlich 9 Matt. Hslbj.tM.wP. Ki-rt-IjLhrNq
« Mark 25 Psg. Für auswirtige
Abonnenten Mit dem betreNru- d«n Postausschlag, bte einzelne Nummer 10 Psg.
HanmitlAnuitut.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
Prei», j Sie Npalit», ; earmonbyäew deren »ewe
io Psg.
Die Lspalt. AM»
20 Psg.
TieSspaltigiMP
80 Pfg.
Freitag ben 9. September
Str. 209.
"< 7j^77r^!?'^M-"8"^"'^"^ -^»MM^LW-LS
Amtliches.
Die Herren Bürgermeister des Kreises werden aufgefordert, die Wählerliste zur Wahl für den Reichstag unverzüglich aufstellen zu lasten, damit die Auslegung derselben am 27. dieses Monats beginnen kann.
Die Festsetzung des Termins für den Beginn der Auslegung sowie die Mittheilung über den Wahltag bleibt vorbehalten.
Es wird besonders auf die Bestimmung im §. 3 des Reglements aufmerksam gemacht, derzufolge die Gemeindevorstünde den Tag, an welchem die Auslegung der Wählerlisten beginnt, unter Hindeutung des §. 3 des Reglements sowie unter Angabe des Lokales, in welchem die Auslegung stattfinden soll, noch vor dem Beginn der Letzteren in ortsüblicher Weise bekannt zu machen haben. Auch sind die Namen der Wahlvorsteher zu publiziren.
Das zur Aufstellung der Wählerlisten vorgeschriebene Formular findet sich im Bundesgesetzblatt Pro 1873 Seite 283.
Jede Landgemeinde des Kreises Hanau, desgl. die Stadt Windecken bildet einen eigenen Wahlbezirk. Die selbstständigen Gutsbezirke k Grouauer H^°^ treten zum Wahlbezirk Gronau.
3. Forstfiskalischer Gutsbezirk Forsthaus Neuhof 1 treten zum Wahlbezirk
4. Kinzigheimer Hof ) Bruchkobel.
5. Oberförsterei Wolfgaug mit Pulverfabrik tritt zum Wahlbezirk Niederrodenbach.
6. Philippsruher Schloß nebst Fasanerie tritt zum Wahlbezirk Kesselstadt.
7. Rüdigheimer Hof tritt zum Wahlbezirk Rüdigheim.
8. Wilhelmsbad und Wilhelmsbader Hof tritt zum Wahlbezirk Wachenbuchen.
9. Baiersröder Hof tritt zum Wahlbezirk Marköbel.
Für die Stadt Hanau sind 7, für Bockenheim 4 Wahlbezirke zu bilden.
Für die Landgemeinden und Windecken werden die Herrrn Bürgermeister zu Wahlvorstehern, die Beigeordneten aber zu deren Stellvertretern ernannt. In diesen Wahlbezirken ist das Rath oder Gemeindehaus als Wahllokal zu benutzen. Insoweit ein solches nicht vorhanden, das vorhandene nicht geeignet ist, wird dem Wahlvorsteher die Beschaffung eines geeigneten Lokals überlassen.
Die Formulare zu den Wahlprotokollen werden den Herrn Wahl- vorstehern zugefertigt werden. Die Funktion der Vorsteher, Beisitzer und Protokollführer bei der Wahlhandlung darf nur von Personen ausgeübt werden, welche kein unmittelbares Staatsamt bekleiden.
Hanau, am 8. September 1881.
Der Laudrath
__________________________Schrötter.___________________________
Der Fabrikarbeiter Jakob Kaissand aus Fechenheim hat um Paß nach Amerika gebeten.
Hanau am 8. September 1881.
Der Laudrath.
Rundschau.
R- F. (Deutsches Reich.) Das Ereigniß des Tages, die Monarchen-Zufammenkunft in Danzig, ist selbst für sonst gut unterrichtete Personen in Hofkreisen überraschend schnell gekommen, obwohl an- zunehmen ist, daß diese Angelegenheit schon seit einiger Zeit im Gange war. Es ist das erste Mal, daß Kaiser Alexander 111. seit seiner Thronbesteigung die Grenzen seines Reiches übn schreitet; die Anregung zur Begegnung zwischen unserm Kaiser und seinem kaiserlichen Großneffen soll von Letzterem selbst ausgegangen sein. Natürlich werden die verschiedensten Combinationen an dieses fürstliche Rendez-vous geknüpft, die aber größten Theils mehr oder minder gewagt erscheinen; jedenfalls ist dasselbe ein neuer Beweis für die herzlichen Beziehungen, welche zwischen unserem Kaiserhause und der Czrrenfamilie obwalten. Selbstverständlich hat die Kaiserbegegnung in Westpreußen auch ihre hohe po- litfiche Bedeutung, sie widerlegt vor Allem bte dauernd verbreiteten Gerüchte über die feindselige Haltung Rußlands gegen Deutschland und vernichtet gründlich die Hoffnungen, welche die französischen Chauvinisten noch bis in die letzten Tage hinein auf diese angebliche Stimmung setzten.
1881.
Deshalb kann man wohl annehmen, daß der Czar durch seinen Besuch Kaiser Wilhelm zu überzeugen wünscht, daß die gegenwärtige Richtung der inneren und äußeren Politik Rußlands für die Nachbaren Rußlands in keiner Weise etwas Beunruhigendes habe und man ist daher berechtigt, die Kaiserzusammenkunft an den östlichen Marken des deutschen Reiches als ein neues Untei Pfand für die Aufrechterhaltung des Friedens zu betrachten.
Die Manöver des 10. Armeecorps in Hannover haben am Mittwoch ihren Abschluß erreicht. Dieselben sind zur vollständigen Zufriedenheit des Kaisers verlaufen und auch die hierzu kommaudirt gewesenen fremdherrlichen Officiere haben sich mit der höchsten Anerkennung über die Leistungen unserer Truppen ausgesprochen; die fremden Officiere werden auch den großen Cavallerie-Manövern bei Konitz, welche am Donnerstag begonnen haben, und den hierauf folgenden Manövern in Holstein beiwohnen.
Am Sonntag fand in Bonn die diesjährige Generalversammlung der deutschen Katholiken statt, welcher auch der Reichstagsabgeordnete Windthorst (Meppen) beiwohnte. In der konstituirenden Versammlung, welcher Freiherr von Wamboldt präsidirte, wurde zunächst das Antwortschreiben deS Papstes auf die Ergebenheitsadresse des vorbereitenden Comitö's verlesen; außerdem gelangten noch Schreiben des Cardinals LedochowSki, des früheren Fürstbischofs von Breslau, Dr. Förster, des vormaligen Erzbischofs von Köln, Melchers, und zahlreiche andere zur Verlesung. Herr Windthorst hielt, lebhaft begrüßt von der Versammlung, eine humoristisch angehauchte Rede, in welcher er unter Anderem meinte, daß er nach der Universität Bonn gekommen sei, um hier vier Tage zu studiren, er hoffe, nach diesen Tagen ein gutes Abgangszeugniß zu bekommen ohne Carcer.
Der sächsische Landtag ist am Dienstag durch königliches Dekret bis auf Weiteres vertagt worden.
(Oesterreich-Ungarn.) In Oesterreich lebt die vielbesprochene Angelegenheit der czechisirten ZehnguldewNsten, welche der Volkswitz bereits mit dem Namen „Zehner-Rummel" belegt hat, noch immer fort In Prag hat sich ein „Konsortium energischer Männer" gebildet, welches die czechisirten Zehner-Noten auch nach dem 15. d. M. annehmen will, gegen einen Abzug von drei Kreuzern; für jede einzelne Note will das Konsortium bei dem zuständigen Wiener Bagatellgerichte eine Klage auf Vollzahlung einreichen. Die fraglichen drei Kreuzer sollen zur Deckung der Proceßkosten verwendet werden. In deutschen Kreisen ist man über Diese neue Blüthe czechischer Unverfrorenheit natürlich wenig erbaut und man hofft hier von der Regierung, daß sie nun energisch dieser Kampf- Methode um nationale Gleichberechtigung ein Ende machen werde.
(Frankreich.) Die in Frankreich am letzten Sonntag erfolgten Stichwahlen hoben an der Zusammensetzung der neuen Kammer so gut tote nichts geändert, so daß die Republikaner in derselben über eine imposante Majorität verfügen. Wenn man die Ergebnisse der letzten Wahlen in Frankreich mit denen vom Jahre 1876 vergleicht, so gelangt man zu dem Schluß, daß die monarchistischen Ideen in Frankreich gewaltig im Niedergänge begriffen sind, denn während 1876 4,028,153 Wähler rcpublkanisch und 3,203,333 monarchistisch stimmten, erklärten sich am 21. August 1881 5,128,442 Wähler für die Republik und nur 1,789,767 Wähler stimmten bonapartistisch oder royalistisch. Auf der anderen Seite haben aber die jüngsten Wahlen gezeigt, daß der Radikalismus in den großen französischen Städten, namentlich in Paris, entschieden im Steigen begriffen ist, ein Umstand, der die französischen Machtinhaber zum Nachdenken auffordern sollte, denn von der Energie und Rücksichtslosigkeit der „Pioniere" der rothen Republik ist zu erwarten, daß sie sowohl der Regierung wie auch den Gambetlisten noch schwere Tage bereiten werden. — Auf dem Festbankett, welches die Stadt Honfleur anläßlich der Einweihung des neuen Hafenbassins den Vertretern der Regierung, sowie Gambetta zu Ehren gab, erwiederte der Letztere auf einen Toast des Maire, seine Ueberzeugungen halten sich nicht geändert; Frankreich sei stark genug, die Concurrenz mit anderen Nationen zu bestehen. — Der französische Ministerresident in Tunis, Roustan, ist in Paris eingetroffen.
(England.) Die Siege der englischen Conservativen bei den jüngst stattgefundenen Parlamentswahlen in Nord-L'.ucolnshire urb Cam- bridgeshire sind in Anbetracht des Umstandes, daß jenseits' des Canats