Einzelbild herunterladen
 

ribonnemeutS-

Preis:

Ehrlich 9 Mark. H«lbj.4M.»P. üjierteljLhrlich

* Mark 26 Pfg.

Für auswärtige Abonnenten

wit dem betreffen» >en Postausschlag. die einzelne Num­mer 10 Psg.

fjnnnucr Anviyr

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

ErscheiM täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Nr. 205.

Montag den 5. September

»tfertiw* 1 Ereilt

Die iffMltte* j Tarmondzet» M deren Seen

10 Psg.

Die Lspalt. g* 20 Pfg.

DiebipaltigeS«, SO Pfg.

1881.

Amtliches.

Der Maurer Heinrich Boß aus Ginnheim hat sich von da mit Zurücklassung seiner Hülfsbedürstigen Familie entfernt.

Um Nachricht im Betretungsfalle des Boß wird ergebenst ersucht.

Hanau am 29. August 1881.

Der Landrath.

Gefunden: Eine Mahne, enthaltend eine Jacke nebst Sack, eine Mahne, enthaltend Kraut, auf dem letzten Wochenmarkt stehen geblieben. Ein dicker Arbeitsrock. Ein schwarzer Henkelkorb. Ein goldener Ring mit blauem Stein.

Verloren: Am 29. v. Mts. im Haardtwald bei Homburg ein dunkelbrauner Ueberzieher mit hellbraunem Sammtkragen, dunklem Futter, 2 Taschen in den Vorderschößen, 1 oder 2 Brusttaschen, hinten sackartig. — Ein Portemonnaie mit 7 Mark. Eine große Meerschaumspitze mit Futteral.

Entlaufen: Ein brauner Hühnerhund, weiß-getiegert, m. Ge­schlechts.

Hanau am 5. September 1881.

__________________ Aus Königl. Landrathsamt.____________________

Taqesschau.

— Der „R. u. St.-A." Nr. 206 veröffentlicht: Verordnung betr. die Wahlen zum Reichstag. Vom 31. August 1881.

Wir Wilhelm von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen rc. verordnen auf Grund der Bestimmung im §. 14 des Wahl­gesetzes vom 31. Mai 1869, im Namen des Reichs, was folgt: Die Wahlen zum Reichstag sind am 27. Oktober 1881 vorzunehmen. Ur­kundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Jnsiegel.

Gegeben Berlin, den 31. August 1881.

(L. S.) W i lh el m.

von Bismarck.

— Der Kaiserliche Botschafter Fürst von Hohenlohe hat Paris mit einem ihm Allerhöchst bewilligten Urlaube verlassen. Während seiner Abwesenheit von Paris fungirt als' interimistischer Geschäftsträger der Legations-Rath Dr. Frhr. von Thielmann.

T. R. Die Meldung von der bevorstehenden Annäherung der italienischen Politik an das deutsch-österreichische Friedensbündniß ist bis jetzt nicht dementirt worden. Sie beruht also, wie angenommen werden darf, auf thatsächlichen Entschließungen des Kabinets Dcpretis Mancini und wird nun ihre äußere Bekräftigung in dem mit ziemlicher Bestimmt­heit angekündigten Besuche des Königs Humbert bei den beiden Monar­chen von Oesterreich-Ungarn und Deutschland erfahren. Damit wäre denn innerhalb des italienischen Kabinets eine Strömung zum Durchbruch gelangt, als deren Vertreter man den Minister des Aeußern, Herrn Mancini, betrachtet und die bislang vergebens mit einer mächtigeren, von dem Konseilpräsidenten Dcpretis geförderten entgegengesetzten poli­tischen Richtung, der Politik der sog. „freien Hand", rang. Nach den beinahe einstimmigen Aeußerungen der hervorragendsten italienischen Blätter, welche auf Seiten der Regierung stehen, wird diese neueste Wendung in der italienischen Politik des Beifalles des überwiegenden Theiles der öffentlichen Meinung, die bis jetzt ohne Erfolg für einen Anschluß an das deutsch-österreichische Einvernehmen plaidirte, gewiß sein können, da man nachgerade wohl eingcsehen hat, daß die bisherige ängst­liche Rücksichtnahme auf den französischen Nachbar nur üblen Dank ein­gebracht hat. Es versteht sich von selbst, daß mit dem Eintritte dieser für uns Deutsche jedenfalls erfreulichen Veränderung in der bisherigen Haltung der italienischen Politik auch die Preisgebung der sogenannten Jrredenla-Agitation, welche ihre Gelüste auf das Trentino-Gebiet richtet, sowie auch ein Verzicht auf alle nach der dalmatinischen Küste sich rich­tenden Aspirationen verbunden sein muß, wenn anders das Einvernehmen ein dauerndes und aufrichtiges werden soll. Daß der in allen Künsten des diplomatischen Koulissenspieles erfahrene und grau gewordene Kon­seilpräsident Depretis, dessen Herzensneigungen nach Frankreich hin gra- vitiren, sich nur ungern und durch die drängenden Einflüsse der vom Könige unterstützten öffentlichen Meinung dazu entschlossen hat, einen

Schritt zu thun, der von Frankreich nicht gerade mit Freude und Ge­nugthuung wird hingenommen werden, kann den politischen Werth und die Bedeutung dieses hochwichtigen Vorganges nicht vermindern. Wir erblicken in demselben eine dankenswerthe Verstärkung derjenigen Garan­tien, welche bereits in dem deutsch-österreichischen Bündnisse für die Er­haltung des Weltfriedens geboten sind, und wollen nur den einen Wunsch dabei aussprechen, daß es der Kunst unserer Diplomatie gelingen möge, die französischen Staatsmänner von der für sie durchaus ungefähr­lichen Tendenz dieser Erweiterung der deutsch-österreichischen „Entente" zu überzeugen und etwaigen chauvinistischen Regungen entgegen zu wirken.

Daß diese augenblicklich von Seiten der deutschen Regierung nicht besorgt werden, beweist wohl am deutlichsten die Urlaubsreise des deut­schen Botschafters Fürsten Hohenlohe, die bis zum Ende dieses Monats dauern wird. Augenscheinlich liegt in derselben zugleich auch das Anerkenntniß ausgesprochen, daß die gegenwärtige Lage des Mini­steriums Ferry noch keineswegs so gefährdet erscheint, wie es nach den Wahlen von manchen Seiten angenommen wurde. Die französische Re­gierung läßt übrigens alle diesbezüglichen Gerüchte nicht nur durch die offiziöse „Agence Havas", sondern auch durch das in intimen Beziehun­gen zum Präsidenten Grevy stehende Blatt „La Paix" widerlegen mit der nachdrücklichen Betonung, daß sie nicht gesonnen sei, den Gelüsten nach einer Revision der Verfassung „ohne Nothwendigkeit" nachzugeben, noch weniger aber eine Ministerkrisis vor dem Zusammentritt der neuen Kammer eintreten zu lassen. Diese bedeutsame Kundgebung, deren Vor­läufer bereits die in ähnlichem Sinne gehaltene Wahlrede des Minister­präsidenten Ferry bildete und die sich direkt gegen Gambetta und dessen Anhänger richtet, wird vorläufig von der opportunistischen Presse mit vornehmer Geringschätzung und der Versicherung hingenommen, daß das Land eine starke Regierung verlange, die Gambetta ihm geben werde, sobald die Krise zur Entscheidung gelange. Bis zum Zusammentritt der neuen Kammer wird dieselbe jedenfalls latent bleiben. — Inzwischen fährt Gambetta fort, mit den Massen Fühlung zu suchen. So hat er neuerdings wieder in einem Zirkus vor mehr als 6000 Personen, die zusammengekommen waren, um einen Vortrag seines Freundes, des Professors Paul Bert, anzuhören, eine seiner pathetischen Reden ge­halten, durch die er eine Kundgebung für Herrn Bert, als den zukünf­tigen Unterrichtsminister, provozirte.

— Zur Bischofsfrage ist thatsächlich zu erwähnen, daß die Diö- cesen Kulm, Ermland und Hildesheim gegenwärtig durch Bischöfe besetzt sind, daß von den vier durch den Tod der Bischöfe erledigten Diöcefen Paderborn und Osnabrück Bisthumsverweser, Trier jetzt in Dr. Korum einen Bischof erhalten und Fulda wegen nur eines vorhandenen Dom- capitulars die Bischofswahl nicht vorzunehmen in der Lage ist; es ver­lautet jedoch, daß der Papst eine Persönlichkeit hierfür nominirt hat, welche hier acceptirt worden ist. Im Auslande leben die durch Urtheil des kirchlichen Gerichtshofes abgesetzten Bischöfe von Posen-Gnesen, Köln, Breslau und Münster, die Herren Graf Ledochowski, Melchers, Dr. Förster und Dr. Brinkmann. (K. Z.)

— Kiel, 3. Septbr. Das Uebungsgeschwader ist heute von Eckernförde hierher eingekommen, geht morgen nach Danzig und kehrt am 10. hierher zurück.

— In Naumburg gebrauchte ein junger verheiratheter städti­scher Beamter von 30 Jahren, welcher an einem Bandwurme litt, eines der vielfach empfohlenen Mittel gegen Bandwurm, das auch den er- wünschten Erfolg hatte. Unglücklicherweise unterließ er es, die für die Nachkur vorgeschriebenen Maßregeln zu beobachten und — am Abend noch frisch, war er am Morgen todt.

— Nachdem in Frankreich seit Anfang dieses Jahres ein Verbot aller Nahrungsmittel, welche einen Zusatz von Salicylsäure enthalten, erlassen worden, ist das Verbot nach einer amtlich hierher gelangten Meldung vom 1. September an auch auf bisher freigebliebene Biere ausgedehnt worden, bei deren Herstellung Salicylsäure verwandt wird. Die letztere Anordnung wird mit besonderer Strenge gehandhabt. (K. Z.)

— Rom, 3. Sept. Durch ministerielle Verfügung werden zum 1.

Oktober 20 000 Mann der zweiten Kategorie des Jahrganges 18 60 zu der gewöhnlichen dreimonatlichen Dienstleistung einberufen.