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Betriebes der Berliner Stadteisenbahn an die Königliche Eisenbahndirek­tion zu Berlin und Errichtung eines neuen von der letzteren ressortiren- den Eisenbahnbetriebsamtes zu Berlin.

— Die Nr. 177 des „Reichs- und Staats-Anzeigers" vom 1. August d. I. enthielt eine Notiz über die im künftigen Jahre in Buenos- Aires zu verunstaltende Industrie-Ausstellung. Neuerer amtlicher Nach, richt zufolge soll der südamerikanische Charakter der Ausstellung derge­stalt gewahrt werden, daß aus nicht süd-amerikanischen Ländern nur Maschinen aller Art und Racethiere zugelassen werden. Kunstgegenstände können nur als Ausschmückung des Ausstellungsgebäudes, nicht aber auch zur Bewerbung um Prämien und Anerkennungen zugelassen werden, während alle übrigen nicht aus süd-amerikanischen Ländern stammenden Industrie-Erzeugnisse gänzlich ausgeschlossen sind. Da von verschiedenen Blättern abweichende Mittheilungen gebracht worden sind, so werden die Interessenten auf die vorstehend bezeichneten Zulassungsbedingungen be­sonders aufmerksam gemacht.

— Der Königlich großbritannische Botschafter am Berliner Aller­höchsten Hofe, Lord Ampthill, ist vom Urlaube nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der Botschaft wieder übernommen.

— Der Königlich bayerische Gesandte am Berliner Allerhöchsten Hofe, Graf von Lerchenfeld-Köfering, hat einen ihm von seiner Regie­rung bewilligten Urlaub angetreten. Während seiner Abwesenheit von Berlin fungirt als interimistischer Geschäftsträger der Legations-Sekre­tär Freiherr von Podewils.

— Mit Wärme tritt die „N. Pr. Ztg." für eine Feier des 2. September ein, wobei sie hervorhebt, „daß namentlich auch die Kirche es durchaus nicht von der Hand weisen soll, den Tag, der nun einmal in den Gedanken des Volkes als das eigentliche Centrum des großen Krieges und Sieges gilt, auch irgendwie festlich zu begehen." Nachdem sie die nahe liegenden Gründe für die Feier des Tages angeführt, be­merkt sie zum Schluß:

„Der Tag sollte auch um des nachkommenden Geschlechtes willen gefeiert werden. Unsere Zeit ist eine raschlebende; wie weit liegt der 2. September 1870 mit seinem Siegesjubel schon hinter uns! Wer jene Zeit und besonders jenen Tag mit erlebt hat, wird denselben freilich fo fchnell nicht vergesfen. Aber die Jugend, die ihn noch nicht voll miter­lebt hat, die nicht mit uns gejubelt hat an jenem denkwürdigen 2. Sep­tember, muß durch die Feier des Tages ermuntert werden, daß sie den Vätern nachstrebe, daß sie vertheidige, was jene gewonnen haben im ernsten, blutigen Streite. Nichts ist erbärmlicher, als wenn die Ju­gend, in blasirtem Kosmopolitismus befangen, nur in persönlichem Be­hagen dahinlebt. Eine kräftige Mahnung zum rechten Patriotismus, zur begeisterten Hingabe an das Vaterland, zur freudigen Willigkeit, für dasselbe einzutreten mit vollem Herzen, ist sehr heilsam, und zu solcher Mahnung bietet dieser Tag die beste Gelegenheit. Darum sei er uns ein patriotischer Festtag, ein Tag des Dankes und der Erhebung, ein Tag der Mahnung und Erinnerung. Wo es irgend möglich ist, lasse man den Tag nicht ohne ernste Feier vorübergehen; es liegt ein Segen darin."

— In Bochum hat das gräßliche Münchener Fastnachts-Unglück sein Gegenstück gefunden. Ein junger Fabrikarbeiter hatte sich aus Ulk eine Hanfperrücke gemacht, ein anderer Arbeiter hielt ihm aus Ulk ein Licht daran und nun liegt der junge Mann mit schwer verbranntem Kopf und Händen in Lebensgefahr im katholischen Krankenhause.

— Von der Jagst. Seit einigen Tagen gehen von den Sta­tionen Ellwangen, Jagstzell, Crailsheim, Satteldorf, Hessenthal, Gails- dorf und Backnang Wagenladungen a 90—100 Ctr. belastest mit Heu nach Metz, Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe, Rastatt für die Zwecke von Privaten wie für Militär ab. Bis jetzt sind schon über 100 Wa­gen verfrachtet worden und beim Einkauf per Centner 2 M. 30—40 Pf. franko Bahnhof bezahlt.

— Die britische Admiralität hat bei den Schiffsbauern John Elder u. Co. am Clyde drei Korvetten für den Dienst der englischen Marine bestellt.

— St. Petersburg, 31. August. Der „Regierungsbote" mel­det: Der Minister des Kaiserlichen Hauses, Graf Adlerberg II., ist aus Gesundheitsrücksichten seines Postens enthoben worden, und an seine Stelle ist Graf Woronzoff-Daschoff getreten. Der Gouverneur von Archangel, Staatsrath Koniar, hat den Gouverneurposten in Bessarabien erhalten; Fürst Schahowskoy ist zum Gouverneur von Tschernigow er­nannt worden.

— Konstantinopel, 31. August. Nach einer hier eingegange- Konsulatsdepesche sind die wegen der Ermordung des Sultans Abdul Aziz Verurteilten am 9. d. M. in Djedda eingetroffen und zu Pferde durch die Stadt gezogen; die Truppen bildeten Spalier. Die Verur- theckten übernachteten bei dem Stellvertreter des Großscherifs in Mekka und setzten am 10. d. ihre Reise nach Taif fort.

Was hington, 31. August. Das von Blaine heute versandte ®aSjBeftnben Garfield's halte sich, wenn auch keine Ä zS^ ’“' ™?« AU W-»dmg her

® ^e- Der Puls ist eher etwas höher, zwischen 110—114, der

Geist vollkommen frei; der Patient selbst fühle sich etwas besser, Das Fieber lasse nach, die Drüsengeschwulst nehme stetig ab. (Fr. Z.)

Lokales.

H an au, den 1. September.

— Indem wir bezüglich des Programms für die Nationalfeier des 2. September nochmals auf die im Jnseratentheil unserer heutigen Num­mer erlassene Bekanntmachung des Comites verweisen, bemerken wir auch an dieser Stelle, daß der um 10 Uhr beginnende Festgottesdienst dies­mal in der niederländischen Kirche stattfindet. Wiegestern schon bemerkt war sind die städtischen Bureau's von 9Vs Uhr ab geschlossen; der Verkehr auf dem kaiserl. Postamte ist von 9 bis 11 Uhr Vormit­tags und von 1 bis 3 Uhr Nachmittags ausgesetzt und wie wir hören findet auch auf dem Hauptsteueramte der Dienst nur in beschänkter Weise

— Durch das bereitwillige Entgegenkommen des Herrn Regiments« Commandeurs Freiherrn am Ende ist es ermöglicht worden, daß die Kapelle des 97. Infanterie-Regiments den musikalischen Theil für die morgige Nationalfeier übernimmt.

— Auf der Weltausstellung zu Melbourne hat, wie wir aus dem „R. u. St.-A." ersehen, auch die hiesige Firma E. G. Zimmermann für ausgestellte Bronzen einen Ehrenpreis erhalten.

— Von heute ab haben die neuen Wechselstempelmarken zur Ver­wendung zu kommen.

— (Berichtigung.) Der in unserer gestrigen Nummer erwähnte Graveur Andreas Gothmann, dem der Weishaupt'sche Mk. 120 Preis zuerkannt wurde, befindet sich im Geschäfte der Herren Baumgardt & Killmer (Chr. Lautenschläger Nachfolger) und nicht Braungardt L Hil- mer, wie irrthümlich erwähnt war.

— Zwei Aecker des Herrn Pachter Reinhardt (v. Rößler'sches Gut) zu Bruchköbel sind mit Tabak bepflanzt und ist der Stand dessel­ben ein ganz vorzüglicher. Schon voriges J«hr lieferte auf demselben Gute die Tabakserndte einen sehr guten Ertrag (per Morgen 12 Ctr.), ein Zeichen, daß sich die Gegend um Bruchköbel zur Tabakszucht recht gut eignet. Daß die Zucht aber auch eine ganz Vortheilhafte ist, erhellt aus der für den Tabak erlösten Summe: der Centner wurde mit Mk. 38 bezahlt, so daß abzüglich der Steuer sich ein Bruttoertrag von etwa 400 Mk. pro Morgen ergab.

— Nach einem Nachtrag der statistischen Bureaus in Berlin zu dem Messen- und Jahrmarkts-Verzeichnis pro 1882 ist in Salmünster (Kreis Schlüchtern) neuerdings Vieh markt und zwar: am 4. April, 16. Mai, 26. Juli, 15. August, 19. September und 24. Oktober.

Sodann ist im Amtlichen Kalender für die Grafschaft Hanau auf das Jahr 1882 bei Ziegen ha in am 18. Oktober K.- V. - F o h l e n- statt Kram-Markt zu lesen.

— Der Herr Oberpräsident Graf Eulenburg macht im „Amtsblatt" folgendes bekannt: „Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Medizinal-Assesfor Dr. Kind zu Wiesbaden durch Erlaß des Herrn Ministers für Handel und Gewerbe zum kommissarischen Gewerbe­rathe für den ganzen Umfang der Provinz Hessen-Naffau ernannt wor­den ist."

— Kaff el, 29. August. Im Hinblick auf die im Herbste statt- findenden Reichstagswahlen macht der königl. Landrath die Herren Orts­vorstände des Landkreises Kassel darauf aufmerksam, daß die öffentliche Anschlagung von Plakaten nur dann gestattet ist, wenn letztere Ankündi­gungen über gesetzlich nicht verbotene Versammlungen, über öffentliche Vergnügungen, über gestohlene oder gefundene Sachen, über Verkäufe oder andere Nachrichten für den gewerblichen Verkehr enthalten. Hier­nach sind Wahlaufrufe, wie sie früher wohl öffentlich angeschlagen wur­den, welche neben der Aufforderung den von der betreffenden Partei vorgeschlagenen Candidaten zu wählen noch eine Kritik des Gegenkandi­daten bezw. eine Beurtheilung des Verhaltens der Partei, welcher dieser angehört, enthalten, von der öffentlichen Anheftung ausgeschlossen. Die Ortsvorstände des Landkreises Kassel sollen auf's Nachdrücklichste darauf achten, daß derartige öffentliche Anschlagungen nicht stattfinden. Etwaige Contraventionen sind sofort zur Anzeige zu bringen. (C. Tpst.)

— Kassel, 31. August. Montag, 5. September d. I., Vormit­tags 11 Uhr, tritt der ständische Verwaitungs - Ausschuß zusammen. — Bei dem in voriger Woche beendeten Abiturienten-Examen am hiesigen Gymnasium erhielten, nach der „H. M.", vierzehn Abiturienten das Zeugniß der Reife.

— Der Herr Oberbürgermeister zu Kassel veröffentlicht folgendes Programm zur nationalen Sedanfeier am 2. September er. : „1) Cho- ralmusik vom St. Martinsthurm früh 7 Uhr. 2) Einläuten der Na­tionalfeier mit allen Glocken früh 8 Uhr. 3) Festgottesdienst in den Kirchen (für die evangelischen Konsessionen in der St. Martinskirche) Vormittags von 9 bis 10 Uhr. 4) Vormittags Gedächtnißfeier in allen Schulanstalten. 5) Nachmittags-Ausflüge der Schulkinder, unter Leitung der Lehrer-Kollegien in die Umgegend. 6) Frei-Conzert Nachmittags von 3 bis 6 Uhr auf dem Eissengarthen'schen Felsenkeller. — Die städti­schen Bureaus sind am 2. September geschlossen. Es wird gebeten, zu