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V Karl 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten «it dem betreffen« ♦en Postauvchlag. Die einzelne Nummer 10 Pfg.
Ijnimutr Ammer.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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30 Pfg.
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Montag den 29» August
1881.
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Amtliches«
Um denjenigen Jmpspflichtigen, sowohl einjährigen als zwölfjährigen, welche wegen Krankheit, zeitweiliger Ortsabwesenheit oder aus sonst einem Grunde an der Vornahme der Impfung verhindert worden sind, noch in diesem Jahre Gelegenheit zur Nachholung der Impfung zu geben, wird ein Nachimpfungs-Termin
auf künftigen Mittwoch, den 31. d. M., Nachmittags 3 Uhr, in das hiesige Rathhaus anberaumt.
Die entsprechende Revision findet in demselben Lokale
Mittwoch, den 7. September, Nachmittags 3 Uhr, Statt.
Hanau am 26. August 1881.
Der Landrath.
Gefunden: Eine Brille. Ein Rasiermesser. Ein Paar graue Damenhandschuhe. Ein Zollstock. Zwei Notenbücher (Baß I und II). Zwei Zehn-Pfennig-Marken. Eine Hutfeder.
Hanau am 29. August 1881.
Aus Königl. Laudrathsamt.
TsgesschKN.
— Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reiches den bisherigen General-Konsul in Sofia, Legationsrath von Thielau, zum General-Konsul in Budapest und an Stelle desselben den bisherigen zweiten Sekretär bei der Botschaft in Konstantinopel, von Braunschweig, zum General-Konsul in Sofia zu ernennen geruht.
— Berlin, 27. August. Seitens der Regierungsbehörden ist der Polizei zur Nachachtung in Erinnerung gebracht worden, streng darauf zu halten, daß Inserate über nicht genehmigte Lotterieen sowie Prospekte u. s. w. über letztere nicht in die Zeitungen kommen. Gegenüber solchen Ankündigungen sei der Thatbestand strafbarer Beihülfe zu verbotenen Handlungen festgestellt und müsse in jedem derartigen Falle sofort das strasgerichtliche Verfahren nach Maßgabe des §. 20 des Reichspreßgesetzes bei der zuständigen Staatsanwaltschaft sofort herbei- gesührt werden. (K. Z.)
— Die Dtsche. Ztg. in Wien, welche von jeher in deutschem Sinne unsere heimischen Angelegenheiten verfolgt, ruft unsern Liberalen zu: keinen Fehler mehr zu begehen. Sie schreibt: Fürst Bismarck log nicht, als er seine Absicht aussprach, Oestreich aus Deutschland zu verdrängen und ein auf dem allgemeinen direkten Wahlrecht basirendes deutsches Parlament zu schaffen; er log nicht, als er ankündigte, er werde mit der römischen Kurie einen verzweifelten Kampf beginnen; es war sein voller Ernst, als er den Schutz der deutschen Industrie auf seine Fahne schrieb, und es ist auch kein Wahlmanöver, wenn er die Errichtung von staatlichen Versorgung?- und Krankenkassen für Arbeiter verspricht. Er ist eine ernste Natur, welche den Dingen, die er durch- zusetzen bemüht ist, ein eifriges Studium widmet, und uns Allen sind noch die großen, kenntnißreichen Reden in Erinnerung, welche er über die Details des deutschen Zolltarifs gehalten., Es war ein verhängmß- voller Fehler der liberalen Partei, als sie, seine deutsche Politik in den Jahren 1863 bis 1866 unterschätzend, mit höhnischem Nasenrümpfen den Kampf gegen Dänemark verfolgte. Damals umfaßte der Liberalismus noch fast alle denkenden Köpfe unter den Deutschen, und damals durste sich diese Partei einen Irrthum erlauben, ohne zerschmettert zu werden. Heute aber ist sie zerbröckelt und zusammengeschmolzen und deßhalb müssen wir unsern Freunden in Deutschland zurufen: Der Liberalismus darf keinen Fehler mehr begehen! Zu dieser Warnung werden wir insbesondere durch die Artikel in den fortschrittlichen deutschen Blättern bestimmt. Erst gestern wollte die Voss. Ztg. haarklein beweisen, daß der Plan, Arbeiter- und Krankenkassen mit Staatsgeldern zu errichten, den Arbeitern absolut keinen Vortheil bringe. Die Bornirtheit dieser Anschauung wird nur übertroffen durch den naiven Glauben, als ob irgend ein Arbeiter solch' verzwickten Argumentationen Glauben schenken werde. Um den Besitz der Staatsgewalt (so lehrt Lorenz Stein) käm- pfen die einzelnen Gesellschaftsklassen, und die reichste und bestorganisirte bemäch!''! sich des Staates, um ihn auszubeuten für ihre Zwecke.
Allein immer wieder ringt die Staatsidee, welche den Ausgleich der Gegensätze zwischen den Gesellschaftsklassen zum Zwecke hat, durch das egoistische Treiben derselben nach Geltung; edle Geister weihen sich dem Dienste der ausgleichenden Gerechtigkeit; Poesie und Literatur erheben die Gemüther zu höherer, selbstloser Auffassung des Staates, und es gelingt den Völkern mitunter, die sozialen Krisen durch einen weisen Ausgleich zu überwinden. Die deutschen Monarchen des vorigen Jahrhunderts, Maria Theresia, Friedrich Wilhelm I., dieser vielgeschmähte preußische König, Josef II. nahmen sich des Bauers gegen den-Edelmann an und ersparten dadurch ihrem Volke die Schrecken einer Revolution, wie sie Frankreich im Jahre 1789 erlebte. Die Nordd. Allg. Ztg. schreibt dem preußischen Königthum die Mission zu, der Idee der sozialen Gerechtigkeit auch in dem Verhältniß zwischen Kapital und Arbeit Geltung zu verschaffen. Ein großer Gedanke, fürwahr! Ihn auch nur gefaßt zu haben, adelt die Träger der Krone, adelt ihren Rathgeber. Ob die That auch dem Vorsatz entsprechen wird? Die Freunde des deutschen Reiches harren mit klopfendem Herzen des Fortganges der beginnenden Reform.
— Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878. Nach dem „R.- u. St.-A." Nr. 200 wurde unterm 26. August verboten: das im Druck und Verlag zu Hottingeu-Zürich erschienene Flugblatt mit der Ueberschrist: „An die Wähler des 4. Berliner Reichstagswahlkreises ! Arbeiter, Bürger!" und der Unterschrift: „Die Berliner Sozialdemokraten".
— Der Vertreter der deutschen Gläubiger in der Türkei, der sich von Berlin nach Konstantinopel begeben wird, ist der Justizrath Primker. Derselbe befindet sich augenblicklich in Wiesbaden, wo er mit dem daselbst verweilenden bisherigen Botschafter in Koustantinopel, Grafen v. Hatzfeldt, sich beräth.
— Aus dem Großherzogthu m Mecklenburg, 25. Aug. In den größeren Städten Mecklenburgs, wie Rostock, Schwerin/ Wis- mar, Güstrow u. s. w., ist jetzt durchweg beschlossen, das Sedanfest auch in diesem Jahre wieder zu feiern, und überall sind genügende Beiträge aus den städtischen Kassen zu diesem Zwecke bewilligt worden. Voraussichtlich werden alle übrigen kleineren Städte in den beiden Groß- Herzogthümern diesem Beispiele folgen. Es ist übrigens durchweg der Beschluß gefaßt, die Feier gegen frühere Jahre bedeutend zu vereinfachen und auch auf einen Tag zu beschränken. (K. Z.)
— Prag, 25. August. In der heutigen außerordentlichen Stadtrathssitzung beschuldigte der Intendant des Nationaltheaters, Dr. Skarda, direkt die Präger Feuerwehr und deren gewesenen Commandanten Lämmer, einen Deutschen, der seither pensionirt worden, sie hätten durch ihr verspätetes Erscheinen auf dem Brandplatze verschuldet, daß die Katastrophe so kolossale Dimensionen angenommen habe.
— London, 27. August. Die Ausweisung Krapotkins aus der Schweiz veranlaßt den Standard zu der Bemerkung, daß, nachdem die Schweiz ein lobenswerthes Beispiel gegeben habe, wohl alle Staaten, selbst Amerika, zu einer Durchsicht der Auslieferungsverträge bereit sein würden, damit die Meuchelmörder und Anwender von Explosionsstoffen auf die schwarze Liste gesetzt würden.
— St. Petersburg, 27. August. Der „Regierungsbote" veröffentlicht einen Kaiserlichen Ukas an den Senat, durch welchen der Posten des St. Petersburger Stadthauptmanns aufgehoben wird. Die Befugnisse des Stadthauptmanus gehen theils auf den Ober-Polizeimeister, theils auf den Gouverneur über.
■— N ew-Iork, 26. Aug. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Donau" ist hier eingetroffen.
Spezialtelegramme des „Deutschen Mo ntags-Blatt."
— Wien, 28. August, 1 Uhr 25 Min. Mittags. Die hochoffiziöse Wiener „Montagsrevue" bespricht den immerhin möglichen Besuch des italienischen Königs in sympathischer Weise und sagt, daß das innige Verhältniß Deutschlands mit Italien schon, durch wiederholte Besuche des deutschen Kronprinzen bekannt sei. Wenn eine neuerliche persönliche Begegnung mit dem österreichischen Kaiser stattfinden sollte, habe dies keineswegs eine Bedrohung irgend Jemandes in Europa zu bedeuten, son