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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Freitag den 26. August

Nr. 198.

Amtliches.

Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgesehes vom 21. Oktober 1878.

Auf Grund des §. 12 des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878 gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie machen wir bekannt, daß gemäß §. 11 des genannten Gesetzes das in der Ver- einsdruckerer Hottingen-Zürich gedruckte Flugblatt mit der Ueber- schrift:Arbeiter! Handwerker! Bürger! Männer des Wupperthals!" und mit der UnterschriftDie Arbeiterpartei" heute von uns verboten worden ist.

Düsseldorf den 17. August 1881.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern. ________________________________Büsgen._______________________________

Versteigerung

Montag den 29. ds. Mts, von Nachmittags 2 Uhr ab, sollen im landräthlichen Bureau dahier nachfolgende Gegenstände, als: Regen- und Sonnenschirme, Taschentücher, Knabenmützen, einige Kleidungsstücke, eine Laterne, Spazierstöcke, Schulbücher und mehrere andere Sachen rc. gegen gleich baare Zahlung meistbietend verkauft werden.

Hanau am 24. August 1881.

Der gegen den Schreiner Georg Kohlhepp, geboren zu Schwar­zenfels, unterm 12. ds. Mts. erlassene Steckbrief wird als erledigt zurückgezogen.

Hanau am 22. August 1881.

Der Ackermnnn Johann Friedrich Dükhardt I. aus Langendie- bach hat um Paß für sich und seine Familie nach Amerika nachgesucht.

Hanau am 23. August 1881.

__________________________Der Landrath.__________________________

Tagesscha«.

Berlin, 25. August. Nach dem übereinstimmenden Urtheil der Leibärzte Sr. Majestät des Kaisers soll der Aufenthalt in Babels­berg einen ungünstigen Einfluß auf das Befinden des greisen Monarchen ausüben. Es ist daher die Verlegung der Residenz nach Berlin be­schlossene Sache und es wird dieselbe wegen der ungünstigen Witterung wohl schon übermorgen erfolgen. Die Privatnachrichten über fortschrei­tende Besserung in dem Befinden der Kaiserin lauten so erfreulich, daß man eine Uebersiedelung der hohen Frau nach Baden-Baden in der nächsten Zeit schon für wahrscheinlich hält. Die Kronprinzessin trifft am 10. k. M. mit ihren Kindern aus England ein und begibt sich bereits am Tage darauf nach Jtzehoe, um bei der Verhinderung Ihrer Majestät der Kaiserin deren Vertretung zu übernehmen, bezw. am Hoflager des Kaisers während der Manöver die Honneurs zu machen. (K. Z.)

Berlin, 25. August. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz traf, von England kommend, am 23. d. M. zum Besuch bei Sr. Majestät dem König der Belgier in Brüssel ein und setzte am 24. die Weiterreise nach Köln fort, wo Se. Kaiserliche Hoheit am Abend ankam und im Hotel du Nord übernachtete. Heute Vormittags 11 U^r traf Höchstderselbe zum Besuch bei Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin in Coblenz ein. Se. Kaiserliche Hoheit kehrt zur Nacht nach Köln zurück und begibt Sich morgen früh nach Aachen znm Besuch Ih­rer Majestät der Königin der Belgier. Nachdem in Aachen die Be­sichtigung des 5. Westfälischen Infanterie-Regiments Nr. 53 sowie ein Besuch des Polytechnikums und des Domes stattgefunden, gedenkt Se. Kaiserliche Hoheit am Nachmittage die Jagdausstellung in Eleve in Au^ genschein zu nehmen und zur Nacht nach Köln zurückzukehren. Am Sonnabend früh erfolgt sodann über Frankfurt a. M. und Darmstadt die Weiterreise nach Augsburg zu den Truppenbesichtigungen.

Berlin, 24. August. Bekanntlich erlischt die Gültigkeit des nrchenpolitischen Gesetzes vom Juli vorigen Jahres mit dem 31. De- Sember d. J.; es ist schon deshalb nicht wahrscheinlich, daß man den Landtag erst im Januar k. I. oder noch später berufen werde. Es ist 1 richtig, daß es im Plane lag, den Landtag zu einer möglichst kurzen Sespon bereits Anfangs Oktober zu berufen und auch den Reichstag

1881.

selbst auf die Gefahr eines längeren Zusammenarbeitens mit ersterem noch in diesem Jahre zusammentreten zu lassen. Diese Absichten sind indessen seit Monaten bereits als unausführbar aufgegeben worden und den Mitgliedern des Bundesraths war schon bei dem Schlüsse der Ses­sion bekannt, daß es mit den Berufungsterminen für die nächste Session mindestens sein Bewenden behalten würde. In den Tagen vom 26. September bis 15. Oktober d. I. findet hier in Berlin der Operations­kursus für Stabsärzte von der ganzen Armee statt, welche sich zur Oberstabsarztprüfung melden wollen. Ueber die letztere ist jüngst von der Militär-Medicinal-Abtheilung des Kriegsministeriums ein genaues Reglement erlassen worden. Diese Operationskurse, welche seit etwa acht Jahren alljährlich um dieselbe Zeit stattfinden, haben sich ganz besonders bewährt.

Die heutige Nat.-Ztg. meldet:Wie wir vernehmen, hat ein angesehener und in allen financiellen Fragen besonders erfahrener Ber­liner Rechtsanwalt die zeitweise Aufgabe übernommen, sich als Vertreter der deutschen Gläubiger der Türkei nach Konstantinopel zu begeben, um gemeinschaftlich mit den französischen und englischen Bevollmächtigten, den Herren Valfrey und Bourke, die Unterhandlungen mit der türkischen Regierung zu führen."

Straßburg, 24. August. Heute empfing der zum Coad- jutor des Bischofs Raeß ernannte Dr. Stumpf im Münster durch den Bischof Mermillod die feierliche Weihe.

Krefeld. (Lehranstalt für Textil-Jndustrie.) Aus der seit 26 Jahren bestehenden höheren Webeschule ist eine königliche höhere Lehranstalt für Textil-Jndustrie herausgebildet, welche Werkmeister, Musterzeichner und Fabrikanten herausbilden soll. Der Bau des großen Anstaltsgebäudes ist begonnen und soll in zwei Jahren vollendet werden. Die Stadt Krefeld hat den Bauplatz und einen Theil der Kosten beizu- tragen übernommen.

Schneverdingen. Seit ungefähr 14 Tagen sind in den eine Stunde von hier entfernten, an der Harburg-Celler Straße belege- nen Ortschaften Barrl und Wintermoor Spuren von Petroleum ent­deckt, in Folge dessen im Laufe der letzten Woche Herren aus Bremen die Sache untersucht haben und einige Grundbesitzer die Berechtigung zur Gewinnung von Petroleum auf einer Fläche von 34000 Morgen erworben haben. Die Bohrungen sollen schon im September d. I. be­ginnen.

Wien, 24. August. Wie die Polit. Corr. erfährt, richtete König Humbert am 18. d., dem Geburtstage des Kaises Franz Joseph, von Monza aus ein überaus herzliches Glückwunschtelegramm an den­selben, welches sofort in eben so herzlicher Weise beantwortet wurde. Die Möglichkeit eines Besuches des Königs von Italien besprechend, sagt die Polit. Corr., daß keinerlei officiöse oder vertrauliche Anfragen oder Unterhandlungen hierüber stattgefunden hätten. Der Besuch des Königs könne deshalb nur als eine voraussichtliche Möglichkeit, keines­falls aber als feststehende Thatsache angenommen werden.

Bozen, 21. August. Heute um 4 Uhr 16 Minuten kam die erste, reichverzierte Lokomotive in Meran an und wurde dort von einer großen Menschenmenge, den Honoratioren, den Spitzen der geistlichen und weltlichen Behörden rc. empfangen. Dieselbe war mit einem Wag­gon erster Klasse um 2 Uhr 35 Minuten von Bozen abgefahren und brauchte nicht ganz anderthalb Stunden. Abends erfolgte die Rückfahrt nach Bozen, wo der Zug um halb 9 Uhr ohne den geringsten Zwischen- sall ankam.

Die Wahlen in Frankreich haben, soweit sich das Re­sultat heute übersehen läßt, zu einer Stärkung der gemäßigten republi­kanischen Richtung, zu einer Niederlage der Parteien der Rechten, wie der Jntransigenten geführt. Die Frage, auf die man mit besonderer Spannung die Antwort erwartete, ob nämlich Gambetta in seinem alten Wahlkreise Belleville wieder durchdringen werde, ist zu seinen Gunsten entschieden worden. Aber freilich ist der Sieg nur mit so geringer Stimmenmehrheit erfochten worden, daß man ihn mit Recht als Pyrr­hussieg bezeichnen kann. Die Republik ist gekräftigt aus diesen Wahlen hervorgegangen, die Person Gambettas aber hat unverkennbar einen empfindlichen Stoß erlitten, und in Frankreich pflegt es rasch bergab