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Nr. 194.
Hmmm An^riyr
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Korrespondenz.
Montag den 22. August
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Die Ifpaltte« ] Barmondzeise ^» deren R-n»
10 Psg.
Die Lspalt. ZMe 20 Pfg.
DieZsp-lttgeK» SO Pfg.
1881.
Amtliches.
Aus den in Gewerbesteuer-Prozeßsachen eingereichten Akten ist ersehen, daß häufig GewerbesteuerContraventionen zur Untersuchung gelangen, welche von den Betheiligten vermieden worden wären, wenn die mit der Gewerbesteuer-Verwaltung beauftragten, insbesondere die Lokal- Polizei- und Communal-Behörden den bestehenden Vorschriften gemäß davon ausgingen, daß es ebenso sehr in ihrer Verpflichtung liege den Uebertretungen der Steuergesetze vorzubeugen, als sie zur Entdeckung und Bestrafung zu bringen, und wenn demgemäß die Gelegenheiten, welche ihnen zur Verhütung derartiger Contraventionen die Ertheilung polizeilicher Conzessionen, die Anmeldung der Gewerbsgehülfen, die Aufnahme des Personenstandes bei der Klassensteuerveranlagung, die Aufforderung zur rechtzeitigen Nachsuchung der Gewerbescheine und dergleichen mehr bietet, benutzt würden, die Gewerbetreibenden auf die gesetzlichen Erfordernisse für den Beginn eines stehenden Gewerbes der des Gewerbebetriebes im Umherziehen (die Nothwendigkeit der Anmeldung des Gewerbes, die vorherige Lösung eines Gewerbe-Legitimationsscheines) aufmerksam zu machen.
Ich sehe mich daher veranlaßt, die genauste Beachtung des mit Bezug hierauf ergangenen Ministerial-Erlasses vom 24. Februar 1843 (Winiker S. 366, Nr. 919b) in Erinnerung zu bringen.
Der vorgenannte Ministerial-Erlaß kann auf Erfordern den Herrn Ortsvorständen besonders zugestellt werden.
Hanau am 12. August 1881.
Der 12^4 Jahre alte Martin Kilian aus Hanau hat sich am 19. v. Mts. aus seinem elterlichen Hause entfernt und wird sich, wie er solches schon mehr gethan hat, bettelnd in der Welt umhertreiben. — Derselbe ist dem Alter entsprechend groß, hat dunkeles Haar, rundes Gesicht und graue Augen. Bekleidet ist er mit grünem Rock, schwarzer Hose und schwarzem Filzhut. — Es wird ersucht auf den rc. Kilian zu fahnden und im Betretungsfalle Nachricht hierher zu geben.
Hanau am 18. August 1881.
Der Landrath.
Verloren: Ein großer weißer Manschettenknopf. Ein goldener Ohrring mit weißem Stein; dem Wiederbringer eine Belohnung.
Gefunden: Eine Tasche, enthaltend Portemonnaie mit3 Schlüssel.
Hanau am 22. August 1881.
Aus Königl. Landrathsamt.
Bekanntmachung.
Beitritt der Britischen Inseln Barbados und St. Vincent zum Weltpostverein.
Zum 1. September treten die Britisch-Westindischen Inseln Barbados und St. Vincent dem Weltpostverein bei. Von diesem Zeitpunkte ab kommen mithin für Briefsendungen nach und aus allen Theilen Westindiens die Vereinsportosätze in Anwendung, nämlich: 20 Pfennig für frankirte Briefe, 40 Pfennig für unsrankirte Briefe; 10 Pfennig für Postkarten; 5 Pfennig für je 50 Gramm Drucksachen, Geschäftspapiere und Waarenproben, mindestens jedoch 20 Pfennig für Geschäftspapiere und 10 Pfennig für Waarenproben.
Berlin W., 11. August 1881.
Der Staatssekretair des Reichs. Postamts.
Steph an.
Bekanntmachung.
Vom 20. August d. Js. ab erhalten die Personenposten zwischen Bergen bei Hanau und Mainkur und die Botenposten zwischen Fechen- heim und Mainkur folgenden Gang:
A. Per so neuPost B erg en-M ain kur:
I. Post: aus Bergen 455 V. in Mainkur 525 V. aus Maiukur 640 V. in Bergen 725 V.
H. Post: aus Bergen 340 N. in Mainkur 410 N. aus Mainkur 6 N. in Bergen 64ä N.
B. Botenpost F ech enh ei m-Mainkur:
aus Fechenheim 510 V.
aus in
Fechenheim 350 N.
Mainkur 45 N.
in
Mainkur
525 V.
aus
Mainkur
640 V.
aus
Mainkur 6 N.
in
Fechenheim
6S5 V.
in
Fechenheim 615 N.
Hanau,
19. August
1881.
Kaiserliches Postamt.
Lins.
Der gegen die Theresia Modenbach von Rudolfshahn am 8 März 1877 erlassene Steckbrief wird wiederholt erneuert.
Hanau, den 16. August 1881.
Der Erste Staatsanwalt.
Schumann.
Tagesscha«.
— Berlin, 19. August. Zu den Kaisermanövern in Schleswig- Holstein und Hannover ist der Besuch mehrerer deutscher Fürsten am diesseitigen Hofe bereits angemeldet. Es werden die Großherzöge von Sachsen-Weimar, Oldenburg und Mecklenburg-Schwerin denselben beiwohnen. Auch sind weitere Fürstenbesuche noch zu erwarten. Nach den Manövern begibt sich der Kaiser zu Ihrer Majestät der Kaiserin, die alsdann wohl schon in Baden sein wird. Die zunehmende Besserung der hohen Frau gibt der Hoffnung Raum, daß die Uebersiedlung in Kurzem wird erfolgen können. Die Kaiserin wird aber auf den dringenden Rath ihrer Aerzte der Vermählung ihrer Enkelin, der Prinzessin Victoria von Baden, mit dem Kronprinzen von Schweden fern bleiben.
— Das Phantasiegebilde einiger Blätter von einer Annektirung bezw. Umgestaltung der Stadt Hamburg zu einer Reichshauptstadt hat hier nur erheitert. Bezüglich des Reichstagsgebäudes können wir aber doch ernsthaft melden, daß Kaiser und Kronprinz sich von Anfang an mit Entschiedenheit dafür ausgesprochen haben, daß das Reichstagsgebäude auf dem Raczinskischen Grundstück und zwar bald errichtet werde. (K. Z.)
— S. M. S. „Freya", 8 Geschütze, Kommandant Korvetten-Ka- pitän von Lepel Gnitz, ist am 20. August cr. in Aden angekommen.
— Die zu Dortmund tagende Hauptversammlung des Gustav- Adolf-Vereins übersandte dem Kaiser von ihrer Festtafel einen telegraphischen Grgß, zugleich in Theilnahme der Erkrankung Ihrer Majestät gedenkend, worauf fast umgehend an den Vorsitzenden folgendes Telegramm aus Schloß Babelsberg von dem Kaiser einlief: „Empfangen Sie für die Versammlung des Vereins Meinen aufrichtigen Dank für dessen Begrüßung und für das Gedenken der schwergeprüften Kaiserin- Königin, Meiner Gemahlin, die durch Gottes Gnade geneset und so den Lohn Ihrer Gottergebenheit hoffentlich genießen wird. Wilhelm."
— Die Absichten, welche die Reichsregierung mit den dem Reichstage vorgelegten Denkschriften wegen Unterstützung transatlantischer Dampferlinien vorgelegt hat, werden zweifellos weiter verfolgt werden. Man darf sich darauf vorbereiten, eine Reihe von Petitionen und Anträgen in gleichem oder ähnlichem Sinne an die Reichsregierung gelangen zu sehen, welche die Frage dauernd in Fluß erhalten und dafür sorgen werden, daß sie im Reichstage wenigstens zur Debatte gelangt. Es handelt sich hier um die Verwirklichung eines jener Projekte des Reichskanzlers, welche im Vordergründe seines wirthschaftlichen Systems stehen. Auch die Colonisationsfrage wird nicht von der Tagesordnung verschwinden.
— Eine von einem Schiedsmann erlassene Vorladung zu dem in einer Beleidigungssache vom Schiedsmann anberaumten Vergleichstermin bedarf nach einem Erkenntnisse des Reichsgerichts, vom 28. Juni d. I., keiner besonderen Form der Zustellung. Sie kann überall, auch außerhalb der Wohnung des Adressaten, diesem behändigt werden.
— Die Cession einer Hypothekenforderung an einen Kaufmann, als Erfüllung eines handelsgeschäftlichen Abkommens desselben, bedarf nach einem Erkenntnisse des Reichsgerichts, vom 11. Juli b. I., keiner Schriftform, vielmehr genügt zur Uebertragung der Hypothek die Ueberreichung des Hypotheken-Dokuments Seitens des Cedenten an den Ceffionar mit der mündlichen Erklärung, daß er damit dem Ceffionar die Forderung übereigne und die Annahme dieser Erklärung Seitens des Cessionars.