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Nr. 185.
Donnerstag den 11. August
1881.
Amtliches.
Bürgermeister Seib in Erbstadt ist zum Vieh- und Fleischbeschauer für diese Gemeinde bestellt und verpflichtet.
Hanau am 1. August 1881.
Der Landrath.
Die Herren Bürgermeister des Kreises werden zu einigen Besprechungen auf Samstag den 1 3. d. M., Morgens 10'/2 Uhr, in das Gasthaus zum Riesen eingeladen. Um möglichstes Selbsterscheiaen wird gebeten.
6912 Zeh. Fröbe. Goy. Zeh. Ebert.
Tagesschau.
— Berlin, 10. August. Se. Majestät der Kaiser und König sind heute früh auf Schloß Babelsberg eingetroffen.
— Berlin, 10. August. Bei der jheute in Coblenz stattgehabten Zusammenkunft der Aerzte, welche an der Behandlung Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Theil genommen haben. wurde folgendes Bulletin ausgegeben: In dem Befinden Ihrer Majestät ist in den letzten Tagen eine wahrnehmbare Besserung eingetreten. Die Wiederholung der verschiedenen Zwischenfälle, welche von der Operation und deren Veranlassung unabhängig, die Entwickelung der Rekonvalescenz bisher verhindert haben, ist voraussichtlich nicht mehr zu befürchten. Obwohl Ihre Majestät im Stande sind, Sich ab und zn in Ihren Räumen kurze Zeit zu bewegen, so ist das Maß der Kräfte doch noch der Art, daß auch jetzt für längere Zeit große Schonung noch geboten ist. von Lauer. Busch. Madelung. Velten. Schliep.
— Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reiches den Kaufmann Jens Möller zum Konsul in Aalesund (Norwegen) zu ernennen geruht.
— Berlin, 9. August. Den sich tagtäglich mehrenden Behauptungen der Zeitungen, daß über den Termin zur Vornahme der Reichstagswahlen bereits ein endgültiger Beschluß vorliege, daß derselbe aber geheim gehalten werde und möglicherweise so früh werde anberaumt werden, daß man bei den Wahlvorbereitungen und Wahlagitationen dadurch überrascht werden könne, wird in hiesigen Regierungskreisen entschieden widersprochen. Voraussichtlich erfolge die Festsetzung des Wahltermins erst bei der Rückkehr des Reichskanzlers, die — wie es scheint — in der zweiten Hälfte dieser Woche erwartet wird, über die aber auch in Regierungskreisen keinerlei irgendwie bestimmtere Mittheilungen vorzuliegen scheinen. Ist dem so, so würde die Bekanntmachung des Wahltermins frühestens am Montag oder Dienstag künftiger Woche erfolgen, der Wahltermin selbst also, da nach §. 8 des Wahlgesetzes die Wahllisten spätestens vier Wochen vor deni zur Wahl bestimmten Tage zu Jedermanns Einsicht auszulegen sind, frühestens in der Woche vom 12. bis 17. September stattfinden können. Jedenfalls dürste aber dem zweifellos auch der Regierung bekannten Umstände Rechnung getragen werden, daß man mit der Aufstellung der Wählerlisten, die bekanntlich bis zum 15. d. M. beendet sein soll, fast überall, namentlich aber auf dem mit Erntearbeiten beschäftigten platten Lande noch stark im Rückstände ist, ja, vielfach mit der betreffenden Aufstellung noch gar nicht begonnen hat. So ist denn die Annahme, die Reichstagswahlen würden erst im Oktober vorgenommen werden, jedenfalls die wahrscheinlichere.
. . (K. Z.)
— Das „Kleine Journal" geht in einer Betrachtung über die öffentliche Meinung von dem Satze aus, daß nur, wenn alle Organe der Presse sich bestrebten, ein möglichst objektives und der Wahrheit entsprechendes Bild der politischen Bewegung zu bringen, dieselbe als der Ausdruck der öffentlichen Meinung gelten könnte. Diese Stellung nehme aber die Presse in Deuschland nicht ein. Nach einer Ausführung dieses Gedankens heißt es:
„Es läßt sich nicht leugnen, daß der bei weitem größte Theil unseres Volkes sich von jedem Parteitreiben fern hält, daß ihm sogar dasselbe durch seine Entartung, welche immer mehr zu Tage tritt, geradezu verhaßt ist. Dennoch gibt gerade dieser Theil die Entscheidung bei den Wahlen und nicht die einzelnen Fraktionen. In dieser großen Masse bildet sich instinktmäßig die öffentliche Stimmung, indem sich dort der Umschwung allmälig vollzieht. Eine Zeit lang huldigte unzweifel
haft in Deutschland die große Masse dem Liberalismus, weil sie sich von dessen Versprechungen wunderbare Erfolge und ein glänzendes Gedeihen aller Verhältnisse versprach, bei der Gründung des Reiches aber die Konservativen sich der Neuordnung der Verhältnisse sehr zurückhaltend, ja theilweise sogar in partikularistischer Verblendung feindlich ge- genüberstellten. Diese Richtung hat nun seit einigen Jahren einen vollständigen Umschwung erfahren. Die konservative Partei hat sich nicht nur mit dem Verfassungsleben, sondern auch mit den Reichsinstitutionen ausgesöhnt, man kann ihr also den Vorwnrf nicht mehr machen, daß sie der Entwickelung des Reiches einen Hemmschuh entgegensetze. Die liberale Gesetzgebung hat aber jene Versprechungen nicht erfüllt, die man von ihr hoffte, zahlreiche Schattenseiten sind in derselben hervorgetrcten, deren Abstellung man dringend wünscht. Da die liberalen Fraktionen in einer blinden Ueberschätzung ihrer Lieblingskinder die Revision dieser Gesetzgebung ablehnten, so hat sich die Strömung in vielen Orten wieder mehr den Konservativen zugewandt, von denen man erwartet, daß sie zu einer solchen Reform die Hand bieten werden. Die letzten Wahlen in Bayern und Sachsen haben den Beweis geliefert, daß diese Auffassung eine durchaus der Sachlage entsprechende ist, die von zahlreichen unparteiischen Blättern bestätigt wird. Es soll damit nicht gesagt sein, daß die konservative Strömung auf lange Zeit anhalten wird. Es kommt ganz darauf an, wie diese Partei den Forderungen der öffentlichen Meinung gerecht wird. Jede Ueberstürzung und jede einseitige Ausbeutung von konservativer Seite muh genau dieselbe Wirkung auf die öffentliche Meinung üben, wie sie die Fehlgriffe der Liberalen herbeigeführt haben; denn die öffentliche Meinung ist nicht einer konstanten Strömung zu vergleichen, sondern sie wechselt wie Ebbe und Fluth."
— Essen, 8. August. Wie die „Wests. Ztg." vernimmt, ist der Mörder der 12jährigen Christiane Hämelmann in Rellinghausen durch den Herrn Kriminalkommissarius von Hülleffem in der Person des Pferdehändlers Veit Pelzer aus Hameln ermittelt und zur Haft gebracht worden.
,— Metz, 8. August. Die gestern beendeten Nachwahlen zum Gemeinderath sind, wie die „Köln. Ztg." schreibt, im allgemeinen günstig für die hiesige deutsche Partei ausgefallen, indem von fünf gewählten Mitgliedern die Herren Sauvin, Oberlehrer am kaiserlichen Lyceum, und Dr. Adelmann, praktischer Arzt, der deutschen Partei angehören. Die Wahl des letztgenannten kam zu Stande, weil die einheimische Partei sich über einen Candidaten nicht einigen konnte, nachdem Herr Abel, jener bekannte Protestier, seine Candidatur gänzlich zurückgezogen hatte. Das Endergebniß ist nunmehr dahin zusammenzufassen, daß der neu gewählte Gemeinderath von Metz aus 28 einheimischen und 4 eingewanderten Mitgliedern sich zusammensetzt, während bisher deutsche Mitglieder in dieser städtischen Körperschaft noch nicht gewesen sind. Der Erfolg kann somit der deutschen Partei nicht abgesprochen werden; der- felbe würde zweifelsohne noch größer gewesen sein, wenn die Theilnahme der deutschen Wähler bei der Nachwahl in der ersten Sektion eine größere gewesen wäre, wo den deutschen Candidaten nur 2 und 3 Stimmen fehlten, um die Mehrheit zu erzielen. Nun, die Bresche in den ausschließlich einheimischen Gemeinderath ist geöffnet und die Folgen werden nicht ausbleiben.
Freiburg, 10. August. Das Domkapitel wählte heute den Domkapitular Orbin zum Kapitelsvikar.
Aus der Champagne wird gemeldet, daß die diesjährige Weinlese nach Menge und Güte die höchsten Erwartungen befriedigt.
- Konstantinopel, 9. August. Das zwischen der Türkei und Griechenland direkt abgeschlossene Uebereinkommen bezüglich der Grenzfrage ist heute ratificirt worden.
— C h i c a g o, 5. August. (Allg. Corr.) Sämmtliche hiesigen Zeitungen erklären mit Bestimmtheit, daß in dem hier tagenden Konklave der irischen Nationalpartei sich eine Sektion befinde, die für die Anfertigung der in Liverpool entdeckten Höllenmaschinen verantwortlich, sowie daß diese Sektion jetzt damit beschäftigt sei, Maßregeln zur ausgedehnteren Vertheilung von Dynamit zur Reife zu bringen. Es wird ferner konstatirt, daß die leitenden Mitglieder der Partei ein Meeting gehalten haben, um Schritte zur Trennung des irischen Namens und der Nation von den Plänen O'Donovan Rossa's zu thun. Bei dieser Gelegenheit machte ihnen eine Deputation von Priestern ihre Aufwartung und be-