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3 Uhr Revision der Zöglinge in Mädchenbürgerschule I hier; Nachm. 4 Uhr Impfung der Zöglinge in Mädchenbürgerschule II hier.

— Bleich st raßen-Brücke. Die heute Morgen 11 Uhr statt« gehabte Eröffnung der eingelaufenen Submissions -Offerten lieferten fol­gendes Resultat:

Wenigstfordernde Meistfordernde Maurerarbeit: Hüge 2900.— Mk. Adelmann 4885.— Mk. Steinmetzarbeit: Wörner 462.30 „ Adelmann 606 80 „ Eisenarbeit: HenrichSöhne400.— „ Zilg 528.88 „

Die sonst noch erforderlichen Arbeiten (Pflasterung, Anstreichen rc.) waren nicht ausgeschrieben.

— Nach zweimaligem durch ungünstige Witterung verursachtem Mißlingen wurde gestern bei prächtigem Wetter das Sommer fest der hiesigen Turngemeinde nächst den Steinbrüchen im Bruchköbeler Walde abgehalten. Zu demselben fanden sich einige Tausend Gäste ein, die mit großem Wohlgefallen den vorzüglichen Leistungen der Turner zusahen. — Der recht sinnreich componirte Reigen wurde ziemlich gut durchgeführt, an den Geräthen: Reck und Stabhochsprung, jedoch wahr­haft Erstaunliches geleistet; bei letztgenannter Uebung übersprangen einige Turner das über das Gerüst gelegte, vom Erdboden etwa 2,65 m ent­fernte Seil, ohne dasselbe zu berühren, was bei der primitiven Anlauf­bahn gewiß viel heißen will. Mit reichem Beifall wurden einzelne Leistungen verdientermaßen belohnt. — Das ganze Fest hätte den aller- günstigsten Verlauf genommen — nebenbei bemerkt spielte eine Abthei­lung unserer Regimentskapelle in jeder Beziehung recht zufriedenstellend — wenn nicht mehrmals die Quelle des gelieferten guten Stoffes ver­siegt wäre, was bei dem durch die Hitze erzeugten immensen Durst unangenehm empfunden wurde.

— In Heft I der Mittheilungen des Vereins zur Beförderung der Fischzucht im Reg.-Bezirk Kassel finden wir u. A. folgenden Aus­zug aus den Protokollen des Vereinsvorstandes:

Ein Schreiben des Vorstandes des Thierschutzvereins zu Hanau, welches anheimgab, die Bekanntmachung wegen Prämii- rung des Eisvogels und der Wasseramsel zu beschränken, wenn nicht ganz aufzugeben, gab Veranlassung zu eingehender Be­sprechung der Frage über Schädlichkeit dieser Vögel für die Fischzucht. Beide sind gelegentlich der bezüglichen Verhandlungen auf der internationalen Fischerei-Ausstellung zu Berlin für namentlich der Brut gefährliche Feinde erklärt, der Eisvogel in höherem Grad als die Wafferamsel, bezüglich deren Schädlichkeit mehrfache unzweifelhaft glaubliche und glaubwürdige Mittheilun­gen bewährter Fischzüchter vorgelegt wurden. Es wurde deshalb beschlossen, einstweilen die Bekanntmachung vom 23. März 1881 aufrecht zu erhalten, die Frage bezüglich der Wasseramsel offen zu halten und Eröterung derselben in Fachzeitschriften anzuregen. Wir werden von Zeit zu Zeit aus den genannten Mittheilungen Auszüge von allgemeinem Interesse veröffentlichen. Im Kreise Hanau gehören dem Verein als Mitglieder an: die Herren Brenner, G., Mühlenbesitzer, L. v. Deines, Gutsbesitzer, Deines, Georg, Bijouterie- Fabrikant, Fues, Carl, Papier-Fabrikant, v. Münchhausen, Königlicher Forstmeister, Obst, C., Zahlmeister, sämmtlich zu Hanau, u. Ehrentreich, Königlicher Oberförster zu Wolfgang.

Versteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Dienstag den 9. August.

Für die zu Niederdorfelden, Gronau, Gronauer Hof, Rückingen und Ravolzhausen einzuquartierenden Abtheilnngen des Artillerie-Regts. Rr. 27 wird Morgens 9 Uhr auf dem landräthlichen Bureau hier die Fouragelieferung verdungen. — Nachm. 3 Uhr soll durch Herrn Ge­richtstaxator M. Ullrich hier das den Erben des verstorbenen Wittwe des Landbereiters Brill dahier gehörige Wohnhaus (Predigergasse Nr. 4) in der Kaiser'schen Wirthschaft verkauft werden.

— Für heute. Zum „Deutschen Haus": Großes Militär- Concert der ganzen Kapelle des 97. Jnf.-Regts., unter Leitung ihres Kapellmeisters Herrn John, dabei bengalische Beleuchtung. — „Stadt Plenum": Abends 8 Uhr Concert. — Abends 9 Uhr: Spritze Nr. 4 in den „drei Rindern" (oberes Sälchen); Nr. 5 im „goldenen Herz".

— Schlüchtern, 5. August. Der Kreistag hat nach dem „K. Jl." in seiner letzten Sitzung den Ausbau des Weges von Oberstork nach Wallroth, soweit derselbe im diesseitigen Kreise liegt, verweigert, weil die Frequenz auf demselben zu geringfügig sei und nicht im Ver­hältnisse zu den entstehenden Kosten stehe. Die dabei zunächst interessirte Gemeinde Stark, Kreises Fulda, welcher hierdurch die lang ersehnte ordentliche Verbindung mit der Stadt Schlüchtern wieder benommen ist, dürfte ob dieses Beschlusses Rekurs an den Kommunallandtag ergreifen.

— Kaff el, 4. August. (Die Stellungnahme der hie­sigen Handelskammer und der Gewerbetreibenden zur Wirth f chafts Politik.) In der letzten Sitzung der hiesigen Han­delskammer wurde gelegentlich der Feststellung des Jahresberichts von eurem Mitgliede (nebenbei bemerkt, einem enragirten Anhänger der Fort- ichrrttSpartei), der Antrag gestellt, in einem einleitenden Artikel zum Jahresbericht entschredene Stellung gegen die jetzige Zollpolitik der Re­

gierung zu nehmen. Von den anwesenden sieben Mitgliedern enthielt sich einer der Abstimmung, vier stimmten für diesen Antrag, zwei da­gegen, unter letzteren der hiesige Großindustrielle, Geheimer Commerzien- rath Henschel, welcher die entschieden günstige Wirkung der neuen Zoll­politik in der Eisenbranche konstatirte. (Später hat derselbe auch infolge der Annahme des erwähnten Antrags seinen AuStritt aus der Handels­kammer erklärt.) Das Votum der Handelskammer hat in hiesigen in­dustriellen und gewerblichen Kreisen nicht geringes Aufsehen gemacht. Die nächste Folge desselben ist bis jetzt die gewesen, daß gestern Nach­mittag sämmtliche Jnnungsvorstände Kassels, sowie die Vertreter der hiesigen gewerblichen Vereinigung und des Vereins selbstständiger Hand­werker und Fabrikanten zu einer Besprechung über die Stellung der Gewerbetreibenden gegenüber dem Vvtum der Handelskammer zusammen- traten. Einstimmig war man der Ansicht, daß die Erklärung der Han­delskammer den Wünschen und Auffassungen des Gewerbestandes nicht entspreche; ja, es Widerstreite geradezu den Interessen des überwiegenden Theiles der Industriellen, daß Namens des Gewerbestandes einer Wirth- schafts-Politik prinzipiell entgegen getreten werde, welche die Hebung desselben durch größeren Schutz der nationalen Arbeit sich zum Ziele gesetzt habe. Ein endgültiges Urtheil über diese Wirthschastspolitik lasse sich im Augenblick von rein objektivem Standpunkt aus ohnehin noch gar nicht fällen, ein solches könne erst dann gewonnen werden, wenn man die Resultate derselben ziffermäßig zu übersehen vermöge. Was der Industrie im Augenblick vor Allem Noth thue, sei Ruhe und Ver­trauen. Wenn übrigens der Antragsteller in der Handelskammer Na­mens der Industriellen eine Umkehr der heutigen Wirthschaftspolitik ver­lange, so zeige das aufs Neue, wie nothwendig es sei, daß dem Gewerbe­stand durch Errichtung von Gewerbekammern Gelegenheit geboten werde, in Fragen, die sein Interesse, sein eigenes Wohl und Wehe berührten, selbst das Wort zu ergreifen. Nicht minder einstimmig sprach man sich für den im Laufe der Debatte gemachten Vorschlag aus, die Vertreter des Gewerbestandes möchten iu Veranlassung dieses Falles eine Eingabe an den Handelsminister und den Minister für öffentliche Arbeiten vor­bereiten, welche die Bitte enthalte, thunlichst bald auf Einführung von Gewerbekammern Bedacht zu nehmen. (Post.)

— Kassel, 5. August. Die Errichtung eines umfangreichen Ge­bäudes zur Aufnahme einer großen Schuhmacherwerkstätte für das ge« sammte 11. Armeekorps und die 25. hessische Division in der Nähe der neuen Jnfanteriekaserne soll für den Fall einer Mobilmachung an maß­gebender Stelle ernstlich in's Auge gefaßt fein und würden baldigst die dazu nöthigen Maßregeln ergriffen werden. Ein Militärbeamter hatte sich, wie man hört, jüngst in einer speciellen Mission nach Nenruppin begeben, um die dort für das brandenburgische Armeecorps bestehende gleiche Einrichtung genau kennen zu lernen. (Tag.-Anz.)

— Kassel, 6. August. Unter dem Titel: „Früchte der Theater­freiheit" bringt das „Wiener Fremdenblatt" folgende Darstellung über unseren diesjährigen Theaterkrach: Der bisherige Theateragent Hugo Starke aus Bockenheim bewarb sich bei der Regierung der Prov. Hessen- Nassau um eine Theaterkonzession, welche ihm auch zu Theil wurde. Dem rc. Starke gelang es dann, sich leihweise in den Besitz von ca. 800 Mk. baar und der Ausstattung einer Operette („Boccaccio") zu setzen, um, so ausgerüstet, das für ihn neue Geschäft im Thalia-Theater zu Kasfel zu begründen. Die Herrlichkeit dauerte aber nur vom 5. Juni bis zum 1. Juli. Solche Dinge lassen sich aus allen Ecken und Enden Deutschlands melden. Das hat natürlich auch für die Kunst seine trau­rigernste Seite. Wo soll bis Würde Thaliens bleiben, wenn sie in den so ungezügelten Kampf um's Dasein herausgedrängt wird? Unter sol­chen Umständen müssen dort, wo man nur Idealismus und wahrhafte Begeisterung finden dürfte, Reklama und Kniffe emporwuchern; auf dem Gebiete der Darstellung sowohl, wie auf dem der Theaterschriftstellerei. Nicht wer die Kunst, sondern wer die „Mache" versteht, kommt an's Ziel. Frau Thalia wird — Geschäftsfrau.

— Kassel, 6. August. Vor etlichen Wochen hat sich in dem nahe gelegenen Dittershausen ein Mann erhängt aus Verzweiflung darü­ber, wie erzählt wurde, daß in einem Prozeß in welchen er verwickelt war, die Gerichtskosten die Höhe des Klagobjektes überstiegen haben.

(K. Jl.)

— Marburg, 6. August. Dem Vernehmen nach wurde gestern ein der Körperverletzung des Försters Wacke zu Bauerbach dringend ver­dächtiges Individuum Namens Preis von der Hahnerheide durch bte Gendarmerie hier eingebracht. , (M. T.) ,

— Ertrunken sind: bei Mengshausen, Kr. Hersfeld, ein dreijähri­ges Kind im Jaucheloche (3. August), Frau Schaumburg aus Ober­zwehren bei Kassel in der Fulda (4. Aug.) und eine unbekannte Frauens­person von 24-26 Jahren, ebenfalls bei Kassel im Mühlenstrom.

Aus der UmgegeAd.

— Frankfurt a. M., 6. August. Im Dr. Christ'schen Kinder­spital wurde gestern die Leiche eines einem chronischen Siechthum Va­sallen gewesenen Kindes obduzirt und es ergab sich als Todesursache I eine Nähnadel, welche zwischen der dritten und vierten Rippe rn den