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Nr. 174
Freitag den 29. Juli
1881.
Amtliches.
Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgeseches vom 21. Oktober 1878.
Die unterzeichnete Königliche Kreishauptmannschaft hat in ihrer Eigenschaft als Landespolizeibehörde das Flugblatt:
„An die Bürger und Einwohner der Stadt und Amtshauptmannschaft Leipzig, Druck von E. Herzog in Mainz"
auf Grund von §. 11 des Reichsgesetzes vom Listen Oktober 1878 verboten.
Leipzig den 21. Juli 1881.
___________Königliche Kreishauptmannschaft. Gumprecht.
Der Metzger und Bierbrauer Johann Behringer, geboren am 19- September 1855 in Burglißberg, zuletzt in Hanau bei Metzgermeister Gioth (Nürnbergerstraße) und Dietz (Schnurgasse) in Arbeit, hat im Jahre 1879 seine Familie, bestehend aus einer kränklichen Frau und 2 Kindern im Alter von 4 und 2 Jahren, in der Stadt Hanau verlassen und kümmert sich nicht um dieselben, rc. Behringer hat sich ca. 4 Monate in Mainz, wo er in der Aktienbierbrauerei beschäftigt war, aufgehalten und sich dann nach Frankfurt a. M. abgemeldet, soll auch in dieser Zeit in Köln gewesen sein.
Es wird ersucht nach dem Auserthalt des rc. Behringer zu recherchiren und denselben zur Alimentation seiner Familie heranzuziehen resp, ihn zur Rückkehr nach Hanau veranlassen zu wollen.
Hanau am 22. Juli 1881.
Der Landrath.
Gefunden: Ein Paar weiße baumwollene Strümpfe. Ein Rock.
Zugelaufen: Ein schwarz-grauer langhaariger Hirtenhund, w. Geschlechts, mit gelben Beinen; Empfangnahme bei Schäfer Peter Franz zu Langendiebach.
Hanau am 29. Juli 1881.
Aus Königl. Landrathsamt.
Tages schau.
— Berlin 28. Juli. Wie der „R. u. St.-A." aus Gsstein unter dem gestrigen Datum meldet, nahmen Se. Majestät der Kaiser gestern das gewohnte Bad, wurden aber durch Regenwetter an der Morgenpromenade und Nachmittags an der Ausfahrt gehindert. Für den Abend hatten Se. Majestät eine Einladung von dem Grafen Lehndorff-Steinort angenommen, in dessen Villa eine Dilettantenvorstellung stattfand.
— Berlin, 28. Juli. Nachdem gestern Vormittag die Schlußbesichtigung des Lehrkursus der Militär-Turnanstalt im Dienstgebäude derselben stattgefunden hat, werden sich die zu demselben kommaudirt gewesenen Offiziere am 1. künftigen Monats zu ihren Truppentheilen zu- rückbegeben.
— Von allen Nachbarn ringsum werden doch die Deutschen an- gefeindet. Den Nachrichten zufolge, welche aus den Ostsee-Provinzen Rußlands kommen, werden die Esthen und Letten, welche die ländliche Bevölkerung dieser Länder bilden, gegen die deutschen Grundbesitzer, Pfarrer und Beamten schwierig, wahrscheinlich aufgestachelt durch slavische Umtriebe: denn auf Unterdrückung des deutschen Elements in den genannten Provinzen ist ja schon lange das Bestreben Rußlands gerichtet gewesen. (D.-Z.)
— Eine sür deutsche Geschäftsleute höchst wichtige Entscheidung ist vom höchsten österreichischen Gerichtshof getroffen. Auf Grund nämlich der zwischen Deutschland und Oesterreich jetzt gewährleisteten Gegenseitigkeit gerichtlicher Zwangsvollstreckung können in Deutschland gefüllte gerichtliche Entscheidungen der Civilgerichte auch in Oesterreich gegen den Verurtheilten vollstreckt werden.
— Vom Rhein. Dem Beispiele der Studentenschaft von Leipzig und Tübingen, welche bereits früher ihren deutschen Kommilitonen in Prag den Ausdruck ihrer Sympathie gegenüber den tschechischen Anfeindungen übermittelt haben, sind dieser Tage auch die akademischen Bürger der rheinischen Friedrich-Wilhelmsuniversität zu Bonn gefolgt.
In der Beethovenhalle fand auf Einladung des Ausschusfes der Bonner Studentenschaft eine allgemeine Studentenversammlung statt, welche von 300 - 400 Studirenden besucht war; außer den konfessionellen Verbindungen hatten sich nur die Korps, wie in der letzten Zeit immer, von gemeinsamem Handeln ausgeschlossen. Als Referenten erschienen in der Versammlung auf besondere Einladung auch die Professoren Geh. Justizrath Dr. v. Schulte und Dr. W. Förster. Ersterer, der I8V2 Jahre in Prag als Dozent gewirkt, schilderte in zündender Rede den Kampf des Deutschthums mit den Tschechen, wobei er betonte, daß die Deutschen sich stets auf die Vertheidigung beschränkten, aber sich der Pflicht bewußt seien, die ehrwürdige Karolina, die älteste deutsche Universität, als Hort deutscher Bildung zu erhalten. Prof. Dr. Förster, ein geborener Deutschböhme, ergänzte das von Geh.-Rath Schulte entworfene Bild durch verschiedene selbsterlebte Einzelheiten und empfahl namentlich auch den Beitritt zu dem deutschen Schulverein in Oestreich. Eine vom Auschusse vorgelegte längere Adresse, welche an den Vorstand der Lese- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag gesandt werden soll, gibt der tiefsten Entrüstung über die Vergewaltigung des deutschen Elements in Böhmen Ausdruck und fordert die Präger Kommilitonen auf, im Kampfe für das Deutschthum auszuharren. Die Adreffe wurde einstimmig angenommen und die Versammlung mit dem Liede: Deutschland, Deutschland über alles! geschlossen.
— Aus Thüringen, 26. Juli. Auf die am 18. d. M. von den Jenenser Studenten an ihre Präger Kommilitonen abgefandte, von 360 Unterschriften bedeckte Adreffe ist bereits vorgestern eine Antwort in Jena eingetroffen, worin die letzteren ihren herzlichsten Dank für die ihnen erwiesene Sympathiebezeugung aussprechen. Weiter heißt es in dem Antwortschreiben wörtlich: „Wenn etwas geeignet ist, uns eine Entschädigung zu sein für Ungemach und rastlosen Kampf, den jeder deutsche Student in dieser Stadt, umgeben von einer dem Deutschthum feindlichen, der Bildung fremden Bevölkerung ausgesetzt ist, so ist es die allgemeine Theilnahme, die allgemeine Anerkennung, die uns von nah und fern zu Theil wird. Wir erblicken darin einen neuen, trostkündenden Beweis der idealen Zusammengehörigkeit aller Deutschen; wir sehen darin einen Sporn, auszuharren in diesem Kampfe treu und unverzagt, bis er zum Siege führt. Und er wird zum Siege führen." — Beschickt von den Verwaltungen der Berlin-Anhaltischen, Thüringischen, Braunschweigi- schen, Halberstädter, Frankfurt Bebraer, Hannoverischen und Hessischen Ludwigsbahn ist vor einigen Tagen eine Tarifkonferenz des Mitteldeutschen Eisenbahnverbandes in Eisenach zusammengetreten. Die Main- Neckarbahn hatte keinen Delegirten gesandt. Die Verhandlungen betrafen eine anderweite Feststellung der Antheile im Personenverkehr für die an den Konkurrenz Routen beseitigten Verwaltungen. (Rh. K.)
— Die „Peiner Ztg." bestätigt die von anderen Zeitungen mitgetheilte Nachricht, daß in Oelheim bei Peine sehr ergiebige Petroleumquellen erschlossen worden sind.
— Wien, 27. Juli. Die „Presse" schreibt: Wie wir erfahren, wird der Kaiser am 3. August früh von Jschl aus eine längere Reise antreten, die ungefähr 14 bis 16 Tage in Anspruch nehmen dürste. Nach dem bis jetzt sestgestellten Programme wird Se. Maj. am 3. ds. Morgens von Jschl abreisen, in den Vormittagsstunden in Salzburg eintreffen und den ganzen Tag über bei dem kronprinzlichen Paare bleiben. Am 4. ds. Morgens begibt sich der Kaiser nach Gastein, trifft daselbst mit dem deutschen Kaiser zusammen und kehrt gegen Abend wieder nach Salzburg zurück, von wo er sich nach München zum Besuche der Prinzessin Gisela begibt. Am 6. Morgens reift er von München über Lindau nach der Insel Mainau, wo er mit dem König von Württemberg, dem Großherzog von Baden und wahrscheinlich auch mit dem König von Sachsen zusammeutreffen wird. Am 7. Abends tritt er die Reise nach Vorarlberg an. Er wird die Städte Bludenz, Feldkirch und Bregenz besuchen, dann aber über den Arlberg nach Tirol reifen und in den Städten Landeck und Innsbruck länger» Aufenthalt nehmen. Die Rückkehr nach Jschl dürfte am 16. oder 18. August erfolgen.
— Triest, 27. Juli. Das Comita für die in Aussicht genommene österreichisch-ungarische Industrie- und landwirthschaftliche Ausstellung