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pital in gleicher Ordnung und gehen demnach den nacheingetragenen Hypothekenkapitalien vor, selbst wenn diese bereits vor der Umwand­lung der Kautionshypothek in eine verzinsliche eingetragen worden sind.

— Die Kreuz-Ztg. schreibt: „Wie uns mitgetheilt wird, ist die Ernennung des Regierungspräsidenten v. Wolff zum Oberpräsidenten der Provinz Sachsen bereits erfolgt."

— Der Metzger und Gastwirth Krämer in Dingelstedt bei Hal­berstadt hat an die Trichinen glauben gelernt. Er hatte ein Schwein geschlachtet und das Fleisch verkauft, ohne es untersuchen zu lassen; mehr als 100 Menschen, die von dem Fletsche aßen, und er selber, erkrankten mehr oder minder schwer und 4 starken. Das Gericht verurtheilte ihn zu 3 Jahren Gefängniß. (D.-Z.)

— Wien, 6. Juli. (K. Z.) Wie der Neuen Freien Presse aus Konstantinopel gemeldet wird, hat die Theilnahme, welche die Ver- urtheilung Midhat Paschas zum Tode in ganz Europa, besonders in England hervorrief, im Jildiskiosk nicht die Wirkung gehabt, die maß­gebenden Persönlichkeiten zur Milde gegen den Ex Großvezir zu stimmen. Die Feinde Midhats suchen vielmehr den Sultan dazu zu bewegen, das Todesurtheil zu bestätigen und sofort vollstrecken zu lassen, um jedem Einmischungsversuche einer fremden Macht mit einer vollzogenen That­sache begegnen zu können. Der Sultan soll auch hierzu geneigt sein; es wurde davon geredet, daß die Hinrichtung Midhats gestern erfolgen sollte. Die Hinrichtung soll im Geheimen vollzogen, die Nachricht über deren Vollzug aber gleich veröffentlicht werden. Vertrauliche Mitthei­lungen und Andeutungen von unterrichteter Seite lassen mir diese Nach­richten als vertrauenswürdig erscheinen; ich erfahre außerdem noch, daß der Sultan nur feine beiden Schwäger Mahmud und Nuri zur Ver­bannung begnadigen wolle.

— Ungemein bezeichnend für das Verhältniß zwischen Deutschen und Czechen in Oesterreich ist eine der Deutschen Zeitung tn Wien zu­gegangene Nachricht über die Art und Weise, in welcher der deutsche Turnverein in Brünn am 3. d. M. seine diesjährige Turnfahrt in Scene setzte. Der Ausflug ging nach dem Oertchen Segengottes, dessen Um­gebung czechisch ist. Der Bezirkshauptmann Schrötter und ein Beamter der Bezirkshauptmannschaft, beide in Uniform, fuhren mit dem Sonder- zuge, der die Turner an ihren Bestimmungsort brächte; auf der Eisen­bahnstation war überall Gendarmerie aufgestellt, und in Segengottes erwartete den Zug eine größere Abtheilung Gendarmen, welche die Tur­ner zum Festplatz geleiteten und sich rings um denselben aufstellten. Dank dieser polizeilichen Maßnahmen verlief die Turnfahrt in vollster Ruhe. Nicht minder charakteristisch ist folgende Meldung der Deutschen Zeitung aus Brünn vom 3. Juli: „Die so eben vollendeten Maturi- täts- Prüfungen am czechischen Gymnasium ergaben unbefriedigende Er­gebnisse. Der Landes-Schulrath sah sich veranlaßt, den Schülern das Tragen der Sokolmütze und anderer politischer Abzeichen zu untersagen, und die Professoren zu ermähnen, die Jugend mehr vom politischen Treiben fernzuhalten und einzig der Wissenschaft zuzuführen."

— Die Beziehungen zwischen Frankreich und der Pforte sind sehr gespannt, namentlich weil der Sultan sich weigert, den Botschafter Tissot zu empfangen. Letzterer sagte bei der Abreise zu dem Abgesandten des Sultans: „Ihr Herr wird vielleicht eines Tages erfahren, was es kostet, ein großes Land in seinem Vertreter zu beleidigen." Laut „Tölegraphe" bereitet Barthölemy Saint-Hilaire eine sehr strenge Note an die Pforte vor.

— Die Londoner „Morninpost" behauptet, die französische Regie­rung beabsichtige, im Interesse der Sicherheit und Ruhe der französischen Besitzungen in Nordafrika 120 000 Mann mobil zu machen und die betreffenden Credite auf drei Monate von der Kamm-r zu verlangen.

— London, 6. Juli. (K. Z.) Die Admiralität hat den Kriegs­dampfer Seahorse beordert, die Vandalia aufzusuchen. Zu demselben Zweck sind gestern der Bugsirdampfer der Anchorlinie Express von Glasgow und der größte Liverpooler Bugsirdampfer Stormcock von Liverpool ausgegangen. Denselben folgt heute früh von Glasgow aus ein großer Dampfer mit einer Geschwindigkeit von dreizehn Knoten mit reichlichem Vorrath an Kohlen und Proviant. Alle drei Dampfer sind mit sorgfältig ausgearbeiteten Anweisungen versehen, um den ganzen Cirkel der möglicherweise von dem Dampfer Vandalia genommenen Curse zu durchlaufen.

— Petersburg, 5. Juli. Am Sonntag brach in Mins Feuer aus, das bis heute noch nicht gelöscht werden konnte. Schon sind über 500 Häuser verbrannt.

— Washington, 6. Juli. Das gestern 8^/2 Uhr Abends aus­gegebene Bulletin meldet, das Befinden Garfields sei seit dem letzten Bulletin günstig geblieben. Puls 106, Temperatur 100,9, Respira­tion 24.

Lokales.

Hanau, den 7. Juli.

— (Im pfung.) Den 9. Juli, Nachmittags 2 Uhr Revision in

® ^^U- Nachmittags 3 Uhr in Niederdorfelden und Nachmittags 5 Uhr

— Die erste der zum gestrigen Schwurgericht anstehenden Sachen gegen Ludwig Hambach, Bauer von Struth (Neuhof) wegen betrüglichen Bankerutts mußte auf Antrag des Staatsanwalts ausgesetzt und unter Beiladung weiterer Zeugen auf Samstag verstellt werden, weil der Angeklagte feine früheren Zugeständnisse theilweise zurücknahm. Der zweite Fall gegen den Taglöhner Christian Weise aus Wenders­hausen (Hilders), gebürtig aus dem Altenburgischen, wegen Fälschung einer öffentlichen Urkunde (eines Sparkassenbuchs der Stieftochter) in Absicht auf rechtswidrigen Vermögensvortheil, endete mit Schuldigerklä­rung unter Bewilligung mildernder Umstände und Verurtheilung des Angeklagten zu sechsmonatlicher Gesängnißstrafe/

— Im Monat Juni 1881 wurden im hiesigen Schlachthause ge­schlachtet :

99 Stück Ochsen weni g er gegen 1880 2 Stück

92 „ Kühe mehr „ „ 35 „

93 „ Rinder „ „ „ 7 „

503 „ Schweine weniger „ „ 44 „

462 „ Kälber mehr „ „ 27 „

55 „ Hämmel weniger „ „ 10 „

1 „ Lamm mehr „ „ 1 „

Eingebracht wurden 8 034 Kilogramm Fleischwaaren (1476 Kilo­gramm weniger als 1880).

Die Gesammt-Accis- Einnahme betrug im Juni Mark 3241.22.

— Zur Zeit werden einige Hundert Cirkuläre Bürgersöhnen und Sonstigen, die ein ständiges Geschäft oder Gewerbe hier betreiben, einge- händigt, worin die Aufforderung enthalten, dem hiesigen Bürgerverbande beizutreten; hoffentlich bei der Mehrzahl nicht ohne Erfolg.

— Gestern Abend wurde in Gegenwart des Vorstandes der hiesi­gen freiwilligen Feuerwehr zu Philippsruhe eine Metz'fche Spritze welche Se. Kgl. Hoheit der Landgraf angeschafft und dieselbe bei ausbrechenden Schadenfeuern auch der Gemeinde Keffelstadt zur Verfügung gestellt hat, probirt. Die Probe fiel zur Zufriedenheit aus; das Löschgeräth ist in einem Raume des landgräflichen Schlosses untergebracht.

— Gestern Nachmittag verbreitete sich das Gerücht in der Stadt, der des Mordes zu Niederrodenbach schwer verdächtige Flößer aus Kro- nach sei bereits eingesangen und werde gegen Abend mit der Bahn hier eintreffen. Es dauerte auch nicht lange, so entstand sowohl in der Nähe des Landgerichtsgebäudes wie auch an der Eisenbahn ein wahres Volks­getümmel ; Alles wollte das Scheusal sehen, das wie hinlänglich bekannt mit wahrhafter Bestialität (man zählte 17 Beilhiebe, welche sich an dem Körper der verstorbenen Ehefrau Schaf vorgefunden) auf die ausersehe­nen Opfer einhieb. Es war nahezu 10 Uhr bis die nach Hunderten zählende Volksmenge, von der Erfolglosigkeit weiteren Wartens nunmehr überzeugt, den Platz vollständig räumte. — Bis zur Stunde ist der Mörder noch nicht dingsest gemacht, jedoch sind alle Vorbereitungen so getroffen, daß ein Entkommen desselben nicht leicht denkbar ist.

— Auf dem zur Errichtung des Nordbahnhofs erworbenen Terrain ist bereits ein Brunnen angelegt, ein Beweis, daß die Bauthättgkeit an dortigem Platze bald beginnen wird. — Mit der Erbauung einer Leichen- wagenhalle beim Steigerhause wurde gestern der Anfang gemacht.

— Am Eingang zum Bahnhöfe der Hess. Ludwigsbahn hat ein neuer Stieselwichser das Erbtheil seines verstorbenen Vorgängers ange­treten. Möge dem Mann zu eifriger Handhabung seiner Bürsten recht viel Gelegenheit geboten werden.

— Gestern Mittag kurz vor 12 Uhr hatten wir schon die tropi­sche Hitze von + 26° im Schatten zu verzeichnen. Zwischen 12 und 1 Uhr zog ein ziemlich schweres Wetter aus Nordwesten über unsere Stadt, das, wenn auch nur wenig Regen, doch eine angenehme Abküh­lung der Temperatur im Gefolge hatte.

— Dem gestern Nachmittag 4 Uhr stattgehabten heftigen Sturme fiel eine kräftige Linde auf dem Paradeplatz zum Opfer.

Versteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Freitag den 8. Juli.

Vormittags 10 Uhr wird bei Wirth Lukas zu Niederrodenbach die Anfuhr von 180 cbm Basaltsteinen aus dem Alzenauer Steinbruch auf die Vicinalwege rc. in der Oberförsterei Wolfgang mindestfordernd ver­geben (f. Nr. 152 „Han. Anz."). — Vormittags 11 Uhr kommen eben­daselbst nachfolgende Holzsorten aus der Oberförsterei Wolfgang zum Verkauf: 20 Kiefern-Stämme und 180 do. Reiserstangen, außerdem größere und kleinere Partieen Eichen-, Buchen-, sonstiges Weichholz- und Kiefern-Brennholz (s. Nr. 149 „Han. Anz.").

— Für heute. Hanauer Kriegerverein: Abends 9 Uhr Zusam­menkunft in den „3 Rindern" (Anmeldung zur Theilnahme am Ver­bandsfeste und Besprechung über die Abfahrt). —• Ebenfalls Abends 9 Uhr: Feuerwehr- Vorstandssitzung bei Beck.

— (Berichtigung.) Im lokalen Theil, unserer gestrigen Num­mer ist durch einen Schreibfehler veranlaßt als Tag der Feuerbestattung des Arztes Herrn Dr. Adolf Suchier der 1. Juni angegeben; es muß jedoch den 1. Juli heißen.

„ — Die evangelischen Pfarrstellen zu Fechenheim und Oberdorfelden, । Klasse Bergen, sind in Folge Ablebens ihrer seitherigen Inhaber er-