Beilage zu Nr. 153 des Hanauer Anzeiger.
Erinnerungen und Wünsche.
A. R.-N. Wer denkt jetzt noch an die Julitage von 1866, an die heißen Schlachten und blutigen Kämpfe, die damals so viel theures Blut erforderten, bis der Sieg sich endlich auf die preußischen Fahnen niedersenkte und das gewaltige Ringen einen glorreichen Abschluß empfing? Schnell wie der Sturm entstand damals der gefährliche Krieg, schnell wie der Sturm wurde Schlacht auf Schlacht geschlagen und der Sieg errungen, aber bald fielen die Ereignisse unter dem Eindrücke des großen Nationalkrieges von 1870/71 der Vergessenheit anheim. Es sind im Allgemeinen nur noch die Kriegervereine, welche den Tag von Königgrätz, den die Geschichte mit ehernem Griffel verzeichnet hat, festlich begehen, und dadurch das Andenken an jene gefahrvolle Zeit wieder wachrufen. Damals beseelte noch nicht Alle das hohe Vertrauen, welches 1870 die deutschen Schaaren begeisterte und entflammte, ernste Sorge über den Ausgang des Kampfes lastete auf Manchen schwer. Furcht freilich war ein unbekanntes Ding in den Reihen der preußischen Soldaten, aber es verhehlte sich Niemand, daß man einem mächtigen Feind gegenüber stehe, dessen Truppen, durch lange Kriege gestählt, sich mit den jungen preußi- scheu Soldaten messen sollten. Doch es dauerte nicht lange, der erste Schlag war geschehen, und damit das Zuvertrauen auf die eigene Kraft und Stärke in die preußische Armee eingekehrt, das sie 1870/71 so glänzend zum Siege verhalf. Das Jahr 1866 war die Vorbereitung zum schweren Kampf im Jahre 1870, in ihm wurde die Armee gestählt, so daß sie vier Jahre später mit wenigen, wuchtigen Hieben den Thron Napoleons zertrümmerte. Wenn deshalb in diesen Tagen die ehemaligen Angehörigen unserer Armee, die jetzt dem Reiche im Frieden als treue Staatsbürger dienen, sich eines glorreichen Tages aus ihrer Geschichte erinnern, so geziemt es sich für alle Preußen und Deutschen, an dieser Feier, wenn auch nicht offiziell, so doch im Herzen und mit warmen Wünschen für das Wohl unserer tapferen Soldaten, die uns schützen und schützen werden, seien es nun als Linientruppen, oder als Landwehrleute, Theil zu nehmen und zu hoffen, daß die treue Kameradschaft, welche einst die Bürger ihres Landes vor dem Feinde beseelte, auch endlich im Frieden immer mehr und mehr einkehren und gepflegt werden möge.
Proklam.
Hanau. Auf Antrag eines Pfandgläubigers ist der Zwangsverkauf nachstehend beschriebenen, der Emilie und Katharina Kurz unter Vormundschaft ihrer Mutter, der Wittwe Friedrich Emil Kurz, geb. Heyer, dahier gehörigen, in hiesiger Gemarkung belegenen Grundvermögens, als:
Brandversicherungs'Nr. 48
D. 78. — a 80 qml Wohngebäude, eine 91/80. 16 „ 21 „ j Heilstätte nebst Hofraum und Hausgarten, in der Hospitalgasse, verfügt, und werden zum Vollzüge des Verkam fes nachstehende Termine, erster auf den
19. August er., eventuell zweiter auf den
16. S eptember er., eventuell dritter auf den
1 4. Oktober er., jedesmal Vormittags 10 bis 11 Uhr, anher in das Lokal des unterzeichneten Gerichts (Bangert Nr. 2) anberaumt.
Etwaige Hypothekar- und Grundschuldgläubiger werden hierdurch aufgefordert, ihre dinglichen Rechte zeitig bei Meldung des Verlustes der- felben durch Pfandfreien Uebergang der ihnen verpfändeten Grundstücke auf den Ersteher geltend zu machen. 5939
Königliches Amtsgericht, Abth. IV.
Sanner. (K. 29/81) Eger.
Die Entleerung der Latrinen mit Maschine wird unentgeltlich besorgt von
Jacob Keuling*, 5912____________________Haingasse 20.__
1 Gartenlaube 1880 wird gekauft. 5910
Inserate.
Bekanntmachung.
Die Lieferung der zur Herstellung des Kellergeschosses und der Fundamente zum neuen Em- pfangs-Gebäude auf Bahnhof Gelnhausen erforderlichen
37,000 Klinker und
73,000 Backsteine
am 11 Juli er.,
Vormittags 10 Uhr,
im diesseitigen Büreau, Hedderichstraße 65, Zimmer 2, woselbst Bedingungen und Submissionsformulare zu haben sind, vergeben werden.
Offerten sind mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum gedachten Termine einzureichen.
Frankfurt a. M.-Sachsenhausen den 29.
Juni 1881. (H. 61650) 5916
Kömgl. Bau-Jaspectio«. Schäferei-Verpachtung.
Dienstag den 12. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, soll die der hiesigen Gemeinde zustehende Schäferei vom 1. August 1881 bis dahin 1884 unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf dem Rathhaus dahier öffentlich meistbietend verpachtet werden.
Wozu Pachtliebhaber einladet
Hochstadt den 1. Juli 1881 5920
Der Bürgermeister
Weber.
Alte Kartoffeln
werden gekauft. Näheres
5913 _______________Haingasse Nr. 20.
Stroh kauft 5577
Papierfabrik Elan au.
1866 und 1870 find wir vereint den Oeste: reichern und Franzosen ge- genübergestanden, da hatte der eine denselben Gedanken, wie der andere, da schlug das Herz warm für's Vaterland, da galt es nur diesem, aber nichts Anderem. So war's recht, und die Folgen der allgemeinen Begeisterung waren auch die Niederlagen der Feinde, die weichen mußten, sie mochten wollen oder nicht, und diese Begeisterung führte den preußischen Adler bis nach Wien und Paris. Die gemeinsame Gefahr verband im Kriege alle Kameraden mit einem ehernen Band, das unzerbrechlich war, das Todesmuth und heroische Tapferkeit verlieh, und das sich schließlich in den Zeiten der Noth auf das ganze Volk übertrug. Doch des Krieges Stürme schwiegen, hell läuteten die Kirchenglocken den heiß ersehnten Frieden ein, und Alle hofften vom holden Frieden den Segen ihrer Arbeit. Heiße Wünsche sind nach Beendigung des großen Krieges wohl ausgesprochen, aber die Erfüllung hat doch sehr auf sich warten lassen. Die treue Kameradschaft im Kriege, der nichts zu schwer war, die Alles überwand, die vereint den Sieg errang, die das ganze Volk einte, und es zu treuer Mithilfe veranlaßte, sie ist im Frieden zum großen Theile wieder auseinander gefallen, man gedenkt nur noch wenig der großen Zeit, und lebt nur noch in einseitigem Interesse der Gegenwart. Wir müßten ein trauriges Bild aufrollen, wollten wir die Folgen unserer hinlänglich bekannten inneren Uneinigkeit malen, wir lassen an diesen Erinnerungstagen, die die Brust eines jeden Preußen und Deutschen höher schwellen machen, so trübe Sachen unerörtert, aber eindringlich richten wir an alle die, welche in der großen Zeit von 1866 bis 1870 erkannten, was dem deutschen Volke zu seiner Größe nöthig sei, nämlich Einheit, die Frage: Ist es denn nicht möglich, daß wir im Frieden einen gleichen Sieg erringen können, wie damals im Kriege, statt blutigen Ruhm's allgemeine Bolkswohlfahrt? Einheit mangelt nur noch zu diesem Werk, dann werden wir wie im Kriege, so auch in der Friedensarbeit einen großen Sieg davontragen, der nicht dem Einzelnen, sondern dem ganzen deutschen Volke zum Vortheil und zum Segen gereichen wird. Schwere Kämpfe werden noch bis zu diesem Tage aus- zufechten sein, aber wir hoffen, auch auf diesem Gebiete werden wir endlich ein Königgrätz und ein Sedan feiern können.
Nachdem ich zur Rechtsanwaltschaft bei hiesigem Königlichen Landgericht zugelassen worden, bringe ich hiermit zur Nachricht, daß sich mein Bureau Marktplatz Nr. 14 (Neustadt) befindet.
Meine Sprechstunden sind Morgens von 8 bis 9 Uhr und Nachmittags von 3 bis 6 Uhr.
Hanau, 1. Juli 1881. 5827
Fräsen Utb, Rechtsanwalt
Versteigerung.
Mittwoch den 6. Juli er., von Nachmittags 2 Uhr ab, soll im Gasthaus „zum Elephanten" folgendes Wirthschafts-Jnventar: 1 Büffet mit Eisapparat und 2 Krahnen, 13 Wirthstische, 60 Stühle, 1 Gläserschrank mit Aufsatz, 2 Ablauf-Blech, ferner eine Parthie Möbel: Sekretair, Sopha, Kommode, 1 polirter Kleidersekretair, ein- und zweithürige Kleiderschränke, Küchenschränke mit Aufsatz, 1 Pfeilerschränkchen, Waschkommode mit Marmorbrett, 1 Bücherschrank, 1 Kinderbettstelle, Kinderwagen, 1 großer Krankenwagen, Bettwerk, 1 großes Aquarium, Spiegel, Bilder, Stühle, Uhren und sonst verschiedene Gegenstände gegen gleich baare Zahlung verkauft werden.
5850 M. Ullrich, Gerichts-Taxator.
Ein Scheuerthor, ein steinerner Trog, eine steinerne Rinne, und ein Ablanf- brett ist im W a i s e n h a u s e zu verkaufen.
Wegen vorgerückter Saison verkaufe sämmtliche
Tapeten «d R o n I e a u x zu bedeutend herabgesetzeu Preisen. 5866 <f= Mauls Ww.