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Ostküste der Vereinigten Staaten deutsche Einwanderer angehalten wur­den, die ihrer Körperbeschaffenheit nach zu jedem Erwerb unfähig schie- uen. Auf Befragen erklärten diese bedauernswerthen Menschen, sie seien von ihren Heimathsbehörden — meistens in der bayerischen Pfalz — Mit Mitteln zur Auswanderung versehen worden. In ihrer Heimath hatten sie als erwerbunfähig die Unterstützung ihrer Heimathsgemeinden — Unterstützungswohnsitz — in Anspruch nehmen müssen und waren natürlich den letzteren zur Last gefallen. Sie wurden nun von den Be­hörden befragt, ob sie lieber im Armenhause bleiben oder auswandern wollten, und als sie das Letztere vorzogen, bekamen sie die Mittel zur Ueberfahrt. So glaubten die sehr schlauen Gemeindeverwaltungen die „unnützen Esser" los geworden zu sein. Aber die Amerikaner hatten von der Sache schon Wind bekommen. Die Hafenbehörden nahmen die erwerbsunfähigen Einwanderer in Empfang, und so werden die Letzteren ihren Heimathsgemeinden — wieder zugesandt werden. (D. Z.)

— Aus Oran wird gemeldet: Nach Mittheilung der Spione hat Bouamema die gefangen genommenen Zuaven und Jäger tödten lassen und nur 33 Spanier,- darunter sieben Frauen, geschont. Bouamema befindet sich mit seinem ganzen Gefolge und seiner Eskorte in Tismou- lin.

Lokales.

Hau an, den 30. Juni.

— Herr Oberbürgermeister Rauch hat heute eine vierwöchentliche Arlaubsreise angetreten.

— Von morgen, 1. Juli ab ist die städtische Sparkasse dahier an allen Werktagen von Vormittags 8 bis 12 Uhr dem Publikum geöff­net. Es können also um diese Zeit sowohl Einlagen gemacht als Rück­zahlungen erhoben werden.

:fi: An die Idee, Feriencolonien zu gründen, wurde insofern prak­tisch herangetreten, als man untersucht hat, in welcher Weise dies für unsere Stadt am Besten geschehe. Man gelangte zu dem Resultate, daß eine segensreiche Wirkung erzielt wird, wenn man während der Ferien kranke, namentlich skrophulöse Kinder in einem Badeorte zum kurge- mäßen Aufenthalte unterbringt. Daß dies für das laufende Jahr nicht mehr möglich, ist gerne anzunehmen, wenn man bedenkt, daß, um die Sache in ein richtiges Geleise zu bringen, umfassende Vorbereitungen nöthig sind. Die Sache ist und bleibt im Fluß, und wird s. Zt. ein Apell an Hanau's wohlthätig gesinnte Bewohner gerichtet werden.

Bersteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Freitag den 1. Juli.

Von Nachmittags 3 Uhr versteigert Herr Gerichts-Taxator Berg im Gasthause zur „Post" die zur Jean Schell'schen Konkursmasse gehö­rigen 2 braunen Wallache, Chaise, 2 Geschäftswagen mit eisernen Achsen, Chaisen- und Wagen-Geschirre gegen Baarzahlung.

— Für heute. Hanauer Kriegerverein: Abends 9 Uhr Monats­versammlung im Gasthause zu den „3 Rindern"; Tagesordnung: Ver­bandstag in Alzenau, Vereinsangelegenheiten. — Spritze Nr. 2: Abends 9 Uhr bei Beck. — Beck'scher Felsenkeller: Concert von einer Abthei­lung der Müller'schen Kapelle. — Verein Freundschaft: Abends 9 Uhr Generalversammlung (Waldfest).

— Bockenheim, 29. Juni. Nächsten Freitag, Abends nach 7 Uhr, findet dahier an der hinter der Falkstraße befindlichen Steinkaute wieder einmal eine Probe mit einem Feuerlöscher statt, aber nicht mit dem Oestbergschen Taucherapparat, sondern mit einem von Siegfried Bauer aus Bonn vorgeführten patentirten Feuer-Annrhilator. (B. A.)

— Kassel, 28. Juni. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin haben Allergnädigst geruht, das hessische Diakonissenhaus für den zu Kassel in Aussicht genommenen Neubau mit einem Allerhöchsten Gnaden­geschenk von 1000 Mark zu unterstützen. — Der Neubau ist bereits seit zwei Wochen in Angriff genommen und hofft man, denselben noch in diesem Jahre im Rohbau bis unter Dach zu bringen und im kommenden Jahre auszubauen und zu beziehen im Stande zu sein. (M. T.)

— Der Seconde-Lieutenant a. D. Rudolph Berta aus Fulda ist zum Bürgermeister der Stadt Soden, Kreises Schlüchtern, auf die Dauer von acht Jahren gewählt und bestätigt worden.

Aus der Umgegend.

Patent- und Musterschutz-Ausstellung zu Frankfurt a. M.

P. A. Am Sonntag den 26. Juni ist der elektrische Aufzug zum Aussichtsthurm im Garten der Ausstellung dem Publikum übergeben worden, nachdem bereits am Tage vorher Herr Polizei-Präsident Her- genhahn, in Begleitung einiger Herren des Vorstandes und des dirigi- renden Ingenieurs, aufgefahren war, um sich in Person von der Wir­kung der Maschine, von ihrer Construktion und speciell von der gänz­lichen Gefahrlosigkeit derselben zu überzeugen. Der Herr Polizei-Präsi­dent sprach mehrfach seine volle Befriedigung aus, sowohl in Bezug auf die sanfte Bewegung des Fahrstuhles, als auch in Bezug auf die be­queme und sichere Anordnung des Ganzen. Der Zuspruch von Seiten des Publikums war gleich am ersten Tage ein sehr bedeutender, denn die Fahrt ist bei der oben sich darbietenden wirklich großartigen und herrlichen Aussicht überaus lohnend.

— Frankfurt a. M., 29. Juni. Nach einer neuerlichen Ver­fügung werden von der Hessischen Ludwigsbahn vom 1. Jnli c. ab, an Stelle der seither monatlich erneuerten Abonnementskarten solche von längerer Dauer, d. h. die ganze Zeit des Abonnements/mmfassend, aus­gegeben. Die betreffenden Billete werden auf grünem Karton und ganz in Buchdruck hergestellt. (Fr. Ztg.)

— Ein Commis aus Heidelberg, F. Ad. Schmidt, erhängte sich in einem Garten der Röhnstraße. — Vergangenen Samstag waren 25 Jahre vollendet, seitdem Herr Nikolaus Messer in dem Geschäfte J. C. Weißer als Ausläufer thätig ist. Die Inhaber der Firma sprachen dem Jubilar ihren Dank nicht bloß mit den Worten, sondern auch durch be­sondere Geschenke aus. Später veranstalteten sie dem ganzen Personal ein Abendessen, das den gemüthlichsten Verlauf nahm. Eine solche Ju­biläumsfeier ehrt die Firma wie ihre Angestellten in gleicher Weise. — Für das in den Tagen vom 13. bis 16. August in Mainz stattfindende 12. Mittelrheinische Turnfest ist vom Central-Ausschuß und vom Festungs­Gouverneur, Generallieutenant von Woyna, Oberbürgermeister Dr. Du Mont u. A. unterzeichnete Einladung ergangen: „Das 12. Mittelrhei­nische Turnfest soll im August d. J. in Mainz gefeiert werden. . Ein Volk, seiner körperlichen Ausbildung uneingedenk, muß in Weichlichkeit verkümmern. Nur da, wo die Jugend ihre Kraft im edlen Wetteifer üben lernt, kann ein Geschlecht erwachsen, wie es sein soll: Frischen Muthes, frommen Sinnes, fröhlichen Herzens, freien Geistes, ein Ge- fchlecht, dem Freunde zum Schutz, dem Feinde > zum Trutz! Darum rechnet es sich unsere Stadt zu hoher Freude und Ehre, Euch gastlich zu empfangen und rüstet sich schon jetzt, Euch eine würdige Aufnahme zu bereiten. So folget denn Alle der herzlichen Einladung, die an Euch ergeht, auf daß unser Turnfest sich ebenbürtig anreihe in den reichen Kranz glänzender Feste, deren das goldene Mainz, die altbewährte Fest­stadt, so viele und schöne in seinen Mauern, an den Ufern unsers hei­mathlichen Stromes gefeiert hat. Gut Heil! zum 12. Mittelrheinffchen Turnfest." (G.-A.)

— Darmstadt, 29 Juni. Der des Raubmordes an der Wittwe des Daniel Neeb in Groß-Rohrheim beschuldigte Metzger Wettermann von dorten wurde bei der in Frankfurt stattgehabten Confrondation als der Verkäufer der gestohlenen Gegenstände erkannt und ist somit als sicher anzunehmen, daß W. der Mörder der Wittwe Neeb gewesen. Derselbe wurde nunmehr an den Gerichtshof zur Aburtheilung verwiesen und dürfte, wenn dessen Schuld erwiesenermaßen feststeht, über denselben bei der nächsten Schwurgerichtsperiode das Todesurtheil gefällt werden. W. gilt übrigens als ein gemeingefährliches Subjekt, der mit dem Ge­richtshöfe und dem Zuchthause schon öfter in Berührung gekommen. (H. L.)

■— Friedberg, 27. Juni. Die Hanau-Friedberger Bahn soll nun auch auf der Strecke Windecken-Frredberg Ende August vollständig fahrbar werden, so daß am 1. September die Eröffnung der gestimmten Bahn stattfinden wird.

T h e r M o m e t e r st a n d.

29. Juni. Höchster Stand 4- ISW, Abends 7 Uhr + 15V;

30 Juni. Morgens 7 Uhr + 11°, Vormittags 10 Uhr + 16'//.

— Mainwasserwärme 17 Grad.

Das nächsten Montag den 4. k. Mts. wieder stattfindende Ablassen der Stadtgraben wird wegen der vorzunehmenden Herstellung der Grundschleuße voraussichtlich länger als nur einen Tag dauern, was Interessenten zur Nach­richt veröffentlicht wird.

Hanau am 28. Juni 1881. 5748

Der Oberbürgermeister Rauch.

1 gesteppter Strohsack mit Pfühl ist zu ver­kaufen, Schulgasse Nr. 1. 5750

Inserate« Gerichtlicher Verkauf.

Freitag den 1. Juli d. I., Nachmittags 3 Uhr, sollen im Gasthause „zur weißen Taube": 2 Kommoden, 1 Sopha rc., öffentlich gegen gleich baare Zahlung verkauft werden. 5768

Linn,

__Gerichtsvollzieher.________________

Gier! Gier! frische deutsche, zu jeder Tageszeit, bei 5753 Mina Kogler, Glockenstraße 20.

Walter’s

Drsmfcctious-Putuer anwendbar zu sofortiger und nachhaltiger Ver­nichtung aller gesundheitsschädlichen und übel­riechenden Ausdünstungen, sowie Modergeruch in Wohngelaffen, Stellungen, Aborten, Pissoirs rc., per Kilo 30 Ps, in 1 Kilo-Blechbüchsen zu haben bei

Jean Hestermann,

5774 10 Nürnbergerstraße 10.