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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Nr. 148.

Mittwoch den 29. Juni

1881.

MonnemmLs Einladung.

Auf das mit dem 1. Juli d. I. beginnende neue Abonnement des

Hanauer Anzeiger,

amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau, welcher im Verlage des hiesigen Waisenhauses

täglich mitAnLertMungMatt" Samstags mit derProvinzial- Correspondenz" erscheint, erlauben wir uns hierdurch ergebenst einzuladen.

Wir werden auch in diesem Quartal bemüht sein, unsere geehrten Leser stets mit den neuesten und wichtigsten politischen sowie pro­vinziellen und lokalen Ereignissen aus dem Laufenden zu erhalten, ebenso den Vorkommnissen auf dem Gebiete des Handels und der In­dustrie unsere besondere Aufmerksamkeit schenken.

Für das Unterhaltungsblatt werden nur interessante und span­nende Novellen erworben, ebenso für reiches Manichfaltige Sorge getragen.

Die große und stetig wachsende Abonnentenzahl unseres Blattes ist die beste Garantie, daß Annoncen jeder Art im

Hanauer Anzeiger weiteste Verbreitung finden und von wirksamstem Erfolg sind.

Abonnementspreis Mk. 2.25, für auswärts noch ein geringer Postzuschlag.

Nicht gekündigte Abonnements gelten als stillschweigend erneuert.

Bestellungen nehmen alle Postanstalten sowie die Expedition, Waisenhaus (Hammergasse 9) entgegen.

Die Expedition desHanauer Anzeiger".

' Amtliches.

Bekanntmachung.

Mit Bezug auf meine Bekanntmachung vom 17. März er. bringe ich zur öffentlichen Kenntniß, daß der Königliche Commissarius für die Verwaltung des bischöflichen Vermögens in der Diözese Fulda Landrath Cornelius weiteren Urlaub bis zum 1. August er. erhalten hat und zu dessen Stellvertreter in dem genannten Commissarium vom 1. Juli er. ab der Regierungs-Referendar Müller zu Kassel ernannt worden ist.

Kassel, den 21. Juni 1881.

Der Ober-Präsident

______________von Ende.______________________

Durch Verfügung Königlicher Regierung zu Kassel vom 28. dieses Monats ist das socialdemokratische FlugblattAn die Wähler des Wahlkreises Hanau, Gelnhausen, Orb", herausgegeben von demSo­cialistischen Wahlcomitö" und gedruckt in der Vereinsdruckerei in Hot- tingen-Zürich in der Schweiz auf Grund der §§. 11 und 12 des Reichs­gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 verboten worden.

Hanau am 28. Juni 1881.

Der Landrath

B e k a n n t m a ch u n g.

Bei der Postagentur in Friedewald wird am 23. d. Mts. der Telegraphendienst mit Fernsprechbetrieb eröffnet.

Kassel, 22. Juni 1881.

Der Kaiserliche c. Ober-Postdirektor, zur Linde.

T a st e s s ch a n.

Berlin, 28. Juni. Das Befinden Ihrer Majestät der Kaise­rin und Königin, welches in Folge eines plötzlich aufgetretenen Leidens gestern die Konsultation des Geheimen Medizinal-Raths Professor Dr.

Busch aus Bonn und die Vornahme eines erheblichen operativen Ein­griffs erforderte, ist den Umständen nach im Allgemeinen befriedigend, doch wird Ihre Majestät noch längerer Ruhe und Schonung bedürfen. Heute Mittags 12 Uhr wurde in Coblenz folgendes Bulletin aus­gegeben: Ihre Majestät die Kaiserin hat die Nacht unruhig verbracht, das Fieber jedoch ist mäßig und das Aussehen der Operationswunde zufriedenstellend. Busch. Veiten, v. Lauer. Schliep.

Berlin, 28. Juni. Ihre Königl. Hoheiten der Landgraf und die Landgräfin Friedrich von Hessen nebst der Prinzessin Tochter Elisa­beth trafen zur Theilnahme an der Geburtstagsfeier Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Karl gestern Abend von Schloß Panker in Holstein hier ein und reisten, ohne in Berlin sich aufzuhalten, sofort nach Potsdam weiter, woselbst Höchstdieselben während der Dauer ihrer Anwesenheit bei Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Karl auf Schloß Glinike Woh­nung genommen haben. Im Laufe des heutigen Tages begrüßten die Landgräflich hessischen Herrschaften die in Potsdam und der Umgegend gegenwärtig residirenden Mitglieder der Königlichen Familie. (Post)

Mit Genehmigung Sr. Majestät des Kaisers und Königs hat der Königliche Gesandte z. D. Graf zu Limburg-Stirum die Leitung der Geschäfte des Auswärtigen Amts an den von feinem Urlaube zurückge­kehrten Unterstaatssekretär Dr Busch übergeben.

DerR. u. St-A." Nr. 148 veröffentlicht folgende Bekannt­machung des Reichskanzlers:In Folge einer zwischen der Kaiserlich deutschen und der Königlich italienischen Regierung getroffenen Verein­barung bleiben der zwischen dem Zollverein und Italien geschlossene Handelsvertrag vom 31. Dezember 1865 und die Schifffahrts-Konven- tion vom 14. Oktober 1867 bis zum 31. Dezember 1881 in Kraft.

DerR. u. St.-A." veröffentlicht folgenden Erlaß des Königl. sächsischen Gesammt-Ministeriums, d. d. Dresden, den 27. Juni 1881: Auf Grund des §. 28 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Be­strebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird mit Ge­nehmigung des Bundesrathes für die Dauer eines Jahres angeordnet, wie folgt: §. 1. Personen, von denen eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung zu besorgen ist, kann der Aufenthalt in Leip­zig und in dem Bezirke der Amtshauptmannschaft Leipzig von der Lan­despolizeibehörde versagt werden. §. 2. Vorstehende Anordnung tritt mit dem 29. d. Mts. in Kraft."

Bekanntmachung auf Grund des Reichsgefetzes vom 21. Oktober 1878. Nach demR.- u. St.-A." Nr. 148 wurde unterm 27. Juni verboten: die Druckschrift: Rede des Reichstagsabgeordneten A. Bebel über das Unfallversicherungsgesetz. Gehalten in der Reichstagssitzung vom 4. April 1881. Aus dem amtlichen stenographischen Bericht. Schweiz, Vereinsbuchdruckerei Hottingen-Zürich.

EH wird als möglich angesehen, daß der Reichskanzler Fürst Bismarck Berlin vorläufig nicht verläßt; sein körperliches Befinden ge­stattet eine Verlegung des Wohnsitzes noch nicht. Wie die Kreuzztg. hört, wird frühestens nach acht Tagen von den Aerzten bestimmt werden können, wohin sich der Kanzler zu begeben habe. Vorläufig ist er ge­nöthigt, das Zimmer zu hüten und in jeder Beziehung sich zu schonen.

Der Verein deutscher Studenten in Breslau hat auf ein an den Reichskanzler Fürsten Bismarck gerichtetes Begrüßungs-Telegramm am 27. d. M. folgende, von derSchlesischen Zeitung" veröffentlichte tele­graphische Antwort empfangen:Ich danke herzlich für Ihren freund­lichen Gruß, an dem sich meine Hoffnung stärkt, daß der nationale Sinn der deutschen Jugend in Zukunft unserm Vaterlande den inneren Frie­den bringen werde, den die Vertreter der mit mir absterbenden Genera­tion auf dem Boden des neu erstandenen Deutschen Reichs nicht gefun­den haben, von Bismarck."

München, 28. Juni. (K. Z.) König Ludwig ist heute Nacht über Buchloe und Lindau nach der Schweiz abgereist.

London, 27. Juni. Nach hier eingegangenen Nachrichten aus Oldbury haben heute gegen 30 000 Nagelfabrikarbeiter in den Graf­schaften Stafford und Worcester die Arbeit eingestellt. Dieselben ver­langen eine Lohnerhöhung von 30 pCt.

London, 28. Juni. (K. Z.) Im Parlament ist das Blau­buch ausgegeben worden, welches über die Unterhandlungen und die