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* Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und GamstagS mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Mittwoch den 25. Mai
1881.
Amtliches.
Gefunden: Ein Gewerbepatent, ausgestellt im Großh. Hessen auf den Namen Philipp Däpp 3er zu Wenings.
Entflogen: Eine roth-geherzte englische Taube.
Entlaufen: Ein braun gelber, 17t Jahre alter Leonberger; dem Wiederbringer eine Belohnung.
Zugelaufen: Am 22. ds. Mts. ein großer hellgelber Hund, m. Geschlechts.
Hanau am 25. Mai 1881.
Aus Königl. Landrathsamt.
Tagesschau.
— Berlin, 24. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen gestern Nachmittag den Vortrag des Reichskanzlers Fürsten Bismarck entgegen, besichtigten heute die kombinirte Garde-Jnfanterie- Brigade auf dem Tempelhofer Felde und hörten die Vorträge des Polizei-Präsidenten von Madai, des Chefs der Admiralität von Slosch und des General-Adjutanten von Albedyll.
— Berlin, 24. Mai. Se Excellenz der Präsident des Reichsbank-Direktoriums, Wirkliche Geheime Rath von Dechend ist von Frankfurt a. M. kommend, hier eingelroffen.
— Berlin, 23. Mai. Heute Mittag wurde der deutsch-österreichische Meistbegünstigungsvertrag für Deutschland von dem Staatssekretär Bötticher, für Oesterreich vom Grafen Wolkenstein unterzeichnet.
— Berlin, 24. Mai. (K. Z.) Der gestern Abend auf fünf Jahre abgeschlossene schweizerische Handelsvertrag tritt kommenden 1. Juli in Kraft. Erfolgt vor dem Abläufe keine rechtzeitige Kündigung, fo bleibt der Vertrag noch für ein Jahr in Geltung. Der gestern Mittag für sechs Jahre abgeschlossene österreichische Handelsvertrag soll eine frühere Kündigung nach einigen Jahren zulassen.
— Berlin, 24. Mai. (Reichstag, 48. Sitzung.) Nach Erledigung einer Rechnungsvorlage und einer Wahlprüfung, in welcher das Mandat des zum Ministerialrath ernannten Abg. v. Knapp (4. württembergischer) für fortdauernd erklärt wird, folgt dritte Berathung der deutsch-chinesischen Handelskonvention, welche einstimmig en bloc genehmigt wird. Es folgt erste Lesung des Nachtragselats, betreffend Volkswirthschaftsrath u. s. w., zu der Niemand das Wort nimmt. Das Haus tritt in die zweite Lesung. Zum Titel Diäten und Reisekosten der Mitglieder des Volkswirthschastsraths 84,000 M. nimmt Sonnemann das Wort, um die ganze Institution als verfehlt hinzustellen und Ablehnung zu beantragen. Die Position wird nach längerer Debatte einer Commission von 14 Mitglieder überwiesen. (K. Z.)
— In der gestrigen parlamentarischen Soiree äußerte sich der Reichskanzler Fürst Bismarck über das Unfallversicherungsgesetz in ebenso gemäßigter als entschiedener Weise. „Ich schreibe "meinen Namen unter kein Gesetz, welches eine Belastung des armen Arbeiters enthält." So erklärte er ausdrücklich unter Bezugnahme auf die Heranziehung der Arbeiter zu eigenen Beiträgen bei der Versicherung gegen Unfall. In sehr eingehender Weise verbreitete sich der Kanzler über die Gedanken, welche er zum Theil in seiner Reichstagsrede gestreift oder erörtert hatte. Auf eine befriedigende Einigung mit dem gegenwärtigen Reichstage über dieses neue und schwierige Thema rechne er kaum; er lege aber höchsten Werth auf sachliche Diskussion des Themas und wünsche hauptsächlich zu wissen, ob er bei praktisch christlicher Lösung der sozialen Frage den richtigen Weg eingeschlagen habe, in das richtige Geleise gekommen sei. Seiner Meinung nach liege der Sieg über die lügenhaften Versprechungen und schwindelhaften Ideen, mit welchen die Führer der Sozialdemo- kratie die Arbeitermassen ködern, namentlich in dem thatkräftigen Beweise, daß der Staat oder wie er in Parenthese beifügte, bei uns wird man sagen: der König, sich der winhschaftlich Schwachen und Bedrängten annehme, indem er ihnen Theilnahme und Schutz beweise. Einem zum Krüppel Gewordenen müsse eine an seiner Person haftende Rente gesichert werden, damit er in seinem Elend nicht verstoßen und verlassen werde, sondern für eine Haushaltung ein, wenn auch geringen Nutzen bringendes Glied sei. Die Idee, aus gleichartigen Berussklassen Ver- bande zu bilden, und damit namentlich die landwirthschaftlichen Arbeiter künftighin der Wohlthaten der Versicherung theilhaft werden zu lassen,
führte der Kanzler plastisch aus und erregte damit lebhaften Beifall seines Auditoriums. Bezüglich der Versicherungsanstalten, welche nicht das Reich, sondern die einzelnen Staaten gründen sollen, sprach sich der Kanzler zuversichtlich dahin aus, die kleineren Anstalten dieser Art würden sich als nicht lebensfähig erweisen und der Uebergang in Eine große Anstalt sich naturnothwendig und von selbst vollziehen. Damit würde sein Wunsch: eine Reichsanstalt zu gewinnen, erreicht werden. Sehr klar betonte der Kanzler, daß er für die nächsten Wahlen grade die Gedanken dieses Gesetzes von hervorragendem Gewicht erachte und seinerseits nicht ermangeln werde, dieselben in die Agitation hineinzubringen.
(Post.)
— Am 21. d. M. ist der Direktor im Ministerium des Innern, Präsident des Kuratoriums der preußischen Renten-Versicherungsanstalt, Wirkliche Geheime Ober-Regierungs-Rath Ribbeck in Montreux verstorben.
— Gotteslästerliche Aeußerungen, die in einem Omnibus (Pferdebahnwagen, Effenbahncoup^ rc.) von einem Fahrgast den anderen gerade mitfahrenden Fahrgästen gegenüber gemacht werden, sind, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, III. Strafsenats, vom 26. März d. I., als öffentliche Gotteslästerung zu bestrafen.
— Der Einsender einer in dem Jnseratentheil einer Zeitung veröffentlichten Annonce ist nach einem Erkenntniß des Reichsgericht, III. Strafsenats, vom 26. März d. I., aus §. 184 Strafgesetzbuchs strafbar, wenn aus dem Zusammenhänge und dem verhüllten Sinn der Annonce ihre unzüchtige Bedeutung thatsächlich hergeleitet werden kann, wenngleich die einzelnen Worte an sich nichts Unzüchtiges darstellen.
— Wie der Justizminister amtlich mittheilt sind von 9 Städten, darunter auch Herford, aus dem Kreise der Gerichtseingeseffenen, insbesondere auch von den städtischen Vertretungen Wünsche nach Niederlassung von Rechtsanwalten ausgesprochen worden. Derselbe Minister hat durch Verfügung vom 12. d. Mts. den Justizbehörden ein Verzeich- viß der der Justizverwaltung zur Verfügung stehenden Fonds mit den Bezeichnungen, welche der laufende Jshresetat enthält, zur Kenntniß gebracht, wozu die Kapitel und Titel des letzteren angegeben sind. (D. T.)
— In Gladbach läßt die Polizeibehörde seit einigen Wochen an Sonntagen Vor- und Nachmittags Streifpatrouillen durch die Wälder gehen, um hauptsächlich den Vogelfängern das Handwerk zu legen. Die Einrichtung verdient Nachahmung.
— König Ludwig von Bayern hat in seinem Landtagsabschied vom 19. Mai d. M. es ausdrücklich hervorgehoben, daß er in dem Zurück- treten der Parteigegensätze im Landtage ein Zeichen der Rückkehr jenes inneren Friedens sehe, durch welche eine gedeihliche Entwickelung bedingt sei.
j~ Der Gewerbebetrieb der sog. Wanderlager hat, seitdem die Thüringischen Staaten fast durchgehends hohe Steuern auf diese Schleuderverkäufe gelegt haben, in Thüringen, nach der „Df.-Z." fast gänzlich aufgehört.
— Paris, 23. Mai. (K. Z.) Gambetta tritt erst morgen Abend feinen Ausflug nach Cahors an. Der Minister des Auswärtigen, Barthölemy Saint-Hilaire, wird heute vom „Voltaire" und von fast allen opportunistischen Blättern wegen eines Schreibens an die „Deutsche Revue" heftig angegriffen, in welchem er den Satz ausspricht, „Frankreich müsse der deutschen Regierung für ihre Haltung in der tunesischen Frage dankbar sein". Auch ist das Gerücht verbreitet, dieses Schreiben werde zu einem parlamentarischen Zwischenfall führen, doch glaube ich nicht daran. Bemerkt wurde heute auch ein Schreiben der Röpublique Franyaise aus Straßburg, worin die Lage der Eisaß-Lothringer in sehr schwarzen Farben geschildert wird.
— In Paris hat die Anglo French-Unionbank mit ihren sechzehn Filialen fallirt. Ihr Aktienkapital beträgt 12V- Millionen Francs.
— Dublin, 23. Mai. Der Sekretär der irischen Agrarliga, Brennan, ist heute Abend auf Grund des Zwangsgesetzes und unter der Beschuldigung, zu gewaltthätigen Handlungen aufgereizt zu haben, verhaftet worden.
— St. P etersburg, 24. Mai. (R. u. St.-A.) Der Kaiser empfing heute Mittag 12 Uhr in Gatschina eine aus 5 Mitgliedern der hiesigen jüdischen Gemeinde bestehende Deputation, au deren Spitze Ba-