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Hammer Ammer.

Zugleich AMtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Donnerstag den 12. Mar

Nr, 110.

Amtliches.

LandwiMschastÜcher Lrew-Verein zu Hanrm.

Nächste Versammlung Samstag den 14. Mai, Nachmittags

2^/s Uhr, im Gasthaus zumgoldenen Löwen" in Hanau.

Tagesordnung:

1) Geschäftliche Mittheilungen.

2) Vortragen des Rechnungsabschlusses und Ertheilen der Decharge an den Kassirer.

3) Besprechung, ob und wann ein landwirthschaftliches Fest, verbunden mit einer Viehausstellung, in Bergen abgehalten werden soll.

4) Anschaffung von Vieh- oder Brückenwaagen. Die Gemeinden, welche von dem Anerbieten des Vereins Gebrauch machen wollen, werden gebeten, sich bis dahin definitiv zu erklären.

5) Ernteaussichten. Referent: W. Koch, Bruderdiebacher-Hos; O. Münch, WilhelmsbaderHos; Bücgermstr. Kopp, Großkrotzenburg. Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Vor­stehenden gebeten.

Hanau am 6. Mai 1881.

Der Landrath.

Tagesschau.

^M^ DieBerliner Blätter" sind des gestrigen Buß- und Bet- tags halber heute nicht erschienen.

Berlin, 10. Mai. In der heute Nachmittag unter Vorsitz des Staatsministers v. Bötticher abgehaltenen Plenarsitzung des Bundes­rathes machte nach derKöln. Ztg." der Vorsitzende Mittheilung über die Beschlüsse des Reichstags: zu dem Entwurf eines Gesetzes über die Controle des Reichshaushalts und des Landeshaushalts von Elsaß- Lothringen für 1880/81, zu dem Entwurf eines Gesetzes für Elsaß- Lothringen über die Oeffentlichkeit der Verhandlungen und die Geschäfts- sprache des Landesausschusses, zu dem Entwurf eines Gesetzes über die Besteurung der Dienstwohnungen der Reichsbeamten. Für diese Gesetze wird die Genehmigung des Kaisers eingeholt werden, dagegen wurden die Beschlüsse des Reichstags wegen Abänderung des Gesetzes über die Naturalleistungen sür die bewaffnete Macht im Frieden als nicht an­nehmbar bezeichnet. Der Antrag des Reichstags in Betreff der Reblaus­convention soll dem Reichskanzler zur weiteren Veranlassung überwiesen werden. Der Gesetzentwurf wegen Abänderung des Zolltarifs kam gleich­falls zur Berathung und wurde dem Ausschusse für Zoll- und Steuer­wesen und sür Handel und Verkehr zur Vorberathung übergeben. Eine Vorlage über den Schutz nützlicher Vogelarten wurde dem zuständigen Ausschuß zugetheilt. Der Antrag Oldenburgs, betreffend die Anerkennt- niß über Zoll- und Steuervergütung für ausgeführten Zucker, gelangte gleichsam an einen Ausschuß zur Vorberathung. Ein Antrag, betreffend die Besetzung einer erledigten Stelle bei der Disciplinarkammer, wurde erledigt. Darauf kamen die bekannten Beschlüsse des Reichstags zu dem Entwurf eines Gesetzes wegen Abänderung der Reichsverfassung zur Be­sprechung. Die Ausschüsse sür Verfassung und Rechnungswesen, welchen dieser Gegenstand zur Vorentschließung übergeben war, erstatteten ihren Bericht, welchen sie heute in einer gemeinschaftlichen Sitzung aufgestellt hatteu. Die zu Peking am 31. März 1880 unterzeichnete Zusatzcon- Vention zu dem Freundschafts-, Scknfffahrts- und Handelsvetrage mit China wurde angenommen. Nach Erstattung des mündlichen Berichts des Ausschusses über die Zollbehandlung der von der Ausstellung sür Elektricität in Paris zurückkommenden deutschen Güter, welchen die Zoll­begünstigung zugestanden wurde, sand eine weitere Ernennung von Com- missarien zur Berathung von Vorlagen im Reichstage statt.

Ueber das Verhalten des preuß. Kultusministeriums zum Karls­ruher Lehrertag wird offiziös aus Berlin geschrieben:Oeffentlichen Nachrichten zufolge wird die sog. allgemeine deutsche Lehrerversammlung am 7. und 8. Juni d. J. in Karlsruhe ihre 24. Zusammenkunst hal­ten. Nach den Ergebnissen, welche die vorangegangenen Versammlungen

1881.

geliefert habeu, und in der Voraussicht, daß die bevorstehende Versamm­lung auch von preußischen Volksschullehrern besucht werden wird, hat der Kultusminister Veranlassung genommen, darauf aufmerksam zu machen, daß durch die Theilnahme an derartigen dem eigentlichen Beruf der Lehrer fremden Vereinigungen der regelmäßige Unterrichtsbetrieb in der öffentlichen Volksschule unter keinen Umständen eine Störung erlei­den darf. Der Minister hat daher angeordnet, daß keinem die erwähnte Versammlung besuchenden Lehrer zu dem Zwecke ein über die Pfingst- ferien hinaus reichender Urlaub ertheilt werden darf. Vielmehr ist streng darauf zu halten, daß der Unterricht sofort nach Beendigung der Ferien wieder ausgenommen wird."

In einer Wechselprozeßsache hat das Reichsgerichts, II. Civils., durch Urtheil vom 1. April d. I., folgende Rechtssätze ausgesprochen: 1) Ein regreßpflichtiger Wechselindossatar, welcher gegen Einsendung des vom Acceptanten nicht honorirten Wechsels und der Protesturkunde die Wechselsumme geleistet hat, kann auch ohne vorgängige Bewirkung der ihm nach Artikel 55 der Deutschen Wechselordnung freistehenden Durch- streichung der nachfolgenden Giris und blos auf Grund des Besitzes des Wechsels und der Protesturkunde die Rechte aus dem Wechsel, insbe­sondere auch dem Acceptanten gegenüber, geltend machen.Die Behaup­tung, die Klägerin (Jndossatarin) sei Mangels dieser Durchstreichung bei Zustellung der Klage nicht legitimirt gewesen und deshalb den Vorschrif- ten des Wechselprozesses nicht genügt, erweist sich als unbegründet." 2) Wird ein Nachsichtwechsel vom Acceptanten, durch Hervorheben eines bestimmten Kalendertages für die Zahlung in dem Acceptvermerk, in ei­nen Tagwechsel umgeschaffen, so wird dadurch dem Acceptanten gegen­über der Wechsel nicht unwirksam.

Fortwährend mehren sich die erfreulichen Nachrichten über Aus­zeichnungen, die deutschen Fabrikanten auf den australischen Weltaus­stellungen zu Theil geworden sind. So wird aus Melbourne jetzt ge­meldet, daß das dortige Preisgericht der Weltausstellung der Waffen- fabrik der Gebrüder Maurer u. Comp. in Oberndorf den ersten Preis für Waffen zuerkannt hat.

Dresden, 10. Mai. Heute Mittag ist nach vorausgegange­nem, zahlreich besuchten Gottesdienst die dritte evangelische Landessynode vom Kultusminister eröffnet worden. Zum Präsidenten wurde der Kam­merherr v. Zehmen, zum Stellvertreter desselben der Oberhofprediger Kohlschütter wiedergewählt. Heute Nachmittag findet größere Hoftafel im Residenzschlosse statt, zu welcher die Mitglieder der Landessynode ge­laden sind.

Wien, 11. Mai. DiePresse" bringt folgendes Telegramm aus Sofia von gestern: Karaveloff, welcher wichtige Correspondenzen an den Fürsten aus Deutschland und Rußland aufgefangen und zurückge- halten hat, wird wahrscheinlich vor Gericht gestellt werden. Heute Abend fand eine neue Kundgebung seitens der Veteranen vor dem Palaste des Fürsten statt. Der Sprecher sagte: Hoheit, wenn die Nationalver­sammlung Ihre Bedingungen nicht annimmt und Sie zurücktreten, so wird kein Bulgare etwas gegen Ihren Willen unternehmen, der auch der unsere ist; wenn einer sich Ihnen widersetzt, so ist er ein Verräther des Vaterlandes und wir werden ihn behandeln wie die Türken in Schipka." Der Fürst antwortete:Mein Banner ist das Vaterland." Eine Ab­ordnung begab sich hierauf zu Ehrenroth.

Paris, 11. Mai. (K. Z.) DaS morgen zur Vertheilung kommende Gclbbuch ist sehr umfangreich und enthält 233 Depeschen, die in drei Abtheilungen geordnet sind. Sie handeln unter anderem über den Zustand der algerischen Grenzen, über die Schwierigkeiten betreffs der Beschützung der Stationen, endlich über die Expedition gegen Tunis. Die Depeschen reichen herab bis zum 2. Mai. Das erste Aktenstück ist ein Rundschreiben Bartbölemys vom 9. Mai, das den allgemeinen Cha­rakter der französischen Politik in Tunis klarlegt und sich über Gründe und Endziel des jetzigen Unternehmens gegen Tunis verbreitet. Man versichert, daß ein Theil der Truppen vor Tunis augekommen und auf dem Marsche nach Bardo (dem Residenzschlosse des Beys, eine Stunde vor Tunis) sei; daß aber nicht die Rede davon fei, in Tunis selbst ein« zuziehen In hiesigen Regierungskreisen scheint man anzunehmen, daß das die Verhandlungen mit dem Bey erleichtern werde, um zu einem