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ZUgleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correfpondenz.
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Montag den 2. Mai
G. 101.
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Amtliches.
Für den am 23. Dezember 1863 geborenen Friedrich Schüler zu Neuwiedermuß ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanen- Verbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
Hanau am 27. April 1881.
Für den am 19. Juni 1862 geborenen Jakob Peter Klostermann zu Neuwiedermuß ist um Entlassung aus dem Preußischen Unter- thanen-Verbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
Hanau am 27. April 1881.
Der Landrath.
Tagesschau.
— Berlin, 30. April. (Reichstag, 37. Sitzung.) Eröffnung um 11 Uhr 25 Minuten. Die Gerichtskostenkommission hat sich koustitnirt und Lentz und v. Seydewitz (Bitterfeld) zu Präsidenten. Payer, und Frhr. v. Beaulieu zu Schriftführern gewählt. Die gestern abgebrochene zweite Berathung des Miethsteuergesetzes wird fortgesetzt. Dr. Forckenbeck nimmt die Berliner Stadtverwaltung gegen die gestrigen Ausführungen des Fürsten Bismarck in Schutz, um nicht aus seinem Schweigen Mißdeutungen aufkommen zu lassen, und legt actenmäßig die Ungerechtigkeit der Motive gegen die Berliner Verwaltung dar; ebenso die Inkorrektheiten in der Rede des Reichskanzlers bezüglich seiner Pferde- und Miethsteuer. Magistrat und Stadtverordneten-Versammlung verführen sachlich und weder politisch noch chicanös. Ein fortschrittlicher Ring existire nicht und könne in Berlin nicht existiren, da die Stadt auf ein einträchtiges Zusammenwirken aller Parteien angewiesen sei und die Oeffentlichkeit in der Verwaltung jede unberechtigte Herrschaft einer Partei unmöglich mache. Reichensperger (Crefeld) tritt für den Entwurf ein, den man ganz unpolitisch, rein vom praktischen Standpunkt aus beurtheilen und von diesem Standpunkte acceptabel finden müsse. Löwe (Berlin) vertheidigt, analog den Ausführungen Richters und Forckenbecks, die Integrität der Berliner Stadtverwaltung gegen des Reichskanzlers Angriffe, die von unlauteren Elementen gierig aufgegriffen und in der bekannten gehässigen Weise sructificirt würden, v. Kardorff ist für den Entwurf, der sehr geeignet sei, ein Streitobjekt aus der Welt zu schaffen, das schon viel böses Blut gemacht. Einen Eingriff in die kommunale Selbstständigkeit bedeute derselbe in keiner Weise. Windthorst ist von keiner Animosität gegen Berlin erfüllt, wird aber für den Entwurf stimmen. Derselbe gebe zu hochpolitischen Erwägungen, wie die Vorredner sie gemacht, keinen Anlaß. Vom Standpunkte sachlicher Erwägung acceptire er die Vorlage, sie werde vor mancherlei Mißdeutungen schützen. Die Diskussion wird geschlossen. Hasenclever koustatirt, excludirt zu sein; er habe sich gestern und heute rechtzeitig zum Worte gemeldet. Nach einem Schlußworte des Referenten v. Puttkamer (Lübben) folgt die Abstimmung. § 1 wird in namentlicher Abstimmung mit 110 gegen 104, §. 2 durch Zählen mit 105 gegen 95 Stimmen angenommen; ebenso der Rest des Gesetzentwurfes. Es folgt dritte Berathung der Vorlage über Oeffentlichkeit und Geschäftssprache des Landesausschusses von Elsaß- Lothringen. (K. Z.)
— Bekanntmachung auf Grund des Reichsgefetzes vom 21. Oktober 1878. Nach dem „R.- u. St.-A." Nr. 101 wurde unterm 28. April verboten: die Druckschrift: „Das rothe Gespenst und die Cäsaren". Ein Zeitgedicht. Dem tapferen Freiheilskämpjer Johann Philipp Becker in Genf gewidmet von A. Otto Walster. Selbstverlag des Verfassers. Druck von Wilh. Brummer in Dresden.
— Nach Beendigung der Berathungen der Kommission zur Ausarbeitung einer Militär Strafprozeß- Ortnung für das Deutsche Reich sind der General-Lieutenant Freiherr von Los, General-Adjutant Sr. Majestät des Kaisers und Königs und Commandeur der 5. Division, und die übrigen auswärtigen Mitglieder der Kommission von Berlin wieder abgereist.
— Karlsruhe, 30. April. (K. Z.) Die Frau Großherzogin ist heute Nachmittag zu längerem Aufenthalt nach Wiesbaden abgereist.
— Wien, 29. April. Das Abgeordnetenhaus hat die Konverti- rung der ungarischen Goldrente mit überwiegender Majorität genehmigt,
1881.
nachdem der Finanz-Minister die bezügliche Vorlage eingehend befürwortet hatte.
— Bellinzona, 28. April. Heute wurde der Kehrtunnel von Freggio bei Faido (Länge 1567 m) durchbrochen.
— Paris, 29. April. Der Unterrichtsminister beauftragte Jost, den Inspektor des Primärunterrichts in Paris, dem 24. Congreß der deutschen Schullehrer in Karlsruhe beizuwohnen.
— In T u n i s hat der Bey durch Maueranschlag bekannt gemacht, daß Jedem, der Hand an einen Christen legt, der Kopf abgeschlagen wird.
— In St. Louis wurde neulich John Peyton wegen Mordes „2ten Grades" nicht zum Tode, sondern zu 99 Jahren Zuchthaus ver- urtheilt. — Unserm deutschen Landsmann Friedrich Hecker, der ein guter Amerikaner geworden war, setzte der Staat Illinois ein öffentliches Denkmal. (D.-Z.)
Spezialtelegramme des „Deutschen Mo ntags-Blatt."
Paris, 1. Mai, 8 Uhr 16 Min. Vorm. Vom Kriegsschauplatze liegt nichts Neues vor. Die Krumirs ziehen sich nach dem südlichen Theile ihres Gebietes zurück in der Richtung auf den heiligen Berg Sidi Abdallah, der etwa 1000 Meter hoch ist und die ganze Gegend beherrscht. Alle Araber pflegen dorthin zu wallfahrten. Die Gegend um den Berg ist ganz unwegsam; es wird daher längere Zeit bis zum Angriff vergehen. Wie ossieiös verlautet, ist die Gefahr des Auf- standes in Algier vorläufig beseitigt.
Algier, 30. April. Ali Bey ist gestern in dem französischen Lager bei Souk-el-Arbe eingetroffen und hat dem General Logerot mitgetheilt, daß er mit den tunesischen Truppen nach Tunis zurückkehren werde. Man glaubt, daß General Logerot den Marsch nach Beja erst nach der Vereinigung seiner Truppen mit der Kolonne des Generals Dölebecque fortsetzen werde. — Bei einem von französischen Truppen ergriffenen Kurier ist ein Brief des Häuptlings der Tuaregs gefunden worden, in welchem dem Sultan in Konstantinopel die Ermordung der Mission des Oberst Flatters angezeigt und eine Belohnung dafür erbeten wird.
Wien, 1. Mai, 9 Uhr 50 Min. Vormittags. Nach offiziösen Andeutungen wäre die Frage betreffs des deutsch-österreichischen Handelsvertrages bereits geregelt. Das Provisorium wäre bis Ende 1881 verlängert ; im Uebrigen wäre ein bis Ende 1887 giltiger Handelsvertrag abgeschlossen, der am 1. Januar 1882 ins Leben zu treten haben würde. Der Handelsvertrag sowie die Verlängerung des Provisoriums würden dem Parlament bald zur Genehmigung vorgelegt werden.
Petersburg, 1. Mai, 1 Uhr 16 Min. Mittags. Man erzählt, dem General Skobeleff sei das Kommando des Gardekorps zugedacht; nach anderen Gerüchten sei er zum Nachfolger des Großfürsten Michael als Statthalter im Kaukasus designirt. — Den Redaktionen der hiesigen Zeitungen ist gestern ein Cirkular der Ober-Postverwaltung zugegangen, welches jegliche Mittheilung über jene unliebsamen Vorkommnisse an den Universitäten verbietet, welche der richterlichen Instanz unterstehen.
Lokales.
— Philippsruhe, 30. April. Seine Königl Hoheit der Groß- Herzog von Mecklenburg-Schwerin ist in Begleitung Seines Adjudauten, Prem.-Lieut. von Gnndlach, heute Morgen nach Darmstadt abgereist.
Während des 4tägigen Jagdausenthalts zu Schloß Ado.fseck bei Fulda wurden im Jagdrevier Nonnenrod erlegt: von S. K. H. dem Großherzoge von Mecklenburg 3 Auerhähue; von S. K. H. dem Landgrafen 2 und von S. Großh. H. dem Prinzen Alexander von Hessen 1 Auerhahn. Auch Graf von Altenkirchen erlegte ebenfalls 1 Auerhahii, zusammen 7 Stück.
Hanau, den 2. Mai
Jubiläum zweier Ehrenmänner.
In dem aus's Sinnigste geschmückten Sortirsaale der Fues'schen Papierfabrik sand gestern Vormittag gegen D2I2 Uhr die schon vor einigen Tagen erwähnte Jubiläumsfeier der Herren Georg H a x von