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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzral- Korrespondenz.
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Nr. 77.
Freitag den 1. April
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Aus das mit dem 1. April d. J. beginnende neue Abonnement auf den
Hanauer Anzeiger,
amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau, welcher im Verlage des hiesigen Waisenhauses täglich mit Unter- Haltungsblatt und Samstags mit der „Provinzial-Correspondenz" als Gratis-Beilage erscheint, erlauben wir uns hierdurch ergebenst einzuladen.
Wir werden auch in diesem Quartal unser Hauptaugenmerk darauf richten, unsere geschätzten Leser mit den neuesten und wichtigsten politischen und provinziellen Tagesereignissen schnellstens bekannt zu machen, auch den städtischen Vorkommnissen stets unsere besondere Aufmerksamkeit schenken und ebenso amtliche und kirchliche Nachrichten und sonstiges Wissenswerthe auf dem Gebiete des Handels und der Industrie bringen.
Für das Unterhaltungsblatt erwerben wir stets interessante und fesselnde Romane rc.
Die große und stetig wachsende Abonnentenzahl unseres Blattes ist die beste Garantie, daß Anzeigen und Bekanntmachungen jeder Art im
Hanauer Anzeiger weiteste Verbreitung finden und von wirksamstem Erfolg sind.
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Die Expedition des „Hanauer Anzeiger". Amtliches.
Durch Verfügung Königlicher Regierung zu Cassel vom 26. März c. ist das sozialistische Flugblatt „An die Wähler des Wahlkreises Hanau, Gelnhausen, Orb", herausgegeben von dem „Sozialistischen Wahlcomitö" und gedruckt in der Vereinsbuchdruckerei in Hottingen- Zürich, aus Grund der §§. 11 und 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 verboten worden.
Hanau am 31. März 1881.
Der Cigarrenmacher Caspar Blumöhr aus Kleinsteinheim, hier wohnhaft, hat für sich und Familie um Paß nach Amerika gebeten.
Hanau am 1. April 1881.
__________________________Der Landrath.__________________________
Tagesscha«.
— Berlin, 31. März. Se. Königliche Hoheit der Landgraf Friedrich von Hessen traf heute Morgen von den Beisetzungsfeierlichkeiten aus St. Petersburg hier ein und setzte vom Potsdamer Bahnhöfe aus die Reise nach Schloß Philippsruhe fort.
— Berlin, 31. März. Der General der Kavallerie, Frhr. von Schlotheim, kommandirender General des XI. Armee-Corps, welcher auf der Rückreise von St. Petersburg hier eingetroffen war, hat sich nach Cassel zurückbegeben.
— Berlin, 31. März. Präsident v. Goßler eröffnet die 26. Sitzung deS Reichstages um 12 Uhr 25 Min. Die gestern abgebrochene Debatte über Ausführung des Socialistengesetzes wird fortge- setzt. Wolffson tritt für die Legalität und Loyalität der Ausführung des Socialistengesetzes in Hamburg ein, wenn auch Mißgriffe vorgekom- men seien, worauf auch der Hamburger Bundesbevollmächtigte Versmann Anlaß nimmt, die auf Hamburg bezüglichen Angaben Auers aus der
gestrigen Sitzung zu bekämpfen. Payer führt aus, daß die in der Denkschrift ausgeführten Gründe nicht ausreichen, um die Verhängung des Belagerungszustandes über Hamburg zu rechtfertigen. Redner polemi- sirt gegen die gestrigen Ausführungen Puttkamers, die über das Ziel hinausgehen. Bundesbevollmächtigter Maybach vertheidigt mit Bezug auf die gestrige Kardorffsche Rede das Verfahren der königlich preußischen Behörden gegenüber Stumms Maßnahmen gegen das Neunkirchener Tageblatt. Stumm legt die bezüglichen Vorgänge dar und bleibt dabei, korrekt gehandelt zu haben und zu Unrecht von der Regierung im Stich gelassen zu sein. Nach beendeter Debatte wurde die Rechtfertigungsschrift zur Kenntniß genommen und hierauf in zweiter Lesung das Pensionsgesetz für Hinterbliebene der Reichsbeamten nach den Beschlüssen der Commission angenommen. (K. Z.)
— Berlin, 30. März. Nachdem die Verwaltung und der Betrieb der Köln-Mindener und der Rheinischen Eisenbahn auf Grund der Gesetze dem Staate zugefallen, haben die Minister der Finanzen, des Innern und der öffentlichen Arbeiten es jüngst für unzulässig erklärt, den mit einem Reisekosten-Atzersum ausgestatteten Baubeamten, Landräthen u. s. w. für die Wahrnehmung von Lokalterminen in Enteig- nungs-Angelegenheiten der genannten Eisenbahn noch besondere Tagegelder und Reisekosten zu gewähren. Diese aus Anlaß eines besondern Falles getroffene Anordnung hat jedenfalls auch für die anderen verstaatlichten Eisenbahnen volle Geltung. (K. Z.)
— Der „R. u. St.-A." Nr. 77 publizirt: Gesetz, betreffend das Fideikommißvermögen des vormals Kurfürstlich hessischen Hauses. Vom 16. März 1881.
— Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878. Nach dem „R- u. St.-A." Nr. 77 wurden unterm 29. und
30. März verboten: 1) das auf die Münchener Verhältnisse sich beziehende, zwei Druckseiten umfassende und in der schweizerischen Vereinsbuchdruckerei Hottingen-Zürich gedruckte Flugblatt mit den Eingangsworten: „Reichstagswähler! Wenige Monate noch und wir werden wieder an die Urne gerufen rc.". — 2) die von Th. Krämer in Hamburg verlegte und redigirte Probenummer: „Allgemeine Nachrichten für Hamburg, Alton« und Umgebung" und das angekündigte fernere Erscheiuen dieser periodischen Druckschrift.
— Die neuen preußischen Stempelmarken zu Va bis 6 Mk. haben dieselbe Form, Zeichnung und Grundfarbe (braunroth) wie die bisherigen Stempelmarken zu 6a bis 6 Mk. und unterscheiden sich von letzteren nur dadurch, daß der Ausdruck der Werthzahl nicht mehr in schwarzer, sondern in karminrother Farbe, und zwar in größeren Ziffern als bisher und mit der Bezeichnung M zu beiden Seiten der Werthrahl ausgeführt ist.
— Kopenhagen, 31. März. Die gegen die sozialistische Zeitung „Herolden" erhobene Anklage stützt sich außer auf Beleidigungen gegen den Kaiser von Rußland auch auf Beleidigungen, welche gegen den Deutschen Kaiser gerichtet waren.
— London, 31. März. (R. u. St.-A.) Lord Beaconsfield hatte im Laufe des gestrigen Tages mehrere Paroxysmen; sein Befinden war am Abend nicht so gut als am Morgen, so daß der Arzt es sür nöthig hielt, während der Nacht bei dem Kranken zu bleiben. — Der deutsche Sszialdemokrat Most ist gestern verhaftet und die Druckerei der „Freiheit" polizeilich geschlossen worden. Heute findet das erste Verhör vor dem Polizeirichter statt. Die Anklage lautet auf Aufwiegelung des Volkes eines fremden Staates zur Empörung und Rebellion. Die deutschen Sozialdemokraten beabsichtigen eine Versammlung abzuhalten, um gegen die Verhaftung Most's und die Unterdrückung der „Freiheit" zu Protestiren.
— London, 31. März. (K. Z.) Von glaubwürdiger Seite erfahre ich, daß Deutschland keinerlei officielle Schritte zur Verfolgung der „Freiheit" gethan hat. Der Haftbefehl ist aus eigenem Antriebe der Regierung hervorgegangen. Gladstone ist empört über das Treiben der Nihilisten und den Mißbrauch der Gastfreundschaft Englands. Auch im Publikum ist seit dem Sprengversuche am Mansionhouse eine starke Reaktion in der Beurtheilung politischer Verschwörer erfolgt. Aeußer- lich wird die Verfolgung damit eingeleitet, daß erst seit Jahresfrist die