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— Herr A. Hommel, der frühere Direktor unseres Stadttheaters, hat, wie wir hören, zu dem am 28. d. Mts. stattfindenden Concert des Weins'schen Gesangvereins die Deklamation übernommen, und sreut es uns, den Meister in diesem Fach, nach langer Unterbrechung, einmal wieder in die Oeffentlichkeit treten zu sehen.

— Die „Franks. Ztg." schreibt: Straßburg, 17. März, 12Uhr 30 Min. Nachm. Auf Veranlassung des Frankfurter Vorstandes des Vereins deutscher Tabaksfabrikanten und -Händler war den Herren Su* can (in Firma Heinr. Oldenkott u. Comp.) in Hanau und Fritz Hirschhorn (Firma Julius Hirschhorn) in Mannheim gestern eine Audienz beim Statthalter von Elsaß-Lothringen behufs Vortrages der Beschwerden der deutschen Tabaksindustrie über die Straßburger Tabaks­manufaktur bewilligt worden. Die Audienz dauerte fast eine Stunde. Der Statthalter erkundigte sich eingehend mit der ihm eigenen Unpartei­lichkeit nach den einschlägigen Verhältnissen und betonte hauptsächlich, daß ihn in allen Beziehungen nur das Interesse der von ihm verwalte­ten Lande leite und daß er angesichts der vom Landesausschuß anstands­los für die Manufaktur gewährten größeren Summen bis jetzt anneh­men müsse, daß die Ausdehnung dieses Instituts im Interesse der Reichs­lande und vor Allem in dem der Pflanzer liege. Die dem Statthalter überreichten Eingaben des Vereins, welche die irrthümliche Ansicht, als sei die Manufaktur ein für Elsaß-Lothringen so gewinnbringendes Unter­nehmen, sächmännisch widerlegen, versprach derselbe einer eingehenden Prüfung unterwerfen zu wollen. Der von den Delegirten ausgesproche­nen Befürchtung, die Ausdehnung der Manufaktur geschehe nur zum Zweck der Vorbereitung des Monopols, widersprach der Statthalter un­ter wiederholtem Hinweis, daß für ihn absolut nur das speziell elsässi- sche Landesinteresse maßgebend sei.

— Für heute. Gemälde-Ausstellung des rheinischen Kunstver- eins im Akademiesaale; geöffnet von 10—12 Uhr Vormittags und von '2—5 Uhr Nachm. ■— Hanauer Stadttheater: Zum 2. Male: „Der Compagnon", Lustspiel in 4 Akten von A. L'Arronge; Anfang 7 Uhr. (Die erste Aufführung dieses neuen Stückes am vergangenen Sonntage erfreute sich in jeder Beziehung günstiger Aufnahme). — Geflügelzucht- Verein : Abends 8 Uhr Monatsversammlung im Vereinslokale.

—■ Kassel, 16. März. Unsere städtischen Schulen erfreuen sich mit Recht eines guten Rufes. Groß sind aber auch die Opfer, welche die Stadt Kassel zu bringen hat. Nach dem dem Bürgerausschusse vor­gelegten Etate wird der Stadtsäckel für 1881/82 wie folgt herangezo-

gen.

Es kostet der Stadt Kassel jeder Schüler:

1)

der Realschule erster Ordnung . . 58,2 Mk. jährlich

2)

der Realschule zweiter Ordnung . . 73,7 „ „

3)

der Bürgerknabenschule .... 50,5 „ „

4)

der höheren Töchterschule . . . 17,6 „ „

5)

der Töchterschule 1 38,4 „ „

6)

der Töchterschule II ... 37,5 „ „

7)

8)

der Freischulen.....43,9 „ „

der Vorschulklaffen der Gewerbe- und Handelsschule.....129,6 „ „

(H. M.)

— Kassel, 16. März. Es sind in den letzten Tagen in hiesiger Stadt mehrere falsche Einmarkstücke zum Vorschein gekommen, welche an der matten Präge, am Klänge und durch ihr fettiges Anfühlen leicht als falsch zu erkennen sind. Das Publikum wird, um sich vor Scha­den zu hüten, wohl thun, beim Empfange von Einmarkstücken aufmerk­sam zu sein. (C. Jl.)

— Marburg, 15. März. Nachdem schon seit längerer Zeit in allen größeren Städten Pferdemetzgereien entstanden sind und solche großen Anklang beim Publikum gefunden haben, werden solche jetzt auch in kleineren Städten errichtet. So ist vor einiger Zeit u. A. eine Pferde­schlächterei in dem nahen Friedberg errichtet worden, der Unternehmer soll gute Geschäfte machen und das minder bemittelte Publikum ist sehr erfreut, für weniger Geld als früher einen reichlicheren, öfteren und da­bei gesunden Fleischgenuß sich verschaffen zu können. Dem Vernehmen nach soll nun hier in Marburg demnächst auch eine Roßschlächterei er­richtet werden. (M. T.)

— Hofgeismar. Unter den Zugochsen des Gestüts Beberbeck ist, wie das „Kreisbl." unterm 10. d. Mts. mittheilt, die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

— Hersfeld, 14. März. Gestern feierten zwei hiesige Ehepaare das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Schneidermeister Johannes Schwarz im Steingraben und Schuhmachermeister Justus Winter am Johannesthor.

— Gudensberg, 11. März. In letzter Nacht stürzte, wahr­scheinlich in Folge des anhaltenden Regens, ein beträchtlicher Theil unserer altehrwürdigen Schloßruine jenseits der Stadt zusammen, und zu Thal, auf seinem Laufe Büsche, Bäume, die Umfriedigung und eine Laube des D.'schen Gartens zerschmetternd. (K. I.)

— Hünfeld, 16. März. Am 25. Februar d. I. wurde in ei­nem Gehöfte in Hünfeld die Maul- und Klauenseuche unter dem Rind­vieh konstatirt. In einem zweiten Gehöfte brach am 3. März die Maul-

und Klauenseuche um. ’ier Rindern aus. Die qu. Seuche wurde auf sämmtliche in dem fragU^ Stalle befindlichen Rinder übertragen. Die Ermittelungen über den Urfp. der Maul- und Klauenseuche blieben resultatlos. Am 6. März cr. ze.^ '-ch nach amtlicher Feststellung die Maul- und Klauenseuche unter zwei „ ^ in einem Gehöfte zu Burg- haun. Nach verschiedenen Mittheilungen ^wei Schweine kurz vor­her am Schweinemarkte zu Hünfeld angekaujr nach Burghaun ein­geführt worden. Bei den fraglichen Schweinen t)u. " ein Lahmgehen beobachtet und sollen sie auch bei dem Käufer ca. tu "^gen schlecht gefressen haben. Aus diesem Grunde ist der Verdacht krochen worden, daß die betreffenden Schweine die Maul- und Klaue,. 'e in das betreffende Gehöfte eingeschleppt hätten. Die Stadt Hünfeld i, Unternehmerin des Schweinemarktes und hat zur Beaufsichtigung desp. ben bis jetzt keinen beamteten Thierarzt beauftragt, obgleich nach §. 15 des Gesetzes vom 25. Juni 1875, betr. die Abwehr und Unterdrückung der Viehseuchen, alle Viehmärkte durch beamtete Thierärzte beaufsichtigt werden müssen. (H. M.)

— Das königl. Landrathsamt in Rinteln macht unterm 8. März Folgendes bekannt: Der am 17. v. M. erfolgte Tod des Landtagsab­geordneten Dr. Oetker macht eine Ersatzwahl erforderlich. Die Herren Ortsvorstände haben mit umgehender Post zu berichten, ob und welche der in 1879 gewählten Wahlmänner etwa durch Tod, Verzug in einen anderen Urwahlbezirk, oder durch andere Ursachen ausgefallen sind. Zu­gleich ist der Grund des Ausfalles anzugeben.

Aus der Umgegend.

— Frankfurt a. M., 17. M^. Heute Mittag spielten zwei Vorarbeiter auf der Frankfurter Gasfabrik (Gutleuthöfe) mit dem Gewehr des Wächters. Plötzlich ging es los und der Schuß traf den einen Arbeiter in die Brust. Die Wunde ist lebensgefährlich. Beide Leute, welche schon ein Decennium auf der Fabrik sind und im besten Einvernehmen lebten, find verheirathet. (Fr. Z.)

— Nach dem nunmehr auch von der Königl. Regierung geneh­migten Regulativ über die Erhebung von Abgaben für öffentliche Lust­barkeiten in hiesiger Stadt haben der Palmengarten und Zoologische Garten für ihre regelmäßigen Concerte an Steuern bis auf Weiteres je 1500 Mark jährlich zu entrichten. — Schon seit einigen Wochen wurde unter dem im hiesigen Viehhof eingestellten Hornvieh die Maul- und Klauenseuche bemerkt. Da man glaubte, die Sache werde schnell vorüber­gehen, so sah man sich im allgemeinen Interesse veranlaßt, kein Auf­heben davon zu machen, es verlautbarte, obschon die Krankheit bekannt war, in der Presse nichts, nun hat sich jedoch die Hoffnung, daß Alles rasch verlaufen werde, nicht verwirklicht. Die Polizei hat deshalb die Einstellung des mit dem Schlachtviehmarkt im Viehhof bisher verbunden gewesenen Nutz-Viehmarktes während der Dauer der Seuche angeordnet und ist das Feilhalten und Einstellen von Zucht- und Nutzvieh bei Strafe bis zu 150 M. verboten. (G.-A.)

— Offenbach, 17. März. Die Offenbacher Schiffbrücke ist heute Vormittag nach Ablauf des Hochwasfers im Main bei einem Wasserstand von 2,75 m, Offenbacher Pegel, wieder aufgefahren worden.

— Mainz, 15. März. Auf dem Bahnhof der Hessischen Lud­wigsbahn trafen heute 5000 Centner Stahlfchieneu von Krupp in Essen, für die Strecke Eberbach-Erbach bestimmt, ein; morgen werden sie an ihren Bestimmungsort abgehen und sofort verwandt werden. An der Umführung der Bahn um die Stadt wird jetzt rüstig gearbeitet. (W. Z.)

— M ainz, 15. März. Der Sohn eines hiesigen Metzgermeisters wurde gestern durch einen Ochsen, welcher geschlachtet werden sollte, in dem Schlachthaus gefährlich im Gesicht verletzt. Das Thier lag bereits zu Boden gestreckt, als es mit seinen Hinterbeinen austrat und dem jungen Mann, welcher sich über den Ochsen gebeugt hatte, einen solchen Tritt in das Gesicht versetzte, daß das Nasenbein gebrochen wurde. (N.)

— Mainz, 17. März. In der Gemarkung Hechtsheim ist unter den Pferden die Rotzkrankheit ausgebrochen. In einem Fall ist die Krankheit so heftig aufgetreten, daß das davon betroffene Pferd alsbald todtgeschlagen werden mußte. (Fr. Z.)

Verloosungen.

Russische 100-Rubel-Loose v. 1866. Bei der am 14. d. stattge- habten Verloosung fielen auf folgende Nummern höhere Gewinne: 200,000 Rubel auf Nr. 27 der Serie 6305; 75,000 Rubel auf Nr. 32 der Serie 821; 40,000 Rubel auf Nr. 10 der Serie 7820; 25,000 Rubel auf Nr. 10 der Serie 6329; 10,000 Rubel auf Nr. 41 der Serie 14165, Nr. 40 der Serie 5824 und auf Nr. 28 der Serie 8390; 8000 Rubel auf Nr. 11 der Serie 4527, Nr. 37 der Serie 11237, Nr. 35 der Serie 17203, Nr. 41 der Serie 4184 und auf Nr. 44 der Serie 18360; 5000 Rubel auf Nr. 44 der Serie 1139, Nr. 42 der Serie 2438, Nr. 29 der Serie 4725, Nr. 33 der Serie 12462, Nr. 47 der Serie 3540, Nr. 20 der Serie 3452, Nr. 48 der Serie 3220 und auf Nr. 29 der Serie 11515. Die Zahlung erfolgt am 13. Juni.