Abonnement?« Preis:
Jährlich 9 Mark. Halbj 4 M. 5V P. Vierteljährlich
2 Mark 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer 10 Pfg.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinziell-Correspondenz.
JnsertlonS-
Preis:
Die ifpaltige Garmondzeile ob. deren Raum
10 Pfg.
Die Lspalt. Zeile 20 Pfg.
Die 8spaltigeZeile
30 Pfg.
Samstag den 12. März
Nr. 60.
Amtliches.
N«ch §. 10 des Gesetzes vom 11. Februar 1870 (G. S. S. 85) sind die Kosten für die anderweite Regelung der Grundsteuer in den Provinzen Schleswig-Holstein, Hannover und Hessen-Nassau zu zwei Dritttheilen auf die Staatskasse übernommen, dagegen zu einem Dritt- theil aus der letzteren vorgeschossen worden, unter Vorbehalt der Wiedererstattung seitens der Grundeigenthümer.
Der Herr Finanzminister hat angeordnet, daß zum Zweck dieser Erstattung von den Steuerpflichtigen im Regierungsbezirk Cassel für das Etatsjahr 1881/82 ebenso wie im Vorjahre ein Verschlag von 11 Pfennigen von je einer Mark Grundsteuer erhoben werde, was wir mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß bringen, daß dieser Beischlag zugleich mit der nach §. 11 des vorerwähnten Gesetzes danach auf 3% desselben bemessenen Hebegebühr eingezogen werden wird.
Cassel, den 4. März 1881.
Königliche Regierung,
Abtheilung für direkte Steuern, Domainen und Forsten.______
Für den am 8. März 1864 zu Großauheim geborenen Ferdinand Gräf ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanenverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.
Hanau am 5. März 1881.
__________________________Der Landrath.___________________________
Tagesschau.
— Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: bis zur Wiederbesetzung der Stelle des Ministers des Innern die Führung der Geschäfte dieses Ministeriums dem Staats-Minister v. Puttkamer einstweilen zu übertragen.
— Berlin, 11. März. Das in der heutigen (11.) Sitzung des Reichstags zur Verlesung gelangte Dankschreiben II. MM. des Kaisers und der Kaiserin lautet:
„Die Glück- und Segenswünsche, welche der Gesammtvorstand des deutschen Reichstages bei der Vermählung Unseres geliebten Enkels, des Prinzen Wilhelm, Königl. Hoheit mit Ihrer Hoheit der Prinzessin Au- gusta Victoria zu Schleswig-Holstein Uns dargebracht hat, haben Uns auf' das Angenehmste berührt. Wir danken dem Gesammtvorstande für den Ausdruck seiner Theilnahme an dem für Uns und Unser Königl. Haus so freudigen Ereignisse von ganzem Herzen. Innig dankbar für Gottes reichen Segen, mit dem er Unsere und Unseres deutschen Vaterlandes Geschicke begleitet hat, bitten Wir um Ersüllung des von dem Gesammtvorstande ausgesprochenen Segenswunsches: daß der Allmächtige dem neuvermählten Paare zu allen Zeiten mit Kraft und Gnade beschirmend und beschützend beistehen möge. Berlin, 8. März 1881. Wilhelm. Augusta."
Hierauf trat das Haus in die Berathung einzelner Theile des Reichshaushaltsetats für 1881—82 ein, die an die Budgetkommission verwiesen waren.
— Berlin, 10. März. Officiös wird uns geschrieben: „Das Gesetz betreffend die gleichzeitige Berathung zweier Jahresbudgets ist heute in die Commission verwiesen worden und man nimmt an, daß das Eintreten der nichtpreußischen Bundesrathsmitglieder für die Auslassungen des Reichsschatzsecretärs auf diesen dem Zustandekommen des Gesetzes sörderlichen Beschluß von entscheidendem Einfluß gewesen seien.
— Berlin, 11. März. Die zur Theilnahme an dem in der Zeit vom 10. bis 30. d. Mts. hierselbst stattfindenden militärärztlichen Operations- resp, anatomischen Kursus kommandirten Assistenzärzte I. Klasse der Armee und Marine sind hier eingetroffen.
— Der „R.- u. St.-A." Nr. 60 veröffentlicht: Gesetz, betreffend die Herstellung mehrerer Eisenbahnen untergeordneter Bedeutung, vom 25. Februar 1881.
— Bekanntmachung auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878. Nach dem „R.- u. St.-A." Nr. 60 wurde unterm 11. März verboten: die ohne Angabe des Druckers erschienene, 16 Oktavseiten umfassende Flugschi ist mit der Ueberschrift: „Revolution oder Reform? Was foll die deutsche Sozialdemokratie thun?"
— Auf Grund des §. 1 Absatz 2 des Gesetzes, betreffend den
18*1.
dauernden Erlaß an Klassensteuer und klassifizirter Einkommensteuer rc., welches in nächster Zeit durch die Gesetz-Sammlung veröffentlicht werden wird, hat der Finanz-Minister durch Cirkularerlaß vom 5. d. M. bestimmt, daß die Klassensteuer der sämmtlichen Stufen und die klassifizirte Einkommensteuer der fünf untersten Stufen im Etatsjahre 1881/82 und bis auf Weiteres auch in jedem folgenden Etatsjahre für die drei letzten Monate (Januar, Februar, März) nicht erhoben wird.
— S. M. S. „Hertha", 19 Geschütze, Kommandant Kapitän zur See von Kall, ist am 10. März er. in Melbourne angekommen.
— Die „D.-Ztg." schreibt: Unsere Kriegsschiffe schwimmen nicht umsonst in den fernen Meeren; wo sie hinkommen, heben sie das Ansehen der Deutschen und bringen ihnen, wo nöthig, Schutz und Hülfe. Als Lima von den Chilenen beschossen und erstürmt wurde, legte sich die Corvette „Freya" in der Bucht von Ancon bei Cellao vor Anker und nahm 630 Deutsche und Oesterreicher an Bord, und nach der Wegnahme der Stadt sandte der Capitän v. Holleben bewaffnete Matrosen in die Stadt, um die Häuser der Deutschen vor Plünderung zu schützen. Die englischen, französischen und anderen Schiffe schlössen sich au, so daß immer 100 bewaffnete Matrosen die Fremden schützten.
— Paris, 10. März. Der Ministerrath vereinigten sich heute im Elysee. Der Rath beschäftigte sich mit den Veränderungen in der Rechnungsführung des außerordentlichen Kriegsbudgets, und es würbe beschlossen, anstatt wie früher bedeutende Credite im voraus, fortan nur jährliche Credite in den Grenzen der für das lausenne Jahr anerkannten Bedürfnisse, wie solches für das gewöhnliche Budget geschieht, zu verlangen.
— Londo n, 11. März. (K. Z.) An den Friedensverhandlungen mit den Boeren werden außer Wood der Gouverneur der Capcolo- nie Robinson und der Oberrichter de Villiers theilnehmen. Die Verlängerung der Waffenruhe ist wahrscheinlich.
— London, 11. März. (R.- u. St.-A.) Die „Daily News" erklärt die Nachricht, der englische Botschafter Göschen habe seine Abberufung nachgesucht, für unrichtig. — Das Gerücht von dem bervor- stehenden Eintritt Derbys in das Kabinet ist unbegründet. — Nachrichten aus der Kapstadt, vom 10. d., zufolge hat Carrington die Feind- feligkeiten wieder ausgenommen. Die Basutos setzten dem Vorrücken der Kolonialtruppen bedeutenden Widerstand entgegen.
— St. Petersburg, 11. März. (R.- u. St.-A.) Der „Go- los" meldet aus Odessa: Ungeachtet der von der Türkei getroffenen Maßregeln werden hier ebenfalls Vorsichtsmaßregeln gegen Einschleppung der Pest getroffen. Die Schiffe, die aus den asiatischen Häfen des schwarzen Meeres kommen, werden von jeder Verbindung mit den von anderen Häsen kommenden abgetrennt. Zu diesem Behufe ist ein besonderer Anlegeplatz, der von dem allgemeinen Anlegeplatz getrennt ist, errichtet; es sind zu diesem Zwecke 4000 Rubel ausgeworfen.
Lokales.
Hanau, den 12. März
Oeffentliche Sitzung des Gemeinde-Ausschusses vom 10. März 1881.
Anwesend die Herren: Oberbürgermeister Rauch, Vizebürgermeister Nickel, die Herren Stadträthe Backes, Deines, Heraeus, Huber, Pelissier, Steinheuer, Wiedersum und Zimmermann, Herr Gemeindeausschuß-Vorsteher Kehl, sowie die Herren Ausschußmitglieder Brenner, Friedgö, Gioth, Hengsberger, Dr. Heuser, Hoffmann, Hopff, Körner, Sanitätsrath Dr. Roll, Pannot, Spatz, Treusch, Una, Weber, Weishaupt, Wirth und Zeh.
Tagesordnung: I. Rechnungsablage; II. Feststellung des Haushaltungsplanes für das Jahr 1881/82.
I.
Die Rechnungen der Begräbnißkasse der Stadtkasse Ilh, IIa und I sowie die der städt. Sparkasse sind geprüft und richtig befunden und sind Einwendungen gegen dieselbe nicht erhoben worden. Sämmtliche Werthpapiere sind gleichfalls ordnungsmäßig nachrevidirt und richtig befunden.
Herr Oberbürgermeister Rauch gibt hierauf eine allgemeine Ueber-