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Donnerstag den 3. März
Nr. 52.
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Amtliches.
Für den zu Bockenheim am 27. März 1864 geborenen Friedrich August Friedrich ist um Entlassung aus dem Preußischen Staats- Verband, behufs Auswanderung nach Amerika, nachgesucht.
Hanau am 24. Februar 1881.
Das Gemeinderathsmitglied Jakob Rüg er IV. zu Langendiebach ist zum Stellvertreter des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Langendiebach bestellt. Der bisherige Stellvertreter hat sein Amt niedergelegt.
Hanau am 28. Februar 1881.
Der Landrath.
Gefunden: Ein Theil von einer Nähmaschine. Eine Knabenmütze. Eine schwarze Schürze mit Spitze. Ein großes Notizbuch über gelieferte Backwaaren. Ein französisches Buch mit der Inschrift Franz Hock. Ein gelber Fingerring. Eine Bleifeder mit weißem Halter. Ein Muff. Ein Portemonnaie mit Geld.
Hanau am 3. März 1881.
Aus Königl. Landrathsamt.
Tagesschau.
— Berlin, 2. März Prinz Wilhelm hielt an der Seite feiner Gemahlin gestern nach Empfang aller Deputationeu folgende Ansprache an die letzteren:
Es gereicht meiner Gemahlin und mir zur ganz besonderen Freude, dem herzlichen Danke für die unzähligen Beweise treuer Theilnahme, welche uns aus Anlaß unserer Vermählung aus allen Theilen unseres theuren Vaterlandes zugegangen sind, heute öffentlich Ausdruck geben zu können. Provinzen und Städte haben miteinander gewetteisert, uns durch werthvolle äußere Zeichen zu bezeugen, wie innig sich das gesammte Vaterland mit den Geschicken seines Fürstenhauses verbunden fühlt. Der herrliche Empfang, welchen die Haupistadt meiner Gemahlin bereitet hat, die treuen Wünsche, welche uns die Vertreter des deutschen Volkes, der Provinzen und Städte der Monarchie, der Universitäten, wie vieler anderer Körperschaften so eben ausgesprochen haben, werden uns unvergeßlich bleiben und.stets zu den schönsten Erinnerungen unseres Lebens zählen. Wir sind uns voll bewußt, daß alle diese Huldigungen nicht uns, sondern unserem Hause gelten, daß wir so viele Zeichen treuer Liebe erst durch ernste Pflichterfüllung zu verdienen haben. Die leuchtenden Tugenden unserer Vorfahren, das edle Vorbild, welches uns die Majestäten und das kronprinzliche Paar, unsere innigst geliebten Großeltern und Eltern, geben, sollen unser Leitsteru für das Leben sein. Dieses Gelöbniß bitten wir Sie, die berufenen Vertreter unseres weiteren und engeren Vaterlandes, von uns als schwachen Dank für so viele Zeichen treuer Liebe und Anhänglichkeit entgegenzunehmen und dem gesammten Vaterlande Kunde zu geben, daß unser ganzes Leben der Erfüllung un- ferer Pflichten gewidmet sein soll.
— Berlin, 2. März. (K. Z.) Wie verlautet, haben die hiesigen Vertreter Frankreichs und Amerikas gestern dem Auswärtigen Amt übereinstimmende Einladungen zur Betheiligung an einer auf den 19. April nach Paris einberufenen Conferenz zur Erörterung der Münz- und Währungsfrage überleben.
— Berlin, 1. März. Der Reichstag hatte den heutigen Tag den Commissionen überlassen. Mittags 1 Uhr begab sich eine Deputation desselben zur Beglückwünschung des Prinzen und der Prinzessin Wilhelm und zur Ueberreichung einer Adresse an das prinzliche Ehepaar vom Reichstags-Gebäude aus in das Königliche Schloß. Der Deputation gehörten an: die Abgg. Dr. v. Goßler, Frhr. v. Franckenstein, Ackermann (Dresden), v. Bernuth, v. Bennigsen, v. Heeremann, Löwe (Berlin), Dr. v. Schwartze, v. Tettau, Graf Kleist, Kochhann, Wiechmann, Weber, Möring, Richter (Meißen) und Bernardt. Präsident Dr. v. Goßler hielt die Ansprache. (Trib.)
— Berlin, 2. März. In der heutigen (7.) Plenar-Sitzung des Reichstages wurde die Denkschrift über die Ausführung der Anleihe- Gesetze für erledigt erklärt, die internationale Konvention betreffend den Austausch von Postpacketen ohne, Werthangabe in erster und zweiter Lesung nach kurzer Debatte genehmigt und die Novelle zum Gesetze betr.
1881.
die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden einer besonderen Kommission von 14 Mitgliedern überwiesen. Darauf wurde die zweite Berathung des Etats fortgesetzt. Die Debatte bewegte sich in ruhigen geschäftsmäßigen Grenzen und nahm einen verhältnißmäßig schnellen Fortgang. Beim Etat der Reichsjustizverwaltung wurde wiederum von allen Seiten Klage über die unerträglich hohen Gerichtskosten geführt, und demgemäß die Mittheilung des Staatssekretärs Dr. von Schelling, daß eventuell noch in dieser Session ein Entwurf, auf Revision des Gerichtskostengesetzes gerichtet, dem Reichstage zugehen werde, mit großem Interesse ausgenommen. Eine längere Debatte knüpfte sich auch an den Etat für das Reichseisenbahnamt und den allgemeinen Pensionsfonds. (Post)
— Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat durch Cirkularverfügung vom 25. August 1879 mehrfache Anordnungen zum Zweck der Einführung eines einheitlichen und abgekürzten Verfahrens bezüglich der Berechnungen in den Kostenanschlägen und Bauabrechnungen getroffen. Der Minister für Landwirthschaft rc. hat durch Cirkularerlaß vom 14. v. M. bestimmt, daß diese Anordnungen auch auf alle Bauangelegenheiten seines Ressorts Anwendung finden.
— Die für den Sommerkursus dieses Jahres zur Central-Turn- anstalt kommandirten Offiziere sind in Berlin eingetroffen.
— Das deutsche Reich hat nach der neuesten Zahlung 45,470,000 Einwohner, 2,745,000 mehr als nach der vorhergehenden Zahlung.
— Wie die Berl. Ztg. hört, ist es zwischen Fortschrittspartei und Sezessionisten zu einer Art Bündniß gekommen. Delezirte beider Fraktionen haben sich über 3 Punkte geeinigt: beide Fraktionen vereinigen sich, ohne im Uebrigeu ihre Selbstständigkeit aufzugeben, zu gemeinschaftlichen Berathungen in allen wichtigen Fragen; sie führen eine Verständigung über eine gemeinsame Taktik bei den nächsten, Wahlen, insbesondere über die von ihnen jetzt nicht besetzten Wahlkreise herbei; sie erlassen eine gemeinsame öffentliche Erklärung, um die feste Einigung der „entschieden Liberalen" zu bekunden.
•— Im Etat für den Reichstag werden dieses Mal als Entschädigung für die Freifahrt der Abg. nicht 75,000, sondern nur 48,000 M. verlangt. Nach dem Uebergang mehrerer Privatbahnen in den Staatsbetrieb ist durch Verhandlungen des Reichsschatzamtes mit der Vorsitzenden Direktion des Vereins der deutschen Privatbahnen die Pauschalent- schädigung, die den Verwaltungen der gedachten Eisenbahnen für Fahrten der Reichstagsabg. während der gegenwärtigen Session auf ihren Bahnstrecken aus der Reichskaffe zu zahlen sind, auf 18,000 M. für den 1. Monat der Freifahrtbewilligung und 6000 M. für jeden folgenden halben, bezw. angefangenen halben Monat festgestellt worden. Hiernach beträgt unter der üblichen Voraussetzung einer 3monatlichen Dauer der Session und unter Berücksichtigung der Gültigkeit der Fahrkarten von 8 Tagen vor Beginn bis 8 Tage nach Schluß der Session die den Pri- vatbahnverwaltungen zu zahlende Entschädigung 48,000 M.
— (Reichstagsdrucksachen.) Rickert, unterstützt durch die Sezessionisten und die Fortschr.-P., hat den Antrag eingereicht: den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß in Zukunft das Etatsgesetz für das Deutsche Reich früher festgestellt werde, als die Etatsge- fetze der Einzelstaaten. (Die Meinung geht dahin, den Reichstag künftig im Spätherbst, die Landtage nach Neujahr zu halten, damit diese in Bezug auf die Finanzen mit gegebenen Größen rechnen können.) — Dem Reichstag ist vorgelegt der Entwurf eines Gesetzes, betr. Abänderung des Gesetzes vom 13. Febr. 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden. (An die Stelle des 4. Abs. des §. 3 des Gesetzes über die Naturalleistungen soll nachstehende Vorschrift treten: „Die Stellung von Vorspann kann nur gefordert werden für die auf Märschen, in Lagern oder in Kantonirungen befindlichen Theile der bewaffneten Macht und nur insoweit, als der Bedarf nicht rechtzeitig durch die Militärverwaltung oder die Truppentheile selbst gegen einen Preis hat sichergestellt werden können, welcher den vom Bundesrath für den betreffenden Lieferungsverband festgestellten Vergütungssatz nicht über- steigt.") — Mendel, unterstützt von der Fortschr.-P., hat folg. Antrag eingebracht: Die Wahlprüfungskommission zu beauftragen, dem Reichstage über die am häufigsten vorkommenden Verstöße gegen das Wahlreglement vom 28. Mai 1870 und die mit Rücksicht darauf nothwendig erscheinenden Abänderungen des Wahlreglements Bericht zu erstatten. —