wurde Roques, welcher zu den jüngst Amnestirten gehört, mit 3530 Stimmen zum Deputirten gewählt; sein Gegenkandidat, der Republikaner Deschanel, erhielt nur 3288 Stimmen.
— London, 27. Febr. (R.- u. St.-A.) Nach einem Telegramm des Reuterschen Bureaus aus Newcastle, von heute Mittag, ging General Colley mit 6 Compagnien gestern Mitternacht von Mount Prospect aus vor und hatte eine links von Laingsneck gelegene Position des Feindes, Spitzkop, weggenommen. Während des ganzen heutigen Vormittags wurde Gewehrfeuer gehört, zwischen Laingsneck und der von Colley befehligten Truppenabtheilung sah man Boern in großer Anzahl.
— 28. Febr., früh. Weitere Meldungen des Reuterschen Bureaus aus Newcastle: Von gestern Nachmittag: Die englischen Truppen sind von Spitzkop wieder vertrieben worden. Große Verluste auf beiden Seiten. Mehrere englische Offiziere, darunter einige von hohem Range, sind ge- tödtet oder verwundet. — Von gestern Abend: Alle nach dem englischen Lager zurückkehrenden Verwundeten sagen, General Colley sei getödtet, laum 100 Engländer seien entkommen. Die Boern machten viermal einen Angriff auf den von den Engländern besetzten Hügel und standen auf dem Punkt, den Rückzug antreten zu müssen, als die Engländer durch den Mangel an Munition gezwungen wurden, sich ihrerseits zu- rückzuziehen.
Lokales.
Hanau, den 1. März.
— Am Sonntag Abend wurde einem in der Krämerstraße wohnenden Metzgermeister ein etwa 5pfündiger Schwartenmagen entwendet, der Dieb aber noch zu rechter Zeit eingeholt und ihm der fette Bissen wieder abgenommen. — Gestern suchte ein unbemerkt in das Gasthaus zur „Post" eingedrungener Dieb am Hellen Tage nach für ihn verwendbaren Gegenständen. Derselbe öffnete mittelst falscher Schlüssel mehrere Schränke im zweiten Stockwerk und füllte sich schließlich einen Sack mit Victualien aus den Vorräthen des Gasthausbesitzers. Doch auch hier hatten die Operationen für den Dieb keinen glücklichen Ausgang. Er wurde bemerkt und mußte mit Hinterlassung der bereits sicher erwähnten Beute in aller Eile zu entfliehen suchen, was ihm auch gelang.
— (Aufgepaßt!) Dieser Tage wurde in einer hiesigen Wirthschaft ein falsches 50-Pfg.-Stück vereinnahmt. Es dürften sich vielleicht noch mehrere seiner nichtsnutzigen Collegen in der Stadt herum treiben und Eingang zu verschaffen suchen.
— Der hierorts als Theaterkapellmeister und Violinvirtuose gewiß in gutem Andenken stehende Herr Beruh. Triebel wird am 10. d. M. im „Riesensaale" im Verein mit andern Künstler concertiren. Das hiesige Concert wird für uns noch an Reiz gewinnen, weil Herr J. G eissel ebenfalls seine Mitwirkung zugesagt hat. Ueber das von Herrn B. Triebe! vergangenen Dienstag zu Offenbach gegebene Concert schreibt die „Offenb. Ztg.":
„Das am Dienstag in der deutsch-katholischen Kirche abgehaltene Vocal- und Instrumental-Concert versammelte ein gewähltes Publikum, das die Nummern des Programms mit wachsendem Beifall auszeichnete. Als besonders hervorragend müssen wir die Leistungen des Herrn Kapellmeister Triebe! bezeichnen. Derselbe, als ein trefflicher Violinspieler bereits bekannt, bot in diesem Concerte ganz Ausgezeichnetes und darf sich mit dem Concert Nr. 8 von L. Spohr und mit der von ihm com- ponirten „Ungarischen Fantasie" kühn neben den Besten seines Faches stellen. Er fand nach dieser letztgenannten Nummer stürmischen Beifall. In Herrn Professor Huber lernten wir einen vorzüglichen Pianisten kennen, der zumal die Transkriptionen über den Faustwalzer von Liszt mit vollendeter Technik vortrug; sein Spiel ist voll Gefühl und Wärme und auf's feinste nuancirt kamen die einzelnen Tongebilde zur Geltung. Aber auch Herr Hofmusiker Erlenbach (Cello) und die Concertsängerin Fräul. Anna Bock fanden für ihre Leistungen reiche wohlverdiente Anerkennung.
— In unserem Nachbarorte Klein-Auheim hat Herr Max Philipps eme Kunstbutterfabrik (Magarin-) mit einem sehr bedeutenden Kostenaufwand errichtet. Das sehr fettreiche billige Fabrikat ist durch Herrn W. C. Heraeus untersucht und gut befunden worden, von Königl. Landrathsamt dahrer der Verkauf bereits amtlich gestattet. Wir bemerken noch, daß Herrn Heinrich Jörg zu Großauheim der Alleinverkauf übertragen besucht "^ saunte mit dieser Kunstbutter die hiesige Wochenmärkte
— Für heute. Hanauer Stadttheater: Kinder-Vorstellung: „Der Rattenfänger von Hameln"; Anfang 3 Uhr. — „Centralhalle": Fr.
Smräe-Vorstellung; Anfang 5'/-Uhr. — Geflügelzucht-Verein: Abends 8 Uhr Monatsversammlung im Vereinslokal zu den „3 Rin- ‘ Philharmonischer Verein: Abends 8 Uhr Kappenfahrt im „Nürnberger Hof". - Verein „Walhalle": Ebenfalls Kappenfahrt.
Auszug aus dem Central-Handels-Register.
(Eintragungen bei Königlichem Amtsgericht, Abthl. I zu Hanau.) m '^W'S6 vom 23. Februar d. J. ist in das Handelsregister zu Nr. 825 die Firma „I. Volk u. Co." dahier eingetragen. Inhaber
derselben sind die Goldarbeiter Johann Jakob Volk und Johann Friedrich Busch, welche dahier eine offene Handelsgesellschaft zur Fabrikation von goldenen Ketten seit 15. Januar d. I. gegründet haben.
— Bei den bevorstehenden Frühjahrskontrolversammlungen kommt die durch die inzwischen genehmigten Abänderungen der Heer- u. Wehrordnung getroffene Festsetzung zum ersten Male zur Ausführung, wonach zu den Frühjahrskontrolversammlungen außer sämmtlichen Dispositionsurlaubern und Reservisten auch alle Landwehrleute, mit Ausnahme derjenigen des Jahrgangs 1867, zu erscheinen haben.
.— Die Königliche Regierung zu Cassel hat bezüglich des gewerb- mäßigen Haltens von Kostkindern eine Polizeiverordnung für den Umfang ihres Verwaltungsbezirkes erlassen, welche mit dem 1. April d. I. in Kraft tritt. Nach derselben bedürfen Personen, welche gegen Ent- geld fremde noch nicht 16 Jahre alte Kinder in Kost und Pflege nehmen, dazu der Erlaubniß der Polizeibehörde und zwar in Städten seitens der Ortspolizeibhörde, in den Landgemeinden seitens des Landraths.
— Cassel, 25. Febr. Die erste diesjährige Schwurgerichtsperiode des Landgerichtsbezirks Cassel, zu welchem auch bekanntlich das Fürsten- thum Waldeck gehört, nimmt unter Vorsitz des Landgerichtsrath Hagemann Montag den 7. März ihren Anfang. Die Verhandlungen werden sich bis in die zweite Woche erstrecken, indem 8 bis 10 Fälle zur Aburtheilung voraussichtlich gelangen werden. Außer zwei Strafsachen wegen vorsätzlicher Brandstiftung, sowie wegen Mordversuchs, Kindesmord, Meineid rc. kommt ein Fall wegen Münzverbrechens, der besonderes Interesse erregen dürfte, zur Verhandlung. (H. M.)
— Cassel, 25. Febr. Zur Vermählungsfeier Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Wilhelm hat das Lehrer-Collegium des hiesigen Gymnasiums dem Prinzen, als früherem Schüler der Anstalt, gleichfalls eine Hochzeitsgabe gewidmet, welche ein eben so sinniges, als prächtiges Geschenk bildet. Dasselbe besteht aus einer lateinischen Ode mit Widmung, welche sich in einer Mappe befindet. Die Ode ist mit der Widmung auf einen Bogen gedruckt, so daß das erste Blatt die Widmung, das zweite den Text des Gedichtes enthält. Beides ist mit Initialen, Randeinfassung und in mehrfarbigem Druck angefertigt; die Mappe ist aus blauem Sammet mit cremefarbigem Atlas gefüttert und mit einem außerordentlich reichen, kostbaren und kunstvoll gefertigen Silberbefchlag au den Ecken verfehen. Auf der Mitte der Vorderseite prangen, unter einer Krone, die verschlungenen Buchstaben W und A. (K. T. u. A.)
Aus der Umgegend.
— Frankfurt a. M., 28. Februar. Die Schul- und Hochbaukommission der Stadtverordneten-Versammlung hatte sich über eine Forderung von 135,000 M. behufs Umbau der Dominikanerkaserne in eine Volksschule schlüssig zu machen; dieselbe kam nach Einsichtsnahme des Terrains zu dem Entschluß, dem Plenum die Ablehnung des Antrags des Magistrats zu empfehlen. Die Hochbaukommission hält den Kreuzgang der Kaserne für die Zwecke der Berufsfeuerwehr für geeignet. Die Kirche als Magazin benutzt, würde Raum für die Spritzen-Geräth- schaften und ganzen Fuhrpark abgeben. (G.-A.)
Marktberichte.
Frankfurt a. M., 28. Februar. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 340 Ochsen, 300 Kühe, Rinder und Stiere, 280 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual, per Pfund 66—67 Pf., 2. Qual. 60—62 Pf., Kühe 1. Qual. 54—55 Pf., 2. Qual. 45—50 Pf., Kälber 1. Qual. 52—54 Pf., 2. Qual. 40—50 Pf., Hämmel 1. Qual. 62—64 Pf., 2. Qual. 45—50 Pf., Schweine wurden in voriger Woche 670 eingeführt ä 68 Pf. das Pfund.
(Produkten-Markt vom 28. Februar.) Waizen, effektiv hies. ab Bahnhof hier Mark 23 - Vi. Waizen, fremder, je nach Qual. Mark 22^4—23 V*. Roggen Mark 21.50. Gerste Mark 17—201/». Hafer Mark 14—1 öVa. Kohlsamen Mark 27 ^s—28V2. Erbsen Mark 19—27. Wicken M. 16—18. Linsen M. 20—40. Bohnen, weiße, M. 23—25. Rüböl, detail, M. 64.
Sprechsaal. *)
Eingesandt.
—8. Der Verein für Beziehung der Straßen und Anlagen hatte im Jahre 1880 als Einnahme zu verzeichnen 3631 Mark, worunter Kassenbestand aus dem Jahre 1879 100 Mark und 500 Mark durch die Munificenz Sr. Königlichen Hoheit des Landgrafen von Hessen.
Die Ausgaben betrugen 3407 Mk. 85 Pf. Für Entnahme von Wasser wurden an die hessische Ludwigsbahn 788 Mk. 50 Pf. und an Herrn Weinig (Herrnmühle) 307 Mk., zusammen 1095 Mk. 50 Pf. bezahlt ; ferner als Fuhrlohn an Herrn Heinrich Desch 816 Mk. 80 Pf., Herrn Peter Zahn 718 Mk. 80 Pf., Herrn Conr. Ostheimer 443 Mk. 50 Pf., zusammen 1979 Mk. 10 Pf. An Druckkosten sind entstanden 15 Mk. 16 Pf., für Reparatur an dem vorhandenen Material verschie-