Einzelbild herunterladen
 

1) der auf dem Gesetze oder auf allgemeinen Verwaltungsvorschriften beruhenden Steuererlasse und Steuererstattungen, 2) der nach Vorschrift des §. 49 zu berechnenden Erhebungs- und Verwaltungskosten in die Reichskasse, um sie den einzelnen Bundesstaaten nach dem Maßstabe der Bevölkerung, mit welchem sie zu den Matrikutarbeiträgen herangezogen werden, zu überweisen."

— Geestenmünde. Das Haupt-Artillerie-Depot der Befestigun­gen an der unteren Elbe und Weser wird zum 1. Juli 1881 von Stade nach hier verlegt werden.

— Chemnitz, 18. Febr. Auch hier sind falsche 100-Marknoten zur Verausgabung gelangt. Bei Annahme solcher Kassenscheine dürfte daher die größte Vorsicht zu empfehlen und bei Entstehung irgend eines Verdachtes in dieser Richtung sofortige Anzeige an die Polizeibehörde zu rathen sein.

— München, 23. Febr. Die Abgeordnetenkammer hat in der heutigen Spezialdebatte den Gesetzentwurf, betreffend die Kapitalrenten- steuer, und darauf das ganze Gesetz mit geringen Modifikationen in der Fassung des Ausschusses mit 129 gegen 15 Stimmen angenommen.

— Paris, 22. Febr. Der Ministerrath hat einem Dekrete zu­gestimmt, welches einen Ausschuß von vierzig Mitgliedern mit Revidi- rung der Gesetzgebung betreffs der Irrsinnigen beauftragt.

—■ Paris, 23. Febr. (Trib.) Die „Agence Havas" bezeichnet das Gerücht von einem Demissionsgesuch des Kriegsministers Farre als unbegründet.

— London, 23. Febr. (K. Z.) Parnell widerruft in einem so eben veröffentlichten Briefe den Rath, den er in seiner Rede vom vorigen Sonntag den von der Ausweisung bedrohten Pächtern ertheilt hatte, daß sie die Pachtländereien mit Furchen durchziehen sollten, weil er vernehme, daß die ungerechten und barbarischen Gesetze darans ein strafwürdiges Verbrechen machten, das mit siebenjähriger Zwangsarbeit bestraft werde. — Die Times meldet aus Bombay von gestrrn, neun­zehn Theilnehmer an der Verschwörung in Kolapore seien schuldig be­funden, der Urtheilsspruch sei aber verschoben worden. — Der Standard erfährt, das Cabinet habe gestern beschlossen, von der Vorlegung des Gesetzes, betreffend den Ankauf von Waffen, vorläufig Abstand zu neh­men, das neue irische Landesgesetz dagegen so schnell als möglich im Parlamente einzubringen. — Daily News zufolge ist aus dem Pulver­magazin zu Cork durch Einbruch eine große Menge Pulver gestohlen worden.

— Ein sehr bedeutender Uhren- und Juwelen-Diebstahl ist nach der „Trib." in Aberdeen in England, wie von der dortigen Polizeibe­hörde der Berliner Criminalpolizei gemeldet worden, in der Nacht zum 29. Januar verübt worden. Gestohlen wurden Edelsteinringe, Arm­bänder, Petschafte, Medaillons, Nadeln, Broches u. s. W. Der Eigen­thümer hat auf jedes Stück dieser gestohlenen Artikel eine Zahl eingra- virt, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen ist. Man vermuthet, daß das gestohlene Gut nach dem Festlande gebracht worden ist. Auf die Ermittelung der Thäter und Wiedererlangung des gestohlenen Gutes ist eine Prämie von 200 Pfund ausgesetzt.

— Dublin, 22. Febr. (K. Z.) Nächsten Sonntag soll in den hiesigen Kirchen ein Hirtenbrief des hiesigen Erzbischofs verlesen werden, in welchem Parnells und seiner Freunde Zusammengehen mit Rochefort gebrandmarkt wird. Diejenigen, welche mit gottlosen Menschen und erklärten Feinden der Kirche ein Bündniß eingingen, seien unwürdig des Vertrauens des katholischen Irlands.

— Athen, 23. Febr. (R. u. St.-A.) Die Deputirtenkammer nahm in erster Berathung den Gesetzentwurf an, betreffend die Anstellung fremdländischer Offiziere in der griechischen Armee mit dem von ihnen innegehabten Range.

§ . Das Technikum zu Mittweida in Sachsen, bekanntlich die älteste maschinen-technische Fachschule in Deutschland, beginnt am 20. April das 15. Schuljahr. Die Anstalt bildet für ihren Beruf aus: a) künftige Maschinen-Jngenieure, Fabrikanten, die zur Ausübung ihres Berufes maschinen-technische Bildung bedürfen z. B. Besitzer von Ma­schinenfabriken, Webereien, Dampf- oder Waffermühlen, Papierfabriken u. f. w., sowie künftige Fabrikdirektoren; b) künftige Werkmeister, Zeich­ner, Auffeher rc. für Maschinenfabriken, Mühlen, Spinnereien u. s. f. fowie künftige Besitzer kleiner mechanischer Werkstätten, Bauschlossereien, kleiner Mühlen re. Die Anstalt wird von jungen Leuten aus allen Welttheilen besucht, die den verschiedensten Lebensaltern, vom 16. bis 38. Jahre angehören. Wegen Aufnahme gibt Herr Direktor Weitzel in Mittweida in Sachsen alle nöthigen Aufschlüsse.

Lokales.

Hanau, den 24. Februar.

— Anläßlich des am 22. d. M herkömmlichen Wechsels der Dienst­boten wällen wir nicht versäumen, darauf aufmerksam zu machen, daß keine Herrschaft einen Dienstboten in Dienst nehmen darf, bevor von der Ortspolizeibehörde der neue Dienst ord­nungsmäßig in dem Dienstbuch eingetragen ist.

Der Eintrag im Buch Seitens der Herrschaft selbst ist nnzulässig. Die Anmeldung der Dienstboten auf dem städtischen Meldeamt genügt allein nicht.

Die Außerachtlassung der bezüglichen Verordnung hat Strafe bis zu 20 Mark zur Folge.

* * (Theater.) Sonntag den 27. d. Mts. wird, wie uns mitge­theilt, Herr Paul Zademack in der Rolle des „Nathan" hier auftre­ten. Wenn auch gerade keine Lessingfeier angekündigt wird, ist es doch sehr erfreulich gerade diese Dichtung des Unsterblichen vorgeführt zu sehen. Vor 6 Jahren war es, als auch Herr Zademack in der Titel­rolle „Nathan der Weise" über die hiesigen Bretter schritt. Bei der jetzigen Aufführung haben wir noch ein Interesse, Herr Zademack ist seit langen Jahren ein gern gesehener Gast. Herr Zademack scheidet nun von Frankfurt und wird dann wahrscheinlich nicht so bald wieder Gele­genheit finden hier aufzutreten, deßhalb ist es uns eine besondere Freude denselben noch in einer seiner hervorragendsten Rollen zu sehen.

— Gestern Nachmittag stellte sich Meister Langbein hier ein und wollte sein Nest auf dem Dache des Hauses zum „fliegenden Pferd" (Ecke der Lang- und Frankfurterstraße) beziehen, fand dasselbe aber nicht mehr vor (der jetzige Besitzer des Hauses ließ dasselbe bei Ausbesserung des Dachs wegnehmen). Beharrlich blieb der Storch an der Stelle sitzen, wo sich früher sein Heim befand und wählte dieselbe auch zum Nachtquartier. Heute Morgen endlich verließ er den Ort, um sich nach einem neuen Quartier umzusehen. Ob er von dem Neste auf dem Leih­hause Besitz ergriffen, oder ob auch der frühere Inhaber dieses Nestes angekommen ist, wissen wir nicht; bewohnt ist dasselbe wenigstens seit heute Morgen.

Versteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für'Donnerstag den 25. Februar.

Vormittags von 10 bis 11 Uhr ist vor Königl. Amtsgericht, Abth. IV hier Termin zum Verkauf des dem Schreinermeister Georg Friedrich Strauß gehörigen Grundeigenthums, Wohnhaus mit Hofraum, Querbau mit Werkstätte und Seitenbau, Steingasse Nr. 1, anberaumt (s. Nr. 33 „Han. Anz."). — Holzversteigerung in der Oberförsterei Wolfgang; Termin Vormittags 11 Uhr bei Wirth Lukas zu Niederrodenbach. Ver­kauft werden: große und kleinere Posten Brennholz: Eichen-, Buchen-, anderes Laubholz-, Obstbaum und Nadelholz (s. Nr. 40 „Han. Anz.").

— Für heute. Abends 7 Uhr im „Centralhallensaale": Con­cert des Herrn Musiklehrer Ewald, unter gest. Mitwirkung einiger Kunst­freunde, sowie eines Gesangvereins (der Ertrag ist zu einem wohlthäti- — gen Zweck bestimmt). — Spar- und Spielkasse in der Restauration Levy: Abends SVs Uhr Generalversammlung (Statutenvorlage, Vorstandswahl.) — Abends 9 Uhr: Spritze Nr. 2 bei Beck.

— Nach einer Zusammenstellung im „Amtsblatt" Königl. Regie­rung zu Cassel floß den Gemeindekassen im Kreise Hanau durch den Verkauf des im Jahre 1880 geerndteten Obstes die Summe von Mark 1599.37 zu. Die höchste Einnahme im Reg.-Bez. Cassel erzielten die Gemeinden des Kreises Gelnhausen mit Mk. 10,467 und die geringste die des Kreises Gersfeld mit Mk. 77.05.

— Gestern Nachmittag brannte die Scheune des Ortseinwohners Andr. Göbel zu Langendiebach nieder.

— Die Gehalts-, Pension- und Unterstützungs-Empfänger werden darauf aufmerksam gemacht, daß am 1. März Hauptquittung erforderlich ist und dieselben bezüglich der Zeit stets den Wortlaut haben müssen für das Etatsjahr 1. April 1880/81.

— Die Forstkandidaten, welche das forstliche Staatsexamen bei dem nächsten Termine abzulegen wünschen, wollen ihre Meldung bis spätestens den 15. März d. J. in Berlin bei der königlichen Forst Oberexamina- tions-Kommission einreichen.

— Das Klassifikationsgeschäft der Mannschaften der Reserve, Land-, Seewehr und Ersatzreserve erster Klasse findet neben und nach dem Masterungsgeschäft statt. Deshalb ist darauf hingewiesen, daß diejenigen Mannschaften, welche im Falle einer Mobilmachung Anspruch auf Be­rücksichtigung machen, ihre darauf bezüglichen Gesuche vor dem Klassifi­kationstermin der Ortsbehörde anzubringen haben. Vorschriftsmäßig dürfen aber nur 2 pCt. der Reserve und 3 pCt. der Landwehr berück­sichtigt werden, weshalb nur die auf Zurückstellung zu hoffen haben, in deren Familienverhältniffen eine unabweisliche Begründung liegt. Ue» brigens sind Gesuche um Zurückstellung im Augenblick der Einberufung durchaus unzulässig. Dabei sei bemerkt, daß da, wo es sich um die vorzeitige Entlastung eines Soldaten, besten Bruder bereits eingestellt ist, handelt, es jedenfalls angezeigt ist, daß alle die, welche mehrere Söhne nicht gleichzeitig zum Militärdienst hergeben zu können glauben, dies vor dem Musterungsgeschäft bei der Ortsbehörde zu begründen ha­ben, weil ihnen später nicht geholfen werden kann. Die Bitte um Be­freiung eines Sohnes, dessen Bruder schon im Heere dient, darf auch dann nicht versäumt werden, wenn Aussicht ist, daß letzterer nach zwei­jähriger Dienstzeit zur Disposition beurlaubt werden sollte. (H. M.)

— Auf den 10. k. Mts. ist der Hünfelder Kreistag einberufen, m welcher Sitzung u. a. auch eine Vorlage wegen Anlegung einer gemein­schaftlichen Baumschule für die Kreise Fulda, Gersfeld und Hünfeld zur