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Nr. 45.
Mittwoch den 23. Februar
1881.
Amtliches.
Die Ortsvorstände wollen die Pferdebesitzer benachrichtigen, daß die Königlichen Beschäler am 1. März er. auf Station Wilhelmsbad eintreffen werden.
Hanau am 19. Februar 1881.
Der Landrath.___
Landwirthschastlicher Kreis-Verein M Hanau.
Nächste Versammlung Samstag den 5. März, Nachmittags
2 Uhr, im Gasthaus zum „goldenen Löwen" in Hanau.
Tagesordnung:
1) Beschaffung von Viehwaagen für die Gemeinden des Kreises Hanau.
2) Vergeben von 50 Mark als Zuschuß an einen jungen Mann, der sich in dem pomologischen Institut in Cafsel als Baumwärter ausbilden will.
3) Gratisverloosung derjenigen Gewinne, welche bei der Verloosung im September v. I. nicht abgeholt wurden.
4) Rechnungsablage.
5) Vsrstandswahl.
Der Vorstand.
Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Vor- [ stehenden gebeten.
Hanau am 18. Februar 1881.
__________________________Der Landrath._________________________
Bekanntmachung. Einfuhr- bz. Durchfuhr-Bewilligungen zu Sendungen mit Tabak oder Cigarren nach Oesterreich-Ungarn und im Durchgang durch Oesterreich-
Ungarn.
Nach einer Mittheilung der K. K. Oesterreichischen Postverwaltung müssen alle Sendungen mit Tabak oder Cigarren, welche nach Oesterreich- Ungarn gerichtet sind oder im Durchgang durch Oesterreich-Ungarn befördert werden sollen, von einer Einfuhr- bz. Durchfuhr-Bewilligung begleitet sein. Die Postanstalten ertheilen auf Befragen darüber Auskunft, welche K. K. Oesterreichischen Behörden zur Ertheilung derartiger Einfuhr- bz. Durchfuhr-Bewilligungen berechtigt sind.
Berlin W., 12. Februar 1881.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts.
St ephan.________________________
Bekanntmachung. Post-Dampsschiffverbindung zwischen Dänemark, den Faröer und Island.
Nach einer Mittheilung der Königlich Dänischen Postverwaltung wird die Post-Dampfschiffverbindung zwischen Kopenhagen und Reykjavik auf Island über Leith (Schottland) und Thorshavn (Faröer) während des Jahres 1881 sich, wie folgt, gestalten:
Aus Kopenhagen am 1. März, 15. April, 8. Mai, 25. Mai, 2. Juli, 23. Juli, 28. August, 30. September und 10. November;
in Reykjavik am 13. März, 27. April, 26. Mai, 5. Juni, 22. Juli, 3. August, 15. September, 13. Oktober und 24. November.
Aus Reykjavik am 23. März, 5. Mai, 3. Juni, 2. Juli, 30. Juli, 12. September, 20. September, 20. Oktober und 1. Dezember; in Kopenhagen am 6. April, 17. Mai, 24. Juni, 12. Juli, 19. August, 22. September, 9. Oktober, 2. November und 14. Dezember.
Berlin W., 12. Februar 1881.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts.
___Stephan.____________
Tagesschau.
Zur Hebung des Deutschen Ausfuhrhandels.
Wir sind in den Stand gesetzt, den nachstehenden amtlichen Bericht aus Tanger mitzutheilen:
Tanger, den 16. Januar 1881.
Nach den bei kompetenten Personen eingezogenen Erkundigungen
geben hier am Platze die Deutschen Exporteure, Kaufleute und Kommissionäre zu Klagen Veranlassung: 1) durch mangelhafte Verpackung der Waaren, 2) durch zu ausgedehnte Lieferungsfristen und 3) durch Kleinlichkeit im Allgemeinen und Mangel an Unternehmungsgeist.
I. Mangelhafte Verpackung. Bei Spielwaaren insofern, als man den Raum nicht auszunutzen versteht und in Folge dessen ganz unnöthige Mehrfracht bezahlt werden muß, da die Dampferkompagnien die Frachten nach dem von der Waare eingenommenen Raum berechnen.
II. Zu ausgedehnte Lieferungsfristen. Die langen Lieferungsfristen bei fast allen Artikeln sind für den Deutschen Export hierher um so nachtheiliger, als die direkte Verbindung mit Deutschland noch sehr mangelhaft ist, und die Importeure Deutscher Waare über Hamburg, bei kaum monatlichen Dampfern, gegenüber den dreimal im Monat von Marseille und wenigstens zweimal von Liverpool eintreffenden Französischen und Englischen Steamern schon sehr im Nachtheil sind. Besonders unangenehm war dieser Umstand bei Eisendraht und Tuchen; von ersterem würden die Deutsche Importeure schon größere Ordres haben annehmen und nach Deutschland überschreiben können, wenn die Verbindung zur See schneller und regelmäßiger wäre, und für letztere würde wahrscheinlich, wie in der Levante, der ganze Markt für Deutschland erobert worden sein, wenn die Deutschen Fabrikanten sich dazu verstehen wollten, in kürzeren Fristen zu liefern. Bei Tuchen ist speziell gerügt worden, daß die Fabrikanten, die an und für sich langen Lieferzeiten nicht eingehalten, sondern mitunter sehr beträchtlich (bis zu zwei Monaten) überschritten haben. Als Beweis dafür, wie nachtheilig solche Versäumnisse wirken, kann die Thatsache angeführt werden, daß eingeborene Kaufleute vor Kurzem Ordres auf Tuch nach England gegeben haben — weil die von Deutschland erwarteten Waaren nicht in der verabredeten Lieferungsfrist und nicht mehr rechtzeitig zur Saison eingetroffen waren.
III. Kleinlichkeit im Allgemeinen und Mangel an Unternehmungsgeist. Man bemerkt, daß das Maß bei deutschen Tuchen zwar richtig, doch stets so knapp bemessen ist, daß es „knapper nicht sein kann". Die Engländer sind in dieser Beziehung viel koulanter, sie geben stets Uebermaß! Kleinlichkeit und Mangel an Unternehmungsgeist zeigt sich auch bei dem für Deutschland so wichtigen Exportartikel, dem Zucker. Die großen Marseiller Zuckerraffinerien — es sind deren nur zwei — versorgen nicht nur Marokko, sondern fast den ganzen Orient mit Zucker (m Broten von 2^2 Kilogramm) und beherrschen gegenwärtig den hiesigen Markt in dem Grade, daß sie ihre Preise nicht nach dem Stande der Rohzuckerpreise, sondern ganz willkürlich nach den bei ihnen einlaufenden Ordres stellen. Unzweifelhaft könnte Deutschland hier mit Vortheil konkurriren, doch scheinen die Fabrikanten die nothwendigen Versuche und die damit verbundenen Kosten zu scheuen; wenigstens , ist bis jetzt dem hier etablirten Deutschen Hause, trotz aller Mühe nicht gelungen, Deutsche Raffinerien dazu zu bestimmen, ihren Broten die hier allein gangbare Form kleinerer Hüte zu geben, und doch ist der Zuckerverbrauch in diesem Lande ungemein groß, weil die Mauren, wie alle Südländer, Süßigkeiten leidenschaftlich lieben und vielen, stets stark gezuckerten, Thee trinken.
— Berlin, 22. Febr. Aus Anlaß der bevorstehenden Vermählung Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Wilhelm sind im Allerhöchsten Hoflager bereits eingetroffen:
Gestern früh: Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Christian zu Schleswig-Holstein.
Heute früh: Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin von Baden und Ihre Hoheit die Prinzessin Victoria.
Es werden erwartet: Mittwoch, den 23. Februar, Abends 8 Uhr 10 Minuten, auf der Lehrter Bahn Ihre Königliche Hoheit die Erb- großherzogin von Oldenburg; Abends 8 Uhr 50 Min., auf der Anhal- ter Bahn Ihre Königlichen Hoheiten der Landgraf und die Landgräfin von Hessen und Ihre Hoheit die Prinzessin Elisabeth; Abends 10 Uhr 15 Min., auf der Lehrter Bahn Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Heinrich der Niederlande.
Donnerstag, 24. Februar, früh 6 Uhr 10 Min., auf der Ostbahn