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Jährlich 9 Mark. Halbj.4M.b0P. Vierteljährlich

2 Warl 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postausfchlag. Die einzelne Num­mer 10 Pfg.

Hamuer AMaer

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Nr. 40.

Donnerstag den 17. Februar

Jnsertimls-

Preis:

Die Ispalttge Tarmondzeile ob. deren Raum

10 Pfg.

Die LsPalt. Zeile 20 Pfg.

Die SspaltigeZcile

30 Pfg.

1861.

Amtliches.

Bekanntmachunq wegen Ausreichung der Zinsscheine Reihe VIII zu den Schuldverschrei­bungen der preußischen Staatsanleihe vom Jahre 1653.

Die Zinsscheine Reihe VIII Nr. 1 bis 8 zu den Schuldverschrei­bungen der Staatsanleihe von 1853 über die Zinsen für die Zeit vom 1. April 1881 bis 31. März 1885 nebst den Anweisungen zur Ab­hebung der Reihe IX werden vom 14. d. Mts. ab von der Controlle der Staatspapiere hierselbst, Oranienstraße 92 unten rechts, Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftstage jedes Monats, ausgereicht werden.

Die Zinsscheine können bei der Controlle selbst in Empfang ge­nommen oder durch die Regierungshauptkassen, die Bezirkshauptkassen in Hannover, Osnabrück und Lüneburg oder die Kreiskasse in Fr ankfur t a. M. bezogen werden. Wer die Empfangnahme bei der Controlle selbst wünscht, hat derselben persönlich der durch einen Be­auftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden Talons mit einem Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 2 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher der Talons eine nummerirte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Im letzteren Falle erhalten die Einreicher das eine Exemplar mit einer Em­pfangsbescheinigung versehen sofort zurück. Die Marke oder Empfangs­bescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzu- geben.

In Schriftwechsel kann die Controlle der Staats­papiere sich mit denJnhabern der Talons nicht einlassen.

Wer die Zinsscheine durch eine der oben genannten Provinzial- Kassen beziehen will, hat derselben die Talons mit L einem doppelten Verzeichnisse einzureichen. Das eine Verzeichniß wird mit einer Em­pfangsbescheinigung versehen sogleich zurückgegeben und ist bei Aushän­digung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Ver­zeichnissen sind bei den gedachten Provinzialkassen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden Kassen unentgeltlich zu haben.

Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlan­gung der neuen Zinsschein-Reihe nur dann, wenn die Talons abhanden gekommen sind; in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Controlle der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzial­kassen mittelst besonderer Eingabe einzureichen.

Berlin, deu 1. Februar 1881.

H upt-Verwaltung der Staatsschulden.

Sydow. Hering. Merleker. Michelly.

Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemer­ken veröffentlicht, daß die Formulare zu den Verzeichnissen über die be­hufs Empfangnahme der neuen Zinscoupons einzureichenden Talons bei der Regierungs-Hauptkasse hierselbst und den sämmtlichen Steuer­kassen unseres Bezirks unentgeltlich zu haben sind.

Cassel, den 4. Februar 1881.

Königliche Regierung. Mittler, i. V.

Gefunden: Ein Messer.

Zugelaufen: Am 9. d. Mts. ein schwarzer Hund mit gelben Beinen; Empfangnahme bei Herrn Bürgermeister Dietz zu Rückingen.

Zugeflogen: Ein Kanarienvogel.

Entlaufen: Ein silbergrauer dänischer Doggenhund, m. Geschl.

Hanau am 17. Februar 1881.

Aus Königl. Landrathsamt.

Tagesschau.

Berlin, 16. Februar. Der Reichstag erwies sich in seiner ersten, gestern gehaltenen Sitzung als beschlußunfähig, was nach der kurz

bemessenen Frist zwischen Einberufung und Zusammentritt vielseitig be­fürchtet worden war; zehn Stimmen fehlten an der zur Beschlußfähig­keit erforderlichen Mitgliederzahl; die Sitzung wurde demgemäß auf heute vertagt.

Ueber die Frage der Präsidentenwahl herrscht bis jetzt noch völlige Unklarheit; als feststehend gilt nur, daß Graf Arnim die Wiederwahl zum ersten Präsidenten nicht annimmt, wenn Frhr. von Franckenstein zum ersten Vicepräsidenten wiedergewählt wird. Die Situation sür Graf Arnim ist ähnlich derjenigen, in der sich der Abg. v. Benda bei der Präsidentenwahl im Abgeordnetenhause sah. In der konservativen Partei sind zwei gleich starke Strömungen für und gegen die Verbindung mit dem Centrum vorhanden, die sich auch in der Presse wiederspiegeln. Während dieKreuzzeitung" keinen Anlaß sieht,das Centrum aus dem Präsidium zu verdrängen," berichtet dieNordd. Allg. Ztg." aus der Fraktionsversammlung der Deutsch-Conservativen von dem Nachdruck, mit welchemauf die Zweckmäßigkeit des Zusammengehens der gemäßig­ten Fraktionen" hingewiesen wurde. In der Fortschrittspartei wird noch die Frage der Stimmenthaltung bei der Wahl erwogen. Die liberale Vereinigung" tritt in erster Linie für die Wiederwahl des vorigen Präsidiums ein. Partei in dem Kampfe zwischen Centrum und Conservativen zu nehmen, hat sie um so weniger Grund, als beide Fraktionen nach der Wahl doch wieder gegen die Liberalen zusammen stimmen werden. (Trib.)

Berlin, 16. Febr. Die gestrige (1.) Sitzung des Reichsta­ges, in welcher von 397 Mitgliedern nur 183 anwesend, war beschluß­unfähig.

In der heutigen (2.) Sitzung wurden, nach derFrkf. Ztg.", bei der Wahl des ersten Präsidenten 274 Stimmzettel abgegeben, davon sind 31, von der Fortschrittspartei und den Sezessionisten herrührend, unbe­schrieben. Es bleiben also 243 gültige Stimmen, absolute Majorität 122. Davon haben erhalten Graf Arnim-Boitzenburg 147, v. Seyde- witz 91 (fast ausschließlich vom Centrum, Polen und Elsässern), von Frankenstein 3, v. Heeremann und v. Adelebsen je 1. Graf Arnim ist also gewählt. Seine Erklärung, ob er die Wahl anzunehmen willens sei, wird nachgesucht werden. Unter dem Vorsitz des zweiten Vize­präsidenten, Herrn Ackermann, erfolgt die Wahl des ersten Vizepräsiden­ten. Von 270 Stimmzetteln sind wiederum 11 unbeschrieben, bleiben 254 gültige Stimmen; absolute Majorität 128. Davon haben erhalten v. Frankenstein 149 (Beifall im Centrum), Dr. Stephany 101, v. Benda 4. Der Abg. v. Frankenstein ist somit gewählt, nimmt die Wahl mit Dank für das ihm bewiesene Vertrauen an. Er leitet die nächstfol­gende Wahl des zweiten Vicepräsidenten. Bei derselben werden abge­geben 256 Stimmzettel. 77 sind unbeschrieben, also ungültig; die abso­lute Majorität beträgt 90. Es haben erhalten Abg. Ackermann 172, v. Benda 3, v. Schauß 1, Stephany 1, v. Hafenbrädl 1, Heckmann- Stintzy 1 Stimme. Abg. Ackermann ist somit zum zweiten Vicepräsi­denten gewählt und nimmt die auf ihn gefallene Wahl dankend an.

Auf Antrag des Abg. Windthorst vertagt sich nunmehr das Haus bis Donerstag 1 Uhr.

Berlin, 16. Februar. (Abgeordnetenhaus, 63. Sitzung.) Die Tagesordnung beginnt mit Petitionen. Die Petition der Stadt Colberg, betreffend Aenderung des Statuts der Berliner Charits, wird auf Antrag von Thilenius der Regierung zur Berücksichtigung überwie- sen, ebenso eine Petition Beamter von Hattingen, betreffend anderweite Besteurung. Die Petition des Berliner Magistrats um Genehmigung einer Erhöhung der Hundesteuer auf 15 M. wird auf Antrag von Müller (Frankfurt) zur Berücksichtigung in der Richtung überwiesen, daß die Cabinetsordre vom 29. April 1829 durch ein Specialgesetz entsprechend ergänzt werden möge. Der Antrag Zelle, betreffend die Unterbringung verwahrloster Kinder, wird mit einem Amendement Brüel angenommen, nachdem Regierungskommissar Geh.-Rath Jlling sich damit einverstanden erklärt hat. Windthorst befürwortet hierauf seinen Antrag um Aufhe­bung des Sperrgesetzes. An der weiteren "Debatte betheiligen sich Rei- chensperger (Olpe) und in einem Schlußwort Frhr. v. Schorlemer-Alst. Der Antrag Windthorst wird gegen Centrum, Polen und einige Conser-