Abonneme»«- Prei«:
Jährlich 9 Mark. Halbj.4M.b0P. Vierteljährlich
2 Mari 25 Psg. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer 10 Pfg.
f
Hanmier inniger
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
Jnfertionb-
Preis:
Die ispaltige Tarmondzeile ob. deren Raum 10 Pfg.
Die Lspalt. Seite
20 Pfg.
DieSspaltigeZelle
30 Pfg.
SLr. 34.
Donnerstag den 10. Februar
1881.
Amtliches.
Die von den Todtenbeschanern an den Kreisphysikus einzuliefern- den Todtenlisten sind für die Folge nicht mehr monatlich, sondern vierteljährlich innerhalb der ersten 4 Tage nach Ablauf eines jeden Vierteljahres, also in der Zeit vom 1. bis 4. Januar, vom 1. bis 4. April, vom 1. bis 4. Juli und vom 1. bis 4. Oktober nach den vorschriftsmäßigen dahier resp, aus der hiesigen Waisenhausdruckerei zu beziehenden Formularen an den Kreisphysikus Dr. Sun kel zu Hanau einzuliefern. Nur von außergewöhnlich großer Sterblichkeit haben die Todtenbeschauer besondere Anzeige entweder an das Königliche Landrathsamt oder an den Kreisphysikus zu erstatten.
Die Herrn Bürgermeister des Kreises haben die Todtenbeschauer alsbald von dieser Verfügung mit dem Hinzufügen in Kenntniß zu setzen, daß die Listen pünktlich abzngeben sind und daß gegen Säumige mit Disciplinarstrafen vorgegangen wird.
Hanau am 28. Januar 1881.
Zugelaufen: Ein weißer Doggenhund, m. Geschlechts. Ein großer weißer langhaariger Hund mit grauen Flecken, m. Geschlechts; Empfangnahme bei Johannes Vogt zu Mittelbuchen.
Gefunden: Ein Spazierstock.
Entflogen: Ein gelbes Mövchen (Taube.)
Hanau am 10. Februar 1881.
Aus Königl. Landrathsamt.
Die Brandsteuer für 1881 aus hiesiger Stadt (5 Pf. von 30 M. Kapital) ist binnen 8 Tagen bei Meidung der Beitreibung hierher ein- zuzahlen.
1131 Steuerkasse I. Hanau.
Tagesschau.
— Berlin, 9. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König konferirten gestern Nachmittag mit dem Gesandten Grafen Limburg-Sti- rum, empfingen heute den General-Adjutanten, Prinzen Friedrich Wilhelm zu Hohenlohe, hörten den Vortrag des Chefs des Civil-Kabinets, Wirklichen Geheimen Raths von Wilmowski, und ertheilten dem Botschaften Grafen von Hatzfeldt eine Audienz.
— Berlin, 9. Febr. In der heutigen (57.) Sitzung beschäftigte sich das Abgeordnetenhaus mit Erledigung verschiedener Petitionen
— Berlin, 8. Febr. Die Eisenbahn-Maschinentechniker von Privatbahnen werden demnächst die Berechtigung zur Anstellung im Staatsdienst, und zwar ohne vorherige Ablegung der Maschinenbau- führerprüsung in dem Falle erlangen, daß sie sich vor Ende des Jahres 1884 dazu melden und bis zu dieser Meldung ohne Unterbrechung in der Staatseisenbahn-Verwaltung thätig gewesen sind. Bis zur Ausschließungsfrist liegen von jetzt ab also noch nahezu vier Jahre. Die Bewerber sind gehalten, ihrem bei der königlich technischen OberprüfungsCommission hierselbst nach §. 8 der Vorschristen vom 27. Juni 1867 zu machenden Anträge auf Zulassung zur zweiten Prüfung statt des Zeugnisses über daS Bestehen der ersten Prüfung diejenige Verfügung der Direktion einzureichen, durch welche die erste Prüfung erlassen worden ist, demnächst aber ein Zeugniß über die ununterbrochene Beschäftigung in dem Staatseisenbahndienste. Die Führung des Titels Maschinenbauführer ist ihnen vorerst noch nicht gestattet. — Wie es heißt, wird der hochverdiente Direktor des preußischen statistischen Bureaus, Geh. Oberregierungsrath Dr. Engel, seine Versetzung in den Ruhestand beantragen. Es wäre dies ein großer Verlust für die Verwaltung wie für die Wissenschaft, welche er durch Anregung und Forschung gefördert hat. Seit dem Bestehen jener wichtigen Centralstelle war Engel deren dritter Direktor, da ihm Hoffmann und Dieterici vorangegangen sind. Das statistische Seminar ist seine Schöpfung, und viele ausgezeichnete Jünger haben ihn zum Vorbilde genommen. — 9. Febr. Wie zuverlässig verlautet, wird dem Bundesrath in seiner nächsten Sitzung eine Vorlage zugehen, die schon jetzt gedruckt vorliegt, über Feststellung der Zollgrenzlinie zwischen Altona und Hamburg, unweit Cuxhaven, sodaß Cuxhaven selbst frei bleibt. Die Vorlage enthält auch die Berechnung
der Kosten, die auf das deutsche Reich und Preußen vertheilt werden sollen. (K. Z.)
— Berlin. Wir haben zwei neue Thatsachen zu registriren welche es außer Zweifel stellen, daß die wirthschaftliche Wiedergenesung Deutschlands nicht nur begonnen, sondern auch bereits ansehnliche Fortschritte gemacht hat. Die eine Thatsache ist außerordentlich beweiskräftig; sie besteht darin, daß nach offiziellen Ermittelungen 1880 in den Berliner Fabriken ca. 5000 Arbeiter mehr als in 1879 beschäftigt waren. Die andere Thatsache enlehnen wir dem neuesten „Jahresbericht über Kolonialwolle von G. Ebell u. Co. zu Berlin." Der Bericht weist nach, daß im Jahre 1880 die Total-Einfuhr 36,4 pCt. geringer war, als im Jahre 1879, die Total-Ausfuhr aber 24,2 pCt. größer als im Vorjahre.
— Wie verlautet, hat der Fürst Bismarck dem Abg. v. Bennigsen durch den Geh. Ober-Regierungs-Rath Tiedemann sein lebhaftes Bedau« ern über die ihm widerfahrene Unbill und zu gleicher Zeit sein volles Einverständniß mit den von ihm gethanen Schritten aussprechen lassen; nur würde er es kaum für nöthig gehalten haben, daß Herr v. Bennigsen Herrn v. Ludwig einer Herausforderung würdigte, doch sei dies Sache persönlichen Gefühls. Zu gleicher Zeit hat der Fürst Herrn v. Bennigsen für den Fall, daß er sich veranlaßt sehen sollte, sich gegen die wegen seines Verhaltens im Jahre 1866 wider ihn erhobenen Beschuldigungen zu rechtfertigen, was der Fürst selbst nicht für erforderlich erachtet, das gesammte Aktenmaterial des Auswärtigen Amts zur Verfügung gestellt. (Post)
— In der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 29. Januar d. J. erklärte der Finanzminister, daß alle Beschwerden gegen die Straß- bürger Tabaks-Manufaktur zunächst an den Statthalter von Elsaß- Lothringen zu richten seien. In Folge dessen wird, wie wir hören, unter den Tabak- und Cigarrenfabrikanten für die Abfindung einer Maffenpetition an den Statthalter agitirt. (Trib.)
— Wie bereits mitgetheilt ist, erfolgt die Eröffnung des Reichstages am Dienstag den 15. Februar. Wie die „Kr. Ztg." meldet, wird das Abgeordnetenhaus noch das nothwendigste Material, wie es aus den Commissions-Berathungen hervorgegangen ist, durchberathen. Der Antrag Windthorst wegen Aufhebung des Sperrgesetzes fällt zunächst aus. Dann wird sich, wie man annimmt, der Landtag nächste Woche auf etwa 8 Tage vertagen, um die Commission für das Verwendungsgesetz arbeiten zu lassen. Der Reichstag soll nach seiner Constituirung sofort die 1. Lesung des Etats vornehmen und dann nach Bildung der Budget-Commission sich ebenfalls auf etwa 8 Tage vertagen, damit die Landtags-Arbeiten fortgesetzt werden können.
— Die friedlichen Aeußerungen Bismarcks in seiner jüngsten großen Rede im preußischen Abgeordnetenhaus in Verbindung mit der Niederlage Proust's (Gambettas) gegen den Minister Barthelemy in der französischen Kammer haben bei der Börse in Paris ein fulmman- tes Steigen der Kurse im Gefolge gehabt.
— Nach der neuesten Nummer der „Statistischen Correspondenz" ergibt die Volkszählung vom 1. Dec. v. I. in Preußen seit 1875 eine Zunahme von 5,895 pCt., pr. Jahr 1,179 pCt.
— Straßburg, 8. Febr. Zu der Ergänzungswahl zum Bezirkstage im Kanton Brumath, bei welcher der Kandidat der vereinigten klerikalen und Protest-Partei gewählt worden ist, bemerkt die „Elsaß- Lothringsche Zeitung", daß diese Wahl an sich eine politische Bedeutung nicht habe, sondern nur durch die voraufgegangene Agitation. Die „Elsaß-Lothringische Zeitung" bemerkt dann weiter: „Mit Bedauern haben wir einen namhaften Theil der katholischen Geistlichkeit eine mit ihrem Amte des Friedens und der Versöhnung schwer vereinbare Agitation betreiben sehen. Eine derartige Einmischung der Diener der Kirche in die rein weltlichen Angelegenheiten des Landes entspricht nicht den Interessen dieses letzteren, ebenso wie wir bezweifeln müssen, daß der Gegensatz, in welchen ein Theil des katholischen Klerus sich offen zu der Friedensund Versöhnungspolitik des Statthalters gestellt hat, den Interessen der katholischen Kirche in Elsaß-Lothringen zu entsprechen vermag.
— München, 7. Febr. (Allg. Ztg.) In der nächsten Sitzung der Abgeordnetenkammer wird vom Abg. Landmann bezüglich des der«