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1. Beilage zu Nr. 30 des Hanauer Anzeiger
Bilder aus dem Kinzigthal.
Nr. 14. Die Schuld.
(Sage aus der Gegend von Salwünster.) (Schluß aus Nr. 28)
,,„O, was soll ich ihm einst sagen, wenn er lallend zu mir spricht: Mutter! Mutter! Sag geschwinde, kommt denn unser Vater nicht? Muß mein Herz nicht ewig bluten, winden sich in stummer Qual, Muß dem fluchen, ewig fluchen, der ihm seinen Frieden stahl?
„,,O, laß mich doch nicht versinken, rette mich aus dieser Noth, Rette mich aus diesem Jammer, der nur führt zu Schmach und Tod, Will mit meinen Händen graben, Dich erringen mir auf's Neu',
„„Hab' Erbarmen! Hab' Erbarmen! Sag', daß es nur Prüfung sei! —"" „Und schon packet mich die Reue, sinken will ich vor ihr hin, „Will bekennen, doch da räumet mir der Böse in den Sinn, „Und dem Tiger gleich entreiße ich den Säugling ihrer Brust, „Schleudre ihn in weitem Bogen in des Wassers — wilden Wust!
„Und noch starrend in die Fluten mich die Mordlust neu durchstiegt, „Reißt mich hin, und ach, noch einmal, da mein Bess'res unterliegt; „Und auch sie die Traute, Gute, faßt die frevelschwang're Hand, „Stürzt sie nach den dunklen Wogen, wo die Arme bald verschwand! —
„'S war geschehen, — sinnend stand ich, — ob die That ich auch gethan, „Wie ein Glutstrom mächtig wallet mir es jetzt zum Herz hinan; „Schaue, schaue, will's nicht glauben, es umnachtet sich mein Sinn, „Sinke von der Unthat Schwere auf die dunkle Erde hin!
„Da, horch! horch! Welch' leises Flüstern hebt sich aus dem Bach empor, „Immer heller, immer lauter, gelleud trifft's mein lauschend Ohr; „Mörder! Hör' ich's in den Lüften; Mörder! Ruft der Bach mir zu, „Mörder! Mörder! Nimmer finden sollst du einst die ew'ge Rnh'!
„Und mich faßt ein wild Entsetzen, stürze in die Weite fort, „Ueber Berge, Thäler, Klüfte hetzet mich das Schreckenswort, „Durch die Felder, über Ströme, über Bäche, durch den Wald, „Aber, wie der Hölle Lachen mir's allwärts entgegenhallt!
„Folgt mir durch der Länder Fernen, durch der Städte Glanz und Pracht, „An den Fuß hat sich's geheftet mit des Schicksals graus'ger Macht; „In den Träumen mich's umgaukelt, zeigt mein Kind mir, lieb und mild,
Rechnungen über Lieferungen und Leistungen für den Landgräflichen Hof sind am Schlüsse eines jeden Monats einzureichen.
Säumige wird man in Zukunft von Lieferun-
gen ausschließen.
1009
Philipgsruhe am 3. Februar 1881.
Das Hofmarschall-Amt Seiner Königlichen des Landgrafen von Hessen.
Proklam.
Hanau. Zum Zwangsverkauf nachstehend beschriebenen, dem Schreinermeister Georg Friedrich Strauß, Simons Sohn, und dessen Ehefrau, Elise, geb. Eller, hier gehörigen, in hiesiger Gemarkung belegenen Grundvenmögens, als:
G. 39. 8 a 03 qm Steingasse Nr. 1
a) W ohnhaus mit Hofraum, b) Querbau m. Werkstätte, c) Seitenbau,
ist auf Antrag der Klägerin und des mitverklagten Ehemanns 4. Verkaufstermin auf den
2 5. Februar c r.,
Morgens 10 bis 11 Uhr, anher anberaumt. (K. 57/80)
Hanau den 29. Januar 1881. 1010
Königliches Amtsgericht, Abth. IV.
Sa nner.
Eger.
Gin kleines Haus, welches sich für ein Fabrikgeschäft eignet, wird zu kaufen gesucht. Gefl. Offerten unter A. M. an die Expedition d. Bl. erbeten. Preisangabe
erwünscht.
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„Weckt' mich aus des Schlummers Frieden, malend mir der Todten Bild.
„Bis in dieses Hauses Mauern sich gelenkt mein müder Lauf, ,Wo einst fromme Brüder nahmen trostbereit mich Armen auf. ,Unb wohl zog hier in mein Wesen eines Friedens holder Schein, .Doch, wie konnte wahrer Friede einmal noch mein eigen sein?
„Wie der Funke lüstern lauert unter Asche still versteckt;
Bis ihn eines Odems Flüstern aus zu neuem Leben weckt, So die Schuld in meinem Busen wachte fort, ein grimmer Feind, Der zu neuer Qual mich schreckte, kaum ich ihn beruhigt meint!
„Sah ich nach dem Dome wallen frommer Menschen bunte Reih'n, Zarte Kindlein in den Armen ihrem Gatte sie zu weih'n, Oder gar zwei junge Herzen knieend an des Altars Chor, O, wie schlug in grellen Tönen immer mir die That an's Ohr!
Und wohl zog hier Doch, wie konnte h
„Und nun bin ich alt geworden, bald wird es beschlossen sein, „Doch nun sagt mir, treue Freunde, werd' ich geh'n zur Ruhe ein? „Wird---doch hier sein Wort verstummet, noch ein Stöhnen, dumpf und schwer, „Noch ein Seufzer leis entschwebet und der Alte lebt nicht mehr! —
Drüben, an des Kirchhofs Mauer gähnt ein einsam stilles Grab, Dort hinein senkt man den Todten, man ihm seine Ruhstatt gab; Aufgeworfen wird der Hügel, doch ihn schmückt nicht Kreuz noch Stein, Keine Hand sich liebend neiget, keine will ein Kränzlein weih'n.
Und allnächtlich, wenn Dom Thurme bang die zwölfte Stunde schlägt, Dann durchbebt's die Todtenstille, überm Grabe es sich regt, Es zertheilet sich der Hügel und aus seinem kühlen Schrein Steiget unverwandt der Schatten, schwebend in die Nacht hinein.
Schwebt hinab zum kleinen Flusse, der durcheilt das grüne Thal, Gehet auf und ab am Strande seufzend tief in stummer Qual, Sinket nieder, ringt die Hände, in die Fluten starrt sein Blick, Bis des Tages erste Stunde rufet ihn in's Grab zurück.
Und schon mancher späte Wand'rer hat den Alten wandeln seh'n, Hörte seine Klageseufzer durch die Nacht herüberweh'n, Und der And're fördert schneller seine Schritte durch den Tann, Kommt zur Heimath, seinen Lieben, spricht: „Ich sah den schwarzen Mann!"
Selb old.
Fritz Schleucher.
Inserate.
Am 11. Februar er.
Vormittags 10 Uhr sollen die bei der unterzeichneten Verwaltung vorkommenden Hafnerarbeiten pro Etatsjahr 1881/82 an den Mindestfordernden verdungen werden. Unternehmer wollen ihre Offerten mit
der
bis die uns
Aufschrift
„Submission auf Hafnerarbeiten" zum Termine — Schloßstraße 9, woselbst auch Bedingungen eingesehen werden können — zugehen lassen.
Hanau, den 4. Januar 1881.
Königliche Garnison-Verwaltung.
1017
Am 17. Februar er.
Vormittags 10 Uhr, soll das Waschen und Bleichen der Bettwäsche nebst Handtücher für die unterzeichnete Verwaltung pro Etatsjahr 1881/82 an den Mindest-
fordernden verdungen werden.
Unternehmer wollen ihre Offerten mit Aufschrift
der
„Submission auf Wäschereinigung" bis zum Termin — Schloßstraße 9, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können —
uns zugehen lassen.
Hanau, den 4. Februar 1881.
Königliche Garnison-Verwaltung.
Neue Türk. Zwetschen,
1018
Amerik. Apfelschnitten,
Ital. Brunellen,
„ Schwarzkirschen,
in seinen Qualitäten, empfiehlt billigst
Aus der Königlichen Oberförsterei Kassel bei Gelnhausen werden
Mittwoch den 16. und
Donnerstag den 17. Februar d. I., jedesmal von Vormittags 9 Uhr ab, im Gasthause zum Löwen zu Wirtheim öffentlich meistbietend versteigert:
a) Eichen: ca. 600 Abschnitte mit 630 fm, 10 rm Nutzscheite, 980 rm Brennscheite, 840 rm Anbruchscheite, 51 rm Stammprügel, 257 rm Astknüppel, 130 rm Astbrocken, ca. 500 Wellen aus den Distrikten Reisigberg, Alteberg, Kellereiberg, Alteburgshöhe, Höllschlag, Fuchsgraben, Langeloh, Hammelsruhe und Eichgraben.
b) Buchen: 233 Abschnitte mit 234 fm aus den Distrikten Kiesberg, Rinnerain, Höllschlag, Fuchsgraben und Stempelberg.
c) Erlen und Aspen: 77 Erlen-Abschnitte mit 39 fm, 33 rm Erlen-Nutzrollen aus dem Distrikt Höllschlag, 10 rm Scheite, 61 rm Anbruch, 17 rm Knüppel aus den Distrikten Höllschlag, Kiesberg, Kohlplattenschlag und (^fpHWPrhPTfT
d) Fichten u. Kiefern: 224 Abschnitte mit 102 fm, 500 Grubenhölzer mit 42 fm, 200 Fichtenstangen III. Cl., 1 Hundert IV. Cl., 310 rm Scheitholz, 280 rm Stammprügel, 175 rm Reiserknüppel, 220 rm Schichtreis aus den Distrikten Granruck, Triebsrain, Kiesberg, Unter- steinigeberg, Heißbachserain, Buttergraben, Heiligenrain und Brückenrain u. a.
Am ersten Tage wird das Nutzholz, am zweiten Tage das Brennholz, verkauft.
Kassel bei Gelnhausen, den 3. Februar 1881.
1007 Der Königliche Oberförster.
682
Carl Hestermann
Altstädter Markt 5.
Schnurgasse 3 eine Wohnung von 3 Zimmern nebst Zubeh, auf sofort zu vermiethen. 810