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Gesundheit begleitet sein werde. Gegenwärtig — 6 Wochen nach dem Sturze — dürfte der Commissar seine amtlichen Functionen wieder in vollem Umfange ausgenommen haben.

— Wien, 27. Jan. (K. Z.) Der Cardinal Fürst-Erzbi^chof Kutschler ist heute Vormittag verstorben. Das Domcapitel tritt noch heute zur Wahl eines Verwesers zusammen.

— Paris, 26. Jan. Das Amtsblatt bringt heute eine Reihe von Decreten, welche 61 Richter an Appellhöfen und Tribunalen erster Instanz, 36 Friedensrichter und 33 Stellvertreter von Friedensrichtern betreffen. Unter dieser Zahl befinden sich 6 Absetzungen, 7 Pensioni­erungen und 20 Entlassungen. — Die französischen Congregationen sind bemüht, ihren ungeheuren Grundbesitz in Frankreich, dessen Werth von Wohlunterrichteten auf 980 Millionen Francs geschätzt wird, in Sicher­heit zu bringen. Wie aus guter Quelle verlautet, nehmen sie zu dem Zwecke Hypotheken auf. Die Banque Hypothöcaire allein hat ihnen bereits 32 Millionen Francs gegeben und sie stehen mit andern Insti­tuten in Unterhandlung, um ähnliche umfangreiche Geschäfte zum Ab­schluß zu bringen. (K. Z)

— Paris, 26. Jan. (K. Z.) Die Mächte haben sämmtlich dem Antrag der Pforte auf Eröffnung von Verhandlungen über die griechi- ffche Frage in Konstantinopel im Grundsatz zugestimmt.

— London, 27. Jan. Nachrichten aus der Capstadt vom 26. d. zufolge sind die Boeren in starker Anzahl bei Wakkerstroom concen- Urirt, wo man einen größeren Zusammenstoß erwartet.

— General Skobeleff hat in Centralasien einen wichtigen Erfolg errungen, die Hauptfeste der Tekinzen, das langumstrittene Geok Tepe, -befindet sich seit Montag in den Händen der Russen. Ein officielles Telegramm des Generals Skobeleff aus Geok Tepe vom 24. c. Abends 9 Uhr meldet:

Nach blutigem neunstündigem Kampfe wurden heute alle befestigten Positionen des Feindes in Geok Tepe und Densiltepe von uns erstürmt, der Feind wurde auf der ganzen Linie geschlagen und auf einer 15 Werst langen Strecke von uns niedergemacht. Der Sieg ist ein voll­ständiger. Wir haben eine Masse Geschütze und Munition, sowie Lager- und Proviantvorräthe erbeutet. Unser Verlust wird festzeftellt, der Verlust des Feindes ist sehr groß. Unsere Truppen kämpften wahrhaft heldenmüthig.

Die europäische Kriegskunst hat ihr Uebergewicht über die halb- civilisirten Bewohner der asiatischen Steppen einmal wieder dokumentirt, jedoch kann General Skobeleff nicht umhin, dem Verhalten des Feindes ein ehrendes Zeugniß auszustellen.

Lokales.

H a n a u, den 28. Januar.

II Gutem Vernehmen nach haben die städt. Behörden die Absen- dung einer Glückwunsch-Adresse zur Hochzeit des Prinzen Wilhelm be­schlossen.

II In der gestern stattgehabten Sitzung des Gemeinde-Ausschusses -wurde die vorgeschlagene Neuaufstellung von 38 Straßenlaternen, sowie die Errichtung von 3 Richtlaternen, desgl. die Herabsetzung des Gas- .preises auf 23 Pf. per Cubikmeter vom 1. April ab, sowie die Ver­besserung der Leuchtkraft des Gases (60 pCt. schottischer Kohle statt der bisher verwendeten 50 pCt.) genehmigt, ebenso die Anschaffung eines neuen Leichenwagens. (Näheres über die Ausschußsitzung morgen).

— In gestriger General-Versammlung des hiesigen Kriegervereins wurden für die statutengemäß ausscheidenden drei Vorstandsmitglieder die Herren Franz Calaminus, A. Fleischmann und R. Schä­fer in den Vorstand gewählt. Weiter ernannte die General-Versamm­lung die Herren: Oberbürgermeister Rauch, Professor Fliedner, Otto Lindenbauer und Pfarrer Sopp zu Ehrenmitgliedern.— Zu dem gestellten Antrag, wonach den Hinterbliebenen eines verstorbenen Mitgliedes aus der Vereinskasse ein Beitrag zu den Beerdigungkosten übermittelt werden soll, beschloß die General-Versammlung die Wahl einer Commission behufs Ausarbeitung emes Planes zur Verwirklichung dieses sehr beifällig aufgenommenen Antrages.

— Nachstehender Vorgang des gestrigen Abends lieferte den Be­weis, daß der Fasching nicht mehr ferne ist: Auf einem von zwei Burschen gezogenen Schlitten ließ sich ein Dritter, eine große Schelle in der Hand, durch verschiedene Straßen fahren. Von Zeit zu Zeit hielt das Gespann, es schellte gehörig — man wurde hierdurch an das Publikationsmittel einer früheren Zeit erinnert — und nun erließ der Schlitteninhaber mit sonorer Stimme allerlei Erlasse und Verfügungen unschuldigen Inhalts, die von den Umstehenden und an die Fenster Ge­teilten weidlich belacht wurden.

— Aus einer Wohnung der Gärtnerstraße wurde gestern Nach­mittag ein Butterweck gestohlen.

— Für heute. Hanauer Stadttheater: Gastspiel des Herrn Ludwig Barnay und der Frau Clara Kitzing: „Narziß", Trauerspiel in 5 Akten von A. E. Brachvogel; Anfang 7 Uhr. — Süddeutscher Club: Abends 9 Uhr Zusammenkunft im Vereinslokal (Aufnahme neuer Mitglieder).

— Cassel, 25. Jan. Am 1. April d. I. wird die Cassel-Wald- kappeler Bahn von dem Dienstbezirk der Königl. Eisenbahndirektion zu Frankfurt a. M. abgetrennt und demjenigen der Königl. Eisenbahndirek­tion in Hannover (Betriebsamt II zu Cassel) zugetheilt werden. Es er­folgt diese für Cassel durchaus nicht unwesentliche Aenderung aus Rück- sichten für den Betrieb dieser die Berlin-Coblenzer Bahn mit dem hie­sigen Centralbahnhof verbindenden Linie, und zwar besonders wegen der Mitbenutzung der Strecke Cassel-Wilhelmshöhe. Gerüchtweise verlautet auch, daß später die Strecke Göttingen-Niederhone ebenfalls der Direk­tion tn Hannover zugetheilt werden dürfte. (Trib.)

— Cassel, 26. Jan. Gestern Abend spät stürzte in der Hohen- zollernstraße eine ältliche Dame so unglücklich in Folge der herrschenden Glätte, daß sie von zwei des Weges kommenden Soldaten in die Woh­nung getragen werden mußte. Dieselbe soll sich an Hüfte und Rucken arg verletzt haben. — Heute Vormittag gegen 11 Uhr stürzte ebenfalls eine bejahrte Frau in der Muhlengasse, so daß sie sich im Kreuz nicht unerheblich verletzte. Die hülflose Frau wurde in zuvorkommenster Weise von einem Schutzmann in ihre drei Stock hoch gelegene benach­barte Behausung getragen. (H. M.)

— Witzenhausen, 25. Jan. Heute M ttag entgleiste ungefähr

9 Kilometer von hier entfernt, in der Nähe der Oberrieder Werrabrücke, auf der Frankfurter-Bebraer Staatsbahn, ein nach Göttingen gehender Güterzug. Ein Wagen, mit circa 20 bis 24 Pferden beladen, stürzte die Böschung hinab und erlitten mehrere Pferde erhebliche Verletzun­gen. (H. M.)

Aus der Umgegend.

— Frankfurt a. M., 27. Januar. Heute wurde ein hiesiger Bürger und Arzt unter zahlreicher Betheiligung zur letzten Ruhestätte geleitet, den der Tod in einem Augenblicke aus dem Leben abgerufen, wie selten ein zweiter vorkommen dürste. Gesund und wohl begab sich derselbe in eine Ccystallwaarenhandlung und kaufte für einen Jugend­freund, dessen Hochzeit diese Woche stattfindet, 12 Römer, gab den Auf­trag, wohin sie getragen werden sollten, zog sein Notizbuch, entnahm demselben seine Karte und schrieb darauf: Gebrauche sie vergnü . ., die beiden letzten Buchstaben ,,gt" fehlten, der Tod hatte in diesem Moment den Lebensfaden abgeschnitten. — Der Frühjahrs Pferdemarkt 1881 fällt heuer früher und zwar schon in die letzten Tage des Monats März, und zwar beginnt derselbe am 28. Der Vertrieb der Loose erfolgt die­ser Tage. Der Frankfurter Pferdemarkt ist diesmal der erste von allen aus der Umgegend und wird deshalb schon die Zufuhr von Pferden eine sehr beträchtliche und der Besuch auswärtiger Käufer, weil große Aus- Wahl vorhanden, ein bedeutender sein. — Eine junge Frau, Mutter von 4 Kindern, deren Mann aus Mangel an Arbeit auf einem hiesigen Jn- genieurbureau entlassen wurde, gerieth dadurch in große Noth. Nachdem Alles versetzt, griff die arme Frau gestern zu ihrem höchsten und letzten Schmuck, opferte ihr schönes Haar und ließ sich von einem Friseur dasselbe gegen eine Bezahlung von 4 M abschneiden. (G.-A.)

— Wiesbaden, 26. Jan. Dce Gräfin v. Hatzfeldt, die Mutter des deutschen Botschafters in Konstantinopel, Grafen v. Hatzfeldt, ist in der vergangenen Nacht gestorben.

Schiffsnachrichten.

(Mitgetheilt durch Agent A Treusch in Hanan.,

Das Hamburger Postdampfschiff „Herder" Capitän Brandt von der Linie der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, welches am 12. Januar von Hamburg via Havre abging, ist nach einer glücklichen Reise am 26. Januar wohlbehalten in New-Iork angekommen.

Thermometer st and.

27. Januar. Tiefster Stand — 5°, Abends 7 Uhr — V*®;

28. Januar. Morgens 7 Uhr + 2°, Vormittags 10 Uhr + 21 /a0;

DL^ Gedenket der hungernden Vögel. ^MU

Auszüge aus dem Amtsblatt Königlicher Regierung zu Cassel.

Ulmbach. Zum zwangsweisen Verkaufe des auf den Namen des Schmieds Friedrich Jo bst von Ulmbach katastrirten, in dasiger Ge­markung gelegenen Grundvermögens ist erster Termin auf den 24. Fe­bruar d. I., event, zweiter auf den 24. März d. J. und dritter auf den 21. April d. J., jedesmal Vormittags 10 Uhr, an Königliches Amtsgericht Salmünster anberaumt.

Helfersdorf. Auf Antrag eines Pfandgläubigers wird zur zwangsweisen Versteigerung der in Helfersdorfer Gemarkung liegen­den Grundstücke des Bauern Christian Trupp (Christian's Sohn) und dessen Ehefrau, Gertrude, geb. Janhof, zu Helfersdorf erster Termin auf den 3. März d. I., event, zweiter auf den 31. März d. I. und dritter auf den 28. April d. J., jedesmal Vormittags von 11 bis 12 Uhr, an Königl. Amtsgericht Wächtersbach ««gesetzt.