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Mit Hm betreffen» tat Paftausichlag. Dt«einzelne Nummer 10 Psg.
Hamller Ammer.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Die ispaltig« Garmondzeile * deren Ran« io Psg.
Sie Lspalt. Seite 20 Psg.
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Nr. 22.
Donnerstag den 27. Januar
1881.
Amtliches.
Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgesehes vom 21. Oktober 1878.
Durch Verfügung der unterzeichneten Landespolizeibehörde vom heutigen Tage ist die Flugschrift mit der Ueberschrift: „Ein Wort an die landwirthsch aftli ch e Bevölkerung". Verlag von A. Herter, Jndustriehalle, Riesbach-Zürich. Druck der Schweiz. Vereinsbuchdruckerei Hottingen-Zürich, auf Grund der §§. 11 und 12 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom Listen Oktober 1878 verboten worden.
Ludwigsburg den 21. Januar 1881.
Königl. Württembergische Regierung des Neckar-Kreises.
______________________Leypold.______________________
Es liegt Veranlassung vor, zur Vermeidung verbotswidriger Verwendungen von Vieh- und Gewerbesalz, darauf aufmerksam zu machen, daß zur Eis- und Schneeschmelzung auf den Straßentrottoirs rc. sogenanntes „denaturirtes" Salz oder Lösungen desselben nicht verwendet werden dürfen. Wird dergleichen Salz zu solchen und anderen, als den nach §. 20 des Gesetzes vom 20. Oktober 1867 (Bundesgesetzblatt 1867 S. 41 u. ff.) gestatteten Zwecken der Fütterung des Viehes oder der Düngung oder aber des Betriebes von Gewerben benutzt, welche keine Nahrungs- oder Genußmittel für Menschen bereiten, so ist die Strafe der Defraudation der Salzabgabe, welche die Confiscation der Gegenstände, in Bezug auf welche die Defraudation verübt ist und eine dem vierfachen Betrage der vorenthaltenen Abgabe (6 Mark pro 50 kg Salz) gleichkommende, mindestens aber sich auf 30 Mark belaufende Geldbuße nach sich zieht, verwirkt.
Ersurt den 14. Januar 1881.
Der General-Inspektor des Thüring'schen Zoll- und Handels-Vereins.
Das Auslassen von Gewässern aus den Häusern, das Ausgießen vor die Häuser, sowie das Ausgießen auf die Fahrbahn der Straßen und auf die freien Plätze wird bis nach eingetretenem Thauwetter bei Strafe bis 10 Mark untersagt.
Hanau am 26. Januar 1881.
Der Goldarbeiter Heinrich Becker von hier hat um Paß nach Amerika gebeten.
Hanau am 25. Januar 1881.
__________________________Der Landrath.__ Bekanntmachung.
Postanweisungsverkehr mit Belgien, Egypten, Frankreich, Italien, Rumänien und der Schweiz.
Vom 1. Februar ab kommt bei Postanweisungen nach Belgien, Egypten, Frankreich, Italien, Rumänien und der Schweiz das Umrech- nungs. Verhältniß von 100 Franken gleich 81 Mark 40 Pfennig in Anwendung.
Berlin W., 27. Januar 1881.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts.
____Stephan._____________
Tagesschau.
— Der Hochzeitstag des Prinzen Wilhelm ist der Kreuzztg. zufolge endgültig auf Sonntag den 27. Februar festgesetzt. Einladungen sind an die nächsten Verwandten der königlichen Familie sowie an das sächsische Königshaus ergangen. Welche anderen fürstlichen Herrschaften etwa noch der Vermählungsfeier beiwohnen werden, ist bis jetzt noch unbestimmt.
— Die „Köln. Ztg." schreibt: Die Erbprinzessin von Meiningen und Prinz Albrecht von Preußen haben zu den bevorstehenden Hochzeitsfeierlichkeiten, so meldet die Nat.-Ztg.,» je einen „Fackeltanz" kom- ponirt. Am Samstag Nachmittag wurden beide Musikstücke im Palaste des Prinzen Albrecht von dem Trompetercorps des 1. Garde-Dragoner- Regiments probeweise vorgetragen. Dazu hatte sich das kronprinzliche Paar mit seinen beiden Söhnen, Tochter und Schwiegersohn eingefunden; dieselben lauschten vom großen Gartensaale aus den vom Trom
petercorps, das seine Blechinstrumente durch zwei Kesselpauken verstärkt hatte, mit großer Verve vorgetragenen Compositionen. Die beiden fürstlichen Componisten konnten von dem Erfolg ihrer musikalischen Erzeugnisse sehr befriedigt sein, denn sie ernteten allgemeinsten Beifall.
— Berlin, 26. Jan. In der heutigen (46.) Sitzung widmete sich das Abgeordnetenhaus der Berathung des Windthorst'schen Antrages, um Erlaß eines Gesetzes, welches das Lesen der Messe und das Spenden der Sakramente als straffrei sanktioniren soll. Der Antragsteller betonte im Eingang seiner Rede seine durchaus friedliche Absicht, war jedoch durch seine Ausführungen keineswegs im Stande, die Ueberzeugung seiner Intentionen auch dem Hörer beizubringen. In säst leidenschaftlicher Weise schilderte er die Zustände in den preußischen katholischen Pfarreien als unerträglich und war bemüht, den Nachweis zu führen, daß, wenn das Haus seinem Anträge nicht Folge gebe, in kürzester Zeit nicht nur fast alle Diözesen verwaist, sondern derartige Mißstände eintreten würden, daß in Jahrzehnten eine Heilung dieser ungesunden Zustände nicht in Aussicht zu stellen sei. Der Führer des Centrums erging sich indeß in der Schilderung des kirchlichen Nothstandes in so außerordentlichen Uebertreibungen, daß er trotz aller rhetorischen Mittel, trotz des Uebermaßes von Emphase, welches er anwandte, doch kaum einen anderen Eindruck hervorbrachte, als daß er das Haus zu wiederholter Heiterkeit hinriß. Es wurde hiernach dem Herrn Kultusminister sehr leicht, Herrn Windthorst zu widerlegen. Ohne sich auf einen dialektischen Kampf ein- zulassen, wies er in einfachster, aber darum um so kräftiger, schlagender Weise durch eine Reihe von Zahlen nach, daß die einzigen thatsächlichen Angaben, welche der Antragsteller zur Begründung seines Vorschlages beigebracht hatte, — der Wahrheit in keiner Weise entsprachen, daß sich vielmehr aus dem amtlichen statistischen Material ergebe, daß von einem Nothstand in dem Umfange, wie es von ultramontaner Seite behauptet werde, gar nicht die Rede sein könne. Unter dem lebhaften Beifall beider Seiten des Hauses zeigte der Herr Minister, daß der Antragsteller diesmal mit dem sonst von ihm bewährten politischen Scharfsinn in Widerspruch getreten sei, und gab der Hoffnung Ausdruck, den Antrag mit möglichster Majorität abgelehnt zu sehen. Darauf trat Herr von Bennigsen gegen den Vorschlag auf, um den ablehnenden Standpunkt seiner politischen Freunde zu begründen. Zunächst bezeichnete er denselben als ein Agitationsmittel, um die Massen, in denen das Centrum an Beifall verloren habe, von neuem auszurülleln. Das Einbringen dieses Entwurfes zeuge in keiner Weise von Friedensliebe, und die Annahme desselben wäre die erste Etappe der Unterwerfung des Staates unter die Kirche. Würde der Staat sich jetzt unterwerfen, dann würde der Kampf in Bälde noch viel heftiger hervorbrechen, der Staat würde dann schwächer sein und darum viel drastischere Mittel anwenden müssen, als die jetzt beklagten Maigesetze. Nur noch ein paar Jahre möge man ausharren, dann werde Rom einsehen, daß der Staat krästig genug sei, den Kampf auszuhalten, und wenn der römischen Kirche wirklich an dem Seelenheil der Katholiken etwas gelegen sei, dann werde sie in Wirklichkeit die Hand zum Frieden bieten, dann werde er und seine Freunde auch gern in die dargebotene Rechte einschlagen. So lange aber in Rom das Deutsche Evangelische Kaiserthum als ein Unheil angesehen und bekämpft werde, könne von einem Frieden nicht die Rede sein. Wie sehr diese Worte der getheilten Stimmung der Parteien den Ausdruck gaben, zeigte der außerordentliche Beifall, welchen sie bei der Majorität fanden, ebenso wie die wiederholten intensiven Mißfallensäußerungen aus den Reihen des Centrums. Dessen Anschauungen verfocht darauf nochmals Abg. Freiherr von Schorlemer-Alst, indem er die von seinem Parteigenossen beigebrachten Zahlen als unwiderleglich, die Angaben des Herrn Ministers als unrichtig bezeichnete. Nach weiterer längeree Debatte wurde die zweite Berathung auf Donnerstag 11 Uhr vertagt. (Post)
— Das „Milit. Wochenbl." veröffentlicht anläßlich des Geburtstages Friedrich des Großen eine Reihe von Briefen, welche derselbe vor jetzt gerade 100 Jahren an seinen Bruder, den Prinzen Heinrich, und d'Alembert geschrieben hat. In einem Briefe an den Letzteren schreibt der große König:
„Jesus war ein Jude, und wir verbrennen die Juden. Jesus war die Geduld und wir verfolgen. Er lehrt eine treffliche Moral, die