Einzelbild herunterladen
 

«wiB:

S»rli4 9 Statt. eaI6j.4OT.50«.

PierteljLhrlich s Start 25 «fg. E-Sr auewörtige «Sonnenten

Mit 6t nt 6 etreffen« 6en «ofiaufMlag. »i! einzelne Num­mer 10 «fg.

Hmmuer WWW

Zugleich Amtliches Organ für KreiS und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

flWfMii»«**

Preis:

Die 1 Ȋstige Ciarmondzeile *6. deren Raum

10 Psg.

Die Sspalt. Zeile

30 Psg.

«teSfcalttgefleile 80 Psg.

Nr. 17.

Freitag den 21. Januar

1881.

Amtliches.

Dir Art, wie auf der Rückseite der zur Zeit im Gebrauch befind­lichen Jagdscheinformulare die Jagd- und Schonzeiteu für weibliches Roth- und Dammwild und Wildkälber (Kolonne 3), sowie für weib­liches Rehwild (Kolonne 5) kenntlich gemacht sind, kann zu der Unter­stellung veranlassen, als ob beabsichtigt gewesen sei, den 15. Oktober bezw. den 15. Dezember in die Jagdzeit miteinzubegreisen. Dies würde jedoch gegen den §. 1 Nr. 3 und Nr. 5 des Gesetzes vom 26. Februar 1870 verstoßen, dessen Fassung und Motive erkennen lassen, daß die Schonzeit für weibliches Roth- und Dammwild und für Wildkälber so­wie für weibliches Rehwild erst mit Ende des 15. Oktober ablaufen und für weibliches Rehwild bereits mit Anfang des 15. Dezember wie­der beginnen soll.

Casfel den 1. Januar 1881.

Königliche Regierung, Abth. des Innern.

Wird veröffentlicht mit dem Hinzufügen, daß, da hiernach die Schonzeit für weibliches Roth- und Dammwild und für Wildkälber so­wie für weibliches Rehwild erst mit Ende des 15. Oktober abläust und für weibliches Rehwild bereits mit Anfang des 15. Dezember wieder beginnt, die Jagdscheinformulare künftig dahin werden abgeändert werden, daß statt des 15. der 16. Oktober und statt des 15. der 14. Dezember gcsetzr wird.

Hanau am 20. Januar 1881.

Der Landrath.

Unter Bezugnahme auf den in Nr. 282 des Hanauer Anzeiger vom vorigen Jahre ergangenen Ausruf zur Entgegennahme von Bei­trägen für Gründung eines Asyls in Casfel veranlasse ich die Herrn Bürgermeister zur Einsendung der eingegangenen Gaben, so weit es nicht bereits geschehen sein sollte.

Hanau am 19. Januar 1881.

_______Der Landrath.________________

LsNdwirthschastÜcher Kreis-Verein in Hanau.

Nächste Versammlung Samstag den 22. Januar, Nach­mittags 2'/z Uhr, im Gasthaus zumgoldenen Löwen" in Hanau.

Tagesordnung:

1) Geschäftliche Mittheilungen.

2) Vortrag des Herrn Dr. Hesse, Direktor der Landwirthschaftlichen Winterschule in Marburg, über:rationelle Düngung".

Hanau, den 18. Januar 1881.

Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Vor­stehenden gebeten.

Hanau am 18. Januar 1881.

__________ '__________ Der Landrath. _________________________

Rundschau.

R. F. (Deutsches Reich.) Das Allgemeinbefinden des Kai­sers, welcher sich in voriger Woche eine leichte Erkältung zugezogen hatte, ist im Ganzen befriedigend, doch ist der Monarch noch genöthigt, das Zimmer zu hüten und es ist deshalb auch die Abhaltung des Capitels des Rothen Adler-Ordens noch verschoben worden.

Die zehnjährige Feier des ewig denkwürdigen Tages der Kaiser- Proklamation in Versailles am 18. Januar 1871 fällt mit der Sieges- woche zusammen, in welcher die deutschen Heere am 13. bis l 9. Januar 1871 in vier Hauptschlachten die Macht des Feindes gänzlich brachen. Am 13. Januar 1871 wurde bei Le Mans die französische West-Armee gänzlich zersprengt, die dreitägige Schlacht an der Ltsaine am 15.17 Januar hatte den Uebertritt der französischen Süd-Armee unter Bour- bali ans Schweizergebiet zur Folge, am 19. Januar sand vor Paris der letzte große Kampf statt und an dem gleichen Tage schlug Manteuffel bei St. Quentin die französische Nord-Armee unter Faidherbe in ent­scheidender Weise. Mitten in diese Zeit der herrlichsten deutschen Siege fiel nun bet große, weltgeschichtliche Act der Errichtung des neuen deut­schen Reiches durch die Kaiserproklamation zu Versailles und es erscheint daher der Hinweis auf jene gewaltigen Ereignisse jetzt, nach dem Ab­

schlüsse des ersten Jahrzehntes des neuen deutschen Reiches, nicht unge­rechtfertigt.

Das Abgeordnetenhaus hat am Montag endlich die Berathung über das Zuständigkeitsgesetz in zweiter Lesung zu Ende geführt. Die Beschlüsse der Commission kamen mit unwesentlichen Abänderungen zur Annahme, die Debatten entbehrten wegen ihres meist fachwissenschaftlichen Charakters des allgenreineren Interesses. Am Dienstag trat das Haus in die zweite Lesung des Schlachthausgesetzes ein. Das interessanteste Ereigniß in dieser Sitzung war das Erscheinen des Fürsten Bismarck am Ministertische. Der Reichskanzler, der aus Anlaß eines Minister­rathes ins Haus gekommen war, erschien zwei Mal aus kurze Zeit im Saale, begrüßte einige Abgeordnete, nahm jedoch an der Berathung des Schlachthausgesetzes natürlich keinen Antheil; dieselbe rief eine lange und lebhafte Debatte hervor, schließlich gelangten jedoch die Anträge der Commission, die vom ursprünglichen Regierungsentwurf nur wenig ab- wichen, unverändert zur Annahme. Am Mittwoch erledigte das Haus hauptsächlich Petitionen.

Der zehnjährige Gedenktag der Wiederausrichtung des deutschen Reiches am 18. Januar 1871 wurde von zahlreichen deutschen Hoch­schulen durch Festcommerse gefeiert, so in Leipzig, Kiel, Tübingen, Breslau u. s. w.

Es ist aufgesallen, daß der Gesetzentwurf, betreffend die Arbeiter­versicherung, dem Bundesrathe überwiesen worden ist, während bisher angenommen wurde, die Berathung und Begutachtung gerade dieses Ent- wurses sollte die Hauptarbeit des Volkswirthschaftsrathes bilden. Sm Bundesrathe soll jedoch noch immer ander Annahmefestgehalten werden, daß die Vorlage zuerst vom Volkswirthschaftsrath begutachtet werden wird und daß die Berathungen im Bundesrathe hierüber erst, wenn dieses Gutachten vorliegt, beginnen sollen. Was übrigens den Zusam­mentritt des Volkswirthschaftsrathes anbelaugt, so ist der Termin des­selben immer noch nicht genau festgesetzt und es hat darum den Anschein, als ob für die Berathungen des Volkswirthschafsrathes noch weiteres Material festgestellt werden soll.

(Oesterreich-Ungarn.) Der Ministerwechsel im Wiener Ca- binet steht in Oesterreich im Vordergründe der Tagesdiskussion. Als Ursachen der neuesten Krisis werden Differenzen im Ministerium ange­führt, besonders soll der letzte CabinetSrath, in welchem über den bevor­stehenden Pairsschub im österreichischen Herrenhause verhandelt wurde, sehr stürmisch gewesen sein, da Cremer und Streit, den abgetretenen Ministern, die vorgeschlagenen Namen nicht konvenirten. Baron Pino, der neue Leiter des Handelsministeriums, ist der dritte Handelsminister, den Oesterreich in kurzer Zeit erhält und es spricht dieser Umstand ge­rade nicht für die Stabilität des Cabinets Taaffe.

(Frankreich.) In der französischen Republik strahlt jetzt heller als je der Stern Gambetta's dies hat in eklatanter Weise nicht nur die Hauptwahl bei den Gemeinderathswahlen, sondern auch die am Sonntag ersolgte Nachwahl bewiesen, bei welcher die gemäßigten Repu­blikaner einen ebenso glänzenden Erfolg erzielten als bei der Hauptwahl. Besonders bedeutungsvoll ist die Niederlage der Communards, btnn kein einziger der in Paris als Candidaten aufgestellten Herren der Commune ist zum Gemeinderath gewählt worden und auch die Ergänzungswahlen in den Departements haben keinen der Anhänger derrothen Republik" zu einem Sitze im Gemeinderath verholfen. Es ist daher natürlich, daß das Ansehen des französischen Kammerpräsidenten in ganz Frankreich gewaltig gestiegen ist, der Zudrang zu seinen Salons ist größer als je und seine Wiederwahl zum Präsidenten der Deputirtenkammer am 20. Januar gilt als feststehend. Ein Rundschreiben des sranzösischen Mi­nisters des Auswärtigen, Barthölemy St.-Hilaire, an die Mächte be­züglich der Schiedsgerichtssrage beschäftigt gegenwärtig lebhaft die fran­zösische Presse, welche besonders scharf den ganz undiplomatischen Styl des Schriftstückes kritisirt.

(England.) Für das englische Cabinet Gladstone bleibt die Lage in Irland wie im Transvaalland gleich gesahrdrohend. Auf dergrü­nen" Insel werden fortwährend die größten Vorsichtsmaßregeln getroffen, um einem etwaigen Handstreiche der Landliga und der genier aus die königlichen Depots u. f. W. zu begegnen und es sind daher zwischen dem Oberbefehlshaber der an der irischen Küste kreuzenden Flotte und dem Armee-Commandanten in Dublin bereits Verabredungen über eventuelle