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10 Pfg.

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20 Psz.

Nr. 15

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hauau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Eorrespondenz.

Mittwoch den 19. Januar

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30 Pfg.

1881.

Amtliches.

Nachdem die neue Wilhelmsbrücke dem öffentlichen Verkehr über- geben worden, ist die alte Brücke außer Gebrauch gesetzt.

Hanau am 18. Januar 1881.

Der Landrath.

Zugelaufen: Ein grauer Doggenhund, m. Geschl.; Empfang­nahme bei Herrn Wilhelm Franz zu Kleinsteinheim.

Verloren: Ein Tafchentuch, gez. R. N.

Hanau am 18. Januar 1881.

_____________________Aus Königl. Landrathsamt.

Landwirthschastlicher $reh-Dmhf^^

Nächste Versammlung Samstag den 2 2. Januar, Nach­mittags 2'/g Uhr, im Gasthaus zum „goldenen Löwen" in Hanau.

Tagesordnung:

1) Geschäftliche Mittheilungen.

2) Vortrag des Herrn Dr. Hesse, Direktor der Landwirthschaftlichen Winterschule in Marburg, über: „rationelle Düngung".

Hanau, den 18. Januar 1881.

Der Vorstand.

Die Herren Bürgermeister werden um Veröffentlichung des Vor­stehenden gebeten.

Hanau am 18. Januar 1881.

___________________________Der Landrath.__________

Tagesschau.

Vor zehn Jahren.

Das zehnjährige Gedächtniß der Wiederaufrichtung des deutschen Kaiserreichs durch die Kaiser-Verkündigung im Spiegelsaale des Schlosses zu Versailles am 18. Januar 1871 fällt mit der großen deutschen Sie­geswoche desselben Jahres genau zusammen, durch welche in vier großen Siegesschlachten die vollständige Niederwerfung des Feindes und der Ab­schluß des Krieges herbeigeführt wurde. Dieselbe eröffnet, nach der „Post", mit dem 13., schließt mit dem 19. Januar und umfaßt die Siege von Le Maus, an der Lisaine, unter jdem Mont Valerien vor Paris und St. Quentin. Durch die erste und die letztgenannte Schlacht wurden die zweite französische Loire- und die französische Nord-Armee in einen Zustand der Auflösung versetzt, der für Monate hinaus jede weitere Offensivanstrengung derselben als unmöglich erscheinen lassen mußte. Die zweitgenannte Schlacht nöthigte in ihren Folgen die erste französische Loire- oder zu diesem Zeitpunkte die französische Süd-Armee, auf Schweizer Boden eine Zuflucht zu suchen, und der dritten Schlacht folgte die Einleitung der Kapitulations-Verhandlungen von Paris und die Gefangennahme der dort seit Mitte September eingeschlossenen großen französischen Besatzungs-Armee auf dem Fuß. Die Erfolge dieser vier Schlachten konnten in der Geschichte allein mit denen der großen deut­schen Siegesfolge von Weißenburg, Spichern und Wörth bis Sedan in einen Vergleich gezogen werden. Acht nur für die Verwendung im freien Felde verfügbar gebliebene deutsche Armeekorps hatten schließlich genügt, die Massenerhebung von ganz Frankreich niederzuzwingen, neun deutsche Heertheile hatten in einer fünfmonatlichen Belagerung die größte Festung der Welt, Paris, und die in ihr enthaltene feindliche Streitmacht von nahezu einer halben Million Mannschaften der Linientruppen, Mobil- und Nationalgarden zur Ergebung gezwungen. Fünf Monate schwerer Kämpfe waren mit einer Woche ihrem Endabschluß zugeführt worden. Sicher muß der Hinweis auf jene wundergleichen Ereignisse mit dem Abschluß des ersten Jahrzehnt vollkommen berechtigt erscheinen. Noch nie ist ein großer, weltgeschichtlicher Akt unter gleich günstigen, Sieg und Heil verkündigenden Zeichen, wie damals das Wiedererstehen des Deutschen Reiches, in die Erscheinung getreten.

— Berlin, 18. Januar. (Abgeordnetenhaus, 39. Sitzung.) Das Haus tritt zunächst in die erste Berathung des Gesetzes, betreffend die Vereinigung der Landgemeinde Oberbonsfeld mit der Stadtgemeinde Langenberg, sowie der Landgemeinden Oberstoppel und Unterstoppel und |

des fiskalischen Forstbezirks der Oberförsterei Burghaun, des Kreises Hersfeld, mit dem Kreise Hünfeld. Dr. Schulz ist gegen die Vereinigung. Oberbonsfelds mit Langenberg, weil damit eine Mehrbelastung der Land­gemeinde zu Gunsten der Steuererleichterung der Stadtgemeinde bewirkt werde. Kauffmann für, v. Wendt gegen die Vereinigung. Letzterer em- fiehlt Vorberathung durch die acl hoc um 7 Mitglieder zu verstärkende Gemeindekommission. Stücker für die Vorlage. Der Antrag auf Ueber- weisung des Gesetzes in die Commission wird abgelehnt. Es folgt die zweite Berathung des Gesetzes: Abänderung und Ergänzung des Gesetzes vom 18. März 1868, betreffend Errichtung öffentlicher, ausschließlich zu benutzender Schlachthäuser. Referent Labes empfiehlt Uebergang zur Tagesordnung über die zu dem Gesetz eingegangenen Petitionen. Zu­nächst wird Nr. 1 des Artikels 1 zur Diskussion gestellt, wonach künftig alles in öffentliche Schlachthäuser gebrachtes Schlachtvieh vor und nach dem Schlachten auf seinen Gesundheitszustand untersucht wird. Referent Barchewitz empfiehlt, das Gesetz in der Commissionsfassung anzunehmen. Graf Aork v. Wartenberg gegen die Vorlage. (K. Z.) — Im Laufe der Sitzung erschien der Reichskanzler Fürst Bismarck am Ministertisch.

— Berlin, 18. Jan. Das Abgeordnetenhaus hat heute, im Gegensatz zu dem schleppenden Gange der Berathungen der letzten Tage, den ganzen Rest des Zuständigkeitsgesetzes in zweiter Lesung erledigt. Es handelt sich nicht mehr um grundsätzliche, sondern fast nur um tech­nische Fragen und die Vorlage wurde fast in allen Stücken unverändert nach den Commissionsvorschlägen angenommen. (K. Z.)

— Berlin, 17. Jan. Nach einem den Zoll- und Steuerbe­hörden kundgemachten Bundesrathsbeschlusse sind die obersten Landes- finanzbehörden ermächtigt worden, ausnahmsweise auch für das der Nummer 26a 2 des Zolltarifs unterliegende Olivenöl Privattransitlager ohne amtlichen Mitverschluß zuzulaffen, wenn ein Verkehrsbedürfniß an- zuerkennen ist und im Interesse der Zollsicherheit keine Bedenken ent­gegenstehen. ' (K. Z.)

— Nach dem Justiz-Ministerialblatte vom 14. d. Mts. ist der Assessor Haas zum Landrichter in Wiesbaden befördert. Diese Ernen­nung ist um deswillen bemerkenswerth und hat in juristischen Kreisen Aussehen erregt, weil durch sie zum ersten Male feit der Neuorganisa­tion ein Assessor direkt d. h. ohne vorher Amtsrichter gewesen zu sein, Richter an einem Landgericht geworden ist. Irren wir nicht, so ist der Landrichter Haas ein früherer Artillerieoffizier, welcher im Jahre 1870 durch eine Unzahl Mitrailleusenkngeln sehr schwer verwundet wurde und lange Zeit auf den Tod lag. Damals beschäftigten sich die Zeitungen öfters mit seinem Befinden, das allgemeine Theilnahme erregte. Nach seiner Genesung — soweit solche überhaupt möglich war — studirte Herr Haas Jura, machte am 27. November 1875 sein Referendar- Examen und wurde am 1. Mai 1880 Assessor. Seine jetzt erfolgte Anstellung in Wiesbaden, die wohl mit Rücksicht auf seinen Gesundheits­zustand erfolgt ist, bringt seine Carriere zum vorläufigen Abschluß. (Trib.)

— Tübin gen, 17. Jan. Die gesummte Studentenschaft hat be­schlossen, morgen den zehnjährigen Jahrestag der Kaiserproklamation durch einen Festkommers zu begehen.

— Petersburg, 18. Jan. Das „Journal de St. Petersbourg" betrachtet die Veröffentlichung des Rundschreibens von Barthelemy Saint- Hilaire vom 24. v. M. durch einige Wiener Blätter und durch die Agence Havas als wenig Vortheilhaft für die Unterhandlungen der Mächte, welche darauf ausgingen, in gleicher Weise auf die Türkei wie auf Griechenland einzuwirken. Man begreife wohl, daß die Sprache des Rundschreibens vom 24. v. M. eine feste sein müsse, aber durch die ihm gegebene Oeffentlichkeit setze man sich der Gefahr aus, die Pforte zu ermuthigen, ihr Entgegenkommen zu einem höheren Preise zu ver­kaufen; auch gebe man sich den Anschein, als wenn einer der beiden Theile alles Unrecht auf seiner Seite hätte.

— Triest, 17. Januar. Der Lloyddampfer „Venus" ist mit der ostindischen Ueberlandpost heute Morgen aus Alexandrien hier ein­getroffen.

— New-Dork, 17. Januar. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Oder" ist hier eingetroffen.

— New-U ork, 17. Jannar. Der Dampfer „Erin" von der