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1777

— Nach ritum Erkenntniß des Reich-gerichtS, II. Strafsenat«, vom 7. November 1879 ist die unrichtige Angabe einer Grundfläche zum Zwecke der Tabakbesteuerung nur st afbar, wenn diese Angabe die Mög- «chkeit einer Gteuerv rÄrzung in sich schließt.

— S. M. gedickte Korvette „Prinz Adalbert", 12 Geschütze, Kom­mandant KopltLu zur See Mac Lea«, hat am 12. November er. Ackg- H««a verlassen und ist am 15. best Mt«. in Kobe eingetroffen.

— Metz, 29 Dez. (K. Z.) Hai de« geßrigen Wahlen zum Gemündersthe «nterlazm die Candidate« der grmäßigten Partei. Es wurden 6 Prstestler und 5 Lansidaten, welche von beiden Parteien gemeinsam ausgestellt waren, gewählt.

— Zweibrücken. In der Nähe von Metz wurde ein Sa«d- briefträHer von einem Wolfe angefallen und total aufgezehrt. Man fand blos noch Ueberreste von Knvchcn de« Unglücklichen. (M. T)

— Nuß Marienburg schreibt man der ^Elbing. gtg.*; Die feste Frist, Getreide zollfrei nach Deutschland emzukShreu, wird jetzt «och sehr ausgiebig von russische« Importeuren benutzt, was die langen Güterzüge beweise«, welche zahlreich von Mass kommend, hier durch - paffste«.

— Lauf au «e, 29. Drzbr. Die „Gazette de Laus««««" meldet, vom Äotthardtannel feien nur 400 Meter zu durchstechen; die Arbeiter «m nö blichen Theil hörten bereits deutlich die Minendetouationen vom Mdlichm Theil.

— Paris, 29 Dezbr. Das neue Kabinrt ist nunmehr ks«sti- tmrt und wie folgt zusammengesetzt: de Fo ycinet P^äsid-ntschrft und Auswärtiges, Lepöe Inneres und Kultus, Cazot Justiz, «agnin Fi- «anzea, Farrs Krieg, JaurSguiberry Marine, Ferry Unterricht, »awoy öffentliche Arbeite«, Tirard Ackerbau und Handel, TochSry Posten und Telegraphen.

— Paris, 29. Dezbr- Die Blätter heben hervor, daß das neue Kabinet vollkommen homogen sei und nur aus Mitgliedern der gemäßig­ten Linken und der Union R-publicaine bestehe.

— London, 29. Dez. (K. Z) General Roberts hat tele­graphisch noch Kalkutta gemeldet: Die Afsbanen bezannen den Angriff von örer Genen am 23. d, Morgens 6 Uhr. Sobald die Absichten des Feindes vollständig entwickelt waren, machte General Roberts mit der Artillerie und Casallerie einen G-genangriff in des Feindes Flanke' Der Fe.nd wurde bald vertriebe« und verfolgt, derselbe floh «ach Kabul und von dort heimwärts. Der Erfolg der englischen Waffen ist ei« vollständiger, aber die Führer der Afghanen sind entkomAe«. Der Ver­lust des Feindes ist groß, der englische beträgt 5 Todte und 33 «er- wMükte. General Rsbetts gedachte Kabul am 24. oder 25. d. zu be­setzen. — Der Limes wird aus Kalkutta vom 23. d. berichtet: General Roberts hat Balahisfar besetzt. Truppen auS Kabul haben während dreier Lüge Herst geplündert. Ejuh Khru ist zwar kein Gefangener der Äabulesm, jedoch ein wAmlofe» Werkzeus in ihren Händen; er hat seinen SchViegeroater nach Ksndahar gesandt, um Unterbandlunge» mit den britisch!n Setzörde« anzuküüpfen. Daily MwS meldet ask Lahsre, die Äfzhamn, welche den Angriff a*f Shrrpur uuteruatzmrn, seien 6000 Mann stark gewesen.

— Dundes, 29. Dezbr Durch einen außerordentlich heftige« Sturm wurde em Theil der über den Tay führenden Brück- zerstört, während der Perfouenzug so« Edinburgh nach Dundre gestern Abend 7^ Uhr die Brücke paffirte. Der Zug stürzte tu den Fluß. Man fürchtet, daß sämmtliche Passagiere (über 200) ihren Tod in den Wellen gefunden haben. Ein nach der Unglückkstätte abgesansene» Dampfboot ist noch Nicht Mückgekchrt.

— London, 29. Dezbr., 1 Uhr 5 Min. Der gestern verunglückte Edinburger Schnellzug bestand aus sieben Wagen «nd war ganz besetzt. Mindestens 300 Passagiere, außerdem das Zugpersonal sind umgekom- men. Die Lücke in der Krücke ist 800 AardS. (Franks. Ztg.)

— Bei dem Auf und Äd der Nachrichten aus Petersburg hatte es auch einmal geheißen, nicht nur der verhältaißmäßig freisinnige DoWänenmiLißer Wslujew habe in Folge des moskauer Attentats keine Aussicht auf ErWeiterung seines als doctrinär und unter den gegenwär­tigen Perhättniffe« bedenklich angesehene« Einflusses, auch der KriegS- Minister Miljmin, der bekanntlich für panslawiftisch gilt, sei »icht mehr in Gunst. Die sich untereinander widersprechende« Nachrichten Hose» sich gegenseitig auf, spiegelten aber vielleicht ganz richtig die wirklich verworrene Lage in PeterShurg »Über. Jetzt will die Times wisse«, der Minister Miljutiu solle zurücktreten, und er sei es gewesen, der die Truppenbewegungen an der deutschen Grenze, die so viel von sich rede« machten, veranlaßt habe. Man muß dem Blatte für diese Nachricht die Versntworttichkrit überlasse« und sich im klebrige« darauf gefaxt machen, daß dir Klärung der russischen Zustände «och nicht so bald erfolgen wird. (Ä. Z)

— Ko nstantinopel, 27. Dezbr. Der englisch-türkische Zwischen- fall wegen b^ zum Tode verurthrilten muselmäunischen Priesters war bis gestern Abend noch «icht beigelegt, doch steht zu hoffen, daß der englische Borschaster die der Pforte für die Freilassung de» Priesters gestellte Frist verzängern werde und sie Au^elegenyett bald beglichen

wird. — 29. Dezbr. Der englische Botschafter Layard hat die Frist für die Beantwortung feiner Reklamation bis zum Dienstag Abend ver­längert.

— New-Aork, 27. Dezember. Der Dampfer ,The Queen- von der Rational Dampfschiffs - Compagnie (C. Mesiingsche Linie) ist hier Mgetroffe«.

B s k « l e S.

Hanas, 30. Dezember 1879.

— Eine Reihe von Jahren versammelten sich alljährlich am 29. Dezember die ehemaligen kurhessischkn freiwilligen Jäger, welche im Jahre 1814 den Feldzug gegen Frankreich mitgemacht, von hier und ans der Umgegend zu ihrem Jahre»feste im „Hotel Tarlsserg" dahier.

Zum letzten male geschah dies im Jahre 1875. Bon der ehemals beträchtliche« Zahl freiwilliger Jäger war es in diesem Jahre nur noch dreie« vergönnt, an der Feier Theil nehmen zu körnen Es waren dies die Herre« OberamtSrichter Mühlhause zu Siewa», Stiemte Gärtner und Waisenhaus»Buchhalter a. D. Franz Limbert von hier. Inzwischen wurde nun aber auch dieses kleine Häuflein gelichtet, indem der erstere der genannten Herren in die große Armee einberufen worden und der zweite schon seit längerer Zeit von hier verzogen ist. Ob dieser sich noch unta de« Lesensen befindet, ist zweifelhaft.

Äs lebt also tzemnach gegenwärtig hier nur noch ein einziger der ehemaligen kmhessische« fretmiatgen Jäger, nämlich der schon genannte Franz Limbert, welcher in 1815 in Frankreich -W der Belagerung der Festung Sedm Theil nahm, sowie bei MeztöreS, Charleville und Äivet m t in Aktion war.

Sicherem Vemehme« nach ist nun gestern im „Hotel Carlsberg" keiner der ehemaligen kurhessischen freiwillig?« Jäger zur Jahresfeier erschienen, da der hier noch lebende Waisenhaus.Buchhalter a. D. Franz Limbert wegen seiner rheumatischen Leiden in seinem hohen Alter nicht hat erscheinen können.

Wir wünschen demselben von Herzen, daß es ihm vergönnt sein möge, noch eine Reihe so« Jahren im Kreise seiner Familie, jedoch ohne die jetzigen rheumatische« Leiden, froh und vergnügt verleben zu können. — r.

Eingesandt.

— Bs« befreundeter Brite geht uns naHstetzendeS Wingesandt zu, dem wir gern Aufnahme gestatten:

Das Weihnacht». Loneert des Wein»'scheu Gesangvereins habe« Sie schon einige Tage im Voraus lobend erwähnt. Einsender dieses hatte schon in v r-chtedenen Stahlen Gelegenheit anerkannten Männer« gesang zu hören, kann aber von Hanau nicht scheiden, ohne der Wahr­heit die Ehre zu geben; dieses Conce t — welches sich mit dem be­scheidene« Kreis eines „Concerts bei Restallratio«" einführt — hoch obenan zu stellen.

Haven ur.s die Gesänge der Kölner hauptsächlich durch ihr her­vorragendes Ensemble impemrf, so hat uns nicht aßein dieser, sondern auch in nicht geahnter Weise eine unerwartete Tonfülle äußerst wohl« gethan. Weniger nicht war die ZnsaNWensteLung des Programms eine sehr glücküche, worunter die Tomposnisnen von Tchirsch wohl die Perle von den Chören bildeten; die BoU's waren jedes Concerts würdig.

Das Concert war gut besucht und wurde den Verträgen mit größter Ruhe und Spannung gelau-cht. Unser Urtheil stützt sich unter anderem auch auf die Aeußerung anwesend gewesener Künstler und Kunstkenner. Alle Ehre d m Verein und vorzüglich dessen Dirigenten!

— Zu Depatirien für Wahrung der den Einwohnern der Altstadt Hanau zustch noen Gerechtigunzen warben in gestrigem Termine ge­wählt: 1) As Stadtrathsmitglieder die Herren Georg Deines und Jean Grobe; 2) Als DepumtiosSmitglieder die Herren Georg Bren­ner, I. C. Koch, A. H. Helm und G-. Halin; 3) Als SteLvsr- treter die Herren Jakob Zeh, Wilhelm Schlingloff, Fritz Albach nnd Wilhelm Gäbelri«.

— Verschiedene hiesige HMdAerkSmerster haben auch diesmal wie­der ihre Arbeiter veranlaßt, das f. g. RmjahrSMatulire« bei ihren Kun- de« zu unterlassen. I« Ä«betracht der sllzugroßen Belästig!»kr durch Bettler, aber auch durch in Wirkirchkeit bedürftige Personen, ist diese Handlu«gSweise freudig zu begrüßen.

— Der außergewshnlich sHnrlle Witterung-umschlag (in der Nacht von Samstag auf GZuntag noch — 12°, gestern + 3°) kann, bei schnellem Abgang der kolossale« Eis- und Schneemaffen, sehr leicht Hoch- waffrr herbeiführen, drshalo dürfte eS jetzt schon geboten sein Vorsichts­maßregel« z« treffen. Wir werben alle uns zugehenren auf daS Hoch- maff?r bezügüchen Telegramme sofort nach Zinweffen durch Anschlag im AuShängekasten vor'm Walsenhauje zur öffentUchsn Kmntniß bringen.

— (Theater.) Den 1. Januar 1880: „Rosenkranz und Gül- benftern“.

Zuerst in Wim an ber Hofburg gegeben, hatte daselbst einen gläu- zender: Erfolg zu vermeiden. Doch blieb das Stück längere Zelt i« Deutschland unbeachtet, bis die Wiener Hofschauspreler am Wallner- Theater in Berlin rm Juli zu einem Gastrollen EyctuZ eingetroffen wa-