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und Größe dessrlbr» hat Niemnnd zu rütteln gewagt, da» deutsche Reich unternahm es sogar, die engere Freundschaki mit Rußland zu kündigen und sich in Oesterreich Ungarn einen passenderen BundeSgenoffe« zu suchen, weil die Interessen des deutsche« Reiches gegenüber den pansla- vistischen Umtrieben Rußland» auf eine auf Gegenseitigkeit beruhende Freundschaft mit Oesterreich-Ungarn Hinwiese». Der Äsnd Deurschlaads und Oesterreich-UngarnS ist auch stark genug, um den Frieden des Erd- theil» auch im neuen Jahre aufrecht zu erhalten und deshalb können wir in Beznz auf den Stand unserer a«Zwärtize« Verhältnisse zufrieden sein. Richt go$ in diesem Maße läßt sich die» indessen von unseren inneren Verhältnissen sagen. Hier gibt in erster Linie die Finanzfrage und sirthschaftAchr Lage zu erustr« Besorgniffen Anlaß und bleibt es noch abzuwarten, ob die im letzten Jahre beschlossenen ZsA- und Steuer« reforme» die ersehnte Äufö?ss;rnnz der unb-rrcheubare«, allen Schwan­kungen unterliegeNden wlrthschaftlicheA Zustände herbeiführen werden. Andere innere Streitfrage», wie der Kampf z Zischen Staat und Kirche und die Welfeuangslezesheit, sind auch usch zu keinem gedeih! chen Ab« Muffe gelangt, dagegen hat die Sache des Reichs auf verschiedenen Gebieten Fo tschritte gemacht, eine neue geAeiasame Rechtspflege ist am 1. Oktober 1879 für alle deutsches Ignden ins Lehm getreten und das ReMlund Simß'LsLhrmgen ist nun auch thatsächlich dem Reiche als Bundesstaat näher getreten.

In Oesterreich- Ungar», dem uns politisch am nächsten stehenden Staate, find mehrere sch sehende Fragen im verflossenen Jahre ziemlich glücklich gelöst worden Dahin gehören vor allen Dingen die Occupa- tisn der tückischen Provinzen ÄsSKien und der Herzegowina, sowie die­jenige des Sandscha's Rovibazar, durch welche MachterNeiterung Oester- rrich-Ungarn in den Stand gesetzt ist, seine Zutsressm im Orient zu wahren und der unaufhaltsam vorwä-tsschreiteudm Zerdrück lang des türdschs« SlaateS zuversichtlich entgegenzuschen- Auch in den bunt- sch ck gen Pürteiverhä-tülssm OesterreichZ ist insofern rmeBrfferMg ein­getreten, ßä es mit den schmoll enden Tzechen zu einer Art schÄUÜendrn Ausgletch geksmmr» ist. Zu »irthschaftitchrr Beziehung hat Oesterreich von der gleichen Lalamität wie Deutschland zu leisen «nd hofft man, da sich Druischland und Oesterreich auch «irthscha-titch sehr nahe stehen, durch Abschluß eines neuen deutsch österreichischen Handelsoertrazes manche Ausbesserung auf LieseA Gebiete zu erzielen.

In Frankreich haben im verflossenen Jahre zwei Bestrebungen vollständig die Oberhand beh üt n, es sind dies die R^pablckan-siruag des Lande- und Heere-rüstuuM. Beide Bestrebung?» betrachten die gegenwärtigen Machthaber Frankreichs als Existenzbedingungen der Er­haltung und des Fortschritt» der französisch»» Ration, nur ist dabei kein Ziel ob Ende abzus h u. Den herrschenden Republikanern waren erst die Beamten nicht repabNantsch genug und diese mißten durch Schere Patrioten ersetzt werden, bann fegte man unter den Offizieren und Gruerale«; darauf wollte man die Geistlichkeit majorisiren (Ferry- sche UnterrichGgesetze) und in letzter Zeit sind die Minister selbst für nicht genügend republ kanisch befunden worden, so geht in Frankreich der Marsch in den rothen Radikalismus weiter. R cht so glücklich wie die repablikanischeK Reformen wurden in Frankreich die H^resreformsn durchgeführt, denn es hat sich B ele- als v;rkch t und fehlerhaft im französischen Heece h?ra-szestsüt und haben sich besonders sie starken Earsreraufstellungen im franzö isch n Heere als ein Unding erwiesen, welche im Kriegsfalle nur hemmend für die Entfaltung der französischen Hreaesmacht wirkm könnten.

Rußland ist im orrflossmm Jahre vollständig zur Kategorie jener Länder getreten, von denen man sich nichts Hutes versieht. Das Zaren« reich scheint sich in einer jmrr Krisen zu befinden, wo die alten Stziäuchr den jungen Most nicht mehr bergen können und die alten Schläuche platzen werden, wenn man nicht rechtzeitig neue anschrfft Gcausize Beweise für diesen Thatbestand in Rußland haben im verflsssenrn Jahre zwei Attentate auf den Kaiser Alexander sowie eine Mmze andere At­tentate auf hohe RegierungsbeaNte und eine Anzahl RahestSrungr» in verschiedmen russischen Staaten g liefert Dabei hat Rußland sie im letzten Tärkenkciegr daoonzrtrazenen Wunden noch nicht verschmerzt, die wirthschaft iich; sag» läßt in Folge der mangelhaft auSzebildrten Jndastrie und der Miserut« in einigen PromnM ebenfalls viel zu wünschen übrig und die russischen Staatskassen sind ziemlich leer. Man darf unter diesen Umständen aus die Entwicklung der Dinge in Rußland gespannt sein.

Das britisch; Jaselreich hat im letzten Jahre eine sehr kühne ErooeruagSpolitik in zwei Ecdthetie« betrieben, doch hat es sich oab-i nicht mit allzuviel Lorbeeren bedeckt und dir Scsolgr sich vsclausiZ noch sehr zweifelhafter Natur, denn der Aaapf der Engländer gegen die ZAuftämne in Südafrika ist zwar zu Gunsten Ser englischen Waffen entjchreden worden, aoer die AufstäaSe de- einz-luru Zulustamme oaiter« te» btsher fort un) in Afghanistan sind die Sagläuoer in Folge bei MgeReis;» Aufstaades der Sighanischen Bölkerschasten in eine sehr ae« Neuere Lage gerathen, die mögliche Weste mit einer vollständigen Zer­trümmerung der dortigen enzttschra Sirritkräste enden wird Tritt meser Fall wirklich ein, so dürfte das Casinet Gsacsnfiüd am läag'isn

auf dem hohen Pferde gesessen Habru. Eine kritische Frage der Zukunft bleibt es auch, wie England seinen alten Rangstreit m t Rußland im Ociert auSfechten wird, zumal die Regierungen beider Lärrder neuerdings mit einem außerordentlichen Mißtrauen ßegrneinsndee beseelt sind.

Italien, die sechste Großmacht Europas, könnte sich wohler fühlen, wenn eS sich eben nicht als Großmacht fühlte. Verschiedene italienische Staatsmänner haben offen erklä t, daß der ganze italienische R-gierunzS- apparat und dann zumal des Heer und die Flotte wüt mehr Unter» Haltung-mittel bedürfte«, all Italien aufbringen kann, und man möchte wieder auf ein kleines Pferd steigen, um die Sassen in Ordnung zu bringen. Italien fühlt sich aber einmal als Großmacht, die noch viel größer werden will, und da wird auch der gegenwärtige Zustand in den italienischen Finanzen und Regierungssystem weiter dauern, denn Mi­nister finden sich immer, um das Regieren einmal.z» pcsblren.

Das Königreich Spanien Hai im verflossenen Jahre wieder eine junge Königin brkvKmen, doch mit dem Eheglück auf dem spanischm Königsthronr ist leider das Laudrsglück nicht mit in Spanien ein Wo­gen. Ziemlich erbitterte Parteikämpfe dauern in Spanien fort und selbst der staMmäamschen Gesch cklichküt eines Lanova; Sr EaftrÄs scheint es nicht gelingen zu Bollen, das Land zu beruhigen.

Eine erhäcmliHs Ro8e spielt die Türkei weiter. Aa Stelle von Staatsmännern herrschen in Conftanünspel immer noch Besser ob Günstlinge. Leid ist nur für den Hof und die Bertrauten der Sultans da, Beamte und Soldaten empfangen keinen Sold und die R?formen »erben niemals dmchzesützrt. Das türkische EtaatSschiff muß bet bieten fortdauernden Kalamitäten untergehen und eS fragt sich nur, wer von den seiden Freunden der Türkei die TtüNmer bergen wird — England oder Rußland?

Das Königreich Uriechenland hat das ganze berfhffme wie auch die vschergehende» Jahre in einem unfrÄ^ibaren Hader m t der Türkei um einige Länderstreifen verbracht und im neuen Jahre will Irirchen- taad wirklich losschlagen, wenn die Türkei bis dahin die Forderusge« Griechenlands nicht erfüllt.

Die Orientstaaten Rumänien, Serbien und Montenegro führen, soweit eS die dortigen urwüchsigen Verhättmffr gestatten, auf Kosten der Türkei ein erträgliches Datei», nur läßt sich dies von d m Firste»' t^me BulgaritN, welches der Türkei geschickt aus den Leadrn tzSj chnitte« wurde, nicht behaupten, denn in Bulgarien ist der Fürst Alexander nicht mit den Bulgsreu zufrieden, die Bulgaren sind aber auch n cht mit d°m Fürsten $uTrteben. Drr bulgarischen ZMndr sind überhaupt trostlos. Der Fürst findet nicht die paffenden Minister, die befreiten Bulgaren sind anmaßend und leidenschaftlich, das LsnS hat keine Cultur und keine Staatsmänner und kein Geld, um eine seltne zu gründen.

Von den übrigen kleinen Staaten Europas ist von unserem Standpunkte aus wenig zu sagen, erwähn;« wollen wir nur, daß Dämmack den Versuch gemixt hat, drr Freund DrutschlMds zu werden und daß in Belgien ein Buch-f und zwar vom Papste äogefe§t wurdr.

Von den zahlreichen aReriknaischm Staaten machten an dem letzten Jahre die Rrpubllien Cstle, Peru und Boltvia viel von sich rese», denn Peru und Ootiola waren ausgezogen, um den Emporkömmling Chile zu züchtige«, weil er durch Handel und Industrie emporgeiemmen war. Peru und Boliom sind aoer selbst in die Grube gefallen, die sie für Chile gegraben haben, denn Chile ist zu Wasser ob zu Lande Sieger geblieben. ________________________________

L K G K K s ch A Ar

— Der „9L u. St.-A? Nr. 304 veröffentlicht: Regulativ, betr. die Steurrfreihrit des Branntweins zu gewerblichen Zwecken

— Brkanntmachang aas Grund des RrichIgefetzes som 21. Oktbr. 1878 Nach dem „C «. 6t»^.N Nr. 304 ««»e untrem 24. Dezember verboten: die Druckschrift »Freikugeln-, selbstanserlegte Äußarbeit für begangene politisch; Sünden re., von Carl FcoMr, Bsckenheim, Druck und 5erlag von G. Schilde daselbst, 1879.

DaS öurch Bekanntmachung vom 17. Januar d. I. (ReichZ-An' züger Nr. 15) erlaffene Verbot der vom komNunistischrn Arbeiter- bilsungSverein in London heranSgegeornen periodischen Druckschrift: »Freiheit" erstreckt sich auch auf diejenigen Nummern dieses Blattes, welche unter oer Aufschrift „Das Festblatt" zur Ausgabe gelangen.

— Berlin, 29. Drzbr., 9 U^r Abends. Der .National-Ztg." melbet man von regelmäßig gut unterrichteter Seite, daß Kaiser Älexan - der bereit wäre, die inneren Angelegenheiten bem Thronsolger zu üaer« lassen, daß er sich aber unter allen Umftänbea namentlich mit Rücksicht auf die Beziehungen zu Deutschland sie äußere PolmE sorschalte« wolle. Den Thronfolger bezeichnet man uns jedoch als nicht gewillt, auf eine solche Ordnung der Dinge eiMgrhrn. — Sie Blätter berich­ten : In Sachen der von der Polizei entdecken nihittstischm Druckerei haben auch am Sonntag mehrere HnuSsuchnngeu uns Berhaftangen statt« gefunden. Nach Angaoe Desselben Berichterstatters, welcher Die erste« Mittheilungen üoer Den Borfall srachte, sollen Korrespondenzr» gefun­den worden sein, welche auf eine Verbindung von Socialisten und Nihi«

i UM schließen lassen. (Fr. Ztg.)