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— Bekanntmachung auf Grund der Reichsgesetze» vom 21. Oktbr. 1878. Das durch Nekanntmachung vom 17. Januar d. g. (Reichs-An- zriger Nr. 15) erlassene Verbot der vom kommunistischen Arbeiter- bildunqSverein in London herausgegebenen periodischen Druckschrift: „Freiheit" erstreckt sich auch auf di'jenigen Nummern diese- Blatte-, welche unter der Aufschrift „Der Srldaten - Freund" zur Ausgabe ge» lange«.
— Nachdem bereits vor einiger Zeit von dem als Reichskommissar in Sidmy verwaisenden Geheimen Regierung- Rath Reuleaux auf tele- graphischem Wege eine kurze Nachricht in Berlin eingegangen war, welche der deutschen Ausstellung in Sidney einen befriedigenden Erfolg in Aussicht stellte, ist nunmehr ein vom 9 O'toüer datirter amtlicher Bericht eingelaufen, durch weichen die frühere Mittheilung bestätigt wird. Bei Abgang des Berichtes war die deutsche Abtheilung, gleich den Ab< Heilungen anderer Länder, noch nicht ganz fertig gestellt. Der Abschluß der Herstellung^ rbeiten wurde aber für die nächsten Tage bestimmt er- wartet. Nach Inhalt des Berichts fand die deutsche Ausstellung eine täglich st igende Anerkennung; in der That stehe auch der üoerwiegend größte The l der Ausstellungsgegenstände über dem Mittel, ein kleiner Thut foyar sehr hoch. Auch Verkäufe hatten bereits damals mehrfach stattgefunden Dr-ch den G-schmack der Ausstattung sollen namentlich die Erzeu.niste unie er Möbel-Industrie und Weißzeug Industrie großen Bei all errungen habm. Der Bericht bedauert das Fehlen der Nmsil- ber- und A ferll e-Jndustrie, deren Erzeugnisse den aus anderen Ländern auSgestellte-r Fabrikaten sehr wohl hätten zur Seite treten können uno in Australien einen e giebt:en Markt sich eröffnen könnten.
— Die osfic öse „Pol. Corr." bringt über panslavistische Agitation in Deutschland folgendr b-merken wsrtie Nachricht aus Dresden: „In der jüngsten Zeit hatte sich der hinlänglich bekannte panslavistische Agitator Äomarkow hier riedrrDelasstn, um die h er lebenden Russen zu bewegen, sich der panslasistüchen Richtung anzuschließen und in ein bezügliches Comit6 einzuteten. Herrn von KWarkow ist jedoch mehrfach, und zuletzt von höchst autoritativer S-ste bedauert worden, daß j tzt die Panslavisti'chs Propaganda keine Autsi - t habe, daß es vielmehr im Jn- terkste R -ßlards tt g^, F i-dm zu halten m.d nrcht die Slaven gegen die Drutschm zu hetzn. Der genannte Agitator ist hierauf nach Wien abgereist. Die Mttgli-der der Dresdner russischen Kolonie schätzen viel zu sehr deutsches Wks n, deutsche Gesellschaft und Cultur, um an dergleichen thörichten Hetzereien Geschmack zu finden. Es ist dies um so erfreut cher, als die hiesigen Russen gerade der dem Patriotismus, der sie bestell, sehr geeignete V rmitt er zwischm ihrem Vaterland; und der West eu opäischen Cultur stob. Ge. Majestät der Kaiser von Rußland hat übstgens so ben einer größeren Zahl hier lebender Russen wegen chrss bei Gelegenheit des 1877er russisch-türkische» Krieges bewiesenen Patriotismus eine prachtvolle Erinnerungs-Mkoration, das roth; Kreuz auf silbernem Felde zeigend, verli hen." ( Lrib )
— Schuloner, welche in der Absicht, dir Befriedigung ihrer Gläu« biger zu ver eitel», Bestandtheile ihres Vermögens veräußern, sind nach einem Erkemrin ß des Reichsgerichts, I. Strafsenats, vom 6. Nooem,er 1879 aus § 283 d. Gtr. G. B. strafbar, auch wenn von dem Gläubiger Exekution noch n cht beantragt, auch nicht einmal Klage erhobm worden ist; es genügt für die Anwensung der Strafbestimmurg die F ststellung. daß sich der Lchaldner bewußt gewesen, daß die Nichtzah lung der fälligen, nicht anzusechtenden Schuld zur Klage und Zwangs- Vollstreckung führen werde.
— ®*e Strafbarkeit der Befriedigung einzelner Glänbiger zum Nachtheil der übrigen Seitens des Gemeinschuldners erforderte nach drum Erkenntniß des Reichsgerichts, I. Strafsenats, vom 3. November 1879, nicht die Absicht des Letzteren, die üirigen Gläubiger benachtheiligen zu wollen, vielmehr genügt d ssen Bewußtsein, daß s tie Handlungsweise, die Bevorzugung eins einzeln! n Gläubigers, zum Nachtheil der übrigen gereichen werde.
— Magdeburg, 23. Dezember. Weber wurde mit über 1000 Stimmen Majorität gegen Sozialdemokrat Viereck zum Reichstagsabgr- ordneten gewählt. (jr, Z)
— Wien, 23. Dezbr. (K. Z.) Die amtliche Wiener Zeitung veröffentlicht das vom Kaiser fauctionirte W hrges tz ferner die Gesetz- entwürfe betreffend die Ermächtigung der Regurung zur Verlängerung der Handelsserträge mit Deutschland und Fraakcelch, betreff nd Die Em- beziehung Bosniens, der H-rzegowina, Jstriens, Drlmatiens, Brodys und kleiner ungarischer Hafen in das österreichisch- Z illgebiet und die Einführung einer Berzch-ungssteuer daselbst.
— Paris, 21. Dez. Der Töiägraph; meldet, daß der Kriegs- mmister, als er plötzlich an Samstag den Sitzungssaal o-rstch, gesagt habe, die ihm amerlegte Last sei zu schwer, sein Entschluß fei gesagt u. s. w., und Hrisson habe heute seinen Freunden erkläct: „bei den Besingungen, unter welchen dar neue Cabmet sich oorfüh-t, wäre ich darin nicht am Platze." Auch Wilson soll gesagt haben, „er denke nicht daran, im Cabinet Freycinet Say'S Lroschaft aazutrllm".
— Trieft, 22. Dezember. Der Lloyddampfer f„Esp-ro" ist heute Nachmittag mit der ostmdijchen's lleberlanopost aus Alexandrien hier eingetroffen. _ j . _
— New-Dork, 22. Dezbr.' Der Dampfer der Norddeutsche« Lloyd „Neckar" ist hier angekommen.
8 -kale S.
Hanau, 24. Dezember 1870.
— (Theater.) Die Feiertaakwoche ist da! Die Festvorstellun- gen haben wir gestern schon besprochen und zum BFache aufgefordert. Wenn wir heute den Wunsch wikdrrhol-n, so geschieht es, weil wir in der letz en Zeit manches leere Haus gesehen und dar Theater doch br» regen Besuchs bedarf. Wir sind überzeugt, daß das Beste aufgeboten wird.
— Der Besuch falzender Veranstaltungen während der Feiertage kann empfohlen werden:
Am 1. Weihnachtsfeiertage: WeinS'scheS Concert im Saale zur „qroßm Krone" (die vorzüglichen Leistungen deS Vereins unter Leitung deS M ister Lucan sind hinlänglich bekannt). — Herrenabend im „Frohsinn" ; Verlauf jeverzeit äußerst gemüthlich und Programm ein reichhaltiges (Zinführungsrecht für diesen Abend gül- th). — Abendunterh altung und Ball deS „Ph;l harmoni- schen Vereins" im Saale des „Nirnberger Hos".
Am 2. Weihnachtsfeiertage: Concert und Ball deS Gesangkränzch-ns „Eintracht" im Saale „zum Riesen". — Abendunterhaltung der „Tur»gemeinde" im Saale der „Cen- tralhalle". — Bürgerball im Saale zum „Nü-nberaec Hof".
Außerdem ist noch der Besuch des egypt. Flch-CircuS rm oberen Loka e der „Stadt B.emrn", in welchem 250 dressnte kleme Springer ßymnastische Uebungen und sonstige possnkchen Jntermezzo's aufführen, zu empfehltN-
We en der sonstigen Vergnügungen verwüstn wir auf Seite 1762 unser es heutigen Blat es.
Versteigerungs- und Berpachtungs- rc. Kalender für Samstag den 27. D zember.
Ang-bste zur Uebernahme der Arbeiten um Liffe^nnge» behufs Erweiterung der Synagoge zu Frieoberg st ld spätestens bis Vo-mittazs 11 Uhr an Herrn K-etstzaE-ifter Reuß za Friedsera neureichen ist Nr. 290 „Hau. Anz.").
B6$* In bem nächst-n Montag erscheinenden Unt«rhaltu»g?blatt komaa bus Vreisräthsel für das 4. Q arral b. I. zum 5b)ruä. Abonnenten ober bereu Ängehö-'g; können das Blüt Na^mütags IVs Uhr in unserer Exoevitron in Empfang nehm n. Lösungen erbitten in ver- schloffLnem Couoert in unserem Bureau abzageben. Unter den sechs ersten richtigm Eingängen entscheidet das Loos für den Gewinner.
Red. d s „Hanauer Anzeiger".
®Sw* Mit Beginn d's neuen Jahres wird der „Hanauer Anzeiger" in vollständig neuen Gewand; erschnnen, falls bis dahin die hierzu in Auftrag gegebenen Schriften alle geliefert sind.
— Wir wollen im Interesse des währeaS deS Weihnacht Festes verreisendtn PablikumS d;r vielfach verbruteten irrgm Anschauung be- g-gnen, daß die vor den FPtagen gelöst werdenden Retourörllete auf Den EtaalS« und vom Sraare verwa uten Prrvatoahaea ein; viertägige Gültigkeit erhellen. Der in Betracht kommense, in diesem Sommer erschienene Erlaß des H rrn Arbeit-ministers gewährt nämlich nur den cm Tage vor einem Sonntage ober geschlichen Fasttage ausg g-benen Retourkarten eine Dreitägige Gültigkeit, oyne indessen für den Fall, daß zwei Fei rtage unm ttelbar auseinanderfolgen, eine weitere Vergünstigung zuzugeft-hen. Hiernach muß die Rückcei e bei den am 24. d. M gelöst werdenden Retourdilleten spätest ns am Abend des 26., bd Den am 25. oder 26. zur A szabe kommenden aber spä estms am 27. angetreten werben, so daß Niemand mit einem Retourbilllle wäh end der vollen beiden F-st age auf einer an eren Station verweilen kann.
— Das zu Fulda erscheirende „Schulblatt" theilt bei der gegenwärtigen Abo nemmtseinladung mit, daß die Abonnentenzahl in den letzten Qaallal-n sich so sehr Dermmoert habe, daß die D uckkosten nicht mehr gedeckt werden kö.nten. Mit Rüstcht darauf focoert es sämmtliche kathoüsch; Lehrer der Provinz Hessen-Nassau auf, das tathol. Organ durch äbonaement zu un erstützm, indem ,onst Der Fortbestand des Blattes sehr getährdet sei. Ebenso lamentabel sei in der letzten Zeit die Unterftü^mg des Blattes durch geeignete ÄrUkrl und Correspon- denzm fetteng der Lestr desselben gewesen. (F. K )
īI dev Umgegettb.
— Frankfurt a. M, 23. D zemrer. Für die nothleidendea Obwichlestec sind bis jetzt inkl. der Simmiung der „F ankfurter Zeitung" mit 19,668 M, zusam um 43,150 M 21 Pf. eingeganzm. In den letzten 14 Lagen wurden Datier für Die Armuth geopfert M. 59,186. — Em h enger W-inigent saß beim Flühichoppen, zog sein goldenes Bleistift aus d r Lasche, um sich etwas zu noitcen. Ei» in seiner Nähe sitzender Wunhändler oem rite ihm: „Sie haben da auch einen Stift, wovon das ganze Gros 30 Pf. kostet. Ich liefere Ihnen 15 solcher Gros zu Diesem Preise, wenn Sie wollen." Der Angeredrts replicirts, daß fein B.eutift 6 fl koste und er wohl nicht wisse, was Gold sei; woraus höhnisch die Antwort zurückkam: „Zch bin ein Schurke, wenn .ich Ihnen nicht 15 Gros zu 30 Pf. das Stück liefere. Man wurde