Einzelbild herunterladen
 
  

durch einen von außen sichtbarrn Anschlag am Verkaufslokale zur Kennt« «iß des Publikums zu bringen, sowie im BerkanfSlokale eine Waage mit den erforderlichen geatzten Gewichten aufzustellen, dawit von den Käufern nach Belieben die Waaren nachg-woyen werden können.

Riedsrifsigheim, den 20 Dezember 1879.

Die OrtSpolizeibehöcd?. 9709 S chröder, Bürgermeister.

S @ gt $||fi &

Die Lage in Afghanistan.

(A. ». 64*. Sierk.»

Das britische Purl-ms.it ist auf sm 5 Febr. einberuf?« Man glaub; @8 der königl. ^tshaft auf das Wort, wen» den Bo-tsvertretern „wichtige und dringliche" Bersth«--g;gegrKsiändL in Nusucht gestellt werden. Nach dem schottischen Frldzuz Gladstone's und nach den Früchten des ÄsAhanenkciegs darf man auf heftige Zusammenstöße wegen der Kriegspslink des geg^nwärt^ge^ KabiNets rechuea. Man beginnt in London, für General Roberts daS Aeußerste zu fürchten. Nach einer neueren Nachricht ist dir telegraphische Berbinaung zwischen Kalkutta und dem Nager von Kherpur unterb ochen. Man wird als8 darauf ver« zichten müssen. in Z rkunft tätlich- Berichte von der Lage der Enziänder in BfDhamstön zu erhalten. Was die letzten vom Bszekönig nach dem Mutterlands geschickten Depeschen, vom 17. Dez., zu berichten hatten, ließ diese Lage im übelsten Lichte erscheinen. General Roberts ist m t 7000 Mann im Lager bü Sherpur von 30,00 3 Afghane« eingeichloss-n. Zwar ist er anzeblich auf 5 Monate v-rprov »nürt und das Lager ist stark verschanzt. Über die Hoffnung, daß der massenhaft versammelte Feind zur Beschaffung von Sprung® mittete sich bald wieder »erde zerstreuen müssen, klingt wenig überzeugend. Und fast komisch, bei aller Trostlosigkeit, nimmt sich das Wort des BizrkönigS an8: „Wenn die StäAme sich nicht von selbst zerstreuen und die Streitlüste drS Gene­rals Roberts leinen Eindruck auf die Fünde machen, so soll eine starke Streitmacht vorgeschoben werden, um die Verbindung wiederherzastellen.* Daß die Stämme sich „vsn selbst" Mstremn, wäre zwar sehr angenehm, wird aber vorderhand kaum zu erhoffen sein. Und was den „Eindruck" der Streitkräfte des Generals Roberts betrifft, so hat derselbe durch das Zurückweichm des Asnersls in das Lager von Sherpur ««Möglich gewinum können. Mit den Berstärkungen aber hat es seine Schwierig­keiten: die indischen Depeschen vom 18. Dez. melden übereinstim nend, ein Entsatz Rsberts' sei vorerst unthunlich, da die feindlichen Bergitämme massenhaft die Wege versperrten, zu deren Freimachung starke Truppen« Nachschübe erfsrderlich seien; überdies sei das Transportwesen unzenü gend. Die Absperrung d-S Generals dürfte samt geraume Zeit Dauern. In Esgland wirft man jetzt ernstlich die Frage auf, wie der Fehler, den man bei der Sendung des Majors Cavagnmi gemacht, trotz der blutigen Warnung sich sobald wiederholen konnte. Man fragt, was das für eine Heeresleitung sei, die, nachdem sie gestern die fröhlichsten und beruhigiHiften Berichte abgesandt, heute plötzlich von einer feind­lich n Streitmacht von 30,000 Mann sich überrascht si ht. Eine solche Heeresleitung hatte allerdings Grund, unabhängige Herrchterstatter nicht in ihrer Nähe zu dulden. Furchtbar wie ein gespenstiger Schatten steigt die Erinnerung an das Schicksal auf, das gleichfalls in Afghanistan Lord Elphinstone in den Jahren 1841 bis 1842 erlitt. Ruch damals brach der Aufstand mit Beginn des Winters aus und das 16,000 Mann starke britische Heer erlag auf feinem Rückzüge theils der Kälte, theils dem Vem-tzrl der Afghanm. Nur ein einziger Engländer entging die­sem Schicksale, um dem englischen Hauptquartier die Trauerbotschaft zu überbringen. Wie dazumal würde auch jetzt der Leichtsinn der Engländer die Schuld an der Katastrophe tragen.

— Berlin, 20. Dez. Unser Kronprinz hat seine Rückreise nach Italien ungefähr auf den 20. Januar festgesetzt. Der Unfall des Prinzen Wilhelm erregt glücklicherweise keine Besorgnisse. Unser Kaiser ist so wohllauf, daß die Personen in der Umgebung Sr. Majestät versichern, er fei jetzt kräftiger als vor einem Jahre.

— Berlin, 20, Dezbr. Im Kult«»-Ministerium sind, wie der „Magdeb. Ztg." geschrieben wird, noch zwei, wenn auch nur kurze Ge­setze in Angriff genommen, welche möglicher Weise noch in dieser Ses« ston ihre Erledigung finden möchten. Es ist dies zunächst der Entwurf einer EmeritirungS - Ordnung für die evangelischen Geistlichen in dem Ginne, wie ihn die General-Synode beantragt hat, und ein Entwurf über die Pensionirung der emertrten Bolksschullehrer. Wenn die Session ohnehin eine längere Ausdehnung gewinnen sollte, würden auch diese Entwürfe «och vorgelegt werde».

— Berlin, 20. Dezbr. In der heutigen (30.) Sitzung deS Ab­geordnetenhauses b-gründete zunächst Abz. Graf Wintzingerode eine von ihm eingebettete Interpellation, ob seitens der königlichen StaatS-Re­gierung noch im Laufe dieser Srsston die Vorlegung einer W-ge« Ord­nung zu erwarten sei. Herr Munster Maymch erklärte sich hierzu be­reit, wollte aber vorher die bereits dem Hause zugrzanzenrn Berwal- tungS-GesetzmtMürfe angenommen wissen. Nachdem darauf eine Reihe

von Petitionen den KommisfionSanträge» entsprechend erledigt war, schloß die Sitzung um 11'/, Uhr. In der nächsten Sitzung, welche am 8. Januar 1880 stattfindet, wird die Budgetberathuua fortgesetzt. (Post)

— Der „R. u. St.A." enthält in seiner Nr. 299 folgende allge­meine Berfüzuug des Justizminister»: Auf Grund der §. 15 des Ge­setzes vom 3. März 1879, betreffend die Dienstverhältnisse der Gerichts- schreiber, wird hiermit Folgendes bestimmt: Die Serichtsschreiber füh­ren den Amtstitel „Sekretäre" und die gegen f-stes Gehalt auf Lebens­zeit angestellte« GerichtSschreibergehülfru ben Amtstitel „Assistenten". Diejenigen Bestimmungen, nach welchen die GerichtSschreiber gewisse Schriftstücke ausdrücklich unter Beifügung ihrer Amtsügenschaft als „Gerichtsschreiber* zu vollziehen haben, werden durch die hier getroffene Anordnung nicht berüh t.

— In den deutschen Münzstätten sind in der Woche vom 7. bis 13. Dezember 1879 an Goldmünzen geprägt worden: 305,900 Mark Doppel Kronen, und zwar auf Privatrechnung. Vorher waren geprägt: 1,268,111,720 Mk. Doppelkronen, 422,320,200 Mk. Kronen, 27,969,925 Mark Hsibe Kronen, hiervon auf Privatrechnung 398,653,440 Mark. Summa 1,718,288,585 Mark (nach Abzug der wieder eingezogenen 233,480 Mark Doppelkrouen, 183,830 Mark Kronen und 1850 Mark Halbe Krouru).

— 6. M. Glattdecks-Korvette „Luise*, 8 Geschütze, Kommandant Korv.-Kapt. Schering, ist am 27. Oktober d. 3 in Shanghai einge- iroffen; daselbst befanden sich außerdem am 1. November d. J. G. M. Kansrenboote „Wolf", 4 K; schütze, Kommas-ant Kapt -Lt. Bcckr, und „Cyclop", 4 Geschütze, Kommandant Kapt -Lt. von Schuckwann I.

— Die Nachrichten über daS Befinden der Kaiserin von Ruß­land, die sich bekanntlich in CanneS aufhält, erregen Besorgniß. Aus Petertburg wird gemeld-t, daß der bekannte Prof. Gotkm, Leibarzt der Kaiserin, vorigen Mittwoch nach CnnneS abgereist ist.

— Die Abberufung bei russischen Hotschafters in Wien, Nowikow, u«d dessm Ersetzung durch den bisherigen Botschafter tn Berlin, Oubril, ist der österreichischtn N-zirrunz, wie die Bohemia melbet, angrzeizr worden.

— In Neumack ist, wie der Th. Ostd. Ztz. gemeldet wird, die geplante Simultanschule von der käuiglichm R;giemnz in Marienwerder «enchmmt morben. Dieselbe soll mit dem neuen Schuljahr zu Ostern kommenden Jahres ins Leben treten.

— Zu den Mächten, welche die Unabhängigkeit Rimäuiens neuestess anerkannt und der Anerkennung durch Anstellung eines diplo­matischen Vertreters in Bucharest Ausdruck gegeben haben, ist nunmehr auh Spanien getreten. D eseS hat ben bisherigen ersten Secretäc der GesanStschaft in Rom, M zrqais bei Moral, zum Gesandten in Bucharest, zugleich auch in Belgrad, ernannt.

— Dir Mehrzahl der in den letzten Jahren, auch in diesem Winter, bei starkem Frost vorgekommenen Eisenbahnunglücksfälle ist auf das Springen der Bandagen zacückmführen gewssen. D:c Verein deut­scher Eisendahnvrrwaltungrn wird in Folge dessen, wie die Rsrdd. All;. ; Ztz. Hört, in ben nächste» Lagen einen Preis vsn 10 000 R, auf das beste B-rfahren, Bandagen so zu befestigen, daß ein Springen derselben absolut verhindert wird, auSschreche». Möchte im Interesse der Sicher­heit unseres SisenbahAverkehrs die Lösung dieser Frage möglichst bald gelingen!

— München, 20. Dezbr. Abgeordnetenkammer. Bei der fort­gesetzten Berathung deS Etats „Staatsschuld" erklärte der Finanz-Mi­nister im Laufe der D-batte: Bayern dürfe sich durch seinen Kredit nicht dazu verleiten lassen sein Defizit durch Aufnahme von Anleihe» zu decken.

— Wien, 20. Dez. (K. Z.) DaS W-Hrgesetz ist soeben in endgültiger Abstimmung mit 223 Stimmen, 4 Stimmen über zwei Drittel, angenommen und darauf daS HauS bis zum 12. Jan. vertazt worden.

— Paris, 20. Dez. Morgen hält die Linke des Senats eine Parteiversammlunz, um über die Lage zu berathen und demjenigen, der mit Bildung bei neuen Kabinett beauftragt ist, die Anfichten dieser Senatoren kundzugeben. — Diesen Morgen reichten sä »mtltchr Minister dem Präsidenten der Republik ihr SutlassuuzSgesuch ein. Morgen wird daS Amtsblatt diese Nachricht mittheilen. (K. Z.)

— London, 20. Dez. Das Truppenschiff Irphraies führt am nächsten Mittwoch 1040 Man» Verstärkungen, Ulanen und Infanterie, nach Bombay. Etwa 1100 Kanu Ersatztruppe» sind gestern dorthin abgegangen. s

— Petersburg, 20. Dez., Vvr«. (K. Z.) DaS Journal be St. PeterSbourg meldet, daß alle Mächte bei der Pforte lebhafteste Vorstellungen gemacht hätten, damit die Bestimmnugr» bei Berliner Vertrages in Bezug auf Guffinjs und Plava nicht länger ein todter Buchstabe bleiben. — DrS genannte Organ fchreibt ferner, die Be­hauptung bei Daily Telegraph über die angebliche Abordnung einer augerordentlichen persischen Gesandtschaft nach Europa wegen derArrek- Grenze entbehre jeder Begründung. Die Regierung bei Schah vo» Persiru Haie nicht die geringste Aisicht kundgetha», Rußland saS Recht