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blassen, vor den Frrie« im Wbzeordmtmhause nicht mehr zur Berathung komm« werde«.
— OffieiöS wird geschriebe«: Aus Axlaß der mit Ende diese« Jahre« ei»trete»de« Ablauf« der Handel«- und Zollvertrage« de» Zollverein» mit der Schweiz vom 18. Mai 1869 ist die Frage entstanden, ob auch die zollfreie Wie^«rei»laffu«z der zum Zweck der Veredlung au« dem Gebiet des eine« Lande« in da» der andere« eingebrschten Waaren, welche nach de« zur Ausführung de« Vertrage« getroffene» Vereinbarungen innerhalb zwölf Monaten zu gestatten ist, mit dem Ablauf diese« Jahre« aufhöre. Zur Beseitigung von Zweifeln wird in Uebereinstimmung mit der Auffassung der schweizerischen Regierung in einem RuNdschreiben des Finanzministert bemerkt, daß, da eine Abkürzung der bezüzliche» Frist durch den bevorstehenden Ablauf des Vertrage« nicht herbeigeführt wird, die im Laufe birs-K Jahre« nach Statt gehabter Vorbemerkung eiugeführten Waaren bis Ende des JahreS 1880 zurückgebracht werden könne«.
— In Bezug auf die Stempslpflichtigkeit von Verträgen hat da« Reichsgericht, IV. Civilsenat, durch Erkenntniß vom 10. November 1879, in Uebereinstimmung mit dem früheren preußischen Ober-Tribunal, für den Geltungsbereich de» pre«ßische« EtempelgesetzeS folgenden Rechtisatz ausgesprochen: Ein Vertragsabschluß auf dem Wege de« Briefwechsels unter Abwesenden, indem der Vertrag durch die geführte Korrespondenz successive zu Stande kommt, ist zwar gleich einem schriftlich geschlosse- »eu klagbar, dagegen ist er nicht stempelpflichtig.
— In den deutschen Münzstätten sind in der Woche vom 30. Novbr. bis 6. Dezbr. 1879 an Goldmünzen geprägt worden: 167,320 Mark Doppel Kronen, und zwar auf Privatrechnung Vorher waren geprägt: 1,267,944,400 Mk. Doppelkronen, 422,320,200 Mk. Kronen, 27,969,925 Mark Halbe Kronen, hiervon auf Privatrechnung 398,087,660 Mark. Summa 1,717,982,685 Mark (nach Abzug der wieder eingezogenen 233,380 Mark Doppelkronen, 183,830 Mark Kronen und 1850 Mark Halbe Kronen).
— Der BundeSrath hat in seiner Sitzung vom 13. v. M. br- schlofsen, daß Cichorien (Cichorienwurzeln), frische und getrocknete (gedarrte), zollfrei zu belassen, Cichorien, gebrannte (geröstete) oder gemahlene, der Nr. 26 p 2 der Tarif« zuzuweisen seien. — I» der Sitzung vom 20. v. M. wurde festgesetzt, daß gesalzene Heringe aus Privat- transitlagern ohne amtlichen Mitverschluß zollfrei entnommen werden dürfen, wenn sie zuvor unter amtlicher Aufsicht eine Denaturirung erfahren haben, welche eine andere Verwendung derselben als zu Dünger ausschließt.
— Man theilt «n» mit, daß der socialdemokratische Reichstag« - abgeordnete Brack', welcher den Kreis Glauchau- Reerane vertritt, entschlossen ist, sein Mandat niederzulegen, und zwar in Folge eine» GrustleidenS, welche» den Gedanken an eine Äefsrrung nicht aufkommen läßt. (Trib.)
— Der „Standard' erhält von seinem Berliner Berichterstatter eine Depesche über die Concentration russischer Truppen in Polen, in welcher eS am Schlüsse heißt: „Fall« die russischen Truppen nicht zu- rückzezogen werden, ist die Zelt wahrscheinlich nicht fern, wo die deutschen Garnisonen in Ost- und Wrstpceußen verstärkt und Erklärungen verlangt werden dürften.' — Hierzu bemerkt die „Trib.': Eine Privat- vermuthung des Correspondente», die schwerlich eme thatsächliche Basis hat.
— Stuttgart, 12. Dezbr. (R. u. St.-A.) Bezüglich der Ksn- vertirung der fünfprozentigm Staatsschuld im Betrage von 43 Millionen Mark bringt nunmehr der „ StaatS-Anzeiger für Württemberg' die Mittheilung, daß von der Regierung mit dem bekannten 14 Bankfirmen, au deren Spitze das Bankhaus Rothschild steht, ein Vertrag abgeschlossen worden ist, wonach die Besitzer von Sprozent. Obligationen 4prozent. Obligationen zum Course von 97,25 erhalten werden. Als Konverti- rungstermin ist der 1. Mai 1880 festgesetzt. Diejenigen, welche nicht konvertiren wollen, erhalten den vollen Betrag der Obligationen al pari ausgezahlt. Ferner bestätigt der „StaatS-Anzeiger', daß mit den gedachte« Bankhäusern auch eine Eijendahnarrleihe im Betrage von 15 Millionen zum Course von 96,75 abgeschlossen worden ist.
— Wien, 13. Dezbr. Die amtliche „Wiener Zeitung' veröffentlicht ein Handschreiben des Kaiser», durch welcher dir Delegationen zum 16. d. nach Wien einberufen werden.
— Pest, 12. Dezbr. Nach hier eingegangenen Nachrichten hat der schwarze KöröS-Fluß im Acader Komitate große Verheerungen angerichtet und mehrere Ortschaften in Trümmer gelegt. Die Bewohner flüchteten in da» Biharer Komitat. Die Zahl der Obdachlosen wird auf 10,000 angegeben. Der Minister für Kommunikationen hat heute im Unterlaufe die Nachrichten über die durch das Wasser angericht-ten Verheerungen bestätigt und die Versicherung hinzugefügt, daß von der Regierung UntrrstützungSAaßregsl» getroffen seien.
— London, 13, Dezbr. (R. u. ©t.»l) Gegenüber best von anderer Seit; eingrlausenen Nachrichten über die Persöslichkeit des Verbrechers, welcher auf den Vize-König geschossen hat, wird dem Reuter- scheu Bureau aus Kalkutta vom 12. d. gemeldet, daß der verhaftete
Attentäter an« einer achtbare« europäische« Familie stamme und früher bei der Regierung beschäftigt gewesen sei. Derselbe soll erst vor Kurzem aus dem Irrenhause entlassen worden sei«. Bei seiner Verhaftung leistete er keinen Widerstand.
— Der bisherige Vertreter Rußlands am Berliner Hofe, Barox v. O«bril, ist «ach einer gestern Nachmittag hier eingegangenm Nach- richt zum Botschafter für Wien ernannt. (D. Mont.-Bl.)
Gpezialtele,ramme de« „Deutschen MontagS-Blatt.«
— Wien, 14 Dezbr., 11 Uhr 50 «in. Mittag«. Authentisch verlautet, Fürst Gortschakoff habe die ruffischen Vertreter im Auslande angewiesen, die Gerüchte über staatsrechtliche Reformen zu dementiren.
— PeterSburz, 14. Dezbr. 12 Uhr 30 Min. Mittag«. Im General-Gouvernement Charkow hat der General-Gouverneur LoriS- Melikoff jeglicher Mrivatperssu die Bereitung und Aufbewahrung sowie den Verkauf aller ExplofionSstoffe verboten bei einer Gefängnißstrafe von einem bis vier Monate eventuell Aburthrilung vor dem Militärgericht.
— Madrid, 13. Dezbr. RrgiersngSseitig wird die Meldung der „Agence Havat' au« H-nday;, daß Marschall Martine; Campo« sich zum Gegner der neuen Ministerium« erklärt habe und daß bereit« 34 Generale um ihre Entlassung gebeten hätten, formell für unbegründet erklärt. — Zwischen dem Marschall Martinez Campo» und dem Mi- »isterpräsideut Canova» del Castillo bestehe daS vollständigste Einvernehmen und die Zahl der Generale, welche um ihre Entlassung gebeten hätten, beschränke sich auf vier. (Sonderbar!)
Lokales.
Hanau, 15. Dezember 1879.
Eingesandt.
§§ Wie wir hören ist die Strecke Hanau Heldenbergen-Windecken der F-iedberg-Hauauer Bahn recht gut frrquentirt. Bei dieser Gelegenheit sei an die einschlägige Behörde die Bitte gerichtet, in Anbetracht bei überau« strengen Winter« die Haltestelle (Nordbahnhof) zuschlage« und mit einem Ofen versehen zu lasse«, denn zur Zeit gewährt dieser AuftnthaltSort den Paffagieren gegen die strenge Witterung nicht den gerieften Schutz.
— Mit dem heutigen Tage feiert der seit dem 1. Oktober einstweilen in den Ruhestand versetzte KreiSgerichtSbote Lehmann sein, 50jährigeS Dienstjubiläum; ein schöner Zeitraum, den der Jubilar, welcher sich noch einer seltenen Rüstigkeit erfreut, mit Ehren im Dienste deS Staate» zurückgelegt hat. Indem wir dem wackeren alten Mann zu diesem Jubeltage herzlichst gratuliren, knüpfen wir den Wunsch an, daß er sich derselben Rüstigkeit wie heute noch recht lange erfreuen und eS ihm vergöant sein möge, den Herbst seiner Lebens sorgenfrei zu ver. bürge«.
— (Theater.) Wilhelm Knaack vom Karl«Theater in Wien! Wilhelm Knaack, der berühmte Komiker, wird am Mittwoch hier in Hanau austrete«. Wer hätte nicht vom „Schneider FipS oder der gefährlichen Nachbarschaft' gehört. Schneider FipS und Wilhelm Knaack Gehören zusammen. Wer nie gelacht, lacht, wenn Wilhelm Knaack als Schneider FipS erscheint. Er ist anzuerkennen, daß Herr Direktor Frey eS ermöglichte Herrn Knaack für diese eine Vorstellung hierher zu bringe«. Die 3 Stücke: „Im Spätsommer', „Sohn auf Reisen', „Schneider Fips', sind geeignet Herrn Knaack in den verschiedenartigste« Rollen und Charakteren kennen zu lernen. Jedenfalls ist Lache« die Psrole; Humor, Heiterkeit zieht überall mit Knaack ein. Es ist nur da» eine Mal. Man gehe, man sehe, man lache.
— DaS Werk des bedeutendsten Küustlers kann doch nur als ein schwacher Abglanz gegen daS erscheinen, war eine einzige Winternacht hervorzubringen im Stande ist. Wahrhaft großartig war der Eindruck, den dir gestrige Winterlandschaft auf den Naturfreund und aufmerksame« Beobachter durch den außerordentlich starken Reif, der sich auf Baum und Strauch abgelagert, machte; ganz insbesondere gewährte die Lindenallee nach Philipprruhe, in der jeder Baum eine andere Farm und mitunter die phantastischsten Gebilde zeigte, einen überaus prachtvollen Anblick; das wiederzugeben ist, wie schon vorerwähnt, der Pinsel des genialsten Maler» zu schwach. Wenn auch der Winter und insbesondere der heurige, ein gar strenger Herr und ein Schreck:« für die wenizee Bemittelten ist; Thatsache bleibt, daß er auch Reize in sich birgt, die den Naturfreund wahrhaft entzücken und begeistern können.
— Freunden bei Eissports die Mittheilung, daß auf dem Teiche für Herstellung einer recht gut Bahn Sorge getragen ist. Gleichzeitig machen wir Alle, denen die Art der Bewmnung und Einlagerung bei EiseS auf den Teichen «och unbekannt, darauf aufmerksam, daß gerade im Auzenblick die Erndte in vollem Gange und das Arbeiten der Hülfsmaschine mit anzusehen recht interessant ist.
— Für heute. Abends 9 Uhr: Spritze Nr. 4 in den „drei Schwanen'; Nr. 5 im „goldenen Herz'.
— Cassel, 1Z. Drzemzer. Dienstag den 16. d. M, Bar- mittags 10 Uhr, tritt der ständisch; BerwaltungSuuSschuß zusammm.
(H. Mztg.)