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1641

französische Handelsvertrag so eb-n derart wieder verlängert worden, daß beiden Theilen eine sechsmonatliche Kündigung zusteht.

— Paris, 4 Dezbr. In der heut gen Sitzung der Deputirten- kamwer wünschte Brisson die Regierung über ilre innere Politik zu in- Irrpelliren. Der Conseils-Präsident Waddington verlangte, daß die so­fortige Berathung der Interpellation stattfinde. Brisson b gründete die Interpellation mit der Behauptung, daß das Ministerium in sich ge­spalten sei, und daß es nicht dm legitimen Wünschen der Majorität ent­spreche, welche hauptsächlich eine Puiifikation des Beamtenpersovals und eine Reform des Richterstandes verlange. Er schloß mit den Worten: „Wir haben eine entschlossene Majorität und ein unschlüssiges Ministe­rium/ Der Consüls Präsident Waddingten wieS darauf hin, daß das Kabinet die Gesammtheit der Meinungen repräsentire, welche in den Kamwern selbst vertreten seien; ein neues aus der K- genwättigkn Kosli. ticv von parlamentarischen Gruppen hervörgehendeS Ksbinet würde noth­wendiger Weise einen großen Theil der damaligen konstitutionellen Prin­zipien von sich weisen. Das jetzige Kabinet habe alles ihm Mögliche gethan; ohne das jetzige Kabinet würden die Kammern nicht nach Paris zurückgekehrt sein. Las Kabinet werde die Mitglieder des Achterstem, des zur Achtung vor der Republik suffordern; die darauf bezügliche Frage könne aber nicht so gestellt werden, wie es im Nngenbiicke ge­schehe. Das Kabinet wolle keme absolute Freihnt der Presse, denn es wolle nicht die Freiheit der Beleidigung und Beschimpfung; das Kabi­net w rde die Freiheit des VersammlungKrechtes acceptiren, wenn die Parteien entwaffnet seien. Die Republik müsse gegründet se'n auf die Vereinigung der Parteien und werde kortleben, wenn diese VereiniMg foetdauere. Al- qut unterstützte die Ausführung Nrissons. Der Unter- richts-Minister F rry vertheidigte das Kabinet Töves von der Linken trat gleichfalls für das Kabin.t ein und beantragte folgende Tages-rd, nung: „Nachiem die Kammer die Erklörnng des Kebimts gehört hat, geht dieselbe in der Ueberzeugung, daß das Kabinet entschlossen ist, der Regierung der RepMik Aü-tuxg zu sei stressen und im Vertrauen auf die Energie, mit welcher das Kabinet alle regirrungSfemdlichm Beamten beseitigen w-rd, zur Tagesordnung über/ Diese Tagesordnung wurde vom Minffterium cccepttirt und von der Kammer mit 243 gegen 107 Stimmen angenommen. Die Rechte enthielt sich der Abstimmung.

— Petersburg, 5. Dez. (S. Z) Die russische St. Peters­burger Zeitung meldet gerüchtweise, auf einer Station der Rischnibahn seien zwei Leute verhaftet worden, welche mit dem Attentat dem 1. d. in Verbindung stehen soll n.

— St. Petersburg, 5. Dezbr. Der RtichSkanzler Fürst Gort- schakoff ist gestern Nachmittag um 5 Uhr hier einLetroffen

— Washington, 4. Dezbr, Der Staatssekretär Evarts hat d-m Kaiser von Rußlantz trlegraphiich die Glückwünsche der Bereinijjten Staa­ten zu seiner Errettung ausgedrückt.

— New-Uork, 4 Dez. Der Hamburger Postdampfer „Suevia^ ist gestern hier erngetroffen.

Lokales.

Hans« 6 Dezember 1878

— (Thier schützn er ein) In gestriger Sitzung des Thierschutz- vereinS-Vorstandes wurde der Beschluß gefaßt, auch in diesem Jahre wieder an vier Burschen, die sich in guter Behandlung der ihnen »«ver­trauten Thiere ein besonderes Verdienst ervorbm haben, je eine Prämie von 10 Mk. und ein AneikesnnngSSiplom zu verabreichen; weiter be­schloß man an der seitherigen Prax s, zur Weihnachtszeit eine Anzahl »ützl cher uud belehrmder Thiei schutzschristen in den Schulen zur Ber- therlung bringen zu lassen, auch Heuer wieder festruhalten. Zer Fütte­rung der beider gegm-värtMN strengen Jahreszeit hunzernden Bögel sind, soweit es in der Kraft des Vereins steht, die um affenbste» Vorkehrungr» getroffen; es sei aber auch hier nochmals der Bitte Aus­druck gegeben, alle gute Menschen möchten durch recht vielfache Errich. tung von Futterplätzen den Thierschutzverein in feinen Bestrebungen, die herrlich n Sänger und der Landwirtschaft so übe aus nützlichen Thüre möglichst zu erhaltn. unterstützen.

— Daß bei Echneesall sowohl wie bei Glatteis im allgemeinen Interesse der Sürgei steig rein zu halten, in letzterem Falle mit Sand oder Asche rc, zu bi streuen ist, diese gewiß lobenrverthe Maßregel scheint trotz alljährlicher Hinweisung Manchem wieder ganz aus d m Gedächt- mß geschwunden zu sein, wie gestern zu ersehen war. Muß erst wie­der die Polizeibehörde einkchreiten und durch Berhängung von Strafen die Säumigen an diese Pslcht erinnern?

Bersteigerungs- und Verpachtung-- rc. Kalender für Montag den 8. Dezember.

Bormitta-S 10 ihr ist vor Kgl, Amtsgericht, Abth. II hier, Ter­min zur Bestellung eines MäubigerauLschusse- sowie zur Prüfung der angemeldeten Forderungen in der Ich. Phil. Bechtel'schen Konkursan- gelegenheit anberaumt (f. Nr. 266 „Han. Anz/). — Ebenfalls Borm. 10 Uhr ist durch den ständischen Baumeister Herrn Hinkelbein im Gast­haus „zur Hoffnung" in Gelnhausen Termin zur öffentlichen Berdingung der zur Unterhaltung verschiedener communalständischer Straßen im

Kreise Gelnhcusen erforderlichen Materiallieferungen und Anfuhren an* setzt (f. Nr. 278 „Han. Anz."). — Nachmittags 2 Uhr sollen durch Herrn Taxator W. Snffert im Gasthause „zum Eb phanten" dehier ge­gen Baarzahlung: Möbel, darunter Eekretair, b Salonsopha's, Causmse, 4 Sissel rc., ferner Bettwerk, Roßhaarmatratzen, Näi,moschinen und sonstige Hcushsltungsgegenstände versteigert werden.

— Für heute. Gesavgkränzchen Efttracht: Abends 8 Uhr im Saale der „Centralhalle" Stiftungsfest.

Wohin gehen wir heute und morgen? Bergnügungs-Anzeiger für Hanau und Umgegend.

Bezüglich des Vergnügungsanzeigers verweisen wir auf den Jn- seratentheil (Seite 1646) unseres heutigen Blattes.

— Das provisorische Con it6 zur Erbauung einer S-kundärbahn von Stocktzeim über Altenfadt nach Vilbel hat für Senntag den 7. Dezember, Nachmittags 2 Uhr, eine vorberathende Versammlung in den Saal deS Gasiwirths Holzepskl zu Alt^nstkdt anberaumt, zu welcher alle bei Erbauung dieser Bahn intereffirten Oitsvorsim de sowie sonstige Interessenten eiNgeladen sind.

— Cassel, 2. Dezbr. In Anerkennung vierzigjähriger treu ge­leisteter Dienste ist der Wilhelmine Frick, gebürtig aus Treysa und in Diensten des Herrn Rentier Wilhelm Blaue Verseilst, von Ihrer Ma­jestät der Königin ein goldenes Kreuz nebst Diplom verliehen worden. Die Auszeichnung wurde de°rsilöen am 18. v. M. von Herrn Polizei- Direktor Albrecht überreicht.

— Cassel, 3. Dezbr. Ueber das Vermögen der verwittwetev Frau Landgräfin von Hessen Philipptthal, geb. Herzogin von Württem­berg, in Philippschal bei Äacha ist jetzt der gerichtliche Konkurs erkannt u^d der Pfarrer Rosenstock dortselbst zum Kurator ernannt worden. Diese leidige Thatsache, welche Bereits seit ca. V/a Jahren vorausge« sitzen wurde, ist in erster Linie auf die große Wrhlttzätig^it zurückzu- führrn, welche vrn der ian-gristichen Familie von jcher und weit über deren Kräfte au^ geübt worden ist. (Wes.-Ztg.)

— Ln Folge des CommissionLörrichtes ist die Wahl des Abgeord­neten Herrn von GrieShelm zu Cassel vom Hause für gültig erklärt worden.

— Der ständische Bemaltungsausschuß hat 1500 Mark für die Nothleidenden in Tann bewiLigt.

— Der Oberförster Suabedissin zu Erlau ist auf d^e durch die Peusicniruug des Oberförsters Spreugel erltdigte Obersörsterstelle Ro- tenburg-Ost im RsgierunKLbezir.! Si jfd versetzt worden.

— Weisungen, 4. Dezbr. In veeaNgener Woche hatten wir hier und in Kirchhof je ein Trichinenschwein; beide waren nicht ver. sichert und in beiden Fällen war das Schwein schon derlei,t, tet einem sogar davon schon etwas gest stet worden, als die Nachricht vom Fund der Trichinen einhaf. (H. M.)

— Fulda, 5. Dezbr. Der berittene Gendarm Gtieglitz ist bei einem Patrouillen-Ritt am gestrigen Tage in der Gemeinde Pilgerzell mit dem Pferde so unglücklich gestürzt, daß demselben das linke Echul- terblatt gebrochen ist. (F. K.)

Arrs der UmgegeNd.

— Frankfurt a. M., 5. Dezember. Wie wir vernehmen, ist der Garartiefonds für bei V. Deutsche Turnfest auf fast 130,000 M. angewachsm. Es kann demnach kein Zweifel mehr darüber obwalten, daß das Fest in Frankfurt in einer seiner Bedeutung würdigen Weise abgehalten werden wird. Bei den Zeichnungen soll sich der Mi tristand wieder am Meisten bewähren, während man das erste Weltbankhaus vergebens unter den Zeichnern suchen sall. Vielleicht hält dasselbe die Z it, um mit seiner Unterschrift hervorzutreten, noch für nicht gekommen. In der Garantikliste glänzen die hiesigen Brauer ganz besonders, sie stufen sich von 2500 M. bis zu 500 M. ab. Die in Bälde zu ent­scheidende Frage ist die Platz-Frage. In dieser Hinsicht gibt sich noch keine einheitliche Anschauung kund — 4 Mtze sind in Betracht. Wahl macht Qurl. — Vorgestern Abend wurde e;n hiesiger Gärtner an der Ecke der Fahr- und Kanrengüßergasse von zwei Strolchen angssaßen und seiner werthvollen Uhr nebst Kette beraubt. (G.-A.)

— In voriger Woche Lu de im Auftrag des GesundheitsrathS unter Aussicht des Hrn. PhysttuS Dr. KlooS, des Hrn. Chemiker Dr. Ziesler mit Genehmic,ung des Hrn. Ludwig in der Bavaria die Bier­pression daselbst mit dem Dampf-Apparat des Hrn. C. Pauly gereinigt. Das Resultat war ein sehr günstig-s und sah die Leitung nach dieser Reinigung wie neu aus. (Fr.

— Kommenden Sonntag wird Herr Jul. v. BrozswSky, Premier- Lieutenant a. D., seine Erfindung: das Durchgehen der Pferde zur Un­möglichkeit zu machen, in der Landwuthschaftlichen Halle praktisch vor­führen. (N Fr. Pr.)

— Friedberg, 5. Dez. Dem Wunsche der israelitischen Zög- linge deS hiesigen Seminars, Unterricht in ihrer Religion zu erhalten, konnte in Folge der vielfachen Bemühungen bis Rabbiners Dr. Horwitz zu Frankfurt a. M. endlich Genüge geleistet werden. Seit Kurzem er­theilt nämlich Herr Dr. Heilbut, einer der an der israelitischen Reli-