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?’■" ' Zu drm mit Ostern 1880 beginnenden neuen LehrkursuS der ständischen Taubstummen-Anstalt zu Homberg sind bisher nur sehr wenige Anmeldungen eingegangen.

Der gedachte Umstand legt die Vermuthung nahe, daß es eine größere Mehrzahl von Eltern der zur Aufnahme geeigneten, in den Jahren 18 71 und 1872 geborenen taubstummen Kinder aus Unkenntniß od-r NachlässiZkeit versäumt, für die zur Sicherung deS künftigen Wohles ihrer Schutzbefohlenen unerläßliche rechtzeitige Unter­bringung derselben i« der Anstalt Sorge zu tragen.

Indem darauf aufmerksam gemacht Wird, daß die auS den oben bezeichneten Jahrgängen stummmden taubstummen Kinder behufs Ec- möglichunZ der Aufnahme in die TaMummen-Anftalt spätestens bis zum 1. Februar ?. J. bei dem Anstrlts-Vorstände zur Anmeldung zu bringkn sind, werden auch die Herrn Orissorstände, Lehrer rc. er» sucht, nach Äräftm dahin zu wirken, etsnaije Unterlaffungen der An- Meldung Seitens der Eltern rc. zu verhüten.

Um unbezrßndete Besorgnisse vor erwachsenden Kosten zu zerstreuen wird noch besonders hervorgehoSe«, daß in Fällen bescheinigter Armuth die unentgeldliche Ausnahme der Kinder und beM. die U bernahm: eines entsprechende» Theiles der Erziehungs- und Berpfl-gungS-Kosten Sei­tens der Anstalt nicht als ausgeschlossen zu betrachten ist.

Hanau am 26. November 1879.

Der Landrath.

— Berlin, 5. Dezbr. Ge. Majestät der Kaiser und König nah­men feilte die Vorträge s s Polizei-Präsidenten von Madai sowie des General- AabSarztes der Armee Dr. Grimm entgegen. Mittags um 12V2 Uhr wurde der Minister des Köuiglichen Haus s, Graf von Schlei- nitz empfangen, worauf Se. Majestät in Gegenwart Sr. Kaisrrlichm Hoheit des Kronprinzen den Vortrag des Ober C remonirnmüster Gra­fen von Stillfried hörtm, dem sich derj nige des Chefs des Cisil-Kabi- nets, Wirklichen Geheimen Raths von Wi mowski anschloß.

— Berlin, 4. Dez. Die „K. Z" schreibt: Zu den seit dem Berliner Frieden noch nicht erledigten Frage, im Orient gehörte« die Angelegenheiten Rumäniens. Vor einiger Zeit schrieb ich Ihnen, wenn dir rumänische Regierung genügende Bürgschaften für die Ausführung und die weitere Entwicklung des bekannte«. KammerbeschlufsrS über die Jsraeliten Rumäniens ertheile, so werde die Anerkennung Rumänims Seitens derjenigen Mächte, die bis fitzt dam't gezögert hatten, in nicht ferner Zeit als wahrscheinlich angeschen. Dies scheint sich zu bestätigen, und man glaubt, die Anerkennung werde jetzt vielleicht bald, nämlich noch vor Ende dieses Jchres, zu erwarten sein. Danach hätten also die von der rumäsische« Regierung gegebenen Erklärungen die Cabinette befriedigt. So wird versichert und die Bestätigung der Nachricht, falls diese richtig, kaM nicht mehr lange auf sich warten lassen.

— Berlin, 5. Dezbr. Das Abgeordnetenhaus setzte in seiner heutigen (19) Plenarsitzung die Budget Berathung fort. Bei dem Etat des Erlöses aus Ablösungen von Domainsn-TefäLen und aus dem Ver­käufe von Domainen - und Forst-Grundstücken nahm Abgeordneter von Weyer (ArnSwalde) Keraulassung, darüber zu klagen, daß die Ankäufe von Domainen und Forsten in keinem entsprechenden Verhältniß ständen zu den Veräußerungen, und daß der Staats'Grundbesitz stetig abuehme. Bringend erforderlich fei auch die Erwerbung von Ordland durch den Staat behufs planmäßiger Aufforstung. Der Herr Minister für Land- wirthschaft Dr, Lucius stellte in Atzrede, daß eine konstante Berände- rung des immobilen Staatsvermözens stattfinde und betonte im Uebri- gen, daß möglichst ausgedehnte Aufforstung von Uulsnd, allerdings inner- halb der Grenz n, welche durch die gegenwärtige Finanzlage fixirt seien, vom Beginn seiner ministeriellen Thätigkeit ins Buge g-faft sei. Im weiteren Serlaufe der Diskussion drSrvouirte der Herr Minister aus­drücklich eine Zeitungsnotiz, nach welcher die Vorlegung eines Jazd- Polizei-Gesetzes in Folge von D fftrenzen zwischen ihm und dem Fi- nanzminister gefährdet sei und füllte dessen Einbringung für diese Session in bestimmte Aussicht. (Post)

— Berlin, 5. Dez. Der Botschafter in Konstantinopel, Graf Hatzfeldt, welcher sich zum Fürsten Bismarck nach Varzin begeben hat, wird morgen von dort Mückemartet. Das Gerücht, welches ihn als designirten Nachfolger des Staatssekretärs v. Bülow bezeichnet, wird aufrecht erhalten. ES heißt, der Graf habe durch seine große persön­liche Gewandtheit und durch seine eminente Arbeitskraft die besondere Aufmerksamkeit des Reichskanzlers auf sich gezogen und ihn für jenen Posten geeignet erscheinen lassen. Weitere Gerüchte wollen wissen, der jetzige Gesandte in Athen, Geh.-Rath v. Radowitz, sei zum Nachfolger des Grafen Hatzfeldt als Botschafter in Konstantinopel in Aussicht ge­nommen. Wie weit dies richtig ist, wird sich ja bald zeigen müssen.

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— Bekanntmachung auf Grund deS ReichSgesetzeS vom 21. Oktvr. 1878. Nach dem „R. «. St.-A." Nr. 285 wurde unterm 2. Dezember rboten; das »Wähler Magdeburgs- überschrtebene und »Die Sozial»

demokraten Magdeburgs" unterzeichnete, m't den Wartm »Gen« das Wahlrecht das vornehmste Recht des Staatsbürgers ist" beginnende Wahlflugblatt, welches im B-rlaze von August Bebel und i« der Drucke­rei von W. SchuDardt s. Csmp in Leipzig erfchienm ist.

— Die N. A. Z schreibt ofsiciös: Der Minister deS Innern hat durch ein; Verfügung vom 28, November die BezirkSregierungen veran­laßt, spätestens bis zum 15. d. M. die Borschläge einzureichen, welche sie etva in Bezug auf außerordentliche Unterstützungen für Verdienste älterer Strafanstaltsbeamten zu machen haben, da eS angänglich sei, solchen Beamten aus dem Bestände des Remunerations- und Unter- stützungsfonds außerordentliche Unterstützungen in mäßigen Beträgen zu bewilligen.

— Zu; Heb«uz des Nothstandes in Shlesien hat der schlesische Provinzial-Landtag 2 Will. Mark bewilligt, nämlich IVz Mill. auS dm Beständen der Provinzialdrrlehnskass; und 500,030 M. aus drm Reservefonb. D;vsn sollen 500,000 M. dem W geüaufond überwiesen, der Rest zu Darlehen an die von einem Nothstand betroffenen Kreise mit der Mrßzabe verwendet wwden, daß Beträge bis zu 10 pTt. der D rhrlehn ä fonds xercin (als Almosen) gewährt werden dürfen. — Zu diesen 2 Millionen Mark kommen noch 880,000 Mark aus disponiblen Fonds und die 400,000 Mark hinzu, wrlche zu einer Stiftung zum Andenken an die goldne Hochzeit des Kaisers bestimmt waren, so daß also die Gesammtsumme sich auf 3,280,000 Mark Belauft. Diese Summe wird nicht als ausreichend erachtet bei der großen Ausdehnung der Noth^andsbezirke. — Der Provinziallandtag hat zugleich an die Staatsregierung die dringende Bitte gerichtet, „der Prosinzialverwaltung aus Staatsfonds über die in dankenswerther Weise Bereit? angewiesenen oder in Aussicht gestellten Beträge hinaus eine den Leistungen der Provwz entsprechende Summe zur V rwendung im Interesse des Noth­standes zur Disposition zu stellen. — Jedenfalls ist durch das Ales der Nothstand constatirt, welcher noch kürzlich von einem schlesischen Blatte recht dreist bestritten werden wollte. (D. R.-P.)

— Düsseldorf, 1. Dezbr. (Rh.- u. R.-Z) In der verflosse­nen Nacht starb Hiersel st der Maler Professor Jttenbach. Der Ver­storbene war c n r der besten Repräsentanten der religiösen Malerei und hat sich auf diesem Geebikt große Verdienste erworben.

— Die Nachrichten über einen erneuten Stillstand, wenn nicht gar de« Abbruch der Bttha-'dluns.en mit Ncm gewinnen dadmch an Unter­stützung, daß der diesseitige Csmmiffar, Vortragender Rath im Cultus- ministerium, Professsr Hübler aus Wien, zurückberufen worden ist. Schwerlich würde man, wenn das Resultat der Verhandlungen ein günsti« §es wäre, dies verschwiegen haben. Auch dir Haltung des Centrums und der mit jedem Taze mehr hervortr-ten.de oppositionelle Ton dieser Partei, den man geschickt bisher vermieden hatte, deuten an, daß die Fractios gründlich verstimmt ist. Für die ZisenbahNfraZs hatte sie sich in schlauer Berechnung einige Hinterthüren offen gelassen, durch welche dann bei der Plenarberathung wohl mehrfach Anträge einw ändern wer­den, die der Rezierung mindestens Schwierigkeiten bereiten müssen. Die Führer deS Centrums freilich versichern auf Anfragen, kaß ihnen von irgend einer in den Ve chandlungen mit Rom eingetretenen Veränderung nichts bekannt sei. Bis vor Kurzem soll die Sache so verlaufen sein, daß immer, wenn der eine Theil einen positiven Borschlag machte, er dem »Kdern Theil nicht convenirte und die Sache darauf an einem an­dern Ende angefaßt, ein anderer Punkt der Naigesttzbung in Berathung genommen wurde — mit demselben Erfolge. (Trib.)

— Dresden, 5. Dezbr. Bei demZwickauerGrubenunglück sind, wie nunmehr festgestellt ist, 89 Personen um das Leben gekommen. Als eine Mitursache des Unglücks bezeichnet das »Dresdner Jmrnal" das Leckwerden deS WettersuszugthurmeS des zweiten Schachtes. Die Ksh- leKförderung wird heute im zweiten Schacht wieder ausgenommen.

— München, 5. Dezbr. (R- u. St. A.) Die Abgesrdneten- kammer nahm einstimmig einen von Stsuffsnberg, Joerg und Marqnard- sm unterzeichneten Antrag an, dahin gehend, den Gesetzentwurf über die Steuerreform einem Kusschuffe von 21 Mitgliedern zu überweisen und demselben die Befugniß einzuräumen, seine Geschäftsordnung selbst fest­zustellen.

— Wien, 3. Dez. Der französische Botschafter hat von der Pforte das Excquatur für zwanzig französische Consuln verlangt, die für Regypten ernannt worden sind.

— Wien, 4. Dezbr. Im Unterlaufe wurde heute vom Handels- Misister ein Gesetzentwurf, betr. die Verlängerung des Handelsvertrags mit Frankreich, sowie ein Gesetzentwurf, betr. die provisorische Siche­rung der Handelsbeziehungen zu Deutschland, emzebracht. Beide Vor­lagen wurde« dem volkSwirthschaftlichen Ausschüsse zur dringlichen Be­handlung überwiesen.

— Wien, 5. Dez. Meldung der Polit. Corr. auS Konstantt- nopel v,n heute: Der Sultan hat den Kaiser von Rußland zu seiner Errettung telegraphisch beglückwünscht.

— Laut telegraphischer Mittheilung des Dr. Kern, deS schweize­rische« Gesandten in Pari», a» de« B«nde»rath ist der schweizerisch-