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eifrigen Anstrengungen zur Mobilisirung der russische« Armee doch wohl «ur als übertriebene Kriegsfurcht zu betrachten.

Spanien hat wieder eine Landesmutter, die Vermählung König Alfonso'S mit der Erzherzogin Marie Christine von Oesterreich fand am Sonnabend in der Kirche von Atocha in Nsdrid statt in Gegenwart des diplomatischen Corps und der Hof- und StaatswürdeutrSger. Die Einsegnung erfolgte durch den als Stellvertreter des Papstes fungirenden Kardinal, welcher auch die Traumesse crlebrirte. Bei den vsm Könige und dem Gemeinderath vm Madrid veranlstaltetsn FMlichkeüen wurden auch die Armen Madrid'S durch eine Spende von 63,000 Frcs erfreut.

Aus Konstantinopel ist am Sonnabend den türkischen Bertretern im Auslande telegraphisch mitzethsilt worden, daß die Gerüchte von ser Ermordung Mukhtar Pascha'S Vollständig unbegründet sind. Der Mar­schall Mukhtar Pascha befand sich zur Zeit, als d e Ermordung statt;?- funden haben sollte, noch auf dem Marsche nach Gussinje, auch führt derselbe ein hin sichrndrs Hefolge mit sich, daß er sich vor einer U-ber« rumpelung durch die Almnesen wohl zu bewahren vermag, und wird eS ihm voraussichtlich gelingen, die widerspenstigen Arnauteu unter bie moAtknegrivische Herrschaft zu bmgen.

DaS dänische Königspaar ist von seiner Reise »ach Deutschland und Oesterreich wieder tu Kopenhagen angelangt. D e Nach acht von dem Besuchs des SönigSpaar-s in Serlin soll in Kopenhagen schr über« rascht haben, aber in Bieten Kreisen befriedigend wirken, da man glaubt, daß durch dieses Zusammentreffen des därwchm Rege ten m t dem Kai- ser von Deutschlaad daS Mißtraue» aus d-m Wege §e äumt war »m sei, welches bisher das Wiederauftommt» des ehemaligen irmadschaftlichm Verhaltn sses zwisch n Dänemark und Deutschland verhinderte.

In Reu-Bulgarien müssen die Geschäfte der erst krrzüch neu ein» gerichtetes Landesregierung nicht in der erwünschten W ise von statten gehen. Die eingetretene MinisterkristS hat den Fürsten Alexander vor die Alternative gestellt, entweder die Kammer aufz üö en, da bei den Wahlen für die Sursaux derselben Gesetzwidrigkeiten vo-ge? innen fino, und btn Belagerung m rand über das Land zu proklamiern, oder die BersaffuugSverktznng. ruhig geschehe» zu lassen. Der F irst soll weder zu dem Einen noch zu dem Ändern geneigt sein, sondern in einem schrei­ben an den Kaffee von Ruß and die Neigung ausgedrückt haben, von seinem Posten zurückmtretes.

— Berlin, 4, Dezember. Se. Majestät der Kaller und König hörten heute die tz «träge des Kriegs Ministers, Generals von Kamele und deS Chefs des Miümc-Krbinets, General-Liemsnamz von UWdyll, vorauf der Oberst-Kämmerer Graf von Rrdern zu kurz-m Vortrage empfangen wurde.

— Berlin, 4 Dez. Aus Anlaß des glücklich v rütelten At- tenta-s fand heute Nachmittag 1 Uhr in der Capelle der ruWchm Bot­schaft ein Dankgottesdienst Statt, dem das russische Botschn tsprrsonal und viele andere Mitglieder des diplomatifchm Corps so wie die hier ansässigen und auf der Durchreise hrer anmefenben Russm bsiwohnten.

— Berlin, 3. Dez Die Commission zur Berathunz des Se« meindsab zabengesetzss hat in ihrer gestrigen Sitzung zu § 10 (Sei» tragspflicht zu den auf den Grundbesitz gelegten Oemrindeadgaben) be­schlossen: a. auf Antrag des lag. Schmidt-Sazan: „Dienstwomunden der Beamten werd n hierbei nicht als dem öffentlichen dienst- gew dnet betrachtet"; b. auf Antrag der Abg. Baurschmidt: „Dre zu einem Gr« Verbebetriebe des Stacke-, insbesondere zum setrieoe der Eisendahaen gehörigen Gebäude sind im Sinne des gegenwärtigen Gesetzes als zu einem öffentlichen Dienste oder Gebrauche bestimmt nicht anzssehe«.*

— Berlin, 4 Dezbr. (K. Z.) Wie aus MstthAlungen des Herrn Ministers für öffentliche Arbeiten an einzelne Abgeordnete hr- vorgeht, beabsichtigt derselbe den Gesetzentwurf betreffend den Anlauf d°r Rheinischen Eisenhahn durch den Staat noch in diesem Monat, spätesten- 4* Monat Januar, einzubringen. Die Gifen-ahn Cammissto« d 8 Asgeordnetenhauses hätte dann, da sie auch noch den »Gesetzentwurf betreffend die Erweiterung der Staatseisenbahnen und die Betheiligung des Staates bei mehreren Privateisenbahn Unternehmungen" (zusammen 12 Bahnen in AnfchiagS-Summen von 51,610,000 M.) zu erledigen hat, jedenfalls mit dem neuen Jahr eine erweiterte Aufgabe ihrer an­strengenden Thätigkeit zu gewärtigen.

— Schweanfurt. Wie das »Schweins. Tgbl." mitthsilt, kommt d e kürzlich ausgeschriebene und in der Presse besprochene 4 Millionen Mark große Ott'sche Erbschaft in Wien nun nach Ostheim a/Rhön an einen armen Taglöhner.

— Paris, 4. Dez. Das Journal Officiel tzeröffeutlicht eine Not», in welcher der Entrüstung Ausdruck gegesen wird, die der Mord­aus Hlaz gegen den Kaiser von Rußland überall in ganz Frankreich er« re^e. Das Attentat werde die SyMpathieen nur vermehren, die das B - weilen der Kaiserin in Frankreich bereits geweckt habe. Der Präst« beut Grävy ha -e sich beeilt, dem Kaiser den ÄM druck dieser Gefühle telegraphisch zu übermitteln; der Conseilspräsident Waddington beglück wünschte den Kaiser im Namen der französisch;» Regierung.

— London, 4, Dezbr. (R.« n. St.-A.) Die Morgenblätter «eben ihrer Entrüstung über da» gegen den Kaiser von Rußland beab« sich igt gewesene Attentat, sowie ihrer herzlichen Nefriedizung über ben Mißerfolg der verbrecherisch;» AnlchlageS Ausdruck.

— St. Petersburg, 4. Dezember. Auf Verfügung bei Mi­nister- der Innern ist der Zeitung »Molva" das Recht der Juseraten- sufnahme entzöge» worden.

Das neueste Attentat.

— Moskau, 3. Dezbr. Die »Moskauer Zeitung" vsrSffentlicht den Bericht eines Angenz-ugen, welcher sich im Hazau-zuge besam, über die stattgehabte Kata trophe. Gemäß den getroffenen Bestimmungen ver­ließ der Zug des Kaisers um 12 Uhr Mitternacht den Bahnhof vo» S mferopol, nachdem der Zug mit der Karse lichen Bagage, aus 14 WaagouS und 2 Lokomotiven bestehend, eine halbe Stunde früher ab« »"lassen war. Du ch einen glücklichen Zufall ü'erholte der Kaiserliche Zug den Ba mzetrain und eilte demieloen in einer Distanz von einer galben Stunde voraus. Im Bagaretrain befanden sich 50 Personen. Als der Zu; vom Mo'ckuuer Bahnh f noch ungefähr 2^2 Werst ent­fernt war, ertönte plötzlich ein starkes Krachen, und der Waggon, in welchem sich der Berichterstatter befand, begann von einer Seite zur andere» zu schwanke», bJ ein starker Stoß benselben zum Stehen brächte. Nachdem Be ichterstattur s ium Wu?gon verlass n erblickte er bis deut­lich n Spuren einer Explosion. Die erste Lokomck'we hatte sich vom Zuge [abgerissen, die zweite war entgleist, die G«gzo»r waren theil- wsffe entg eist, t;ui«'sie standen bigelben qu r über den Schienen, der viert? P ckwazen laz mit den Rudern nach aufwärts. Seitwärts von der Bahn zeigte sich eine beträchtlich; einige Ärschin tiefe Grube. Die Katastrophe hatre die Polizei und eine Menze Volks herbsizezogeu, wel­ches seinen Aoscheu üier das gegen die P r on des Kaisers beabsichtigte V rbrech-n in lacken Aus ufen knudgab. D;r B.richt:rstatter eilte in die nächste Kaserne, um zu t-legrap streu, fand aber die Telegraphen­leitung durch einen umMürzvu Telegrophen-Posten zerrissen. Ein Deiche-st ller und ein Gorodowoj, welche sich in der Nähe ausgefallen hatten, schienen sta k v:il tzt zu sein. Dir in bem Zuge befindlich ge« we emn Pe sonen kamen sämmtlich mit d m bloßen Schreck davon. Die V rbrechsr hatten den Kaiser augenscheinlich in dem zweiten Zuge ver­muthet. — Um 2 Uhr Nachts trafen der Pcoknreur und der Unter# mchungsricht r an dem Orte der Ka astroph; ein. Die durch die 83er» wustang entstandenen Spu en führten in das zuKächst gelegene HauS, w-cheS leer stand. Unter dem Schnee auf dem Hofe wurden von dem Untersuchungsrichter Drähte auf-zesunderr, welch; von einer in einer Scheune befindlichen elektrischen Butterir aalgingen. Von dieser Scheune aus konnten die borüberfafrenben Eisen bah «züge leicht beobachtet wer« den. Nach den Aussagen in der Näh; des betreffenden Hauses woh« nenber Personen wurde das Haes im Monat September von einem jung n Manne, «sicher sich als ein Bürgre aus Samara ausgab, ge« kauft. Nachbarn sahen d nfelben im Keller des Hauses graben. Unter dem Borwngdr, Sand allsmführen, wurde aus dem für die Mine be« stimmen Kanals Erde aurg-führt. Die Mine war 22 Fade» lang in einer Tiefe von 3 Faden angelegt. Die Wohnung d-s Verbrechers war ä ml ch. Unter b n Tapeten entlang gingen die D.ähte der elektrischen Hatt rim. Lchters befanöen sich in gewöhnltchm rothm Kisten. Die zu iückgrl affene» Kleider beweise», daß mehrere Personen in dem Hause gearbeitet haben. Es »neben noch die Reste eines kurze Zeit zuoor verzehrten Äsenoessens sorgefunden. (Post).

Lokales.

H anau, 5 Dezember 1878.

— Im Monat Novbr. cr. wurden im hiesigen Kreise excl. Stadt Bockenheim zur Anzeige resp. Bestrafung gebracht: 29 Personen wegen Drebstahls, Unterschlagung und Betrug; 27 Personen wegen Landftreiche« rei und Betteln s; 12 Personen wegen Unfug; 1 Personen wegen Kiu« desmord; 56 P rson wegen Uebertretungm.

— Das Concert des Omtocienverems, wslch;S wegen Erkrankung eines Ssimen letzten Disnstag nicht abgshalts« weadea tonute, findet nächsten Donnerstag statt.

— J l einer hiesigen stark besuchten Wirthschaft wurde die Gas­beleuchtung sistirt und Petrolmmlampsn wieder eangeführt, weil der Wirth hierdurch bedeutend billiger durchzukommm glaubt.

— Ein Handwerksmrsch? etlam Mitte gestern im H rtel Adler ein Paar Stiefel; der Sieb gab mit seiner Bmte so schnell Fersengeld, daß er von dem Gasthalter, obgleich ihn Letzterer b:mntt, nich; mehr erreicht werden konnte.

— In letzter Messe sind verschiedene Grgenftändr abhanden ge» kommen. Als Siebe ermittelte gestern die Polizubchörde jene 3 Bur-» schr», wrlchs dieser Tage Den Butterdiebstahl ausführten. Ein Vierter, b« an dem Meßdiebstahl beteiligt ist, wurde v m feinen Aenossen nam­haft gemacht.

— Gestern Abend gegen 8 Uhr brannte in Obzrdorfrlden ein SiaSgebäube ab.