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Hanmer Anzeiger.
Zugleich Amtliches Cr^att für Kreis und Stadt Hanau.
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M. 283. Freitag de«
5. Dezember L8M.
Rund s ch k n.
R. F. Die freie d plomatische Campagne, treibe im Spätsommer Begann und die Gesittungen der Gros möchte Deutschland, Rußland und Oefteneich Wesert ich änderte, kann noch immer nicht als abgeschlos- sin ergeben treibn, v er-i^flenS fand in den letzten Tagen noch manche Episode statt, die rfierbar sich im Rahmen jener gewärtigen Campagne vollzog. Nicht gering schlagen wir in dieser Hinsicht die Besuche des russi chen Großfürsten .Thronfolgers und des Königs von Dänemark in Berlin an md cm l,tz en Sonntage fand wiederum ein Besuch in Berlin statt, befen nun sich in P litischen Kreisen schwerlich vers hen hatte. Der russische Rnütlan-lkr gibst Gortschokvfi. der doch als der Haupt- urheber der drutick se nl lichm Haltung Rußle; dS gilt, berührte auf seiner SWrrfe von tcbtr »taten nach Petenburg nicht wie ein einfacher Lmchrtistr der die deutsche Hauptstadt, sondern Fürst Emtschakoff wurde vrm Kars r Wridelm in Berlin cmpsangkn und hatte eine e n» ständige And <nz rhr e Z ügen bei rns nm Kaiser. Ob unsir greiser Kaiser diese Audierz v liorgt oder ob sie sich Fürst Gortschakoff erbeten oder ob sie schließlich der Kaiser Alexander von Rußland gewünscht hat, wog dahin {eftDt sein, von großer W ch ißkeit ist diese Audienz nach den vorhergecongknen Reibungen zwi chen Rußland und Deutschland jedenfalls und man sann annehmen, daß diese Audienz eine weitere Stärkung dir pe besserten Gezsthnugen Deutschlands und Rußlands sein wild. Der ru fische Kanzler Fürst -ortsci akoff wurde auch von bet Kaiserin Augusia empfangen und der Krorpnnz faltete ihm einen Besuch im luififden V o srastSHotel ab. Am Sonntag Abend erfolgte alt dann die Weterreffe d s Fürsten Gortschaloff nach Petersburg in Begleitung des mfMden Botschafters v. Oubril in Berlin, welcher Umstand aus wichtige Veränderungen in der russischen Politik schließen läßt.
Dir in Berlin zwischen Demschland ri d Österreich einige Wochen lang gepflogenen zovpoiitrschen Unt rhandlungiN sind am Schlüsse vmi- 8er Woche abaebrcchm worden. Erfreut ch und im Interesse des bal» ifien Abschlusses eines deutsch-österreichsichen HandelSvertragis ist dies offenbar md t, aber immerhin bideutet der Ab ruch der V»rtzandlungen durchaus n'cht das Aufgeben der BerHandlung n selbst. Es handelte sich in den letzten Verbandlungkn zunächst um einige Cardinalfragen, eines- therlS um die Auffindung einer Basis für einen definitiven teutsch öfter» re'chtsch'N Handelsvertrag und anderntheilS um die Herstellung eines provisorisch in Herd lsvertragS, welcher bis zum Inkrafttreten des defi- u tven Handelsvertrags gelten soll. Ueber zwei Punkte deS provisorischen Vertrags konnte man nicht einig werden, da Tertschland im Grenz- Verkehr m t Oesterreich weder die Befreiung der Eisenlahnwaggons von der Beschlagnahme noch die Verlängerung der Zollsreiheit für österreichische Rohleinen zu^ estehen wollte. Die österreichischen Bevollmäch- tigten sind daher nach Wien zurückgekehrt, um sich neue Instruktionen zu holen. Man glaubt, daß die später wieder aufzunehmenden Ver- Handlungen zwischen Deut chland und Oesterreich zu einer zollpolitischen Vereinbarung führen werden, da Deutschland geneigt ist, in Bezug auf die Eifenbahntarife an Oesterreich Concessionen zu machen.
Die vorerwähnten Verhandlungen mit Oesterreich und der beabsichtigte Ankauf mehrerer Privatbahnen durch den preußischen Staat haben die Ausmerkfl mkeit auch wieder auf die Sisenbahntarifvorlage ge« lenkt, welche einer der wichtststkn BerathungSgegenftände im nächsten Reichstage sein wird. Die Eisenbahntarifvor age, welche im letzten Sommer an den BundeSrath gelangte, kann im BundeSrathe auf keine Auvahwe rechnen, weshalb der Reichskanzler sich mit einem neuen Entwürfe beschäftigt, der sobald alS möglich dem BundeSrathe vorgeleat werden sill.
Unjer Abgeordnetenhaus hat in dieser Woche fast ununterbrochen seine Etatsberathungen fortgesetzt. Die einzelnen Positionen des Etats deS Kriegt Ministeriums, Cultur« inisterivmL und Ministeriums deS Innern wurden in der Regel ohne Debatte angenommen, nur gaben die Etat- der beiden letzteren Ministerien den Abgeordneten des Centrums, zumal dem Abg. Windthorst, Gelegenheit, den Culturkampf in die Debatten zu spielen und sich über Maßregelung katholischer Geistlichen und Beamte» zu beklagen, wobei dem Dr. Windthorst bie interessante «e-
merkrug entschlüpfte, daß jetzt von oben herab wohl ein anderer Wind in Bezug auf den Kulturkampf wehe, daß aber trotzdem verschiedenen Uebergnffen der Bezirksregierungen ein Ende gemacht werden müsse« Nei der Etaisberüthung des Ministeriums des Innern beschwerte sich eine Anzahl Abgeordneter auch über polizeiliche Uebelstände und sp achen zumal dre Abgß. Zimmermann und Häml über die außergewöhnliche Stellung der Berliner Polizeiverwaltung und über die Verlängerung deS kieinen Bllagerungszufiandes in Berlin. Der Minister Sulenburg be« g'ündete die Fortdauer dieser Maßregel damit, weil die geheime social- demokratische A^itat on in Merlin noch fertbeuere und daß die Unterdrückung der fi cialdimokratischen Presse, die Auflösung der sociaidkmo- kralischen Vereine und Ausweisung der ficialdemokratischen Führer noch Sicht g!»Uß geri tzt habe, «m die socialistische Bewegung zu erstick-n.
Dem französischen Ministerium, vor Mim dem Präsidenten Wad- dington, scheint die schwebende Lage, in der er sich gegenüber der Linken der Lepntirtknkau mer befindet, unerträglich zu werden und beginnt kas- feibe nunmrhr selbst zu einer Entscheidung über seine Existenzfrage zu drön en. In entschiedenem Tone erklärte WaLdington in einer der letzten Ksmmersitzungkn, das Ministerium müsse verlangen, daß die öffentlich verbreiteten Beschwerden und Angwffe gegen befleiße euch in der Deputirtenkcnmer offen zur Sprache gebrockt würden; das Parlament müsse kurz uns bündig erklären, ob das Ministerrum sein Vertrauen b sitze oder nicht, und sollte daS Vertrauen fein vollständiges sein, so werde das Cabnet sofort zurücktreten; kein Ministerium werde sich ein Programm durch die Parteien aufbtfingen lassen. — Ob durch diese Erklärung die Gegner Waddington's von ihrem Vorhaben, dem Ministerium bestimmte Vorschriften zu machen, ablossen werden, ist noch zweifelhaft. Die bis jetzt von den Gruppen der Linken berathenen Punlte, welche als gemeinsame! Programm dienen sollen, betreffen alle wichtigeren inneren Augelegeuheiten Frankreichs. — In der Deputirten« kammer wurde der Antrag des radikalen Abgeordneten Waigne, betreffend die Aufhebung des Verbotes der Sonntags arbeit, mit 335 gegen 152 Stimmen angeuomm n; ebenso der Antrag Devaux auf Aufhebung des Justuuts der Frldprcdiger, sowie ein Antrag Blarc's u. A. auf Modi- ficirung der Eeschäftsordnung für die Deputirtenkammer.
Auch in Enf laud nehmen in Folge der eingetretenen Pause in des auswärtigen Streitigkeiten die Parteikämpfe im Innern des Reiches an Heftigkeit zu. Während die Unruhen in Irland bereits die ernstesten Maßregeln der Regierung erfordern, lassen es die Gegner des gegenwärtigen Tory-Cabinets nicht an Anstrengungen fehlen, dieses bei der Bevölkerung zu verdächtigen und ferne Poutrk zu tadeln. So ist gegenwärtig der liberale Abgeordnete Gladstone auf einer Rundreise in Schottland begriffen und spricht sich daselbst in seinen Reden vor großen Volksaersammlung n auf das Schärfste gegen die Regierung aus; er bezeichnet u. A. die englische Finanzpolitik als eine „unredliche". Bezüglich der Orientpolitik bezeichnet Gladstone den Zeitpunkt unmittelbar bevorstehend, wo die türkische Herrschaft über den Balkan auihören werde, doch dürfe die Erbschaft weder an England, noch an Rußland oder Oesterreich, welches letztere am meisten danach strebe, fallen, sondern müsse den dort wohnenden Völkern zugetheilt werden. — Aus Kabul lauten die Nachrichten über den abgedankten Emir Iakub Khan in letzter Zeit sehr zweifelhaft in Bezug auf seine Mitschuld an den Greuelscenen in Kabul; bar Emir soll am 1. Dezember seine unfreiwillige Reifenach Indien, zunächst nach Peschawur, unter Begleitung der Kapitäns Turner angetreten haben.
Aus St. Petersburg dürsten nunmehr baldigst bestimmte Nachrichten zu erwarten sein, für welche Politik sich Rußland nach der jüngsten zweideutigen Haltung entscheiden wild, denn fast gleichzeitig m t dem Fürsten Cortschakoff, welcher aus den süddeutschen Badern zurück- kehrt, traf zu Anfang dieser Wochen auch Kaiser Alexander aus seinem Skumeraufenthalt in Livadia wieder in St. Petersburg ein und wird unter seinem Vorsitz dieser Tage eine Berathung der höchsten russischen Staatsmänner über die Fragen der auswärtigen Politik stattfinden. Boranssichtlich fallen die zu fassenden Entschlüsse in friedlichem Sinne aus und sind die neuerdings von Berlin aus verbreiteten Gerüchte von