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auf uns, woran ein Hauptvrrdirnst dem Spiel des Herrn Hertel vom Stadttheater in Augsburg zuzuschreiben ist. In seiner Rolle der Kraft« Franz von Moor zeigte er ein gutes Talent und bewies, daß er hiermit ein eingehendes Studium verbindet. Er wußte ferner mit seinen Kräft ten weise Maß zu halten, um dann an entscheidender Stelle die volle Leidenschaft dc» Charakters zur Geltung zu bringen. Besonders bewies dies die Liebeserklärung an Amalie, sowie dir Scene, als die Räuber das Schloß eingenommen «nd Franz d m Verwalter seinen Traum erzählt. Nur einmal folgten die Coutrrstr bei bm ohne vermittelnden Uebergang, nämlich als er den als Gast im Schlofft weilenden Bruder erkannt, und ihn, da Herrmaan sich dazu nicht willfährig zeigt, mit eigener Hand ermorden will. DaZ mahnt ihn plötzlich sein Gewissen von dem Vorhaben ab, und wie ein Sind sucht er sich zu rechtfertigen. Hierbei stellte Herr Hertel in demselben Angenblick, wo Franz noch seiner Wuth die Zügel schießen ließ, die verzweifelteste Reue und Furcht dar; eine Eharaktereißenthümlichkeit, die unserer Ansicht nach psychologisch unmöglich ist. Sonst war sein Spiel durchweg gut. Herr S o l. ten, der die Rolle des Karl ». Moor wiedergab, suchte die Erregung wie schon ö terS dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß er mit gepreßter und fast krächzender Stimme sprach, wodurch aber gerade die Wahr scheinlichkeit verloren ging. Er hatte schon Anfangs zu volle Töne gewählt, so daß er sein Organ nicht gut anders steigern konnte, doch wäre ihm dies bester gelungen, wenn er sie Herr Hertel sei» Spiel mehr zu mäßigen gewußt hätte. Die Darstellung der Amalie von Fräulein Ziegler war zu theatralisch um natürlich und gut genannt werden zu könne». Dagegen leisteten recht Guter die Herren Muff (Moor, Kater), Martin (Spiegelberg), Zahr (Schweizer) und Herrmann (Hermann).
Die Wiederholung von „Ehrliche Arbeit' vsmFreitrg können wir übergehm und uns) der SonntaZSdarstrllung der beiden Lustspiele „Der Salzdirektor' von Putlitz und „Eine Partie Piquä' von Meyer zuw-nden.
In dem ersten Stück zeichneten sich besonders Herr Dir. Frey (SchliegeliuS, Schwiegervater des Ministers) «»d Frl. Röttger (Angelika, testen Gattin) durch gutes Spiel aus. Mit dem Minister der Herrn Martin konnten wir nicht zufrieden sein, er war etwas steif, und hatte sich auch in der Marke vergriffen. DaS Spiel der Herrn Schwarz (Wankelma«n) war ja an sich recht gut zu nennen, doch verliert dasselbe besonders dadurch, daß er in jedem Stücke immer derselbe ist.
In dem folgenden Stücke bewies unser Gast Herr Hertel, was wir über sein Spiel bei $en „Räubern' sagt n, daß er seine Rolle äußerst eingehend ftudirt, und jede kleine Nüance z«m AnSdruck bringt, wodurch gerase seinZSplel vollkommen ward. Den drei übrigen Darstellern gelangen ihre Paktiern weniger gut.
— Die Kinzig ist stellenweise vollständig zugefroren.
— Drei Burschen, die schon mehrfach mit dem Strafgesetzbuch in Collission geriethen, entwendeten vorgestern Morgen in der Nürnberger- straße einer Händlerin vom Wagen herab einen Butter w.ck. Die Bur- schen wurden heute Morgen ermittelt und zur Anzeige gebracht.
— Ein zu Berg fahrendes, mit 4 Pferden bespanntes Mainschiff suchte gestern mit Aufgebot aller Kraft noch den hiesige» Hafen zu erreichen, was ihm jedoch des starken Eisganges halber nicht mehr gelang. Mit Mühe wurde lag Schiff auf die Darmstädrer Seite verbracht und hat hier, der „Maiulnst' gegenüber, provisorisch Nothaufenthalt genommen.
— Bet der Eröffnungsfeier der Theilstrecke Hanau- Windecke»- Heldenbergen waren es nicht die Schulkinder von Bruchköbel, welche den Zug mit Hurrah und Gesang begrüßten, sondern die Niederissig- Reimer und Roßdsrfer, was wir hiermit berichtigen wollen. D. Red.
«ersteigernngS- nnd «erpachtungS- re. Kalender für Freitag den 5. Dezember.
Holzversteigerung in der Oberförsterei Woifgang; Termin von Bor- MittagS 11 Uhr ab bei Wirth LukaS zu Niederrodenbach. «erkauft werden kleinere Partieen Buchen- und sonstiger Laubholz-, große Par- lieen Kiefern-Vrennholz; 2 Erlen-, 15 Kiefern- nnd 30 Fichtenstämme, sowie das im nächsten Winter in der Bulau zum Einschläge kommende Erlenholz (s, Nr. 271 „Han. A»z.'). — Nachm. 2 Uhr werden durch Herrn Taxator A. Berg gegen Baarzahlunz im Bechtel'schen Holzhof, Mamkanal 2: Dielen, Latten und sonstige Holzwaaren verkauft.
. ~ 8^^ heute. Abend» 9 Uhr: Feuerwehr - Vorstands - Sitzung Beck.
— Morgen Nachmittag 2 V, Uhr im „Nüruberger Hof*: .Nähtag des Framnverein«.
Kassel, 3. Dezbr. Die „H. M.' schreibt: Bereits gestern sind an die sämmtlichen Gemeinden der Regierungsbezirks Exemplare der m der Kasseler Gürzerversammlung vom 1. d. M. berathenen und be- schloffenen Petition gegen den Feld- und Aorstpolizkigesetzeutwurf abge- sandt worden. ES liegt im Jiierrsse der Sache selbst, dir Unterschrift ten binnen möglichst kurzer Zeit zu heserkstellizen, damit die Zusendung
an die betr. Landtazsabgeordneten demnächst erfolgen kann. Wie unser gestriger Beicht über die zweite Kommission-berathung zeigt, ist Gefahr im Berzxge und nur noch vom Plenum können wir erwarten, daß eS unseren berechtigten Wünschen nach allen Seiten hin Rechnung trägt. Also nicht gesäumt. 8
AnS der Umgegend.
— Hrankfsrt a. M., 3. Dezember. Der Viehmarkt beginnt von jetzt ab Morgens um 7 Uhr. — Der Centner Ei» wird mit 18—20 Pfennig bezahlt. — Auf Antrag der Handelskammer hat das Kais-rlichr Telegraphen-Nmt I dir Dienststundrn an der MittazsSörse bis 2'/^ Uhr Ortszeit festgesetzt. (G.-A.)
— Der Polizei ist es gelungen, in der Nähe der Faulpumpe eine ViebSöande auSzuheben. Neben einer Menge anderer Gegenstände wurden auch drei Ballen Tuch gefunden. — Wie schlecht die Luftheizungen in den neuen städtische» Schulen sich^bewähren, erhellt daraus, daß in der Souchayschulr in einer Klaffe es so kalt war, daß man den Buben erlauben mußte, ihre Paletot», so weit sie solche hatten, anzuziehm; eine Stabes entlasse schickte man heim. (Fr. Z.)
— Die Offenbarer Schiff-rück- ist am 3. d. Morgens wegen Treibeise» im Main bei einem Wafferstand von 1,22 m, Offenbacher Pegel, abgefahren worden.
— Mainz, 2. Dez. An den Lokomotiven der Hessischen Lud» wigSbahn ist von Seiten der Berwaltungsralh?» eine Sicherheit»Vorrichtung angebracht worden, um das Ber,rührn durch siedendes Wasser rc. beim Platzen von Wasserstandsgläsern zu verhüten und zwar durch eine selbstthätige Verschluß-Borrichtung. Dieselbe besteht in einem Gehäuse mit einer kleinen Kugel, welches zwischen dem unteren Wasserstandskopfe und dem Wasserstandsglas- eingesetzt wird. Im normalen Zustand des WafsrrstandSzeigerS wird unter feb^m im Kessel befindlichen Drucke die Kugel auf dem einen Ende der vier Aermchm des Gehäuses lose aufliegen. Sobald aber da» WafferstandSglaS zerplatzt, wird die Spannung über die Kugel aufgehoben und diese letztere dadurch an den über ihr befindlichen Ventilsitz angepreßt tub dadurch der AuStritt bei kochenden Wassers und bei DampftS verhindert. (N. Fr. Pr.)
Patent-Ertheilungen.
Nr. 8539. Elektrisch r Apparat j« Erzeugung langsamer Schläge an elektr^schm Glocken, C. Th. Wagner in Wiesbaden, vom 15. März 1879 ab. Kl. 21. 8
Nr. 8551. Doppelwinkelhebelwaage, J. Füllner in Frankfurt a M., SchtidSwaldstr. 32, vom 9. Mai 1879 ab. Kl. 42.j
Verloosungen.
Stadt Neapel 250-Fr.-Loose vom Jahre 1871. Ziehung am 15. November 1879. Auszahlung am 1. Februar 1880. Haupipreift' Nr 31842 A 20,009 Fr. Nr. 1909 B60271 83705 ä 1000 Fr ' Nr 13768 33378 63607 64219 70353 a 500 Fr. *
Thermometerstand.
3. Dezbr. Tiefster Stand — 11', Abend» 7 Uhr — 7V.°- 4. Dezbr. Morgens 7 Uhr — 7'/»', «srmittag» 10 Uhr — '
Auszüge aus d-m Amtsblatt der Königlichen Reaie.
rung zu Kassel. M 8
Kem pfenbrunn. Zum zwangzweisen Verkaufe der in der «e- markunz von Kempfenbrunn belegenen, zur ideellen Hälfte der Wittwe des Canm^r Fischer bezw. d-n Erben deff-lben gehörigen Grundstücke werden Verstergerungstermlne u«b zwar: erster auf den 18. Derember 1879, event, zweiter auf den 15. Januar 1880, event, dritter auf den 12. Februar 1880, jedesmal Vormittags von 11 bis 12 Uhr an Kal Amtsgericht Bieber anberaumt. 9
. , Aschers heim. Zum zwangsweise» Verkaufe der auf den Name« f-try (Thomas Sohn) zu EscherS- herm katastnrten, tn do^ti«er Smarkung belegenen Immobilien ist ander- werter erster StergeruugStermm auf den 9. Dezember d. J., eventuell zweiter auf den 6. Januar und dritter auf den 3. Februar k 4 jedesmal Vormittags 11 Uhr, an Königl. Amtsgericht Bockenheim' an- beräumt.
. , ^innheim. Zum zwangsweise» «erkaufe der auf den Namen des «chreinermeisters Johann-» Kegel zu Ginnheim katastnrten, in Gmnhnmer Gemarkung belegenen Grundstücke ist erster SteigerungS- termm auf ben 23. Dezember d. I., event, zweiter auf den 20 Januar k. I., ledeSmal Vormittags 11 Uhr, an Königl. Amtsgericht Bocken- Hnm und dritter auf den 17. Februar k. I., Nachmittags 3 Uhr, in das Simon schr Gasthau» zu Kinnhrim anberaumt.