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Hüeuntnkx mit dem de»«H»«. den PnK«n^sch!«z. Lieeinjkl!!! Nummer 10 Pfg.
Hanauer Amnan
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme her ta* n»d Feiert«^, mit belletristischer Beilage, und SamUigs mit dsr MM«er PMvmzial-Lorrespondsnz.
Insertions-
Prets:
Die Ijpaltize Sarmondzeile od. deren Raum
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Die Sspatt. geile 98 Psg.
LieSIpaNigeZeile
30 Psg
Nr. 280.
Dienstag den 2. Dezember
1878.
Amtliches.
Oekonomie»Verwalter Heinrich Heister ist als Feldaufseher für den Gutsbezirk Dotte«felder-Hof verpflichtet.
Hau«« am 28. November 1879.
Der Vieh- ueb Schnittwaarenhändler G«mp Kaufmann zu Niederrobesbach ist zur Führung bfS Vornamens Gabriel berechtigt.
Hanau am 29. November 1879.
___________________________Der Landrath.__________________________
Bekanntmachung.
Briefbefö^derung nach Australien.
Nach eiser Mittheilung der Britischen PsfiverwsltunZ wird die Peninsular and Oriental Steam Navigation Company gegen Mitte des Monats Dezember aus Suez, nach Lnknnst der aus Vrindist am Montag den 8. Dezember nach Alexandrien bz. Suez abgehenden Post, ei« Extra-Dsmpfschiff nach Australien abfertizen lasten.
NriefsendunßtK nach den Australischen Ko-onien und nach Neu- Geeland, welche mit diesem Dampfer Beförderung erhalten sollen, müssen so zeitig zur Post geliefert werden, daß fie in Brindisi spätestens am Abend des 7. Dezember eintriffen.
Berlin W., 29. Nkvember 1879.
Kaiserliches General-Postamt.
Wiebe.
R n n d s ch a «.
R. F. Der Besuche deS dänischen KönigSpaareS am Hofe der deutschen Kaisers steht noch im Vordergründe der politischen Ereignisse, zu welchen man mit vollem Rechte diesen Besuch zählt. Das eigentliche Ergebniß dieses Besuckes des dänischen Königspaares läßt sich in politischer Beziehung allerdings noch nicht genau ergeben, aber wern sowohl dänische als auch deutsche, den beiderseitigen Regierungen nahestehende Zeitungen hervorheben, daß eine Annäherung zwischen Deutschland und Dänemark wünschenswerth sei, so kann über die allgemeine politische Bedeutung des Besuches des KönigL von Dänemark am Berliner Hofe kein Zweifel herrschen.
Die silberne HochzeitSfeier des Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl wurde am letzten Sonnabend in aller Stille gefeiert, wozu wohl anßer dem persönlichen Wunsche des Jubelpaares der Umstand bertruss, saß die drei Töchter des Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl, nämlich die verwittwete Prinzessin Heinrich der Niederlande, die Prinzessin von Connaught und die Erbprinzession von Oldenburg, welche letztere ihren kranken Gemahl in Genua pflegt, zur silbernen Hochzeits- feier ihrer erlauchten Eltern nicht zugegen sein konnten. Die Gratulationen des Hofstaates, der Prinzen und des KaiferpaareS nahm das Jubelpaar am Sonnabend Nachmittag entgegen, ebenso waren zahlreiche Glückwunschschreiben eingegangen. Es wäre wohl am Platze anläßlich dieser Feier der ritterlichen Tugenden des Generalfeldmarschalls Prinzen Friedrich Karl und der echt weiblichen seiner edlen Gemahlin, geborenen Prinzessin von Anhalt-Dessau, eingehend zu gedenken, doch müssen wir uns dies an dieser Stelle versagen.
Im SundeSrathe ist auf den Antrag Preußens beschlossen werben, „J0SenQnnten Girren Belagerungszustand für Berlin und Umgebung noch um ein Jahr zu verlönßern. Die früher getroffenen Maßregeln hatt«; am 28. November ihr Ende finden müssen; laut Bekanntmachungen tm Rerchsanzeiger dauern derselben bis zum 28. November 1880 weiter.
" d-»> »Ausschüssen des Bundesrothss sind in den letzten Tagen
w ^^ . ejenigen für die Zölle und Steuern und für das Justiz- Lesen zu Berathungen zusammen getreten, toi bei verschiedene Angelegen« Reiten, die mit denen deS elsaß-lothringischen LandeSausschusseS zusammen hingen, erledigt wurden.
Zwischen der deutschen und d r russischen Regierung werden zur gen ernstliche Unterhandlungen gepflegt, um den Zoll« und Grenz- tlcdaeien an der russischen Grenze möglichst Einhalt zu thun, was »dessen nur möglich ist, wenn die russische Regierung einmal durchgreifend ehre unteren Behörden in entsprechender Weise reformirt.
Unser Abgeordnetenhaus hielt in vergangener Woche am Donnerstag feine letzte Plenarsitzung, in welcher die Verwaltung der direkten Steuern,
zumal der Nebäudefieuer, fast vZn allen Seiten des Hauses einer Kritik unterworfen wurden.
Die Nsthruse aus der Provinz Schlesien sind leider im deutschen Vaterlande nicht vereinzelt geblieben, denn auch in einigen Bezirken des KönigsreichZ Zayrru klopft der Nothstand an die Pforte: In dem bayerischen Dorfe Rudesschwinden an der Rhön ist in Fslee der schlechten Ernte der Hungertyphus ausgesrochen. Hoffentlich gelingt eS dem Eingreifen der Regierung und der Privatmildthätigkeit, das Elend einzuschränken.
Dss ungarische Unterhaus genehmigte den Gesetzentwurf, betreffend die Einziehung Bosniens «nd der HerzrHSwina in daS Zollgebiet.
Mit größter Aufmerksamkeit dürften von jetzt ab sich die Blicke aller politischen Kreise nach Paris wenden, wo letzten Donnerstag zum ersten Male seit dem Sturz des Kaiserreichs 1870 wieder die Eröffnung der französischen Kammern zu einer außerordentlichen Session stattfand und in welcher der längst vorberenete Kampf zwischen der Regierung und den verschiedenen Parteien bald aufs Heftigste entbrennen wird. Verliefen auch die EröffnuNgsfeierlichkeiten und die Sitzungen des ersten TageS ohne besondere Zwischenfälle, so drängte sich doch sofort die Be- amtensraze, welche dem CabeneL Waddington einen schweren Stand bereiten wird, in den Vordergrund. In den Fractionssitzungen der 4 Gruppen der Linken in Ler französischen Depuürtenkammer einigte man sich zu gemeinsamen Operationen und wurde beschlossen, eine Interpellation an das Ministerium zu richten wezen Entfernung reactionärer Persönlichkeiten aus bem Beamtenstande. Selbst die Bereitwilligkeit deS Ministerpräsidenten, auf diese Forderung einzugehen, wie er sie einer Anzahl Deputirten gegenüber, welche sich in dieser Angelegenheit zu ihm UbegetaLJhßheiOejoi^-mteb^e Ministeriums Wadd-ngton kaum verhüten, da dieser bei den tzegnernfest beschlossen zu sein scheint, nur wurde noch von mehreren Mitgliedern der Linken darauf aufmerksam gemacht, daß es gefährlich sein würde, das Ministerium zu stürzen, bevor man wüßte, wie es ersetzt werden solle, da die Gruppen der Linken kein gemeinsames Programm hätten; der Vorschlag ein solches aus- zuarbeiten, wurde mit Majorität angenommen.
Die englische Regierung muß es mit voller Befriedigung empfinden, daß ihr die auswärtigen Angelegenheiten, welche bis vor Kurzem noch ihre ganze TnfirenKUng erforderte, zeitweilig eine Pause gewähren, da in letzter Zeit im Innern des Landes größere Aufgaben für die Thätigkeit der Regierung erwachsen find. ES haben namentlich die Unruhen in Irland einen so bedrohlichen Charakter angenommen, daß eine Trup- Penverstärkung in den bedrohten Landschaften angeordnet werden mußte.
— Der russische Botschafter, Graf Schuwaloff, überreichte am Freitag der Königin von England sein Abberufungsschreiben und wurde von der Königin zur Tafel geladen; am Sonnabend begab sich der Graf über Paris nach Cannes zu der daselbst weilenden Kaiserin von Rußland. Die englischen Blätter, wie auch der Unterstaatssekretär Bourke in einer öffentlichen Rede, wib»en dem scheidenden russischen Diplomaten Worte innigster Verehrung. — Die Nachrichten aus Afghanistan gehen nur spärlich ein. Die englischen Truppen richten sich für den Winter ein, Borräthe für Mannschaften und Pferde sind reichlich vorhanden, ebenso Aon- und Brennmaterial in Ueberfluß von den abgetragenen Festungswerken des Baia-Hissar. Jakub Khan befindet sich noch unter strenger Uebervachung im englischen Lager, die Zweifel an feiner Mitschuld an btm Glutbade von Kabul sind noch nicht beseitigt.
In St. Petersburg baut man dem heimkehrenden Kanzler des Czarenreichs Ehrenpforten und veranstaltet großartige Festlichkeiten. Es hat sich zu diesem Zwecke ein besonderes Slavencsmits gebildet, welches die ganzen Festlichkeiten systematisch leiten soll. Die bevorstehende Ankunft deS Fürsten Gortschakoff bildet das Interesse des Tages in so hohem Grade, daß dadurch das ebenfalls in dieser Woche erwartete Eintreffen des russischen Kaisers fast in Schatten gestellt wird. Ein Zusammentreffen des Fürsten Gortschakoff bei seiner Durchreise in Berlin mit dem deutschen Reichskanzler hat nicht fiattgefunden. Ueber die bevorstehenden Personalveränderungen im russischen diplomatischen Corps herrscht selbst in den betheiligten Kreisen noch Ungewißheit, da in Bezug hierauf der Wille des Kaisers, unter dessen Vorsitz demnächst eine Berathung der russischen hohen Staatsmänner stattfinden wird, den Ausschlag gibt. Nur soviel wird mit Gewißheit angenommen, daß der