Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

1612

rufungen von Beamten des Finanz« Ministeriums stattfinden würden, und stellte die Lösung der Gensd'armerie betreffenden Frage in nahe Aus­sicht.

— PariS, 29. Nov. Der Legitimist Baudry d'Ässon ist erst auf den 16. Dezember vor das Zuchcholizeigericht geladen worden; die Anklage lautet aus „Aufruf zum Bürgerkriege". In Folge der Angriffe, die gestern in den republikanischen Parteiversammlungen auf die Minister gemacht wurden, sind heute Gerüchte über den Rücktritt d-S Cabinets in Umlauf gesetzt, bis jetzt aber fand dem Vernehmen nach noch keine effi« cielle Berathung über diese Fraze Statt. Im Minifterrathe, der heute im GlisSe gehalten wurde, erstattete Waddington Bericht über den Be­such, den ihm die Deligirten der Linken aus der D-putirtenkammer ab- statteten; aber die Minister beschäftigten sich, nachdem sie Waddinzton's Bericht entgegengenommen, mit den Maßregeln zur Beseitigung reactio- närer Beamten. (K. Z.)

— New-Aork, 28. November. Der Dampfer „Helvetia" von der National-Dampfschiffs-Compagnie (C. Messingsche Linie) ist hier üsgetroffen.

Spezialtelegramme des „Deutschen Montags-Blatt."

— Breslau, 30. Nov. Dem schlesischen ProvinziallsndtLge ist die offizielle Mittheilung zugegangm, daß es den Wünschen des Kaisers entsprechen würde, wenn der Landtag d e zur ErrichtunZ einer Stiftung zur Erinnerung an die goldene Hochzeit des Kaisers in Aussicht genom­menen 400,000 Mark zur Beseitigung des Nothstandes in Oberschlesien mit verwende.

— Madrid, 29. No»br. Die Vermählung des KöUgs mit der Erzherzogin Christine hat heute in der glänzend erleuchteten Kirche von Atocha in Gegenwart des diplomatischen Korps und der Hof- und Staatswü' denträger stattgefunden. Der König betrat die Kirche in Be­gleitung seiner Mutter, der Königin Jsabella, die Erzherzogin Christine wurde von ihrer Mutter, der Erzherzogin Elisabeth, geleitet. Die Ein­segnung erfolgte durch den in Mellvertretung des Papstes fungirenden Kardinal, welcher auch die Traumesse celebrirte.

Lokales.

H anau, 1° Dezember 1879.

— Mit Aufführung dreier ganz nette» Einakter, als: 1) „Dr. Robin", Schauspiel von L. Raudolf; 2) „Eine neue Pmelopr" Lust­spiel in 1 Akt von A. Reich und 3) „Das Fest der Handwerker", Posse von L Angely, trat vorgestern Abend in den Sälen des „Nürn­berger Hof" die dramatische Gesellschaft an die Oeffurtlichkeit. Von d m s. F. Coulissenfieber, das junge Leute, welche zum ersten Male auf den weltbedeutenden Brettern erscheinen, gewöhnlich befällt, merkte man hier nichts, wohl aber konnte man aus dem Ganzen ersehen, daß viel Fleiß sowohl auf die Einstudirung als auch auf das Verständniß der Rollen verwendet wurde; die Stückchen spielten sich recht glatt ab und der Souffleur hatte für diese« Abend leichte Arbeit. Naher aas die Einzelleistungen einzugehen halten wir nicht für opportun, bemerken aber noch, daß der wohlverdiente Beifall den Erstauftretenden in reichem Maße zu Theil ward. — Verschiedene Kunstfreunde und Dilletanten sorgten in dankenswerther Weise datür, daß die Pausen durch musika­lische und L^sangs-Quartett- und Solovorträge auf's Angenehmste sus- gefüllt wurden und Herr Gasthalter Jean Zeh bot ebenfalls Alles auf seine zahlreiche« Gäste in jeder Beziehung zufrieden zu stellen; nur dürfte der Wunsch hier Ausdruck finden bei ähnlichen Gelegenheiten den Saal etwas früher zu heize».

Wir wünschen dem jungen Verein, in der Erwartung, daß dessen Mitglieder durch Vorwärtsst:eben auf diesem Gebiet nicht ihren Lebens­beruf aus dem Auge lassen, ferneres fröhliches Gedeihen.

— (BegießungSangelegenheiten.) Nach der gestern in der Sitzung des Oegießungsvereim-Borstandes abgelegten Rechnung be- liefen sich die Einnahmen für das abgelaufene Rechnungsjahr auf ins­gesammt Mk. 2034.70, die GesammtauSgaben auf Ä 1934, so daß für das nächste Geschäftsjahr ein Saldo von Mk. 100.70 verbleibt. — Ei« ausführlicher Rechenschaftsbericht wird den Vereinsmitgliedern s. Z. zugestellt werden.

— Gestern Abend traf der letzte Postwagen, von Windecken kom­mend, hier ein und wurde durch denselben Postillo«, welcher auf seinem Horn ein Abschiedslied blies, leer noch Windecken zurück befördert. Diese Hanau Windecken'Heldenberger Postserbmdung ist am 1. Juli 1849 durch Herrn Postmeister LinS eingerichtet worden. Von heute ab bis z«r Vollendung der noch im Bau begriffene« Strecke Heldenbergen Friedberg geht derselbe Postwagen von Windecken ab nach Niederwöllstsdt. — Unsere seiner Zett durch Postfuhrwerk stark belebte Frankfurter Straße wird nunmehr in dieser Hinsicht nur noch durch die Post nach Markösel frequentirt.

— Für heute. Oratorünverein: Abends 7 Uhr Hauptprobe. — MM- Abends 8 Uhr im unteren Rathhaussaale: Gründung eines hiesigen KuLstvereins und Berathung der Statuten. Kunstfreunöe sind hierzu eingeladen und um Unterstützung des erwähnten Unternehmens

freundlichst gebeten. — Abends 9 Uhr: Spritze Nr. 4 in den „drei Schwanen"; Nr. 5 im „goldenen Herz"; Brandwache und Rettungs- Corps bei Beck.

— Der „H. C." schreibt: Jetzt, wo die diesjährige Rekrutenein- stellung als beendet zu betrachten ist, wo viele tausend Eltern Veran­lassung haben, durch schriftliche Mittheilungen aus der Heimath bezw. durch Beihülfe an Zukost und Geld des jungen Kriegern die ersten, unangenehmsten Monate im Militärdienst zu erleichtern, wollen wir nicht unterlassen, wiederholt darauf aufmerksam zu machen, daß Briefe bis zum Gewicht von 50 Gramm an Soldaten volle Portofreiheit ge­nießen, wenn sie den ausgeschriebenen Vermerk: „Soldatenbrief; eigene Angelegenheit des Empfängers", auf der Adreßseite tragen. Postan­weisungen bis einschließlich 15 M. kosten nur 10 Pf., Packete ohne Werthangabe bis zum Gewicht von 3 Kilogramm tasten auf alle Ent­fernungen nur 20 Pf. Porto, wenn sie den vorbezeichneten Vermerk tragen. Letzterer ist jedoch auf die Hauptabtheilung der Postanweisung bezw. der Postpacketadreffe, nicht auf den Abschnitt (Coupon) derselben zu setzen. Da die Einberufenen oft in sehr weite Entfernungen von der Heimath versetzt werden (Garden, Marinesoldaten rc.), das Porto für schwere Packete zu ihnen also sich uZverhältnißAäßig theuer stellt, so möchten wir empfehlen, in geeigneten Fällen besser mehrere Packete zu 3 Kilogramm unfertigen. Werthbriefe an Soldaten genießen keine Portofreiheit.

— Marburg, 28. Novbr. Heute Nacht zwischen 3 und 4 Uhr brach in der SsNer'schen Lederfabrik am Grün Feuer aus, das in Folge des zahlreich vorhandenen Brennstoffs alsbald solche Dimensionen an- nahm, daß man für den ganzen Häuserkomplex, in dessen Mitte sich das brennende Gebäude befand, die größte Besorgniß hegte. Trotzdem ge­lang es der alsbald zahlreich auf der Brandstätte anwesenden Feuer­wehr durch energischer Eingreifen daß Feuer auf seinen Heerd zu be­schränken; zu den viele« hrndernten Schwierigkeiten, dieses zu erreichen, gehörte auch noch die, daß das Wasser in den Spritzen fror und die­selben erst mit heißem Wasser wieder aufgethaut werden mußten. Bei der Mächtigkeit des Feuers, das den ganzen Südhimmel röthete, wurde die Feuerwehr in Verhältnißmäßig kurzer Zeit Herr desselben und ge­bührt derselben alle und jede Anerkennung. — Bei dem Löschen selbst ist ein UnglückSfall nicht vorzekommen, wohl aber durch das Heraus- treiben einer Kuh aus dem Stalle, die als sie wieder eingefangen wer­den sollte, einen Metzger mit größter Wildheit angriff und verfolgte und demselben mehrere Verletzungen beibrachte. — Ueber die Ursache der Entstehung des Feuers M bis jetzt nichts bekannt geworden. (O.Z.)

— Cassel, 30. Novbr.NaH^sm Sie Commissionen mit ange­strengter Thätigkeit das Reglement und den Tarif für die Brandver- sicherungSkaffe nunmehr durchberathen haben, wird der Commusallandtag zu seiner 6. Sitzung Dienstag den 2. Dezember zusammentreten, um über diese Vorlagen Beschluß zu fassen. Voraussichtlich wird Schluß der Session vor Ende dieser Woche eintreten.

A«S der UmgegmÄ.

— Frankfurt a. M., 29. November. Das JmmoSiliengeschäft ging in dem Monat November, nachdem es im Oktober wieder einen Aufschwung zu nehmen schien, flau, hätte die Stadt nicht Verschiedene Gauplätze verkauft. JA Ganzen wurden sechs Immobilien im Werthe von 580,920 M. als verkauft bekannt. Das Geschäft in Er- und Ber- miethen ging flau. — Gestern erschoß sich im Röderwäldchen ein Sol­dat des 83. Jnf.-Regt. mit einer Pistole. Ursache: LebenSüberdrH.^

— Durch Berfürung der Special-Direktion der Hessischen Lud- Wigrbahn zu Mainz wird bis auf Weiteres für das Verwiegen der Stückgüter nur noch dann eine Waagegebühr erhoben, wenn, nachdem bahuseitliche GewichtSermittelung ßattgefunden hat, nochmaliges Ver­wiegen in Gegenwart der Jutereffente« verlangt wird. (H- L«)

Rügen und Wünsche.

Bon dem Besitzer der Heuser'schen Wiese wurde uns ausdrücklich mitgetheilt, daß der Zutritt zu der Eisbahn Jedermann frei stehe; trotz­dem wurde gestern wieder und zwar vielfach mit Erfolg versucht, ein Eintrittsgeld zu erlangen. — Anders verhält es sich, wenn die Eisbahn unter einer Schneedecke liegt und sich Leute bereit finden zum Schlitt­schuhlaufen eine Bahn frei zu machen, da wird sich Niemand sträuben für die geschaffene Annehmlichkeit einige Pfennige auszugebe»; bei schnee­freier Bahn ist jedoch Niemand berechtigt für Benutzung derselbe« eine Vergütung zu beanspruchen.

Thermometerstand.

29. Novbr.: Tiefster Stand — 4°, Abends 7 Uhr — 2W; 30. Novbr.: Morgens 7 Uhr — 3’/i°, Vormittags 10 Uhr — 2 » Tiefster Stand — 3'/-°, Abends 7 Uhr — 2V; 1. Dezbr.: Morgen« 7 Uhr — 3V, Vormittags 10 Uhr — 2 V.