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Hmmer Anzeiger
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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M. 278.
Samstag dm 29. November
L8M.
Amtliches.
NsZKRKiWkchKKgeR ans Grnud des Reichsgesetzes ÄSM 81. Oktober 1878.
Das durch meine Bekanntmachung vom 17teu Januar d. I. (Reichs- Nnxei-zcr Nr. 15) erlassene Verbot der vom kommunistischen NrbiiterbilduvMverein in Sorten herausgegebenkn periodischen Druckschrift: „Freiheit" erstreckt sich auch auf diejenigen Nummern dieses Blattes, welche unter der Aufschrift „Das Volks gerecht" zur Ausgabe gelangen.
Berlin den 24. November 1879.
Der Reichskanzler. J. Bertr.: Eck.
Auf Grund des §. 12 des ReichSZesetzes gegen die gemeinge- führlichen Bestrebursen der Sozialdemotratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebrecht, daß die vom 5. No> vemLer 1879 datirte Nr. 1 des I. Jahrgangs der von Jos. R. Vilimek in Prag gedruckten, von Wilhelm Kisstvitrer und Genossen zu Re chen- berg in Böhmen h-rausgegebenkn und von L. Zapotocky rehigirten periodischen Druckschrift: „Volksfreund, Zentralorgan der fozialdemokratifch en Arbeiterpartei Oesterreichs" nach §. 11 des gedachten Gesetzes durch die unterzeichnete Landes- polizeisehörde verboten ist.
Mrlin den 17. November 1879.
Königliches Polizei Präsidium, von Madai.
Auf Grund der §§.11 u. 12 des ReichsgesetzeS gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialtumokratie vom 21. Oktober 1878 ist die Druckschrift:
„Eulturgefchichtliche Betrachtungen über die indische Mythologie von Carl Frohme. Hanau 1879,
Verlag von Math. Daßbach", von der unterzeichnete Landespolizeibehörde verboten worden.
Cassrl den 20. November 1879.
__________Königliche Regierung, Abth. des Inner«.__________
Der Schuhmacher Gottlieb Grundmann hat feine FamtUe in Bergen böswillig verlassen. Um gefällige Nachricht über dessen gegenwärtigen Aufenthaltsort wird gebeten.
Hanau am 25. November 1879.
Meine Verfügung vom 12. d. »tS. in Nr. 266 des Hanauer Anzeigers, betreffend Anzeige von der Wohl der Mitglieder der Klaffen- steuer.EinschätzungS-Tommijsion, bringe ich den Herrn Bürgermeistern zur umgehenden Erledigung in Erinnerung.
Hanau am 27. November 1879.
Der Landrath.
LsZrIschKA.
Zur Eröffnung der franrös. Kawmersession.
(«. d. Schw. Merk.)
Die Stadt PariS und die Vertretung von Frankreich feiern hente das Fest der Wiederseheus. Am 27. Nov. traten die Kammern wieder zusammen, und zwar erstmals wieder in PariS, der LandeStzanptstadt; im Palast Bourbon, dem herkömmlichen Lokal der gesetzgebenden Versammlungen Frankreichs. Damit legt die französische Republik nach djährigem Bestand wieder eine wichtige Etappe zurück; die Rückkehr der Kammern nach dem Haupt der Landes kommt dem Aufhören einer Art von Interregnum gleich. Und wiederum wird eS heißen, daß jetzt erst die Republik in ihre regelmäßige Bahnen gelenkt sei, ihre konstrtuirung das letzte Siegel erhalten habe. Kehrt jetzt die Erinnerung zurück an die Erlebnisse dieser 9 Jahre, an den AuSzug der Rezierungsgewalten nach Tours, nach Bsrdcaux, um mit Versailles vorsichtig wieder der Hauptstadt sich zu nähern, so ist der jetzige Augenblick ernst genug, und reich an Lehren. Mit Stolz und Befriedigung kann der Franzose zu- rücksehen auf die rastlose Arbeit, welche in diesen Jahre» das Land auS
tiefem Sturz wieder emporgehoben und die Spuren der zwiefachen Katastrophe des auswärtigen und des Bürgerkriegs allmälig ausqetügt hzt. Ungetrübt sind die Aussichten in die Zukunft gleichwohl nicht. ThierS hat die Mahnung hinterlassen: die Republik in Frankreich wird konservativ sein oder nicht sein. Aber gerade gegen bin konservativen Charakter der gegenwärtigen StaatSform Haien die Angriffe längst begonnen. Man streitet sich in Frankreich selbst darüber, ob mehr die optmistische oder die pessimistische Bermheilung der Lage berechtigt sei; aber daß ein solcher Streit überhaupt besteht, kaun unmöglich ein volles Gefühl der Sicherheit anfkommen lassen. Die Angriffe auf das gemäßigte, auch dem Ausland ein gewisses Vertrauen einflößende Ksbinet Waddington hohen bis jetzt ihren Zweck nicht erreicht, aber diese ««grifft haben sich doch immer wiederholt. Erst war es die Frage der unbedingten Am« nestle, dann die der Reinigung deS Beamte, Personals, endlich selbst die heikle Frage der auswärtigen Politik, die als Niitel, die Regierusg zu erschüttern, erwählt wurden; tödtlich war ihr bis j tzt keiner dieser Anfälle, aber Stärkung hat sie auS denselben doch auch nicht empfangen können, und noch unmittelbar vor der Eröffnung der Sestion hat ein an sich nicht erheblicher, unpolitischer Zwist-enfall, die rückgängig gemachte Ernennung des Rbg. Gent zum Gouverneur in Mmtiniq e und deren golden gezeigt, daß nicht viel dazu retö-t, den Zerfall deS ßkge«- wärtigen KaLinets herberzusühren. Offenbar sind die gemäßigten Mitglieder des Lobnets nur durch den HmMis auf den Anfang der E-s- sion bewogen worden, ihrem Wunsche, sich zurückzuziehen, noch einmal Schweigen zu gebieten- Bei allen jenen Angriffen aber schwebte der Name Gambetta'S auf Aller Sippen. Ihm pflegte man den Impuls zu den Etmmläufen, ihm aber auch wieder die Beschwichtigung zuzusch-ei- ben; so verstand er es, den Nimbus um sich zu bereiten, als ob er der eigentl che Lenker der auf der Bühne sichtbaren Marionetten sei. Luch dieser Umstand, die unläugbare Macht, die der Name dieses Parteiführers ausübt, kann nicht dazu beirragen, das Vertrauen in eine normale und stetige Entwicklung der Dinge zu befestigen. Inmitten dieser Unsicherheit gibt es nur einen Punkt, wo alle Franzosen ohne Unterschied der Partei einig, zur An'pannvng alUr Kräfte, zur Leistung aller Opfer bereit und in der Stille mit aBem Nachdruck thätig sind: die durch keinen Wechsel der Regierung unterbrochene kriegerische Rüstung des Landes.
— DaS Amtsblatt der Deutschen Reichs- Post- und Telegraphen« Verwaltung veröffentlicht folgenden Allerhöchsten Erlaß:
Ich habe den unterm 5. d. M. Mir überreichten Bericht über die Ergebnisse der R ichs-Post- und Telegrcphknverwaltrmg während der Jahre 1876 bis 1878 mit ungemeimr Befriedigung über die bedeutenden Leistungen auf diesem für die Förderung der Volkswohlfahrt so wichtigen Gebiete durchgehen. Die Vereinigung der Post- uudTelegrcphen- wesenS hat auf beide Zweige eine so gedeihliche Wechselwirkung geübt, daß sie, ungeachtet des während jenes Zeitraums obgewalteten wirth- schaftlichen Drucks, in Folge der geschickten Organisation «nd um- sichtig-n Leitung die hochgespannten Erwartungen noch übertroffen hat. Mit besonderer Anerkennung habe Ich an der Hand deS BerichiS wie die fortschreitende äußere Ausdehnung, so das Streben nach innerer Vervollkommnung der Verwaltung verfolgt. Ich beauftrage Sie, dem General-Postmeister wie allen Beamten, durch deren bienftfreubige Min Wirkung die geschilderten Resultate erzielt sind, Meinen Kaiserlichet Dank auSzuspr-chrn. Berlin den 13. November 1879. (gez.) Wilhelm. An den Reichskanzler.
— Berlin, 28. Nov. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin ist heute Morgen über Köln hier ein getroffen und auf hm Bahnhöfe ton Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit dem Kronprinzen und hierauf im Palais von Sr. Majestät dem Kaiser und König empfangen worden. (Kt. u, St.,A.)
— Berlin, 28. Nov. (K. Z.) Der König und die Königin von Dänemark sind heute früh 7 Uhr 42 Min. mit der Potsdamer Bahn hier eingetroffen und auf dem Bahnhöfe vom Kronprinzen cm«