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MDtzrlich 9 Mark. D-lhj.4M.L0P.

W«tklMrlich » Start 25 efa- gär auswärtige «bonnenten wie dem betreffen, den Poftausschlag. Xeetnjelne Num­mer 10 Psg.

Nr. 276.

fjnnnucr Ameraer

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der ^m- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der MMmr PrÄvinziaULrrrrspondsnz.

Snferiioitl.

Preis:

Sie ispaltige Sarmondzeile »d. deren Raum 10 Psg.

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20 Psg.

rieSspaltigeZetl«

30 Psg

Donnerstag den 27. November

1879.

TageSschau-

Berlin, 26. Nov. Heute Vormittag hörten Se. Majestät die Vorträge des Militär- und des Civilkabinets, statteten um 12 Uhr Ihren Kaiserlichen Hoheiten dem Großfürsten und der Frau Großfürstin Wladimir im russischen Botschaftspalais einen Besuch ab und sind um 1^ Uhr mittelst Extrazuges der Lehrter Bahn zur Jagd nach Springe bei Hannover abgereist.

Berlin, 25. Nov. (K. Z.) Der Kronprinz trifft bereits übermorgen früh aus Italien hier ein; es hängt das wohl mit dem Besuch des dänischen Könipspaares zusammen. Bekanntlich wurde der Kronprinz, als er vor etlichen Jahren aus Schweden zurückkehrte, zum Besuch an den dänischen Hof geladen und an demselben besonders freund­lich emp angen. NäLstdem dürfte auch die am Samstag Statt findende Feier der silbernen Hochzeit des Prinzen Friedrich Karl die Herreise des Kronprinzen beschleunigt haben, welche anfänglich für eine spätere Zeit in Aussicht genommen war. Wie lange sich der Kronprinz hier aufhalt n wird, ist noch nicht bestimmt. Der König und die Königin von Dänemark werden am Freitag Morgen eintreffen, bei dem Kaiser speisen, die Oper besuchen und am Samstag nach Kopenhagen obreisen.

Ihre Majestäten der König und die Königw von Dänemark sind anläßlich des Geburtsiaxsfestes des Bruders der Königin, Sr. Königlichen Hoheit des Landgrafen von Hessen, am Nachmittag des 25 Nov. zu einem zweitägigen Aufenthalte in Frankfurt eingetroffen.

Berlin, 26 Novbr. Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich heute sehr eingehend mit dem Tntrage des Abgeordneten v. Schorlemer« Nist wegen Erlaß eines Gesetzes betr. die Vererbung der Landgüter in der Provinz Westfalen und einigen rheinischen Kreisen. Der Antrag­steller begründete die sorgfältig aus gearbeitete Vorlage unter dem Bei- fall des Hauses du ch den Hinweis darauf, daß in einem fruen Bauern­stände, kimm Grund besitzenden Mittelstände das sicherste Bollwerk ge­gen die Socialdemokratie, die wahrhaft konservative Stütze jedes gesua- dn Staatsorganismus zu suchen sei. Diese Auffassung werde heute von den besten Staatsmännern aller Parteien als richtig anerkannt. Indem Herr v. Schorlemer die einzelnen Paragraphen deS Entwurfs näher be­leuchtete, zeigte er, daß derselbe, welcher durch eine Kommission des großen westfälischen Bauernvereins ausgearbeitet ist, sich im Wesent­lichen den Bestimmungen des bereits lanoes gesetzlich bestätigten Hannö- ver'schen Höftrechts aaschließe. Der Minister für Landwirthschaft Dr. Luc us gab zunächst seiner vollsten Sympathie mit der Tendenz deS An­trages Ausdruck, erklärte dann aber, daß die Staatsregierung nicht eher in der Lage sein werde, demselben materiell näher zu treten, als bis die Stimmen der Provinzrallardtage und -Behörden über denselben gehört, auch d e nothwendigen stet stischen Erhebungen vollendet worden seien. Die Debatte über den vorgeschlagenen Entwurf ergab, daß alle Parteien im Hause mit Ausschluß der Fortschrittspartei, deren auch hier wieder negatives Botum der Abg. Dr. Hänel näher motivirte, mit dem Grund­gedanken des Antrags, das Anerberecht des ältesten Sohnes in den Landgütern zu Gunsten der Erhaltung eines kräftigen bäuerlichen Mittel­standes bei gesetzlich fixirter Abfindung der Miterken völlig einverstanden waren; der Abg. Dr. M quel beantragte insbesondere, den Entwurf in befürwortendem Sinne der Staats-Regierung zu überweisen, und benutzte die Gelegenheit, um auf die ächt deutsche Tendenz, welche sich in dem Entwürfe manifestire, hinzuweisen, welcher gegenüber sich die starre Be­fangenheit der Römischen Juristen machtlos erweisen werde. Auch in dem Preußischen Landrecht sei der Römischen Auffassung des Erbrechts weitaus zu viel Rechnung getragen. Der Herr Justizminister Vr. Fried­berg betonte dem gegenüber, daß das Preußische Landrecht weit mehr Deutsche Rechtsanschauungen zur Grundlage habe, als die Gesetzbücher anderer Länder, wo des Gemeine Recht fundamental gegolten habe. Im Uebrigen sagte er möglichste Förderung des Gesetzes zu. An der De­batte beteiligten sich noch die Abgg. Dr. v. Cuny, Vr. Schellwitz, Graf Wintzin^erode und Freiere v. Schorlemer-Alst, worauf beschlossen wurde, auch die zweite Berathung, unter Absetzung von einer kommissarischen Borberathung, ebenfalls im Plenum vorzunehmen. Die Kammer ver- tagte sich hierauf bis morgen Bormittag 11 Uhr, um die definitiven Präsidenten-Wahlen, die Vereidigung von Mitgliedern und außer eini­

gen kleineren Gesetzvorlagen die Weiterberathung des Etats vorzuneh­men. (Post)

Berlin, 26. Novbr. Der Generalpostmeister Dr. Stephan, welcher sich in der vorigen Woche nach Pommern, zur Einweihung ei­nes neuen Kostgebäudes in Stolp, begeben hatte, folgte am Freitag von dort einer Einladung des Fürsten Biemarck zur Jagd nach Barzin. Die Vermuthung einzelner Correspondenten, daß Gegenstände der Reichsge« setzgebung diesen Besuch veranlaßt hätten, sind unbegründet. Wie offiziös gemeldet wird, haben nunmehr die Verhandlungen über einen dem Reichstag vorzr legenden Gesetzentwurf, die Börsensteurr betreffend, innerhalb der betheiligten Verwaltungen begonnen. Die Arbeiten für den ReichSbarshalts-tat auf 1880.81 sind in vollem Gange. Die Fer­tigstellung st-ht nach 0 ficiöser Mittheilung in so naher Aussicht, daß d:r Bundesrath gleich nach der Weihnschtepause in die Berathung der Vorlage eintreten kann. Nach der bis jetzt vorliegenden Aufstellung wird der Etat ein nur wenig verändertes Aussehen gegen seinen Vor­gänger haben. (Trib)

DerR.- u. St.-A." Nr. 278 enthält die Allerhöchste Ver­ordnung, betreffend die Abänderung beziehungsweise Ergänzung der Be­stimmungen über die Tagegelder, Fuhrkosten und Umzugskosten der Reich sbeamten, vom 19. November 1879.

Am 20. November ist in Dresden das Mitglie'? des Herren­hauses, Graf Karl Wvlftang v. Ballestrem, gestorben. Derselbe war auf Präsentation des Verbandes des alten und befestigten Grundbesitzes im Landschaftsbezirk Fürfieuthum Ratibor durch Erlaß vom 24. No­vember 1854 zum Herrenhausmitglied auf Lebenszeit berufen.

Ueber das Befinden des Justizministers a. D. Dr. Leonhardt kann die N. H. Ztg. die Mittheilung machen, daß sich der Minister seit einer Usbersiedelurg nach Hannover in stetiger, wenn auch sehr allmäh­licher Besserung befindet.

Die Zeitungsmelduna, daß Minister Lucius neulich in einer Gesellschaft geäußert:Der Kultusminister v. Puttkamer steht nicht sonderlich fest auf seinem Posten und düfte das neue Palais des Kultus­ministeriums kaum beziehen", wird der Kreuzz. von bestiufmmirter Ge te als eine jedes positiven Anhaltpunktes entbehrende und unwahre Ten» denzerfindung bezeichnet und in ähnlicher Weise von der Nordd. A. Z. in offenbar ermächtigter Form charakterisirt.

Barmen. DieBarm. Ztg.« schreibt:Bei den lebten Rekrutentraniporten hat man sich mit Recht darüber beschwert, daß dieselben an Sonntagen geschahen und die damit gewöhnlich verbundenen Ausschreitungen, die schon an anbeten Tagen widerwärtig sind, an den der Ruhe gewidmeten Sonntagen stattfanden. Ein hiesiger Bürger wandte sich nun beschwerdesührend an die Generalkommandv's des 7. und 12. Armeekorps, wie auch in einer Jmmediat-Eingabe an den Kai­ser. Dieser Schritt ist erfolgreich gewesen. Während das Generalkom­mando des 7. Armeekorps mittheilte, daß die betreffenden Anordnung nicht von demselben ausgegangen, hat dasjenige des 12. Armeekorps dre Zusicherung gegeben, daß dem Wunsche, die Einberufung der Rekruten nicht auf einen Sonntag zu verlegen, seitens desselben entsprochen werden wird."

Dresden, £5. Nov. (Dr. Journ.) Die Zweite Kammer genehmigte in ihrer heutigen Sitzung den von der Staatsregierung be­antragten Verkauf des Vorwerks Penurich und bewilligte alsdann meh­rere Zuschußkapitel des StaatShaushalts-Etats in der postulirten Höhe. Eine längere Diskussion schloß sich an Kapitel 44, zu Unterstützung der Landarmen, bei welchem von mehreren Mitgliedern Beschwerden über die Wirkungen des Unterstirtzungswohnfitzgesitzes vorgebracht und Vor­schläge für eine Revision desselben gemacht wurden.

Aus Chemnitz wird geschrieben, daß dort die Fabrikation von baumwollenen Handschuhen neuerdings einen erheblichen Aufschwung genrmmen hat. Für amerikanische Rechnung liegen ganz bedeutende Bestellungen vor.

WÜr zkurg, 24. Nov. Der neu ernannte Bischof, Dr Stein, von Würzburg war vor wenigen Tagen bei dem Herzog von Meinin- geu zu Besuch und wurde dort mit allen Ehren ausgezeichnet. Dr. Stern bewährt sich als eine Kraft von großer Bedeutung für unsere ges mmte Kulturentwicklung und genießt darum die allseitige Verehrung ohne Unterschied der Parteien. Am meisten imponirt seine unparteiliche Lei-