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Preis: r^wltch 9 MarS Hs-bj.4M.LSP.
Vierieiiährlich ;$ Mark 25 Psg.
Kür auswärtige Sbannenten tot dem betreuen, toi Postauftchlag. LirÄnzeine Num
mer 10 Psg.
Nr. 274.
fjiuinucr Ammer
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme.^r E«m- und Feiertage, mit bellÄristWe-- Beilage, und SamtzsgS ant.der B^liner Prw»i«zisWsrrefPv«dWz.
SnfettionS«
Preis:
Die ispaitige Garmondzeile ob. deren Raum 10 Psg.
Die Sspalt. Zeile
30 Psg.
DieSspaltigeZeile
30 Psg
Dienstag den 25. November
18M
Amtliches.
Steckbrief.
Gegen die 29 Jahre alte, ledige CiSarrenarbeiterin Anna Kes- selrina von Orb, welche flüchtig ist, ist die NntersuchMgshaft wegen Diebstahls verhängt. Es wird ersucht, dieselbe zu verhaften und in das Landgerichts-Gefängniß zu Hsnau abzuliefern.
HZnau, den 22. November 1879.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Gpsr! ed er.
Rundschau.
R. F. Unser Kaiser, deffm BefinSen dauernd ein gutes ist, hielt am Sonnabend bei KöniKs-Wusterhausen eine Hosjagd auf Dammwild und Sauen ab. Um 5 Uhr Nachmittags begab sich der Kaiser mit dem Könige und dem Prinzen Georg don Sachsen, weiche am Freitag Nachmittag 4^2 Uhr von Dresden in Berlin eintisfen, d?M Großherzoge von Mecklenburg-Schwerin und dem Großfürsten Wladimir nun Rußland, sowie den Prinzen Karl, Wilhelm, Friedrich Kml und dem Prin« ze« Nuzust von Württemberg mittelst Extra-ng nach Königs-Wußer- hausen. In Folge einer Einladung des Kaisers hatten sich demselben der russische Umschiffter v OuttiL, der deutsche otichaft-r in Petersburg Kkuersl Lieutenant v. Echweinitz, Prinz HeimiL XVIII. v. Reuß, Prinz Ruton RadziwiS, der Haus minister Graf V Schteinitz und der Generaladju-ant Graf W. v. Brandenburg aneffchisffe«. Um 51/« Uhr langte der Extrszug auf dem festlich geschmückten Kahnhofe Königs- Musterhause« an. Bon der gefilmten Bevölkerung mit Hechruse» begrüßt, fuhr der Kaiser mit dem Röntge von Sachsen durch die heller- leuchtete und mit Blumen und Gui> landen dekorrrte Stadt nach dem Königlichen Schlöffe, wo die gesamtste Jägerei zum Empfangs versammelt war. Halb nach dem Eintreffen der hrhm JaLdgeskllschsft fand im Schlosse Tafel statt. Gestern früh 8V2 Uhr besö berte ein Extra- zug den Kaiser und die für diesen Tag geladene Jagdgesellschaft bis Halle Die Rückkehr von KöniKS-Wusterhausen erfolgte gestern Abend 7Vs Uhr. Der Köniß und Prinz Georg von Sachsen übernechteten im Berliner Schlüsse und kehrten am Sonntoß Abend nach Dresden zurück.
Der deutsche Kronprinz und Gemahlin sollen beschlossen haben, von dem Besuche in Rom, wo dieselben täglich erwartet wurden, für dieses Jahr abzusehen.
Für den Bundesrath ergibt sich die Nothwendigkeit, in den Monaten Dezember und Januar eine ganz besondere Thätigkeit zu entwickeln, da es dem Vernehmen nach beabsichtigt wird, den Reichstag in den ersten Tagen des Februar zu eröffnen, um die Session womöglich bis Ostern zu beendigen. An Vorlagen für die nächste Reichstagssession sind neben dem Budget mit Bestimmtheit zu erwarten: das Gesetz über die Verlängerung der Etats- und Legislaturperioden, die Brausteuer, die Bör- sensteuer, sowie vielleicht auch über die Eisenbahntarise und das Ver- sicherunßsgesetz, — ein reichliches Material, dessen Bewältigung dann doch, wie gewöhnlich, eineMerlängerung der anfänglich angeurmmenen Dauer der Session erfordern wird.
Den Bewohnern Berlins ist der fast vergessene „Kleine ^elage- rungszustEnd" dadurch wieder in Erinnerung gebracht worden, daß das Staatsministerium beschlossen hat, beim Kundesrathe die Verlängerung des Ausnahmezustandes für BsrUs und Umgegend, welcher mit dem §8. d. M. abläuft, auf ein weiteres Jahr zu beantragen.
In der Sonnabendfitzung der Eisenbahner mmifion unseres Landtages wurde der Vertrag wegen Ankaufs der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn mit 11 gegen 8 Stimmen augenomwen. — In der Com° munaisteuer-Csmmisst.n wurden drei weitere Paragraphen der Regie- rungsvrrlage erledigt. Mehrere gestellte Bu-endementS wurden theil« schon während der Debatte zurückgezogen, die übrigen schließlich abge- lehnt, und die §§. 4—6 nach der Regierungsvorlage angenommen. — In der Budget-Commission wurde mit besonderem Nachdruck auf die Verminderung des BeaNtenpersonals gedrungen und dem entsprechend der RemunerktionSftnts erheblich vermindert und eine Reihe angesetzter neuer Beamtenstellen gestrichen.
Der Aurfall der Wahlen in Elsaß-Lethringen für den LandeS- AuSschuß, überwiegend zu Gunsten der Autonomsten, wird im Ganzen sehr befriedigend aufgenenommen, und steht zu erwarten, daß die neue
Institution i-re große und ernste Aufgabe zum Heile und Gedeihen des Landes durchführen wird.
Auf das baldige ZMandelsAmm eines Handelsvertrages zwischen Deutschland usd Oesterreich unter den jetzigen Berhättuifsen sind nur geringe Hoffnungen zu setze»; die Berichte der österreichischen EommiffSre nach Wien haben die AnsrdMng von Srhebunzen auf einzelnen Jndu- firiezebieten zur Folge gehabt und weitere Verzögerungen seraulsßt.
In Oesterreich-Ungarn bildet die Wehraesetz-Borlage schüfest längerer Zeit den Gegeustand der parlamentarischm Thätigkeit. Dieselbe steht, nachdem sie daS österreichische Abgeordnetenhaus in erster Lesung passirte, gegenwärtig im ungarischen Unterhaus« zur Herathung, wo diesilbs viel Widerspruch erfährt, indem auf eine Reform des Wehrtzesetzts und auf Abrüstung gedmn-en wird. Die Regierung stellt die Wehrreform Vorlage in baldige RuSsicht und erklärt, daß eine Ber- Minderung der jetzigen HeereLstärke die, Monarchie der Gefahr der Jso- liruKg aussetzßn würde.
In den politischen Kreisen Frankreichs herrscht augenblicklich eins mehr verborgene Thätigkeit, die den Borbereit-ngen zu dem bevorstehenden Parteikempfe gewidmet ist. Wie berichtet wird Het der r bgesrd- nete Spuller ein vollstänsiges Tableau des dch^owaiischen Person«-s Frankreichs angefertigt, nach welchem eine durchgreifende AuZmEkrunz der den Samb-ttisten unbequemen Persönlichkeit-« erfolgen soll. Gam- detta soll die Vorschiä^L gebilligt habe«. Der Ministerprästdeut Wad- dington erfährt wiederholt die heftigsten Angriffe seitens der fortgeschrittene» republikaurschm Presse, es wi-d ihm die Schuld bei^meffen, daß der Einfluz Frankreichs auf die europäischen AugelegenheitL« im Sinke« begriffen sei; seine SteRung dürfte als urhalt ar zu bezeichnen sein. — In bin radikalen Kreisen Frankreichs erregte es großen Unwillen, daß die Regierung sich hat brstinMn lossin — namentlich durch die Erklärung des Warinkminifiers, seine ZntlaffuW geben zu wollen, — die erst vor Kmzem erfolgte Ernennung des rad kal gesinnten Gent zum Gouverneur von Martinique wieder zurückzvn.hmen. — Der Bericht d s Grafen St. Vallier über seinen Nnfenthült in Ba?zin soll ebenso ausführliche wie beruhigende Mittheilungen über d'e deutsch-österreichischen Abmachungen enthalte«.
Zm Segkn-otz zu der Erbitterung und böb«'b.n Haltung Sng* lands gegenüber der türkischen Regierung, durch welche noch vor Kurzem alle politischen Kreise in Aufregung versetzt wurden, sind in Folge der Nachgiebigkeit des Sulians jetzt mildere Saiten aufgespannt worden. Auf die Erklärung der Pforte, daß die Einsührurig der Reformen nicht weiter unnöthig verzögert werden feilten, hüt Lord Salisbury erwidert, er verstehe vollkommen die Schwierigkeiten dieser Reformen für die Türkei und wünsche nicht die Situation durch Anwendung m weiteren Drohungen ur,nöthig zu verwickeln. Nuch zwischen England und Rußland soll ein lebhafter Lrieswechsel bezügl. der türkischen Angelegenheit statt- finden und die beiderseitigen Mittheilungen befri'digender Natur sein. — Die ausrührische Newegung unter bin irischen Pächtern ist noch im Zunehmen begriffen. Der AbLeorduete Parnoll sucht die Pächter gegen die Grsßgrundbesitzer aufzuwiegeln und wird hierbei von der Priester- schaft unterstützt. Die erfolgte Verhaftung vsn 3 Personen, welche aufrührerische Riden gehalten hatten, brächte unter der Bevölkerung große Erregung he; vor, welche die Verhaftung von weiteren 17 Personen zur Folge hatte. — Die Nachrichten aus Afghanistan lauten insofern günstig, als fünf weitere afghanische Regimenter aus Turkestan zurückgekehrt und in der Nähe Kabuls angelangt sein sollen, um die Waffe« niederzulegen, da die Lussichten auf einen Tusstvnd der Bevölkerung geschwunden find. Die Annahme der Mitschuld des Emirs Jakub Khan an der Nieder- wetzelnng der englischen Gesandtschast gewinnt immer mehr an Wahrscheinlichkeit.
Aus gutunterrichteten russischen Kreisen kommt die Nachricht, daß Kaiser Alexander j-tzt einen großen persönlichen Einfluß auf die Leitung der auswärtigen Geschäfte übt und nicht mehr geneigt sein soll, dieselben wie bisher in der Hand des Fürsten Gortschakoff zu lassen. Hierin dürfte auch die Berufung des russischen Kotschasters am Berliner Hose, v. OuLril, nach Petersburg ihren Grund haben. — Daß Rußland entschlossen fein soll, im nächsten Frühjahr seine Operationen in Turkestan zu wiederholen und Merw zu besetzen, wird aufs Neue versichert. —
Die Spannung zwischen der päpstlichen Regierung und den Welt-