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«e«. Die Abstimmung über diesen wichtigsten Paragraphen der Vor­lage ergab 14 Stimmen für, 6 gegen. In diesem Stimmverhältniß werden, unter Beibehaltung obigen VvrbkhiltZ, vsrausfichtüch auch die Berttäge mit den übrigen Bahnen die Zustimmung der Commission finden. Herr Mique! hat wegen seiner übermäßigen Heschäftig««- ab- lehne» müssen, das Generalreferat zu übernehmen. Der BundeSrath hielt heute Nachmittag 3 Uhr eine Plenarsitzung unter dem Vorsitz des StastsministerS Hssmann. Nach den emleitenden Beichäften wurde die Borlaze, Tarasätze zum Zolltarif vom 15. Juli 1879, dem AuSschuffe überwiesen; eben so der Antrag betreffend die Wchl zweier Mitglieder der DiSciplinarkammer für elsaß lothringische Beamte. Der Antrag der Ausschüsse betreffend den BesoldungS- und PensiouSetat der Reich-ban!« beamten für 1880 wurde angenommen; eben so auf Grund mündlicher AuSschußberichte die Borlage betreffend die Verwendung von Surrogaten bei der Tabakfabrikation. Durch mündliche Berichte deS Zsll« und SteuerauSschusseS wurden erledigt: die Zsllsehandlunz von Holz aus den in Oesterreich belezenen Waldungen der preußischen Commune Patschkau, die Vorlagen betreffend daS Regulativ für die fortlaufenden Conten in Lübeck und die Hehsndiung verdorbener Härinzs auf Privat- tranfitlagern; ferner die Zoübehandl«vg von butterfsrbrgrm, geglättete» SchafleSer, endlich d u Erlaß von Ta'sakKesrr aus Billigkeitsrücksichten. SS folgten: mündliche Ausschußbericht« über Eingaben und eine Mit­theilung über wer theilte Eingaben an die AuSschüffe. Den Schluß machte die Borleznug von neuen Eingabe«. Die Arbeite» für den ReichStzauS« haltS-Etat nehmen ihren Fortgang. Der RundeSrath wird indessen wähl erst gegen AuSganZ dieses oder zu Anfang nächsten JahreS damit be­faßt werden.

Berlin, 21. Nov. Der bleibende Aukschuß des deutschen Handelt tage- berieth über die Frage einer event. Berliner Weltausstel« lunz und war der einstimmigen Ansicht, daß, wenn auch die Reiche regierung die Zeit einer WeltauSstellunz noch nicht für gekommen er­achte, der ««geregte Gedanke doch nicht ohne Weiteres abgelehnt werden ks«»e. Der Ausschuß ersuchte demzufolge daS Präfidium des HandelS- tages, durch weitere Verhandlungen mit sämmtlichen deutschen Handels­kammer« und mit der Rerchsrezierung die Angelegenheit weiter zu för­dern und i« der nächsten Ausschuß-Sitzung darüber Gericht zu er­statten. (N. Fr. Pr.)

Berlin. Ein Fall entsetzlicher Leichenschändung kam nach demMannh. Tgbl." in Berlin anS Tageslicht. ES wurde der Leich­nam eines kürzlich beerdigten Mädchens auSgegraben, aus dem die ed­len Theile, Herz, Leder, Lunze entfernt waren. Dieselben wurden offenbar zu Zwecken des hier und da noch grassirenden rohsten Aberglaubens verwendet. DieGerm." registrirt unter Vorbehalt daS Gerücht, daß ein Milchhändler in Weißensee der Verbrecher sei. Der­selbe leidet seit Jahren an einem offenen Kußr, einer sogenannten Aon- tauelle, md soll ihm zum Zwecke der Heilung von einem alten Weide empfohlen sein, sich Herz, Leber und Lunge von einem an der Schwind­sucht verstürbe»«» Kinde zu verschaffen, dasselbe unter gewissen Formeln und Zusatz vsn Kräutern zu kochen und sich Umschläge zu mache«.

Die Befestigungen, welche Frankreich an der belgischen Süd- grenze anlegt, find in belgischen Zeitungen in verschiedenem Sinne be- sp scheu warben. Frankreich ist natürlich in seine« Rechte, wenn es seine ganze Ostgrenze befestigt. Namentlich hat eS auch die Festun-S-- werke von Dünkirchen, Liste, BalencikMeS usb Maubeuze verstärkt. Lille ist schon längst ein großer Waffenplatz ähnlich wie Köln geworben und die bisher vernachlässigten uud verfallene« Werke von Maubeuge find bedeutend erweitert. Wie man hört, will die französ. Regierung auf die Befestigung von Dünkirchen noch 50 MiS. Fr. SerAenden, ws- von 20 Will, auf die Erweiterung des Hafens, 30 Mill. auf die Ver­stärkung der FestunzsNerke. Wen» man die Franzosen hört, so ver­stärken sie ihre Befestigungen an der belgischen Grenze bloß zur Ber- theidigung ihrer Landesgrenze. Gie haben Toul und Verdun so groß­artig befestigt, daß den Deutsche», wie sie meinen, der bisherige Weg nach Paris verlegt sein wird, und eS sei deßhalb zu bessrzen, daß die Deutschen in einem künftigen Kriege dir Neutralität Belgiens nicht achte«, sondern den Versuch machten, über die belgische Grenze in Frank­reich einzudringen. Belgische Blätter erkläre» die Sache aber anders. Sie meinen, die Franzosen verführen nr-ch dem Spruche: »Was ich denk und thu, treu ich Addern zu." Durch die großartigen Äefeßigungen von Köln und Siraßburg wurde den Franzosen der Einmarsch in Deutschland sehr erschwert, und so dächten sie es so zu machen, wie Dumouriez in seinen Memoiren empfohlen habe, «äNlich starke Festungen an der belgischen Grenze zu errichte« und dann über Gelgien nach Dmtfchland einzudringen, wobei man sich durch jene Festunzen eine Rückz«gsli«ie gesichert habe. Jedenfalls werden er nicht die Deutschen sei«, durch welche die belgische Neutralität verletzt wird. Die Gelgier müssen längst zur Einsicht gekommen sein, daß Deutschland nicht im ent­ferntesten daran denkt, sich belgischen Gebiets zu bemächtige«. (Schw. M.)

Seitens beS Polizei-PräsidivmS zu Berlin ist unter dem 8. d. M. eine Polizei-Verordnung erlassen worden, nach welcher die Inhaber von Wanderlageru öffentliche Ankündigungen ihrer Maare« n«r unter

dem in ihrem LegitimationSschein aufgeführten Namen mit Hinzufügung ihres Wohnorts, erlassen dürfen und verpflichtet sind, einen ihren Nr. wen und Wrh«ort in deutlicher Schrot enthaltenden Aushang vor ih, rem GeschäftSlokal an einer für Jedermann sichtbaren Stelle anzubrin« gen. ZuwiderhandlunZen geZen diese Bars driften werden mit Geld­strafe bis 30 Mark oder vkrhöltmßmäßizer Haft geahndet.

Wie die Boff. ZtZ. hört, hat der Statthalter von Elsaß- Lothringen, GrneralfrlSmarschaA Freiherr v. Mantruffck aus Anlaß des Hinschridens seiner Gattin vom Kaiser einen vier Seiten langen Bei- leidsbrief erhalten; der in Barzin seiner Zeit anwesende französische Botschafter Graf St. Ballier sandte vsn dort aus ein Beileidstelegramm an den Statthalter.

Hamburg, 21 Nov. Bei einem gestern Nachmittag in dem Hause Wexstraße 21 in Folge einer Gasexplosion entstandenen bedeu­tenden Feuer sind mehrere Menschen verunglückt. Vermißt werden im Ganzen 10 Personen; mehrere verkohlte Leichen sind bereits aufge­funden.

Pesth, 20. Rov., Abends. (K. Z) Die liberale Partei hat die Borlage betreffend die zehnjährige Feststellung des Kriegsstarkes einstimmig angenommen.

Paris, 20. Nov. Der Minffter für die öffentlichen Arbeiten, de Frsycinet, hat dem Präsidenten Grsry einen Gesetzentwurf vorgelezt, betrcffrno die Bewilligung eines Kredits von 600,000 Frcs. zur Vor­nahme der für den Bau einer Eisenbahn durch die Eahara erforderlich?» Vorarbeiten.

London, 21. Rotz. (K Z.) Die Flotte in Malta wird in fortwährender Fahrbereitschaft gehalten; die Officiere dürfen die Schiffe nicht verlaffen, ohne anzugeben, wo sie jederzeit auf»ufinden sind. Der Marquis v. Salisbury kam geßem auf wenige Stunden nach Lan­ds« und hatte Besprechungen mit dem sentschrN und dem türkische« Botschafter. Der Timer wird aus Ksußantinspel som 20 dS. ge­meldet : In amtlichen Kreisen wird zuverlässig Hchauptrt, daß die herz­lichen Äeziehungen zwischen England URd der Türke; völlig wlederher« gestellt seien. Die Pforte habe die Erklärung abgegeben, daß sie die Mmührung der Reformen nicht weiter unnöthig verzögern werde. Der Marquis von SaUrbmy habe versichert, er verstche vollkommen die fisancieQen und andere« Schwierigkeiten für die Türkei. Er wünsche nicht, die Lage durch GntsendssI bet Flotte oder Anwendung einer an­deren Drohung unnöthig zu verwickeln. Eine amtliche Depesche auS Timla von gestern Weidet: In der Nähe von Kabul sind fünf weitere afghanische Regimenter aus Turkesta« angekoMmen. Es st h- deren ÄuflösunZ und die Rückkehr der Ssldaten in ihre Heimath zu erwarte», da die Äusfichte« auf einen Aufstand der BevAMrUng geschwanden (tob.

G t. PetersburE, 20. Nov. Ihre Kaiserliche« Hsheiten der Großfürst Thronfolger und Gemahlin sind gestern Nachmittag 4 Ühr vo« ihrer Reise im Auslande wieder in ZarSkoje-Selo ein ,--troffen.

New-Ao rk, 20. Nov. Der HamburgerPoftdSMpserAellert" ist hier eiugetroffen.

L s k a l e S.

H an au, 22 November 1879.

Wir machen wiederhölt auf die morgen Abend 7 Uhr imRie- st«^aale" ststthabendr Vorlesung Äs Jsmnalistsn Hru- Dr. S. Rathke über Fritz Reuter und HervorraZeudes sss feinen Dichtungen auf­merksam. Räch- Wem, wsS wir über den Herrn Vortragenden gehört, wird betreibe Freunden der Reater'schrn-Muse einen genußreichen Mead zu verschaffen wissen. So viel wir in Erfahrung bringen konnten, wer­den folgrKde mit dem köstlichsten Humor gewürzten Stücke, als:Wo­ran Ertter einen pSmmrHchen Buren kemen ta', ,Ui mitte StcM- tib: Das Rendezvous",Woans i? tsu'n Fru tam, und einige kleinere Läuschen", zum Bortrage kommen.

es Der am 21. v. M. in derC'NtralhaAe" ststtzehabte» Altka- tholiken:Versammlung, wenn Herr Pfarrer Stein wachs über dir kirchenpolitische Frage der Gegenwart, lnSbesonders über den gegenwär­tigen Kulturkampf in Betgie« und Frankreich sprach, wird daselbst nächsten Dienstag Abends ßVs Uhr eine zweite Ansammlung folgen, wmm derselbe Redner über das, ihm von derFuldaer Zeitung" ge« stellte Thema:Wie kommt es, daß sich unter den 34,000 Katholiken der Stadt Mainz so wenig Altkatholike« befinden?" sprechen wird. Der Zutritt z« solche« Versammlungen steht Jedem frei.

(Theater.) Berlin,Rudolf Berntzt", Schauspiel in 5 Ak­ten von G. v. Puttttz. Die erste Novität der Saison am Hoftheater in Berlin hatte denselbm günstigen Erfolg, wie bereits an auswärtige« Bühnen. In dem Stücke weht ein echt deutscher Geist, es ist gesunde deutsche Kost, die uns Herr G. v. Putlitz hier vorsetzt, keine hausbackene, sondern eine mit Geist, Gemüth und durch HZmor gewürzte, zum pi­kanten Pfeffer verschärfend. Dichter und Darsteller wurden mehrfach gerufen.

(Billiger Aepfelw ein.) Der Wirth z«mgoldenen Faß" i» der Vorstadt empfiehlt das Mar Aepfelwein für 8 Psg. Verdient Nachahmung.