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*it dem betreffen« Jen Postausschlsg. LieÄnzsiiie Nummer 19 Pfg.
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Zuglkich Amtliches Orgmr für Kreis »Nd Stadt HanSA.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Gem»- und Feiertaqe, mit LeMDrUs^ Beilage, und Samstags mit der MW^r Prssivzisl-Cvrrrfswndsnz.
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Die 2fbalt. geile
20 Pfg.
Di-ZidrItigeLcile
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Nr. 271.
Freitag den 21» November
1879.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Mit Ermächtipung der Königlichen Regierung zu Wiesbaden wird die Landgemeinde Nieder ursel, frankfurter und hessischen M- theils, wegen der dort ausgchrochmen Lungenseuche bis auf Weiteres gegen die Nusführung vsn Rindvieh und gegen das Durchtreiben desselben abgeiperrt.
Zuwiderhondluugen werden nach §. 74 Nr. 2 des Gesetzes vom 25. Juni 1875 mit Geldbuße bis zu 150 Mark oder verhältnißmäßiger Haft best aft.
Frankfurt a. M., den 15. November 1879.
Der Polizei-Präsident gez.: Hergenhahn.
Wird veröffeutlicht-
Hanau am 17. Novbr. 1879.
Der Landrath.
Die Herr» Bürgermeister werden erinnert, den Termin auf den 24. November, Morgens 10 Uhr, nicht zu vergessen.
Nachdem der Herr Minister des Innern durch Erlaß vom 25. Februar c. (in Nr. 42 des Amtsblatts enthalten) die Rückerhebung der Kosten für Arbeitsbücher und Arbeitskarten als unstatthaft erklärt, hat die Königliche Regierung zu Casfel dahin Bescheid gegeben, daß diese Formulare von den Ortspolizeibehörden aus Kosten der Gemeindekassen zu beschaffen sind.
Indem dies zur allseitigen Kenntniß und Nachachtung gebracht wird, bemerke ich, daß die hiesige Waisenhaus-Buchdrucker« die Arbeitsbücher pro Stück 9 Pf., die Arbeitskarten pro Stück 2 Ps. liefert.
Hanau am 30. September 1879.
Polizei-Berordnung.
Aus Grund des §. 5 der Verordnung vom 20. September 1867 wird nach Einvernehmen mit dem Herrn Oberbürgermeister hier folgende Verordnung erlassen:
Das Fahren mit bespanntem Fuhrwerk, das Reiten und das Viehtreiben auf dem neuen Verbindungsweg vom Johanniskirchplatz nach der Haingassr ist bei Meldung einer Geldstrafe bis 9 Mark oder entsprechender Haftstrase verboten.
Hanau am 23. Oktober 1879.
Für Georg Ettling aus Brckenheim ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthamn-Verbände behufs Auswanderung nach London nachgejucht.
Hanau am 19. November 1879.
Der Landrath.
Rundschau.
R. F. Der erste Tag der neuen Woche schloß mit einem Ereignisse ab, welches die gesammte politische Welt schon seit voriger Woche mit großer Spannung verfolgt hat. Der russische Thronfolger stattete nach seiner mehrtägigen Anwesenheit am Wiener Hofe auch dem Berliner Hofe am Sonntage und Montage einen Besuch ab, dessen Bedeutung allgemein dahin ausgefaßt wird, daß der Thronfolger Großfürst Alexander von seinem kaiserlichen Vater die Mission erhalten hatte, durch sein Erscheinen an den Kaiserhöfen von Wien und Berlin die Gegensätze zu mildern, welche in der Politik der drei Kaisermächte in den letzten Monaten zu Tage getreten waren. Es kann keinem Zweifel unterließen, daß dies in mancher Hinsicht durch das persönliche Auftreten des Groß- fürsten-Thronfolgers sowohl in Wien als auch in Berlin der AaS gewesen ist, wenn man auch den Beziehungen der Höfe in Bezug auf die Streitfragen der Politik nicht einen allzugroßen Einfluß beimessen kann.
Auf das an und für sich freudige Ereigniß des Besuches des russischen Thronfolgers in Berlin wirst eine Maßregel der russischen Re
gierung an ihrer Westzrenze einen grellen Schatten. Nach zuverlässigen Nachrichten h«t Rußland an der deutschen Grenze und den unmittelbar dahinterliegenden Provinzen seit einigen Monaten fast seine halbe Armee, nämlich 300 Mataillone, 150 Schwadronen und 450 bespannte Geschütze couceritrirt. Wie es scheint, sind von der deutschen Regierung Anfragen wegen dieser befremdlichen Lruppenanhäufungen nach Petersburg ergangen und man darf begierig sein, was für Aufklärungen von dort kommen werden.
Em viel freundlicheres politisches Bild zeigt sich da in Bezug auf die deutsch-österreichischen Beziehungen. Mit dem letzten Montage halten die Bevollmächtigten Deutschlands und Oesterreichs im Reichskanzleramte zu Berlin Eonferenzen wegen Abschluß eines Handelsvertrages, der die Verkehrsbeziehungen beider Länder erleichtern soll. Ohne große Schwie- rigkeiten wird es bei diesen Conferenzen zumal wegen der Zollfrage nicht abgehen, doch wird der Handelsvertrag als ein wichtiges Bindemittel für die politische Aüiauce zwischen Deutschland und Oesterreich wohl schließlich zu Stande kommen.
Der Justizausschuß des Bundesrathes hielt in dieser Woche wieder eine Sitzung ab.
Bezüglich der Berathungen unseres Abgeordnetenhauses sind in letzter Woche vornehmlich die Budget- und die Eisenbahnc- mmi sion in Thätigkeit getreten und fand nur am Dienstag eine Plena sitzung statt, in welcher man sich unter lebhaften Debatten mit dem Schauksteuergesetz beschäftigte; dasselbe wurde vorläufig an «m Commission «wiese«.
Zur österreichischen Abgeordu tenhause ist die Vorlage der Rrpie» rung über das neue Wehrgefitz nach langen Debatten endlich angenommen worden und wurden keinerlei Vorschläge der Opposition berücksichtigt. Damit ist die Wehrkraft Oesterreichs auf der bisherigen Höhe erhalten.
Auf dem Gebiete der auswärtigen Politik macht sich in den letzten Tagen eine unheimliche Ungewißheit geltend, scheinbar a s die entgegen* gesetzte Wirkung voreiliger Redseligkeit, durch welche sich noch vor Kurzem einige hochstehende Staatsmänner unliebsamen Tadel zuzogen. — Aus England kommen die widersprechendsten Nachrichten bezüglich der drohenden Haltung gegenüber der Türkei, durch welche innerhalb weniger Wochen schon zum zweiten Male alle Welt in Aufregung verfitzt wurde. Wenn nun auch diejenigen Blätter, welche die letzt?» Nachrichten von den angeordneten Repressivmaßregeln als „unbegründet" bezeichnen, auf Glaubwürdigkeit keinen Anspruch machen wollen, so gebührt solche wohl umsomehr der andere« Auffassung, daß einerseits Lord Beaconsfield zu einem rücksichtslosen Vorgehen gegen die Türkei und nöthigenfalls auch gegen Rußland, nicht die gewünschte allseitige Zustimmung im englischen Eabinet findet, andererseits auch die direkte Herausforderung durch abermalige gute Versprechungen der Pforte beseitigt sein wird. Denn nur eine solche Deutung kann man der Nachricht geben, nach welcher Musu- ruS Pascha, der türkische Botschafter in London, nach Konstantinopel telegraphirt habe, Lord Salisbury fei durch die Versicherungen, daß eine Hinneigung der Pforte zu Rußland nicht vorhanden sei, vollständig beruhigt worden und habe die befohlene Fahrt des englischen Geschwaders nach den türkischen Küsten rückgängig gemacht. — Auch über Englands Stellung in Afghanistan gehen nur wenige und unbefriedigende Nachrichten ein. Daß der abgedankte Emir Jakub Khan von den Engländern als Gefangener nach Indien gebracht werden soll, hat unter den Eingeborenen neue Erbitterung hervorgerufen. Zm Khyher-Paß soll wieder eine größere feindliche Streitkrast vereinigt sein, an deren Spitze Ma- Homed Khan steht.
In Frankreich kommen die beruhigenden Versicherungen des Ministerpräsidenten, daß die Dinge im Orient augenblicklich nicht besorg« nißerregend für Frankreich seien, in so fern zu spät, als dadurch an der unerfreulichen Thatsache des erfolgten Rückschlags der üöZrtriebenen Börsenspekulationen nichts mehr zu ändern ist. Für den aus dieser unbegründet gewesenen Furcht entstandenen Schaden darf man den Franzosen schon immerhin daß kleine Vergnügen gönnen, die Schuld an dem Mißgeschick den Deutschen in die Schuhe zu schütten, um die etwa schwächer werdenden Revanchegelüste wieder anzufeuern. — Die That«